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Student packt aus: "75 Prozent meiner Uni-Leistungen sind Betrug"
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In Klausuren spickt er, in Hausarbeiten plagiiert er, selbst sein Praktikumszeugnis hat er verändert: Hier berichtet ein 25-Jähriger, wie er sich durchs Studium an einer großen deutschen Uni schummelt - und warum.

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Carl Lowr 17.01.2017, 12:04
150. Zwar nicht von mir, aber trotzdem immer wieder passend

"Hier schonmal die Antwortschablone für die kommenden Beiträge: ICH habe damals (noch Diplom!) die schwerste Klausur von allen an der schwersten Uni von allen geschrieben. ICH habe damals natürlich eine Eins bekommen. Die Jugend von heute ist faul und kann nicht rechnen, weil sie Smartphones benutzt und auf Social Media Portalen rumhängt, während ICH so richtig gebüffelt habe. ICH bin zwar arbeitslos, aber das liegt nicht an MIR oder an kompletter Fehleinschätzung meiner Fähigkeiten, sondern an Angela Merkel."

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Carl Lowr 17.01.2017, 12:04
151. Zwar nicht von mir, aber trotzdem immer wieder passend

"Hier schonmal die Antwortschablone für die kommenden Beiträge: ICH habe damals (noch Diplom!) die schwerste Klausur von allen an der schwersten Uni von allen geschrieben. ICH habe damals natürlich eine Eins bekommen. Die Jugend von heute ist faul und kann nicht rechnen, weil sie Smartphones benutzt und auf Social Media Portalen rumhängt, während ICH so richtig gebüffelt habe. ICH bin zwar arbeitslos, aber das liegt nicht an MIR oder an kompletter Fehleinschätzung meiner Fähigkeiten, sondern an Angela Merkel."

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Higamokelus 17.01.2017, 12:04
152. Geisteswissenschaft

Gut das am Ende erwähnt wird, dass es sich um einen "Geisteswissenschaftler" handelt. Denn mit meiner akademischen Erfahrung hatte dieser Artikel nicht das geringste zu tun. Durch stumpfes auswendig Lernen ohne Verständnis kam man bei uns höchstens bis durchs Vordiplom. Aber dann auch nur mit Ach und Krach.
Echte Fakten basierte Wissenschaft findet vor allem bei den MINT Fächern statt.

Bei den Geisteswissenschaften kann ich mir das hingegen gut vorstellen. Wie sonst sollte sich eine Pseudowissenschaft wie die Genderforschung mit all ihren schwachsinnigen Veröffentlichungen halten können? Das ist nur bei höchst defizitärer wissenschaftlicher Gegenkontrolle möglich.

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MartinS. 17.01.2017, 12:06
153. ...

Zitat von Der_Maschbauer
So ein Vorgehen geht nur bei Geisteswissenschaften. Versuch sowas mal in einem der MINT-Fächer. Schon klar, dass die Geisteswissenschaften von der Naturwissenschaftlern oft belächelt werden.
Ach - das ist weder neu, noch den Geisteswissenschaften vorbehalten. Auch damals gab es schon die Kapazitäten, die sich kreativ und teilweise sehr frech mit Betrug durch die Klausuren gebracht haben.
Auch bei den vielgepriesenen MINT-Studiengängen ist man keineswegs vor Lug und Trug sicher... ja, Mathematik, Mechanik und Thermodynamik - das sind Fächer, bei denen man nicht wirklich viel Möglichkeiten hat, sich durchzuwursteln, wenn man die Rechnungen nicht versteht. Aber es gibt mehr als genug andere Fächer, in denen man sich da mächtig austoben konnte. Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung, Fertigungsverfahren, Konstruktion, Betriebswirtschaft (warum auch immer das bei den paar Grundlagen, die wir gemacht haben nötig haben sollte...)

Aus der Erfahrung könnte ich traurigerweise in keinster Weise sagen, dass es im Maschinenbau ehrlichere oder fleißigere Studenten gehabt hätte.

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MehrSeinalsSchein 17.01.2017, 12:07
154. Mehr Schein als Sein...

..... prima, dann ist er ja richtig auf das wirkliche Leben vorbereitet - siehe den aktuellen Spiegel-Online Artikel über Tips für Blender: Tun Sie so als hätten Sie Ahnung! Früher hat der etwas gesagt, der etwas zu sagen hätte und derjenige, der etwas gesagt hat, ohne etwas zu sagen zu haben, wurde diesbezüglich motiviert. Das hat viel Zeit gespart, die man dafür nutzen konnte, sich etwas anzueignen, worüber es sich lohnte etwas zu sagen und alle haben profitiert! Heute ist alles besser!! :-))))

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harryholdenwagen 17.01.2017, 12:07
155.

Zitat von fernsehball
So einen Unsinn kann nur einer von sich geben, der den Sinn vom Studieren nie erkannt hat. Aus meinem Studium (Informatik) habe ich obwohl seit 9 Jahren berufstätig, wenig bis nichts direkt verwenden können. Formale Informatik, Technische Informatik und die höhere Mathematik gelernt zu haben, versetzt mich aber in die Möglichkeit Abstraktionsmechanismen zu verstehen und anzuwenden. In Geisteswissenschaften und allen anderen Studienfächern ist es nicht anders. Wer den Horizont nie erweitert hat, sieht halt immer ein bisschen weniger von der Welt.
So ist es. Im Studium lernt man die Technik, das Handwerk und im Beruf die Anwendung. Das funktioniert bei jedem Fach. In der Mathematik/Physik/usw. hat man Formeln, in die man neue Werte einsetzt. In den Geisteswissenschaften hat man Theorien, die man anwendet um ein Problem zu lösen.

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sebastian.kleinschmidt 17.01.2017, 12:07
156.

Zitat von Mardor
"Der Autor ist 25 Jahre alt und studiert eine Sozialwissenschaft an einer großen deutschen Universität." Das bestätigt mal wieder die Vorurteile über viele - nicht alle! - Geisteswissenschaftler. Würde der Junge ein "hartes" Fach studieren, bspw. Maschinenbau, Physik, Chemie o.ä., dann würde er mit seiner Betrügerei binnen kürzester Zeit auf die Fresse fliegen.
Entschuldigen Sie bitte, aber das, was Sie da schreiben, stimmt so nicht und ist reine Polemik. Ich habe sowohl eine Geisteswissenschaft (Vorsicht: Sozialwissenschaft ist nicht gleich Geisteswissenschaft!) als auch ein "hartes Fach" studiert. Alle Klausuren, die ich in meinem harten Fach schrieb, waren Multiple-Choice Klausuren oder enthielten zusätzlich noch Fragen, auf die man mit einem oder zwei Sätzen antworten konnte. Alle Klausuren. Und zu jeder Klausur gab es massenweise Altklausuren zum Auswendiglernen von der Fachschaft.
Bei meiner Geisteswissenschaft (Englisch) hingegen gab es zwar auch manchmal Multiple-Choice Klausuren (diese sogar strenger als beim anderen Fach, da es hier oft Minuspunkte für falsche Antworten gab), oft aber waren diese nur kombiniert mit (Kurz-)Essayfragen oder die Klausur bestand generell nur aus (Kurz-)Essayfragen, die zwar auch das Wissen abfragten, zugleich aber auch Argumentationsfähigkeiten und logisches Denken voraussetzten. Dafür konnte man nichts auswendig lernen. Und das kenne/kannte ich von Kollegen auch aus anderen Unis.

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spon-facebook-10000071679 17.01.2017, 12:07
157.

Ich muss mal anmerken, dass Betrüger oft "Kreative" sind - man muss sich öfter schon was einfallen lassen, damit das reibungslos klappt und trotz dessen, dass dieses Erschummeln verachtenswert ist - aber spontan fällt mir da ein Text von Jim Steinman ein:

Steckt den Himmel in Brand
und streut Lucifer Rosen!
Die Welt gehört den Lügnern
und den Rücksichtslosen.

Reicht den Mördern die Hand!
Liegt im Staub vor den Großen!
Die Welt gehört den Kriechern
und den Gnadenlosen.

Das zumindest hat der Typ erkannt und damit ist mindestens 75% der ja-sagenden Studenten von heute voraus!

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nofreemen 17.01.2017, 12:08
158. pragmatisch

Schicken sie mir die Adresse dieses Mannes; er ist eingestellt.

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MartinS. 17.01.2017, 12:11
159. ...

Zitat von hthoma
Und das soll dann eine akademische Ausbildung sein? Ich habe vor 25 Jahren E-Technik studiert. Da waren in allen Klausuren alle Hilfsmittel erlaubt. Geholfen haben die aber trotzdem nur, wenn man den Stoff auch verstanden hatte, sonst konnte man die Aufgaben trotz Hilfsmittel nicht lösen.
Ganz so lange ist es bei mir noch nicht her, aber Multiple Choice gab es da durchaus auch vereinzelt (wobei ich auch heute nicht glaube, dass das generell so die Regel ist, sondern auch nur in einzelnen Fächern)

Uns hatte man teilweise sogar die Wahl gelassen, ob wir Multiple Choice schreiben wollen... auch mit dem klaren Hinweis, dass es nicht unbedingt einfacher wird dadurch, und dass man sich dadurch auch die Chance auf eine teilweise richtige Antwort nimmt.

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