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Studenten auf Wohnungssuche: Traumbude gesucht, aber bitte nicht so teuer
DPA

Günstig am Glockenbach, schick in der Schanze, nobel in Neukölln? Zehntausende Erstsemester suchen diesen Sommer wieder dasselbe - ein Zimmer im Szenenviertel ihrer Hochschul-Stadt. Nebeneffekt: Studenten werden damit zu Preistreibern.

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joey55 20.08.2013, 18:51
50.

Zitat von mm71
Sagen wir mal so: Eine kritische Kombination sind rechthaberische Leute mit viel Zeit - in welchen Berufsgruppen die anzutreffen sind, das mag jeder für sich abwägen.
Das können nur Lehrer sein. Morgens haben sie Recht und nachmittags Zeit! ;-)

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joey55 20.08.2013, 18:58
51.

Zitat von statussymbol
Was probieren die bösen Jurastudenten denn gerne aus - etwas ihr Recht wahrzunehmen? Klar dass ist als Vermieter sicherlich nicht so lustig wenn man offensichtlich selbst nicht so interessiert ist sich an die Gesetzlichen Vorgaben zu halten. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären dass man so weit geht keine Jurastudenten als Mieter zu akzeptieren. Das Gegenteil müsste doch der Fall sein - wenn man sich selbst an Recht und Gesetz hält dann dürfte man mit Jurastudenten doch die wenigsten Probleme haben.
Das Problem ist, dass so mancher Jurastudent meint er sei im Recht, weil er mal ne Stunde Mietrecht gehört hat. Leider sind die Vorlesungen alles andere als erschöpfend. Da wird dann oft nur kurz etwas grundlegendes dargestellt, aber auf die vielen einzelnen Ausnahmen, oft durch Richterrecht geprägt und damit nicht im BGB zu finden, wird nicht eingegangen. D. h. im Grundsatz mag er Recht haben, aber im speziellen Fall eben nicht. Das sieht er jedoch, ganz beseelt vom erworbenen theoretischen Wissen, nicht ein und holt sich ggfs. in der Praxis eine blutige Nase.

Schlimmer als Leute, die Recht haben, sind Leute, die meinen im Recht zu sein, obwohl dies nicht der Fall ist, dies aber nicht einsehen möchten/können.

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**Kiki** 21.08.2013, 14:22
52.

Zitat von statussymbol
Was probieren die bösen Jurastudenten denn gerne aus - etwas ihr Recht wahrzunehmen? Klar dass ist als Vermieter sicherlich nicht so lustig wenn man offensichtlich selbst nicht so interessiert ist sich an die Gesetzlichen Vorgaben zu halten. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären dass man so weit......
Statussymbol,
Es ist schon ein Vierteljahrhundert her, da habe ich als ganz junges Ding eine Wohnung von einer älteren Dame gemietet, die war auch für damalige Verhältnisse spottbillig: 300 DM für drei Zimmer. Üblich war das Doppelte (bei Wohnungen, die nicht primär zum Wohnen, sondern als Statussymbol gedacht waren, wie Sie sie zu bevorzugen scheinen, mindestens das Dreifache). Aber wäre ich nach dem Mietrecht gegangen, hätte ich die Frau mit Klagen überziehen können, weil der Vertrag doch ein paar Punkte enthielt, die alles andere als rechtssicher waren.

Damit hätte ich, wie Sie es so hübsch häßlich formulieren, "nur" mein Recht wahrgenommen. Gerecht wäre es trotzdem nicht gewesen. Es waren nämlich keine Punkte, die irgendwie die Nutzung der Wohnung beeinträchtigt hätten. Ich hatte keinen Schaden davon.

Leute, die so argumentieren wie Sie, haben kein Organ für solche Unterscheidungen, und genau deshalb verzichte ich auch dankend darauf, sie als Mieter zu haben, und gebe mir alle Mühe, sie im vorhinein zu identifizieren und auszusortieren. Ich bin vielleicht keine ganz so "leichte Beute" wie jene ältere Dame (und genau solche Vermieter sind vor allem bei Rechtsprofis mit mangelhaft funktionierendem moralischem Kompaß so was wie Freiwild), aber ich bin trotzdem keine Vermietungsgesellschaft mit eigener Rechtsabteilung, und ich lege gesteigerten Wert auf Mieter, denen ebenfalls daran gelegen ist, fairen Umgang mit fairem Umgang zu beantworten.

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lindenbast 21.08.2013, 18:51
53.

Zitat von statussymbol
Was probieren die bösen Jurastudenten denn gerne aus - etwas ihr Recht wahrzunehmen? Klar dass ist als Vermieter sicherlich nicht so lustig wenn man offensichtlich selbst nicht so interessiert ist sich an die Gesetzlichen Vorgaben zu halten.
Das Recht kommt immer genau dann ins Spiel, wenn es bei den Vertragsparteien mit Konzilianz und persönlichen Fairnessvorstellungen nicht klappt, und wenn man mit Paragraphen daherkommt, ist die persönliche Beziehung ruiniert. Ich ziehe ein freundschaftliches Verhältnis mit wechselseitigem Geben und Nehmen vor, und dafür brauche ich kein BGB.

Meine Vermieter halten sich an manche Vorgaben nicht. Zum Beispiel haben sie sicherlich nicht das Recht, ihren Müll in meine Tonne zu packen (was sie aber nur dann tun, wenn sie feststellen, dass bei mir am Vorabend der Leerung noch gut Platz ist und bei ihnen Notstand herrscht). Ich betrachte es freilich in einer funktionierenden Hausgemeinschaft als das Normalste von der Welt, dass das kein Problem ist. Ich könnte auch sicher mosern, dass sich die Treppenhausrenovierung (die nach Feierabend in Eigenriegie vorgenommen wird) nun schon Monate hinzieht und es oft entsprechende Geräuschentwicklung bis nach 23 Uhr gibt. Und als ich über eine Woche in einer Hälfte der Wohnung keinen Strom hatte (glücklicherwiese war die Küche nicht betroffen), hätte ich sicher auch ein Paareurofuffzich die Miete mindern können.

Aber wenn ich ihr so käme, wäre meine Vermieterin vermutlich nicht mehr geneigt, regelmäßig mit der größten Selbstverständlichkeit den Katzensitter für mich zu geben, denn darauf habe ich mit Sicherheit kein Recht. Und sie würde auch nicht ihren handwerklich sehr geschickten Neffen herbeordern, um mir beim Einbau einer Spülmaschine zu helfen. Nur so zum Beispiel. Insgesamt wäre Paragraphenreiterei für mich ein schlechtes Geschäft - und ich bin sicher, unsere Vermieter würden das umgekehrt genau so sehen.

Es ist ein Geben und Nehmen, und jeder ist zufrieden. Die Rahmenbedingungen (Nebenkostenabrechnung zum Beispiel) müssen klar geregelt sein, sind sie auch, und alles andere kriegen wir so hin.

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lindenbast 22.08.2013, 07:49
54.

Zitat von statussymbol
*Kopfschüttel* - entweder renoviert man eine Altbauwohnung professionell und hat dann eine anständige Wohnung im Angebot oder man macht es unseriös und hat dann weiterhin eine Bruchbude - wofür Sie sich entscheiden wissen wir ja jetzt.
Meine Erfahrungen mit Handwerkern ist wahrhaftig nicht gerade so, dass ich mit Sicherheit sagen könnte, dass ein Profi es in jedem Fall besser macht als ein handwerklich begabter Laie. Klar: bei allem, was gefährlich ist (Strom, Wasser, Gas), nur Profis, schon aus Haftungsgründen.

Aber ich hatte kürzlich eine Spülmaschine auszutauschen - der vom Elektrohändler beauftragte Handwerker schaffte es schon nicht, die alte überhaupt auszubauen und erzählte die wildesten Stories, warum das nicht gehe und was jetzt zu geschehen habe (mehr oder weniger: ganze Einbauküche aus- und wieder einbauen).
Private Hilfe: rückt an, lacht sich tot, hat das Ding in 5 Minuten draußen.
Ich kann einen ganzen Haufen mehr solche Stories erzählen.

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libebknofne 23.08.2013, 23:07
55. Fast überall auf der Welt ...

... außerhalb von Europa kann man studieren, was passiert, wenn die Nachfrage nach Wohnraum in Ballungszentren steigt: Die Städte wachsen in die Vertikale.

Aber in deutschen Städten gibt es strenge Traufhöhenbestimmungen.

Man kann das Niedrighalten der Innenstädte durch Limitierung der Traufhöhe gut finden. Aber dann muss man die Konsequenzen für den Wohnungsmarkt auch akzeptieren.

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