Forum: Leben und Lernen
Studenten als Nesthocker: "Ich mache Dreck, meine Mutter ist glücklich"

Fast jeder vierte Student lebt noch bei den Eltern, Tendenz steigend. Das spart teure Miete, lästiges Selberkochen und Wäschewaschen - doch der Preis für die Bequemlichkeit ist hoch. Zu Besuch in Jugendzimmern unter Elterndächern.

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TheCabal 26.05.2011, 17:09
10. ...

Von Hotel Mama/Nesthockern zu sprechen, ist schon etwas dreisst wenn man keine Ahnung hat, warum es das halt gibt. Entweder man ist ein Nesthocker den jeder belächelt... oder man lebt am Limit, ist Bankrott und muss unter der Brücke pennen... dann ist man doof.

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pirx64 26.05.2011, 17:10
11. Ohne Not

Zitat von kontinuität
Was für ein erschreckender Pragmatismus. Kein Wagnis, kein Risiko, nicht über die Stränge schlagen, keinen Mist bauen, kein Rumgeeiere. Am besten später gleich von den Eltern in eine Greisendeponie mit Rundumversorgung ziehen.
Sich ohne Not zu verschulden und daran lange knabbern nenne ich nicht clever und fasse es nicht unter "Über Stränge schlagen, Risiko, ...." zusammen sondern nenne es einfach nur dämlich

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molesman 26.05.2011, 17:15
12. In der Türkei...

...schätzen die Kinder Ihre Eltern, die Familie ist das höchste Gut und je älter die Verwandten werden um so mehr schätzt man sie ob ihrer Weisheit und Lebenserfahrung. Kein Generationskonflikt, oft alle unter einem großen Dach und kein Augenrollen. Kein "Mist schon wieder Muttertag, ab ins Altersheim und Blumen beim Bahnof mitnehmen", kein "Alte sind eklig, unnötig, reif für den Acker". Und jeder kann dort so lange leben wie er will und es gibt kein ungeschriebenes Gesetz wann man gefälligst das Haus zu verlassen hat.

Schon interessant dass gerade diese Menschen/Nationalität in Deutschland inzwischen teilweise die erfolgreischsten Geschäftsleute und Selbstständigen sind.
(Ich bin nicht türkischer Abstammung, hatte aber über ein Jahr Jahrzent eine türkische Freundind und Einblick)
Näher zum eigentlichen Thema...
Was soll eine Diskussion dieser Art? Wenn Eltern es sich leisten können die Kids länger zuhause zu haben, die Kids dort unter demselben Dach leben und das in Harmonie und vielleicht sogar günstiger. Wenn das soziale Leben dadurch nicht zur Familie abreisst und Familien auch in späterer Zeit Familien bleiben, wer will da die Unverfrphrenheit haben dies zu verurteilen?

Es handelt sich dennoch um Menschen die etwas tun und wer heute jung ist ist auch ohne dass er das heimische Nest ganz verlässt mit viel größeren Problemen konfrontiert als die Generation W und V. Da muss man nicht näher drauf eingehen, das sollte wohl klar sein.

Ich bin mir sicher dass diese Leute ebenso ihren Weg gehen, denn der Ruf der Freiheit und Selbstverwirklichung verhaltt nicht, nur weil man die Familie nicht aufs Abstellgleis geschoben hat.

Kann ja jeder gerne machen. Ich denke aber auch dass allein schon die wirtschaftliche Situation gleich nochmal prikärer aussähe wenn ab sofor jeder mit 16 oder 18 in eine eigenen Wohnung ziehen würde und von Luft leben müsste oder dem was der Staat locker macht.

Schön, dass es Menschen gibt die die Familie schätzen, es nicht als uncool empfinden weiter mit den Menschen die ihnen immer im Leben treu zur Seite standen ihre Zeit zu verbringen. Das war schon mal anders. Und in einer Zeit in der das Volk vergreist sollte der Ruf "zurück zur Familie" eher propagiert als kritisiert werden.

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manta 26.05.2011, 17:22
13. ---

Zitat von pirx64
Schon mal daran gedacht das es an den Kosten liegen könnte? Wenn mein Sohn 30 Kilometer entfernt studiert, per Semesterkarte (30 Euro im Monat) mit öffentlichen Nahverkehr in die Uni kommt, warum soll er für viel Geld das er nicht hat eine Wohnung mit allem drum und dran nehmen??? Und den Alltag gleich oder 3-5 Jahre später kennen lernen, das wird nicht den grossen Unterscheid machen.
Exakt so ist es, jedenfalls aus meiner Erfahrung.
Ich studiere in München und wohne daheim. 22Minuten Nahverkehrsfahrt, dazu noch ein bisschen mit dem Rad und ich bin da. Der kommilitone der am günstigsten Wegkommt, zhalt montalich 260€, dafür gibt es ein 13qm großes Zimmer ohne Küche und Toilette/Bad. Das ist alles am Gang.
Daheim habe ich ein Haus mit Garten, einen Fuhrpark mit mehreren Autos, gutes Essen (gekocht wird ja sowieso) und noch zig andere Sachen. Weiterhin bin ich von 10 bis 22 Uhr in der Uni, man ist also mehr oder weniger nur zum Pennen daheim. Dann muss ich sagen, es liegt keineswegs am Geld, für eine Wohnung Wohnung würde es locker reichen, die Frage ist aber wieso sollte man das machen ? Jeden Monat einige hundert Euro zum fesnter rauswerfen. Das Geld spare ich doch viel lieber für einen netten Lebensstandard danach auf.
Die "Nesthocker" Diskussion ist ein Blödsinn, es geht schlicht um Wirtschaftlichkeit, als um Fähigkeiten oder dergleichen. Ich war davor bei der Bundeswehr, hatte meine Stube und hab mir Abends meistens selbst was zu essen gemacht. Ist ja auch logisch, denn dort bekomme ich meine Stube kostenfrei. Es geht wie gesagt darum ob ich am günstigsten wegkommen will oder nicht. Um nichts anderes....ganz einfach.

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Crom 26.05.2011, 17:24
14. ...

Als Student hatte ich eine eigene Wohnung, naja eigenes Zimmer im Studentenwohnheim und bin daran auch nicht bankrott gegangen. Man muss sich eben drehen. Freiheit hat ihren Preis, sei es in Euro oder in eigener Anstrengung.

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Piler 26.05.2011, 17:26
15. Welcher Preis?

Zitat von sysop
Fast jeder vierte Student lebt noch bei den Eltern, Tendenz steigend. Das spart teure Miete, lästiges Selberkochen und Wäschewaschen - doch der Preis für die Bequemlichkeit ist hoch.
Bitte welcher Preis ist beim "Heimstudenten" hoch?
Wie hoch ist der Preis bei den vielen StudentInnen, die laut einer jüngsten Umfrage, fürs Studium "auf den Strich" gehen? Doch wohl viel höher!

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Erbi 26.05.2011, 17:28
16. Dämlich?

Zitat von pirx64
Sich ohne Not zu verschulden und daran lange knabbern nenne ich nicht clever und fasse es nicht unter "Über Stränge schlagen, Risiko, ...." zusammen sondern nenne es einfach nur dämlich
Also wer nach dem Studium lange an 10.000 bis 15.000€ zu knabbern hat, der hat definitiv das Falsche studiert. Und wer mehr Schulden hat, hat entweder am falschen Ort oder einfach mal zu lange studiert..

Wer mit 25 noch bei seinen Eltern wohnt, ist einfach nur n Muttersöhnchen, oder -töchterchen, der/die zu faul oder zu unfähig ist, ein Studium und einen Nebentätigkeit unter einen Hut zubringen. Keine Lebenserfahrungen zusammeln INDEM man auf eigenen Füßen steht. DAS ist dämlich!!

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lostineuphoria 26.05.2011, 17:28
17.

Das Argument, man würde zu Hause wohnen, weil man sich einen Auszug nicht leisten könnte, halte ich für einen Vorwand bzw. schön reden von Dingen, die man sich nicht eingestehen will (dass man z.B. Angst vor dem Auszug hat, was ja vollkommen verständlich ist).
Ich wohne seit Beginn meines Studiums nicht mehr zu Hause und meine Eltern haben keine hochrangingen Jobs. Die allermeisten Studenten aus meinem Umfeld, die noch zu Hause wohnen, haben Eltern die sicherlich mehr verdienen als meine (sieht man schon an den Häusern/Wohngegenden wo die jeweils herkommen). Ich hab es noch nie verstanden, wenn Leute mit dem Argument kamen.
Bei den Leuten, die sagen, dass sie zuhause wohnen um Geld zu sparen (also quasi die Abstufung des Arguments "das können wir uns nicht leisten") denke ich mir auch immer, sparen ist ja schön und gut, aber damit spart man halt auch an Lebenserfahrung.
Ich denke in den meisten Fällen haben die Studenten entweder wie schon erwähnt Angst oder sie sind einfach zu faul!

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ichbinhier-dubistda 26.05.2011, 17:29
18. Wenn's denn geht?!

Auch ich habe meinen Eltern "auf der Tasche gelegen". Sie haben es gern bezahlt! Weil sie mich lieben, weil sie wußten, daß ich das Alles nicht bezahlen konnte, was ich "brauchte". Im Nachhinein seh' ich das etwas schwieriger.
Was "braucht" man denn, was ist "ohne dem Teil komme ich nicht weiter"? Sie wollten mir halt ein "besseres" Leben ermöglichen. Das finde ich super. Man sollte allerdings nie vergessen, daß man diese Hilfe auch zurückgeben kann, nämlich, daß man seine Leute pflegt und sich um sie kümmert, wenn es dann mal soweit sein wird. Dann aber steht man ja mit beiden Beinen im Beruf, und hat keine Zeit und ruft nach dem Staat.
Der Staat hat für mich noch nichts getan, außer das Arbeitslosengeld zu zahlen, welches ich ja schon in 20-30 Jahren als "Versicherung" eingezahlt habe, nur um festzustellen, das es ja die neue Zeitarbeit gibt, bei der ich nun schon 5 Jahre arbeite, aber nicht einmal angefragt wurde, ob man mich übernehmen würde. Ich sage: ich bin seit 4 Jahren in einer Firma tätig, sehe Leute kommen und gehen, wie im "Grand Hotel" [kleiner Scherz] auch sogenannte Festangestellte, und nichts passiert: Nein, dafür haben wir kein Geld; kein Geld für Neue; der Konzern spart.
Vielen Dank, so darf ich denn hoffen, weiter von meinen Eltern (und Geschwistern und meiner Lebensgefährtin, die ja rechtlich zur Bedarfsgemeinschft gehört und auch zahlen muß) unterstützt zu werden, damit ich nicht zum Hartz-IV Fall werde. So jetzt habe ich mal ausge***t. Es ist eben alles nicht immer so einfach.
Schönen Tag noch!

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-janbo- 26.05.2011, 17:31
19.

Zitat von kontinuität
Was für ein erschreckender Pragmatismus. Kein Wagnis, kein Risiko, nicht über die Stränge schlagen, keinen Mist bauen, kein Rumgeeiere. Am besten später gleich von den Eltern in eine Greisendeponie mit Rundumversorgung ziehen.
Bei den meisten Studenten die ich kenne und die noch zuhause wohnen, ist das Nesthockerdasein eher ein notwendiges Übel als eine Sache der Bequemlichkeit.
Ich könnte mir auch schöneres vorstellen als mit 22 noch zuhause wohnen zu müssen. Wenn das Geld für eine Wohnung oder WG nicht da ist, dann ist es eben nicht da. Da kann man noch so viel Lust auf Wagnis und Risiko haben.
Ein großes Problem ist aus meiner Sicht die Möglichkeit mit einem Nebenjob die Finanzierung zu regeln, viele Studiengänge sind heute so zeitintensiv und von den Terminen so chaotisch, dass Arbeiten nebenher kaum möglich ist. Man sollte da nicht den Fehler machen und z.B. ein Studentenleben aus den 80ern mit dem heutigen gleichsetzen.

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