Forum: Leben und Lernen
Stress im Studium: Ausgebrannte Chemiker, faule Philosophen
Franz Prösl

Das Studium ist ungerecht. Es überfordert Natur- und unterfordert Geisteswissenschaftler. muss es wissen - sie studiert sowohl Philosophie als auch Biochemie. Ihr Fazit: Im einen Fach sieben Unis gnadenlos aus, im anderen kommt jeder durch.

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dschmi 25.03.2014, 15:41
30. Kenne es ähnlich...

Bei mir was es fast dieselbe Situation nur bei beiden derselben Studiengang.
Wie das geht? Ganz einfach ich durfte noch im Diplom und Bachelor studieren.
Was ich im Bachelor erlebt habe war echt der Abschuss schlecht hin... In höherer Mathematik hatte man gleich im ersten Semester nur 2 Chancen sonst fliegte man von der uni und man verlor sogar seine. Prüfungsanspruch... Kein Wunder das es kaum noch Master MINT Studenten gibt.
In genau derselben Vorlesung waren noch die Diplomer diese konnten x beliebig durchfallen sofern sie bis zum Vordiplom spätestens 6 Semester zugelassen wurden.
Sprich jeder Diplomer hatte bis zum Vordiplom MINDESTENS 8 (höhere Mathematik 2 ebenso, genauso wie bei Mechanik etc...) versuche den benötigten schein zu holen...
Ach bin natürlich dann von Bachelor auf Diplom gewechselt wie die meisten meines Jahrgangs bei denen es noch möglich war... Die jetzigen Bachelorstudenten tun mir nur leid... Reißen sich den Arsch auf für einen Abschluss der nichts wert ist
Aber wie sagte unsere Abiturientin Schavan, Bologna sei er Erfolgsmodell

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Le Commissaire 25.03.2014, 15:43
31.

Zitat von diskretes Kontinuum
Jeder seriöse Philosophie-Professor geht davon aus, dass Philosophie im Gegensatz zur Chemie nicht allein durch Frontalunterricht vermittelt werden kann,
Si tacuisset ...

Zitat von diskretes Kontinuum
Des Weiteren gibt es in der Philosophie keine vergleichbar evidenten Qualitätsanforderungen so wie in den Naturwissenschaften.
Warum sollte es die nicht geben? Gerade die Philosophie, Abt. Wissenschaftstheorie, hat doch gezeigt, dass die Trennung zwischen Naturwissenschaften und anderen Wissenschaften (sofern sie ernsthaft betrieben werden) künstlich ist.

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flayman 25.03.2014, 15:44
32. bachelor fehl am Platz

ich studiere seit drei jahren Wirtschaftswissenschaften und kann mich völlig mit der Studentin in puncto chemie identifizieren. Das ganze bachelor System verleitet den studierenden durch den enorm zeitlich eingeschränkten studienplan in eine Druck Phase mit der er umzugehen hat. Natürlich sollte man sich...da man ja den höchsten Bildungsgrad aneignet...auch etwas entgegen bieten, aber ist diese Form von immer alles in einer bestimmten zeit auf Dauer leistungsvoll? in meinem studienplan beispielsweise kann man erst ab dem 4.semester seinen Schwerpunkt wählen..was viel zu wenig zeit mit sich bringt, da man ja im 6. Semester schon die bachelorarbeit abgeben muss..was zumindest der größte teil macht. zwar hat man 4 weitere Semester zeit... aber in einer Gesellschaft in der durch die technischen Erfindungen alles rasant schnell geworden ist kommt man unter zugzwang. dann aber auf der anderen Seite lesen zu müssen dass geisteswissenschaftliche Studiengänge leichter zu studieren sind ist schon lächerlich. da muss auf jedenfall etwas gemacht werden.

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immanuelkanns 25.03.2014, 15:46
33. Lesen heißt denken,

hat ein Prof. mal zu mir gesagt, und die Dinge stumpf in sich reinprügeln hat mit Universität und akademischer (Aus) Bildung m.E. auch nichts zu tun. Stress hatte ich auch in meinem geisteswissenschaftlichen Erststudium (bayerische Uni): jede Woche 2-3 Fachaufsätze, alle 2 Wochen ein Buch, dazu telefonbuchdicke Reader lesen, Referate, Hausarbeiten, Literaturüberblicke/Forschungsberichte schreiben, spontane reading quizzes, etc. und am Ende vier Prüfungen und die Magisterarbeit, die dann die Abschlussnote ergeben - alles vorher zählt nicht mehr. Am Ende der Satz eines Professors kurz vor der Abschlussprüfung: "Wenn ich merke, dass Sie einfach noch nicht reif für die Welt da draußen sind, dann lasse ich Sie durchfallen, egal wieviel Sie in der Prüfung wissen". Lustig wars...

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Dimitrij.O 25.03.2014, 15:48
34.

Meiner Meinubg nach zahlt es sich erst nach dem Abschluss aus. Keiner kann mir erzählen, dass die geisteswissenschaftlichen Akademiker genauso gefragt sind wie die Chemiker oder Ingenieure! Da spiegelt sich auch das Gehalt wieder! Also meiner Meinung nach ist alles gut, wie es ist!

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olithefake 25.03.2014, 15:49
35. Volle Zustimmung

Ich habe Chemie-Ingenieur und Geographie studiert und kann dem Bericht nur 100% zustimmen.
Chemie-Ingenieur = 60 Std.-Job., Geographie = 30 Std.-Job. Eine völlig andere Welt...
ABER: Die Arbeitgeber können in der Regel recht gut die Bedeutung der jeweiligen Studienabschlüsse abschätzen. Das bemerkt jeder Philosoph spätestens während der ersten Bewerbungsphase...

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kascnik 25.03.2014, 15:53
36. Genau

Zitat von LJA
was neues ? Philosophie, Germanistik, Soziologie, Politologie etc. sind doch alles nur noch Fächer, die den Betroffenen die Unbilden des allgemeinen Arbeitsmarktes, inklusive der eigentlichen Arbeit, ersparen sollen. Statt dessen kommt man nach einem nachgeschmissenen Abschluß irgendwo im öffentlichen oder halb-öffentlichem Dienst unter und findet dann genug Zeit für Demos und Bürgerinitiativen und kann den steuerzahlenden Spießern so richtig zeigen, was sie doch für schlechte Menschen sind. Natürlich sollte man dann noch der richtigen Partei angehören, oder zumindest glaubahft machen, dass man diese wählt. Das alles ist lange bekannt und einfach zum Kotzen, aber doch nichts neues.
wenn ich damit unwissenden Leuten wie Ihnen auf den Sack gehen kann, hab ich doch was erreicht. Mit dem spießig etc. Gelungene Selbstbeschreibung. Ach ähm,wo war jetzt die Kritik?

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pom_muc 25.03.2014, 15:55
37.

Zitat von OlafKoeln
Gut beobachtet. Jura und Lehramt sind ja ähnliche Beispiele. Ein Abschluß mit 3 in Jura ist schon gut, ein Lehramtsabschluß mit 1,4 ist schon eine Katastrophe ...
Es gab in D auch mal Professoren die stolz darauf waren als beste Note in Klausuren nur eine 2 zu verteilen. Das "sehr gut" war für Spitzenleistungen reserviert die es nicht jedes Semester gab.

Noch schlimmer waren allerdings Professoren die ankündigten grundsätzlich die schlechtesten Studenten auszusieben.
"Das schlechteste Drittel fällt ungeachtet der erreichten Punktzahl durch."
Wenn man weiß dass die Durchgefallenen sich für den zweiten Versuch dediziert monatelang nur auf diese Prüfung vorbereiten und damit das Niveau zum Bestehen auf zu erreichende 80+X% hochtreiben fängt der Stress an.

Die Notenskala begann dann mit der besten Punktzahl (97%) als 1 und endete mit 84 Punkten zum Bestehen mit der 4. Für 2/3 der Teilnehmer.

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Becks0815 25.03.2014, 15:58
38.

Zitat von doppelpost123
3. Warum sind die Naturwissenschaftler und Ingenieure, die sich immer über Geisteswissenschaftler künstlich aufregen, so blöd und studieren dann nicht Geisteswissenschaften, wenn es doch so einfach ist?
Ich habe mich auch durch ein Chemiestudium gebissen und kann bestätigen was die Dame bezüglich Belastung von sich gibt. In den Wintersemestern kam man vor Sonnenaufgang und verliess die Uni erst wieder wenn es stockfinstere Nacht war.

Wenn man auf einer Fete einem Geisteswissenschaftler begegnete, der sich gerade bei seinen Kollegen beklagte weil er "schon am Mittwoch um 11 Uhr in der Uni sein musste und leider nur Mo und Fr frei hätte" ging dieser beim Wort "Chemiestudent" automatisch in Deckung

Aber nur weil etwas anderes einfacher ist bedeutet dies dass man es auch machen sollte. Ich wäre bei den ganzen Quasselköpfen recht schnell unglücklich geworden. Ich erinnere mich da nur an eine aufgeschnappte Diskussion über "Sinnentleerung von Zeichen" bei der ich die Flucht ergriff. Dann lieber etwas handfestes, praktisches - auch wenn es hart ist.

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gemelo90 25.03.2014, 15:59
39.

Noteninflation gehört genauso zum Altag eines Studierenden wie gestresste und sich stendig beschwerende Studierende die den "Anspruch" zu hoch finden oder über die vermeintlich exorbitante inhaltliche Menge fabulieren. Sicherlich gibt es "leichtere" und "schwerer" Studiengänge; Hier zeigen sich aber auch in der späteren Arbeitswelt erhebliche unterschiede (Einkommen, Arbeitszeit etc.). Daher mein Credo: Mach das Beste aus deinem Studium und lass die überflüssigen Vergleich mit anderen Studiengängen sein.

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