Forum: Leben und Lernen
Studenten als Hausbesitzer: Mein Haus ist dein Haus
Grit Schwerdtfeger

Miete zahlen ist doof, dachten sich Leipziger Studenten und kauften ein Haus. Jeder hat sein eigenes Zimmer, der große Rest soll Allgemeingut werden - auch der Kleiderschrank: Jeder zieht an, was ihm gefällt. Kann das funktionieren?

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gerd.leineune 09.07.2014, 08:49
10.

Zitat von Zephira
Na, ob das so funktioniert? Erfahrungsgemäß gehen Menschen im Allgemeinen und Studenten im Speziellen mit Dingen, für die sie nicht den angemessenen Preis entrichtet haben, wenig pfleglich um. "Ein alternatives Leben nach antikapitalistischen Spielregeln" übersetzt sich dabei in eine "Nach mir die Sintflut"-Mentalität, eben weil Wert- und Nachhaltigkeitsfragen gar nicht erst gestellt werden. Aber das wird Alexandra schon noch selbst herausfinden...
Dem Grundgedanken, dass Menschen mit Dingen die sie nicht bezahlen mussten leidlich umgehen, teile ich. Aber Studenten sind da ganz klar diejenigen, die mit ihrer naiven Haltung und Bildung noch am ehesten vernunftbegabt sind.
Die Hausidee ist nicht neu und man mag Ihnen einen glücklichen Verlauf wünschen. Die Erfahrung zeigt aber, dass nichts umsonst ist und bestimmte wirtschaftliche Grundprinzipien nichts mit Kapitalismus zu tun haben und trotzdem gelten. Die Verteilungs- und Nutznießungsproblematik stellt sich bei jeder erdenklichen Gesellschaftsform und erfordert eine entsprechende geistige Reife die einfach zu oft nicht erbracht wird, weil das Bewusstsein dafür fehlt.
Immerhin, das Experiment geschieht auf eigene "Kosten" und nciht wie diverse politische Gutmenschenentscheidungen zu Ungunsten vorrangig anderer.

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blackbearndh 09.07.2014, 08:50
11. ein klein wenig mehr vertrauen

Zitat von Zephira
Na, ob das so funktioniert? Erfahrungsgemäß gehen Menschen im Allgemeinen und Studenten im Speziellen mit Dingen, für die sie nicht den angemessenen Preis entrichtet haben, wenig pfleglich um. "Ein alternatives Leben nach antikapitalistischen Spielregeln" übersetzt sich dabei in eine "Nach mir die Sintflut"-Mentalität, eben weil Wert- und Nachhaltigkeitsfragen gar nicht erst gestellt werden. Aber das wird Alexandra schon noch selbst herausfinden...
Die Studenten erwerben ne schrottbude, die jeder andere Bauherr wohl am einfachsten abreißen würde.

Sie stecken unheimlich viel zeit und auch Geld hinnein. Ich würde wetten das Projekt fu ktioniert :-)

Btw, ich würde bei sowas auch mitmachen, bin zwar kein Student, aber handwerklich nicht ganz unfähig.

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Munku 09.07.2014, 09:07
12.

und wenn nach 5 Jahren (spätestens wenn die Hausbesitzerin mit dem Studium fertig ist und ausziehen wird) nurnoch 2 der 4 Etagen bewohnbar sind - wird sich die Stiftung natürlich auch ganz antikapitalistisch zeigen und auf die Eintreibung der Kreditraten verzichten ...

Wer schon beim Hauskauf per Daumenpeilung den Kaufpreis bestimmt, also schon mal tausende Euro aus dem Fenster wirft, der wird sicherlich auch sonst alles gut antikapitalistisch durchdacht haben.

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DerSponner 09.07.2014, 09:11
13. Warum nicht gleich so?

Habe nie so recht die Hausbesetzer-Szene verstanden. Warum Häuser aufmöbeln die einem nicht gehören? In einer grösseren Gruppe sollte es doch möglich sein, auch gemeinsam ein Haus zu kaufen.

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McMuffin 09.07.2014, 09:13
14.

Zitat von Zephira
Na, ob das so funktioniert? Erfahrungsgemäß gehen Menschen im Allgemeinen und Studenten im Speziellen mit Dingen, für die sie nicht den angemessenen Preis entrichtet haben, wenig pfleglich um. "Ein alternatives Leben nach antikapitalistischen Spielregeln" übersetzt sich dabei in eine "Nach mir die Sintflut"-Mentalität, eben weil Wert- und Nachhaltigkeitsfragen gar nicht erst gestellt werden. Aber das wird Alexandra schon noch selbst herausfinden...
Diese Studenten entrichten doch einen angemessenen Preis. Denn sie stecken sehr viel Arbeit in das Haus. Das motiviert ungemein, alles pfleglich zu behandeln. Und solche Dinge wie den gemeinsamen Kleiderschrank kann man ganz schnell wieder abschaffen, sobald die Studenten merken, dass das nicht klappt.

Spannend wird es erst, wenn die ersten Studenten ausziehen und sich ihre Nachfolger ins gemachte Nest legen.

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lupidus 09.07.2014, 09:22
15.

ich bin fassungslos wenn ich mir anschaue, wie blauäugig die an so ein projekt herangehen. sie wußten zwar nicht wieviel so ein haus kostet, haben mal in rote, sorry, ins blaue geschossen. man hätte sich mal den kapitalistischen mitteln bedienen können und sich über die aktuelle preisgestaltung der region informieren können.

sehr lustig auch: wer mehr hat, bezahlt auch mehr. bin gespannt wie lange das geht. derzeit sind alle studenten und verdienen wohl gleich wenig. ob das auch so bleibt wenn sie berufstätig werden ?

und bitte haltet euch mal gegenüber zaphira zurück, nur weil etwas realität ins soziale luftschloss gepustet wird. die menschen sind nicht diese friede-freude-eierkuchen-genossen als die sie hingestellt werden. die marktwirtschaft hat sich nicht umsonst durchgesetzt. wenn sie mit ihrem modell erfolg haben, bitteschön, es sei ihnen gegönnt. ich verwahre mich nur davor dieses als allgemeingültiges und erstrebenswertes modell anzusehen.

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sfb 09.07.2014, 09:33
16.

Zitat von sysop
Jeder hat sein eigenes Zimmer, der große Rest soll Allgemeingut werden - auch der Kleiderschrank: Jeder zieht an, was ihm gefällt. Kann das funktionieren?
Nein. Das ist auch der Grund, weshalb es mit der Menschheit nicht wirklich weitergeht: Es werden immer die gleichen Fehler gemacht ;-)
In diesem Fall würde es z.B. reichen, sich etwas mit der Geschichte der 68er-Kommunen zu beschäftigen.

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susuki 09.07.2014, 09:57
17.

Es hat schon "funktioniert". 20 junge Menschen mit Motivation und nachhaltigem Handeln.

Das bereichert unsere Gesellschaft

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veremont 09.07.2014, 09:58
18. Cool

Cooles Projekt, wäre zwar nichts für mich aber trotzdem: Cooles Projekt.

Ich erinnere mich daran einmal selber Gast in einem solcher Häuser gewesen zu sein, das war aber in Berlin. Was dort geschafft worden ist hat meiner Bauingenieurseele jedoch sehr weh getan. 90 % der Bewohner wussten nicht wie herum man einen Hammer halten muss, entsprechend stümperhaft sahen die "Reparaturen" aus.

So lange Studenten dabei sind die nicht nur über zwei linke Hände verfügen und Heimwerkerqualitäten haben kann das gut gehen. Und in Tipp: Klebeband ist KEIN Alleskönner in Sachen Reparatur und Renovierung. Klebeband ist Scheiße. ;)

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hesekiel2517 09.07.2014, 10:03
19. Studenten?

Zitat von Zephira
Na, ob das so funktioniert? Erfahrungsgemäß gehen Menschen im Allgemeinen und Studenten im Speziellen mit Dingen, für die sie nicht den angemessenen Preis entrichtet haben, wenig pfleglich um. "Ein alternatives Leben nach antikapitalistischen Spielregeln" übersetzt sich dabei in eine "Nach mir die Sintflut"-Mentalität, eben weil Wert- und Nachhaltigkeitsfragen gar nicht erst gestellt werden. Aber das wird Alexandra schon noch selbst herausfinden...
..wenn es nur Studenten wären.das sind doch bestimmt auch Kommunisten,gell?

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