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Student packt aus: "75 Prozent meiner Uni-Leistungen sind Betrug"
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In Klausuren spickt er, in Hausarbeiten plagiiert er, selbst sein Praktikumszeugnis hat er verändert: Hier berichtet ein 25-Jähriger, wie er sich durchs Studium an einer großen deutschen Uni schummelt - und warum.

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Mardor 17.01.2017, 09:49
1. Laberfächer

"Der Autor ist 25 Jahre alt und studiert eine Sozialwissenschaft an einer großen deutschen Universität."

Das bestätigt mal wieder die Vorurteile über viele - nicht alle! - Geisteswissenschaftler. Würde der Junge ein "hartes" Fach studieren, bspw. Maschinenbau, Physik, Chemie o.ä., dann würde er mit seiner Betrügerei binnen kürzester Zeit auf die Fresse fliegen.

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Der_Maschbauer 17.01.2017, 09:50
2. Geisteswissenschaften

So ein Vorgehen geht nur bei Geisteswissenschaften. Versuch sowas mal in einem der MINT-Fächer. Schon klar, dass die Geisteswissenschaften von der Naturwissenschaftlern oft belächelt werden.

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hthoma 17.01.2017, 09:51
3. Multiple Choice Klausur?

Und das soll dann eine akademische Ausbildung sein?
Ich habe vor 25 Jahren E-Technik studiert. Da waren in allen Klausuren alle Hilfsmittel erlaubt. Geholfen haben die aber trotzdem nur, wenn man den Stoff auch verstanden hatte, sonst konnte man die Aufgaben trotz Hilfsmittel nicht lösen.

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ruhepuls 17.01.2017, 09:52
4. Nichts Neues...

Es ist leider so: Unser Schul- und Studiensystem fragt Wissen ab - nicht Können, also angewandtes Wissen. Mit der Einführung von MC-Prüfungen wurde es schlechter, nicht besser. Musste man vorher genauer Bescheid wissen, so reicht jetzt ein grobes Wissen, um herauszufinden, welche vorgegebene Lösung die wahrscheinlich richtige ist. MC hat nur für die Korrektoren Vorteile, weil diese nicht mehr lesen müssen, was geschrieben wurde, sondern nur noch ihre Schablone drüber legen.

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wasistlosnix 17.01.2017, 09:54
5.

Schöne neue Welt.
Uns fehlen Fachleute und wir bilden keine aus.
Für mich sind Fachleute Personen die verstehen was sie tun und nicht die die wissen was andere tun.

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robin_korte 17.01.2017, 09:57
6. Lügen haben kurze Beine

Der Autor schummelt sich durch ein Studium der Sozialwissenschaften.
Er erstiehlt sich also den Abschluss eines Studiums, in dem es wenig auf den Abschluss selbst, viel aber um die Kompetenzen drum herum ankommt. Dass er selbst seine Praktika durch Betrug kürzer hält als das Minimallevel, klingt so als würden er, wenn er dann irgendwann mal fertig ist, gehörig auf die Nase fallen.
Dafür kann er dann noch seinen Enkeln stolz erzählen, wie er sich damals durch Leben gelogen hat. Herzlichen Glückwunsch!

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Epaminaidos 17.01.2017, 09:58
7. Zahnlos!

Die Strafen an Unis für Betrug sind auch einfach lächerlich. Im schlimmsten Fall fällt man durch eine Prüfung und muss sie wiederholen. Das schadet keinem Studenten.
Ich habe selbst in einer Klausur als Aufsicht mal Studenten dabei erwischt, wie sie sich unterhalten haben. Mehrfach. Der Prof hat sie trotzdem nicht rausgeworfen. Was soll man sich da wundern.
Ganz anders übrigens bei meinem Auslandssemester in Schweden. Da gab ab bei der Einführungsveranstaltung eine klare Ansage: Wer erwischt wird, fliegt direkt von der Uni. Ende der Diskussion.
Außerdem hatten die spezielle Räume für Klausuren. Mit Einzeltischen und 3m Abstand in alle Richtungen.

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sponleser22 17.01.2017, 09:58
8. Abwärts

Wenn ich hier sehe, was SPON für veröffentlichungswert hält, wird mir klar: Dieses Land bewegt sich in einer ungebremsten Abwärtsspirale. Betrügen ist nichts Verwerfliches mehr. Jeder macht mit. Wer erwischt wird, war nur nicht clever genug, und wer damit durchkommt, hat's voll drauf. Und wenn ich mal gar nicht weiss, was ich von mir geben soll, hülle ich mich in eine Denglisch-Wolke. usw.

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majorfabs 17.01.2017, 09:59
9. So so...

"In der Schule habe ich es verachtet, wenn Klassenkameraden gespickt haben und nicht durch eigene Leistung eine Arbeit absolvierten."
Dann waren Sie also einer derer, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte. Das tut mir leid für Sie.
Was sie danach schreiben ist von Selbstmitleid getragenes Jammern.
"Ich tue dies bei jeder Klausur. Ich stelle die Altklausuren immer den unteren Semestern zur Verfügung." Und jetzt? Wollen Sie damit jemanden bestrafen? Ist das ihre Revolution?
Ich gebe Ihnen einen gut gemeinten Rat, gerade weil Sie angeblich Sozialwissenschaften studieren, da kenne ich mich etwas aus. Von ihren Studieninhalten will später niemand mehr etwas wissen, vielleicht etwas Statistik und Methoden, ansonsten können Sie das alles getrost nach der letzten Prüfung vergessen. Aber, und das ist wichtig, legen sie ihre Naivität ab und beginnen Sie selbstständig zu denken, sonst wird der Übergang von Uni in die Arbeitswelt schwierig. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

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