Forum: Leben und Lernen
Stress im Studium: Ausgebrannte Chemiker, faule Philosophen
Franz Prösl

Das Studium ist ungerecht. Es überfordert Natur- und unterfordert Geisteswissenschaftler. muss es wissen - sie studiert sowohl Philosophie als auch Biochemie. Ihr Fazit: Im einen Fach sieben Unis gnadenlos aus, im anderen kommt jeder durch.

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spon-facebook-10000053943 25.03.2014, 16:34
70. Keine Verallgemeinerungen bitte

Ich habe auch ein geisteswissenschaftliches Fach auf Bachelor/Master studiert und zum Faulenzen hatte ich nun beim besten Willen nicht die Zeit. Selbst in den Semesterferien musste man sich entscheiden, mache ich ein Praktikum oder nehme mir doch Zeit für die zwei Hausarbeiten, die ich noch abgeben muss.

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elizar 25.03.2014, 16:37
71.

Zitat von plattenrahu
[...]Philosophie ist -ernsthaft betrieben- neben einem Theologiestudium sicherlich die akademische Königsdiziplin. Da reicht es eben nicht, mal einfach so etwas herunter zu beten. Eine Auseinandersetzung mit den komplexen Fragen der Weltbetrachtung und ihrer Interpretation kann nicht in einem verschulten Frontalseminar stattfinden. Da braucht es Spannkraft und Bewegung. Daher scheint mir die Dame doch eher keine geeignete Kandidatin für den Studiengang der Philosophie zu sein. [..]
Also dass ich das richtig verstehe: Die Dame ist nicht geeignet für das Philosophiestudium, schafft es aber trotzdem? Ich kann Ihnen versichern, dass wenn Sie nicht für das Chemiestudium geegnet sind, dann haben Sie keine Chance.
Anders formuliert: Sie geben der Studentin in der Kernthese absolut Recht.

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Hanguk2013 25.03.2014, 16:37
72.

Was eine leidige Diskussion, die stets verallgemeinernd und völlig undifferenziert ganz verschiedene Fächer / Studienrichtungen betrachtet und bei der immer munter alle Studierenden über einen Kamm geschert werden!
Wieso wird nur aufeinander eingehackt, anstatt die verschiedenen positiven und negativen Aspekte (und die gibt es sowohl in den MINT-Fächern als auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften) zu betrachten und voneinander zu lernen?
Gebietet das nicht der gegenseitige Respekt?
Jeder Studierende, der sein Studium ernst nimmt – ganz egal in welchem Fachgebiet – ist auf seine Weise gefordert ist, bzw. kann selbst dafür sorgen, gefordert zu sein, wenn er sich unterfordert fühlt. Stichwort Engagement / Eigeninitiative. Gerade die Eigeninitiative ist in den Geistes- und Sozialwissenschaften notwendig, wenn man sich seine berufliche Zukunft gestalten und sichern möchte. Und so verbringen auch viele Geistes- und Sozialwissenschaftler ihre Semesterferien mit Praktika etc. – und Hausarbeiten und Klausuren müssen auch hier parallel vorbereitet werden!
Ich bin froh, dass es Biologen, Chemiker, Ingenieure etc. gibt. Aber genauso wichtig ist es, Philosophen, Politikwissenschafter, Wirtschaftswissenschaftler etc. zu haben. Nicht umsonst, waren viele berühmte Naturwissenschaftler auch herausragende Geisteswissenschaftler!
Gegenseitiger Respekt und die Überlegung, wie man die jeweiligen Fachrichtungen sinnvoll ergänzen könnte, wäre angebrachter als dieses ewige „Wir sind besser als Ihr, weil wir XY studieren“ – egal von welcher Seite!

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zila 25.03.2014, 16:38
73. Haben Sie das probiert?

Zitat von spon-facebook-10000072034
Mit den sogenannten Nootropika (engl. "nootropics"), dem Überbegriff für alle Substanzen, mit denen sich nebenwirkungsfrei die geistigen Fähigkeiten erweitern lassen, spielt Stress im Studium nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Rede ist hier nicht von "Gehirndoping" mit Pharma-Schrott wie Ritalin, sondern von wirklich fortschrittlichen Substanzen, etwa Noopept, Unifiram oder der CILTEP-Stack (Kernbestandteile: Artischockenextrakt+Forskolinsäure). Denn wenn erst einmal die eigenen geistigen Fähigkeiten erweitert sind, wird selbst das stressigse Studienfach zu einer einfachen Angelegenheit. In den USA, Großbritannien oder Russland nimmt das Interesse am Trend "Nootropics" stetig zu, Deutschland hat den Anschluss leider bisher ein wenig verpasst.
Haben Sie ueberhaupt schonmal Nootropica ausprobiert? Ich merke mit Oxiracetam eigentlich keinen Unterschied. Noopept hat einen Effekt auf Konzentration/Fokus aber hat die fiese Nebenwirkung das ihnen das Soziale leidet. Im Umgang mit den Mitmenschen ist zuviel Intelligenz nicht foerderlich. Das pflanzliche Bacopa ist recht vertraeglich, aber mit keiner der Substanzen werden Sie zu Albert Zweistein.
Ausserdem unterstelle ich mal einen starken Placebo-Effekt.

Uebrigens geb ich der Dame recht, nach den Chemiepraktika und Lernorgien wissen Sie Abends manchmal nichtmehr, wie rum man den Loeffel haelt oder den Yogurt oeffnet. Ein Grossteil des erlernten Wissens ist aber nicht nachhaltig (im Computerzeitalter muss man nicht mehr alles auswendig wissen, der Wissensumfang ist mittlerweile viel zu gross), da koennte man sicher etwas entruempeln Richtung angewandtes Wissen. Im Job brauch ich keine 5% der Kenntnisse, und das geht wohl vielen so. Philosophie kann man sich aber auch (spaeter) anlesen, dafuer muss man nicht unbedingt studieren, oder?

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DDM_Reaper20 25.03.2014, 16:38
74. Geisteswissenschaften sind nicht alle gleich . . .

. . . soll sie doch mal Anglistik bzw. Amerikanistik studieren. Etwas unentspannter, zumindest als ich meinen Abschluss machte.

Man kann sich das Studium immer leichter oder schwerer machen. Solche Allgemeinplätze, wie die gute Dame sie ablässt, lassen mich allerdings nur an die Binsenweisheit denken, dass Verallgemeinerungen generell von Übel sind . . .

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TLR9 25.03.2014, 16:38
75.

Die Promotion kann ich nur DoktorandInnen empfehlen, die auch während ihrer Labortätigkeit gefördert werden und Netzwerke aufbauen. Ansonsten ist es nur Zeitverschwendung. Der Arbeitsmarkt siebt auch gerne Überqualifizierte aus. Und Laborleiter wird man bei einem Studiengang schon mit einem Bachelor.

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spon_2775445 25.03.2014, 16:41
76. Abbrecherquote in Philosophie

Hmmm, laut ZEIT-Artikel von 2008 beträgt die Abbrecherquote im Philosophie 90 % [sic!].
So einfach kann's also vielleicht doch nicht sein. Richtig ist, dass den Studierenden mehr Freiräume eingeräumt werden, was inhärent nötig ist. Die Abschlussprüfungen haben es - jedenfalls nach meiner Erfahrung - ziemlich in sich, denn überwiegend ist Denken gefragt und nicht Auswendigwissen.

(Link: http://www.zeit.de/campus/2008/02/philosophen-alltag/seite-5)

Gruß!
DD

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elizar 25.03.2014, 16:41
77.

Zitat von docmw
[...] Das eigentliche Ziel eines Studiums ist die persönliche Bildung und die Formung des eigenen Charakters.Nicht die möglichst reibungslose Eingliederung in die Tretmühlen von gut zahlenden Konzernen.Wer trotzdem mit diesem Ziel vom Studium kommt: Thema verfehlt.
Wow! Da werden diese Leute aber mit Firmenwagen und Einstiegsgehältern von 50.000 € aber traurig sein DAS Ziel verfehlt zu haben.
Wo kommen wir denn hin, wenn die Leute selbst entscheiden, was ihre Ziele im Leben sind.

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zynik 25.03.2014, 16:43
78.

Zitat von plattenrahu
Zuletzt: Schade, dass bei geisteswissenschaftlichen Themen im Kontext Uni/ Studium hier stets der Juste Milieu- Mob mit Fackeln und Sensen vor der Tür steht und beständig pöbelt. Wer hier zudem entlang der Prüfungsordnung eines Studienfaches (resp. zwei) an einer Universität Rückschlüsse auf eine ganzen Fachbereich -bundesweit- zieht, gehört wohl kaum zu den selbst so idealisierten akademischen Hoffnungsträgern. Zuallerletzt, weil es besonders armselig oder perfide ist: Nutzer muli_io schrieb: "Philosophie als "Wissenschaft" zu bezeichnen ist schon grenzwertig." Armselig- sollte es ernst gemeint sein. Perfide- wenn es nur darauf abzielt, hier erneut niedere Instinkte zu wecken.
Das hat doch Methode und auch dieses SPON-Artikelchen setzt aufs gleiche Pferd: Geisteswissenschaften als unökonomisches Luschifach desavouieren, weil in dem Bereich Universität oft eben (noch) nicht als "Fachkräfte"-Fabrik für den "Friss oder Stirb"-Arbeitsmarkt verstanden wird.

Wen interessiert schon Texte von Foucault, Sartre oder Hannah Arendt, wenns darum geht unendliches Wachstum zu produzieren?
Philosophie oder kritische Reflexion sind da eher kontraproduktiv.

Man stelle sich nur vor, mehr Menschen hätten Kants kategorischen Imperativ oder seinen Grundsatz zur Aufklärung gelesen und auch verinnerlicht. Selbstverschuldete Unmündigkeit.... Nunja, Kant würde heute sicherlich auch in der Schlange vor dem Jobcenter stehen.

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Nania 25.03.2014, 16:44
79.

Zitat von zila
Im Job brauch ich keine 5% der Kenntnisse, und das geht wohl vielen so. Philosophie kann man sich aber auch (spaeter) anlesen, dafuer muss man nicht unbedingt studieren, oder?
Wie Sie sich ein philosophisches Studium "anlesen" möchte ich sehen. Ich behaupte auch nicht, ich könnte mir ein Chemiestudium anlesen, weil es Fachbücher gibt...

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