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Student packt aus: "75 Prozent meiner Uni-Leistungen sind Betrug"
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In Klausuren spickt er, in Hausarbeiten plagiiert er, selbst sein Praktikumszeugnis hat er verändert: Hier berichtet ein 25-Jähriger, wie er sich durchs Studium an einer großen deutschen Uni schummelt - und warum.

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Walther I. 17.01.2017, 11:52
140. Tja, das war bei uns anders (Ingenieur, TU Hannover)

Klausuren im Audimax, bei jeder Klausur drei Aufpasser, in der Reihe zwischen jedem 2 Plätze leer, Reihe davor leer, Reihe danach leer. Spickzettel und Lehrbücher waren erlaubt, aber sinnlos, weil keine Zeit zum Nachschauen, auch waren die Aufgaben (!) von Klausur zu Klausur immer ganz andere. Und für nicht völlig richtig gelöste Aufgaben, also mit dem zahlenmäßig richtigen Ergebnis, gab es keine Punkte...

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kalaniu 17.01.2017, 11:54
141. Armer SPIEGEL dass er solche Artikel publizieren muss

Ein schöner Artikel dazu ist der Gastbeitrag "Die Angst des Politikers vor der Schlagzeile" im Tagesspielge vom 13.01.2017 von Tabea Rößner. Dieser behandelt zwar das Problem irreführender Schlagzeilen. Nur dahinter steht der zunehmende Druck der Medien Aufmerksamkeit zu erregen. Und da wird dann an der journalistischen Sorgfaltspflicht gespart.

Oder es werden Artikel wie dieser geschrieben, welche 1. es Absolventen von Geisteswissenschaften schwerer machen wird später eine Stelle zu finden. 2. Die Aufwände für Einstellungen erhöhen werden, da die Firmen zunehmend vorher selber prüfen müssen. 3. Studenten und Schüler welche betrügen, motiviert dieses weiter zu machen. 4. Ehrliche Menschen zum betrügen auffordert (es macht doch jeder).

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Rainer Winkler

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inge_hammerschmitt 17.01.2017, 11:55
142. Warum nur betrüben

die ? Einfach politiker werden, Abi vortäuschen, Doktorarbeit abschreiben, Drogen gibt es auch im Überfluss, und Lügen kostet gar nichts. Danach 2 Jahre im Amt und schon gibt es eine tolle Pension. Stduieren ? Das braucht keiner mehr in diesem Staat. Bringt auch nichts, Maschinenbau, etc. zu studieren. Diese ganzen Ingenieure die alles können, können noch nicht einmal eine Brücke reparieren. Die Inflation der Noten an den Schulen sagt doch schon alles-der deutsche wird immer dümmer! Aber Frau Merkel fährt runter in die Schweiz und bejubelt die dortigen Ingenieure und in BRD bröckeln die Brücken. Hat sich nicht die CDu massiv dafür eingesetzt, den deutschen Ingenieur zu europäsieren, mit Master und Bachelor ? Auch das hat zum Untergang beigetragen. Sch... Schulsystem, sch... Politiker!!

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Amadís 17.01.2017, 11:55
143.

Zitat von a.usemann
Das ist nicht repräsentativ! Wer ohne Schummel nur ein mäßiges Abi schafft hat an der Uni vielleicht eh nichts verloren?
Denk ich auch. Klar hab ich in der Schule geschummelt (und wurde auch mal erwischt). Aber irgendwann nützt so ein Spickzettel einfach nix mehr.
Am meisten wurde (nicht nur von mir, sondern von allen) in Latein geschummelt. Das Lehrbuch lag unterm Tisch, hinten gabs ein Vokabelverzeichnis. Aber da wurde dann irgendwann sowieso der gute alte Stowasser eingeführt.

Im Gegensatz zu den ersten Posts muss ich sagen: Auch in MINT kann man, meiner Erfahrung nach, spicken. Zumindest in den ersten Semestern, aber auch nur sehr eingeschränkt.
Aber selbst wenn in MINT nur stupide Wissen abgefragt wird, ist schummeln einfach unmöglich. Meine Freundin schreibt demnächst ihre Biochemie-Klausur. Wenn die da spicken wollte, bräuchte sie aber einen DIN A0-Spickzettel damit die drei Dutzend Strukturformeln (alle Aminosäuren, DNA, RNA, Stoffwechselwege, diverse Kohlenhydrate etc.) darauf Platz hätten...

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SpiDe1500 17.01.2017, 11:56
144. Ich ...

studiere im letzten Semester Informatik. Das Abschreiben mag bei solchen Fächern wie SoWi klappen - wenn man wie ich etwas mit NaWi studiert, dann funktioniert dieses Vorgehen in keiner Weise. Hausarbeiten oder Referate werden bei uns auch häufiger mal mit einer 5 bewertet, wenn nicht gut ausgearbeitet. Allgemein finde ich es unfair, dass "weiche" Studienfächer viel viel leichter sind als NaWis - die Entlohnung ist ja nun aber auch später dementsprechend und somit ist es vielleicht doch nicht so unfair.

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specialk13 17.01.2017, 11:56
145.

irgendwie beschleicht mich immer mehr das gefühl....als einziger nicht akademiker in meinem freundeskreis! dass ich wohl für meine meisterprüfung härter arbeiten musste als die mehrzahl der studenten die ich kenne. da gabs gerade mal eine handvoll mc fragen. und spicken war auch keinesfalls drin bei einer klasse mit 20 schülern und mindestens 3 dozenten zur aufsicht...traurig. in vielen anderen ländern wird ein meistertitel als akademischer grad anerkannt! der einzige trost dabei ist wohl dass ich oft mit einem meistertitel zb im handwerk weitaus mehr verdiene als etwa ein lehrer.... das is auch durchaus gerecht wenn ich so etwas wie hier lese!

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caro1234 17.01.2017, 11:58
146.

Zitat von hthoma
Und das soll dann eine akademische Ausbildung sein? Ich habe vor 25 Jahren E-Technik studiert. Da waren in allen Klausuren alle Hilfsmittel erlaubt. Geholfen haben die aber trotzdem nur, wenn man den Stoff auch verstanden hatte, sonst konnte man die Aufgaben trotz Hilfsmittel nicht lösen.
das sehe ich auch so- wer Klausuren erstellt bei denen man Abschreiben kann, sollte an eine Grundschule versetzt werden.

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MarieMm 17.01.2017, 12:00
147. das ist falsch

Zitat von Fritz MüIIer
Naja, Sozialwissenschaften, da gibt es doch eh keine Fakten, keine konsistente Theorie die am Experiment verifiziert werden kann, keine Objektivität, alles ist Auslegungssache und jeder hat irgendwie recht, da gilt Masse statt Klasse.
so ein Blödsinn. Selbstverständlich gibt es auch in den Sozialwissenschaften Experimente und eine empirische Forschung. Wissen Sie überhaupt was Sozialwissenschaften sind? Befassen Sie sich erst mal mit Details bevor Sie hier Stammtischparolen verbreiten.

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menschsagmal 17.01.2017, 12:03
148. Master bachelor

alles Kokolores. Wir mussten lernen und den Stoff verstehen. Die jungen Leute sind häufig Schlaffis und werden noch lernen, dass man sich durchs Leben nur bedingt schummeln kann.

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cpt.z 17.01.2017, 12:03
149. Richtig so..

... nur das mit den Plagiaten versteh ich nicht. Kann man doch einfach die Quelle angeben. Dann kann man nicht auf die Fresse fliegen. Eigenleistung wird doch in einer Hausarbeit gar nicht erwartet. Die meisten Fachbücher, die ich in meiner Studienzeit gelesen habe sind doch auch Plagiate gewesen - nur, dass die Quellen eben angegeben sind... aber etwas neues stand da nie drin. Die gesamte Politikwissenschaft verfügt nur über eine einzige Theorie, die nicht aus einer anderen Wissenschaftsdisziplin übernommen wurde - wie soll man denn da auch was neues schreiben? ;-)

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