Forum: Leben und Lernen
Studenten im Altenheim: Mein Mitbewohner, der Opa

Sie zeigen der Generation 80-Plus, wie Facebook funktioniert, helfen im Haushalt, organisieren Arzttermine: Studenten ziehen ins Altenheim und jobben dort ein paar Stunden im Monat - dafür müssen sie*eine geringere*Miete zahlen. Funktioniert das Modell Generationen-WG?

Seite 1 von 3
MonaM 13.11.2011, 11:38
1. Symbiose

Zitat von sysop
Funktioniert das Modell Generationen-WG?
Warum nicht? Dieses Modell ist eine echte Symbiose, eine "Win-Win-Situation", allerdings nur, wenn sich die Studenten dafür eignen (was im Bericht ja auch zum Ausdruck kommt). In zeitlicher Hinsicht sollten die acht Stunden Dienst im Monat für jeden machbar sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ASDFZUIOP 13.11.2011, 12:02
2. Wohnen im Altenheim

Eine schöne Idee, und ich kann auch verstehen, dass das Modell beliebt ist. Schließlich kommt eine solche soziale Tätigkeit auch im Lebenslauf gut an. 8 Stunden im Monat ist nicht die Welt und sollte sich mit jedem Stundenplan vereinbaren lassen.

Andererseits finde ich es übertrieben, 200€ als "unschlagbar günstig" darzustellen! Meine Studentenwohnheimszeit ist noch nicht sooo lange her und ich habe damals für eine vergleichbare, schöne Wohnung deutlich weniger bezahlt, ohne dass ich dafür Senioren betreuen musste!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chocochip 13.11.2011, 12:30
3. Wie bitte?

Zitat von sysop
Sie zeigen der Generation 80-Plus, wie Facebook funktioniert, helfen im Haushalt, organisieren Arzttermine: Studenten ziehen ins Altenheim und jobben dort ein paar Stunden im Monat - dafür müssen sie*eine geringere*Miete zahlen. Funktioniert das Modell Generationen-WG?
Warum leben die Studenten nicht einfach weiterhin zu Hause und pflegen ihre eigenen Großeltern?

Wäre doch auch mal ein Ansatz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chocochip 13.11.2011, 12:32
4. Lebenslauf...

Zitat von ASDFZUIOP
Eine schöne Idee, und ich kann auch verstehen, dass das Modell beliebt ist. Schließlich kommt eine solche soziale Tätigkeit auch im Lebenslauf gut an. 8 Stunden im Monat ist nicht die Welt und sollte sich mit jedem Stundenplan vereinbaren lassen. Andererseits finde ich es übertrieben, 200€ als "unschlagbar günstig" darzustellen! Meine Studentenwohnheimszeit ist noch nicht sooo lange her und ich habe damals für eine vergleichbare, schöne Wohnung deutlich weniger bezahlt, ohne dass ich dafür Senioren betreuen musste!
Stimmt, die eigenen Eltern/Großeltern pflegen kann man nicht in den Lebenslauf der Generation "Karriere" schreiben.

Als Unternehmer stelle ich lieber Menschen ein, die ihre eigenen Eltern pflegen, als "karriere"-Studenten, die das für den Lebenslauf machen, diese Bewerbungen wandern in meiner Firma sofort in den Mülleimer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DanielaMund 13.11.2011, 12:53
5. kT

Zitat von chocochip
Warum leben die Studenten nicht einfach weiterhin zu Hause und pflegen ihre eigenen Großeltern? Wäre doch auch mal ein Ansatz.
- keine Großeltern mehr
- keine pflegebedürftigen Großeltern
- die Großeltern benötigen professionelle Pflege
- die Großeltern wollen nicht von ihren Enkeln gepflegt werden
- Großeltern wohnen in keiner Uni-Stadt
- wer sagt denn überhaupt das man bei den Großeltern ist, wenn man weiterhin zuhause wohnt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DanielaMund 13.11.2011, 13:01
6. kT

Zitat von chocochip
Als Unternehmer stelle ich lieber Menschen ein, die ihre eigenen Eltern pflegen, als "karriere"-Studenten, die das für den Lebenslauf machen, diese Bewerbungen wandern in meiner Firma sofort in den Mülleimer.
Die Anzahl der Studenten, die ihre eigenen Eltern pflegen, dürfte hier in Deutschland bei deutlich unter 500 liegen - dass die Eltern von einem 19jährigen pflegebedürftig sind, ist dann doch relativ unwahrscheinlich...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
benutzer999 13.11.2011, 14:56
7. Beunruhigend

War es nicht immer ein Privileg der Jugend, gegen die älteren Generationen zu rebellieren (oder sich zumindest deutlich abzugrenzen)?
Nun sind offenbar die frühvergreisten 20-Jährigen derart konformistisch, daß sie freiwillig schon ins Altenheim ziehen und sich für die Älteren aufopfern.
Ich denke nicht, daß man das rein pragmatisch sehen kann, schließlich hat gerade das Zusammenwohnen mit pfegebedürftigen Rentnern eine Symbolik, der man sich kaum wird entziehen können.
Ich hätte in dem Alter lieber auf einer Parkbank gewohnt als im Altenheim.
Wenn es wenigstens umsonst wäre - aber 200,- Miete...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
titurel 13.11.2011, 15:09
8. Die alte Masche

Wieder so ein Ding, wo sich Sozialunternehmer (zu denen de facto längst die Wohlfahrtsverbände und öffentlichen Träger zählen) billiges Personal rekrutieren unter dem Deckmäntelchen des karitativen Engagements. Im Grunde gehts da um Profit, Kostensenkung, Lohndrückerei.

Wenn das so weitergeht, besteht der soziale Arbeitsmarkt in einigen Jahren nur noch aus einem Rudel Sozialmanager und einem Heer von "Freiwilligen", arbeitslosen Zwangsrekrutierten, Dumpinglöhnern und Fachkräften aus dem Billig-Ausland. Oder eben wohnungslosen Studenten, denen man einredet, sie täten etwas Sinnvolles.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Layer_8 13.11.2011, 16:46
9. Hiermit...

Zitat von titurel
Wieder so ein Ding, wo sich Sozialunternehmer (zu denen de facto längst die Wohlfahrtsverbände und öffentlichen Träger zählen) billiges Personal rekrutieren unter dem Deckmäntelchen des karitativen Engagements. Im Grunde gehts da um Profit, Kostensenkung, Lohndrückerei. Wenn das so weitergeht, besteht der soziale Arbeitsmarkt in einigen Jahren nur noch aus einem Rudel Sozialmanager und einem Heer von "Freiwilligen", arbeitslosen Zwangsrekrutierten, Dumpinglöhnern und Fachkräften aus dem Billig-Ausland. Oder eben wohnungslosen Studenten, denen man einredet, sie täten etwas Sinnvolles.
...haben Sie alles auf den Punkt gebracht.

Hier in D gibts für Berufsanfänger nichts mehr zu verdienen, außer man ist Zockerbanker. Auswandern ist da die beste Alternative. Hatten wir schonmal vor 150-200 Jahren. Nur ist Amerika nicht mehr die ideale Destination, ich würde eher China vorschlagen. Denk ich an Deutschland über Nacht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3