Forum: Leben und Lernen
Studenten als Nesthocker: "Ich mache Dreck, meine Mutter ist glücklich"

Fast jeder vierte Student lebt noch bei den Eltern, Tendenz steigend. Das spart teure Miete, lästiges Selberkochen und Wäschewaschen - doch der Preis für die Bequemlichkeit ist hoch. Zu Besuch in Jugendzimmern unter Elterndächern.

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sascha-maria 01.06.2011, 10:48
120. Freiheit....

Zitat von ich.frage.mich
Dabei lernt man wohl mehr über gutes Sozialgefüge, Verantwortung füreinander - alles Dinge die weit wichtiger sind als die "Freiheit" (Freiheit von wem, für was?) nach dem Auszug.

Guter Punkt. Tatsächlich scheint "Freiheit" und "Unabhängigkeit" das Ideal zu sein. Das fängt beim Auszug aus der elterlichen Wohnung an (Lebte man nicht früher mit drei/vier Generationen in einem Haus zusammen?) und streckt sich über das gesamte Leben aus. Besonders in der Partnerschaft: Mit jemandem fest zusammen sein? Lieber nicht, man könnte auch was besseres finden... Mit dem Partner zusammen ziehen? NEIN! Da geht ja alle Freiheit verloren! Und klar geht man trotzdem ein Jahr ins Ausland; wenn die Beziehung deshalb zerbricht, dann war´s halt nicht der Richtige. - Bloß nicht an irgendetwas binden!

Allein und frei sein... Das streben viele Menschen an und lachen aus, wer sich bindet und dann auch noch behauptet, glücklich zu sein. Man sieht es ja hier: Nesthocker, Muttersöhnchen, unselbstständig.

Ich zweifle an, dass "Freiheit" wirklich so ein Ideal sein sollte. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mich ziemlich allein & verloren fühlte, als ich mit 18 ausgezogen bin und dann in 600km Entfernung lebte. Das geb ich gerne zu: Meine sozialen Kontakte sind mir (lebens-)wichtig!

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kb26919 02.06.2011, 15:59
121. Diese Mutter nicht

und als unsere Tochter 27 war,sich aber benahm wie ein Teenager habe ich ihr die Leviten gelesen und vor die Wahl gestellt -entweder haelt sie sich an die Regeln die herrschen oder sie zieht aus.
Nach der ersten Verblueffung hat sie sich dann eine eigne Wohnung gesucht und unser Verhaeltnis zu einander hat sich sehr verbessert. Denn jetzt weiss sie was ein Haushalt kostet und was noetig ist .Vorher war soe offenbar der Meinung dass Hotel Mama Tag und Nacht fuer sie zur Verfuegung stand ohne jede Verantwortung.

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honigkuchen1 01.07.2011, 23:27
122. also...

....ich studiere Chemie, mein Studienaufwand beläuft sich sicher auf 40 bis 50 Stunden pro Woche, je nach Semester und habe von April bis September zwei Nebenjobs, im Winter einen. Ich wohne allein und kriege wirklich nicht viel Geld von zu Hause. Ich kann meine Wohnung gerade davon finanzieren und für den Rest muss ich selbst sorgen. Dank unseres Staates der Studieren zu einem Luxusgut macht.
Ich wohne seit zwei Jahren nicht mehr zu Hause und bin auch der Meinung, dass es wenig mit Geld zu tun hat ob man auszieht oder nicht. Würde ich in meiner Heimatstadt studieren würde ich das wahrscheinlich auch, aber auch nur weils praktisch ist. Also ist es letzendlich Bequemlichkeit.
Und lieber verzichte ich doch auf Freizeit und lerne dafür mit (wenig) Geld umzugehen und erarbeite mir meine eigene Lebensstruktur als, dass ich mich bis ich Ende 20 bin komplett von meinen Eltern aushalten lasse. Und dann bin ich wenn ich dann auch mal ausziehe komplett überfordert, weil ich es nicht gewohnt bin einen wirklich eigenen Haushalt zu führen. Was definitiv etwas anderes ist, egal wie viel man zu Hause hilft. Es sind die kleinen Dinge die man lernen muss zu organisieren... Seine Rechnungen bezahlen, Ordnung in Akten zu haben, seine Finanzen sinnvoll zu koordinieren usw.
Wer kann schon sicher sein, dass er später mal so viel Geld verdient, dass finanzielle Engpässe nie ein Problem sind.
Und das lernt man nur wenn man es selbst erfährt.
Und gerade die, die aus einem Elternhaus kommen, wo Geld nie ein Problem war und währen ihres Studiums zu Hause wohnen, haben die naivsten Vorstellungen von ihrem späteren Leben nach dem Studium.
Man studiert ja auch nicht des Spaßes wegen sondern für seine eigene Qualifikation und Zukunft. Und sollte das nicht eine gewisse Vorbereitung auf das Berufsleben sein,es zu lernen seine Arbeit zu organisieren und allein Leben zu können? Gut mir ist natürlich bewusst, dass dies bei zu vielen Studiengängen gar nicht möglich ist. Wo keine Arbeit da ist kann man auch nichts organisieren.

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