Forum: Leben und Lernen
Studenten im Schrebergarten: Stadt, Land, Lust
Sven Wied

Sie wollen Muskelkater in den Armen und Schwielen an den Fingern: Acht Studenten haben einen Schrebergarten gepachtet. Die Hobby-Gärtner genießen das meditative Leben abseits der Uni - und liegen damit im Trend. Denn die Wartelisten in Großstädten sind lang.

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urban4fun 26.06.2012, 12:37
1.

Wenn man sich einen Garten zulegt, sollte man keinen nehmen, der einem Kleingartenverein angehört. Denn die Tatsache, dass das Sich-das-Maul-zerreissen über das kleinste Unkraut des Anderen die einzige Gymnastik zu sein scheint, die die werten Herren kleinbürgerlicher Spießer praktizieren, verleitet einem selbst zu sehr die Freude am Garten.

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suane 26.06.2012, 13:51
2.

Zitat von urban4fun
Wenn man sich einen Garten zulegt, sollte man keinen nehmen, der einem Kleingartenverein angehört. Denn die Tatsache, dass das Sich-das-Maul-zerreissen über das kleinste Unkraut des Anderen die einzige Gymnastik zu sein scheint, die die werten Herren kleinbürgerlicher Spießer praktizieren, verleitet einem selbst zu sehr die Freude am Garten.
Da kann ich Ihnen nur wärmstens zustimmen.
Zudem möchte ich die Frage aufwerfen ob der Inhalt des Artikels jetzt wirklich eine Meldung wert war...

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henryb_de 26.06.2012, 14:25
3. Aber wie soll's anders gehen?

Also erstmal finde ich es sehr gut dass junge Leute gärtnern gehen.

Ich selbst habe es so erlebt, dass meine Eltern als ich 12 oder 13 war einen Garten bekamen (Kauf. ca 600qm, kein Verein). Der musste aus Ackerland erst angelegt werden. Im Osten, wo es kaum was gab, und an den massiven Kauf von Arbeitskraft (Handwerker) war ohne DM oder viiiel Ostmark garnicht zu denken, war das eine ganz schöne Arbeit. Wasserleitung, Elektroleitung, Bungalow mit Keller, Zaun ... alles selbst gemacht. Auch wenn die Arbeit manchmal fast zuviel wurde ... die Freude über die Ergebnisse überwog. Rasenmähen mache ich heute noch gern ... und die coolen Parties im Garten entschädigten.
Ausserhalb eines Vereins und in der etwa 3-fachen Größe einer Vereinsparzelle ... das ging nur im kleinstädtischen bis ländlichen Raum.

In der Großstadt gibt es nun mal fast nur von Vereinen "besetzte" Sparten. Da hat man keine Wahl. Und viele wollen oder können nicht erst 20 ... 30km Auto fahren, um aufs Land zu kommen. Eine Stunde Garten nach der Arbeit wirkt oft Wunder.

Die jungen Leute, die sich in solche Vereine wagen, sind Wegbereiter und leiten, zumindest hier im Osten, einen massiven Gernerationswechsel ein. Und sie nehmen das einiges auf sich ... den es gibt dort wirklich oft massives Spiesbügertum, Klüngel, Vereinsmeierei ... etc. Viele "Alte" vergessen dabei, dass wenn Sie die "Jungen" vergraulen ... nach und nach um sie herum der Zerfall einsetzen würde. Nachfolgende Junge Leute sollten diesen Pionieren dankbar sein und möglichts schnell nachrücken um zu verhindern dass die Jungen auch in die Muster der Alten verfallen. Die Alten sollten offen den Jungen gegenübertreten und z.B. Gartentipps verteilen, denn der Anbau von Möhren oder Kürbis is nur wirklich ein Kinderspiel.

Wozu man dazu aber eine Zeitschrift oder mehr als ein gutes Buch braucht erschliesst sich mir nicht.

Ähnliches findet übrigens gerade auch auf den Campingplätzen mit vielen Dauercampern nahe der Ballungsräume statt.

Viele Grüße


Zitat von urban4fun
Wenn man sich einen Garten zulegt, sollte man keinen nehmen, der einem Kleingartenverein angehört. Denn die Tatsache, dass das Sich-das-Maul-zerreissen über das kleinste Unkraut des Anderen die einzige Gymnastik zu sein scheint, die die werten Herren kleinbürgerlicher Spießer praktizieren, verleitet einem selbst zu sehr die Freude am Garten.

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Spiegelleser2.0 26.06.2012, 14:27
4. Grüner Akademikerdaumen

Aaaaah! Wenn angehende Akademiker mal mit Erde oder Dreck in Berührung kommen und Gärtnern, macht der SPIEGEL sofort eine Geschichte über neue Trends etc. Was für ein Mist, es ist wie mit dem Wandern, als man in den frühen 90er-Jahren mit dem Wandern anfing, haben genau diese neuen Spießer darüber gelässtert: "Spießer" (was in deren Augen und der Grünen auch bedeutet: Wandern Gärtnern = Spießer = Nazi = Nichtakademiker). Verschonen Sie uns mit solchen langweiligen Geschichten! Es ist auch erschreckend zu sehen wie sich der Spiegel (Printausgabe) immer mehr Focus und Stern annähert!

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urban4fun 26.06.2012, 15:46
5.

Zitat von henryb_de
Die jungen Leute, die sich in solche Vereine wagen, sind Wegbereiter und leiten, zumindest hier im Osten, einen massiven Gernerationswechsel ein. Und sie nehmen das einiges auf sich ... den es gibt dort wirklich oft massives Spiesbügertum, Klüngel, Vereinsmeierei ... etc. Viele "Alte" vergessen dabei, dass wenn Sie die "Jungen" vergraulen ... nach und nach um sie herum der Zerfall einsetzen würde. Nachfolgende Junge Leute sollten diesen Pionieren dankbar sein und möglichts schnell nachrücken um zu verhindern dass die Jungen auch in die Muster der Alten verfallen. Die Alten sollten offen den Jungen gegenübertreten und z.B. Gartentipps verteilen, denn der Anbau von Möhren oder Kürbis is nur wirklich ein Kinderspiel.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Auch wir haben einen Kleingarten am Rande unserer Stadt. Vor ein paar Jahren hatten wir einen großen Garten mit ein paar Freunden gepachtet und wollten den etwas alternativ-ökologisch gestalten. War nichts zu machen, die anderen Kleingärtner haben sich in die Hose geschissen, dass sie die Berechtigung als Kleingartenverein verlieren, bei uns sähe es sowieso immer aus und überhaupt und sowieso. Auch die Recherche bei den jeweiligen Ämtern und deren Bestätigung, dass keinesfalls eine Aberkennung drohe, hat die Herren nicht beruhigt.

Ich hab damals gelernt, dass Menschen nicht dumm genug sein können. Aber wenn zur Dummheit noch Arroganz, Borniertheit und Besserwisserei hinzukommen, wird's unerträglich. Und solche Leute tummeln sich meist in Kleingärtenvereinen.

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Vito.Andolini 26.06.2012, 15:57
6. Nicht veröffentlicht??

Werte Administratoren, warum wird denn mein Beitrag von vorhin ("Nicht langweilig") nicht veröffentlicht? Was ist denn hier eigentlich los, darf man schon nicht mal mehr den Spiegel kritisieren, ohne daß der Beitrag gelöscht wird? Das ist wirklich eine üble Zensur, was Sie hier betreiben!!

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bicyclerepairmen 26.06.2012, 16:10
7.

Zitat von urban4fun
Wenn man sich einen Garten zulegt, sollte man keinen nehmen, der einem Kleingartenverein angehört. Denn die Tatsache, dass das Sich-das-Maul-zerreissen über das kleinste Unkraut des Anderen die einzige Gymnastik zu sein scheint, die die werten Herren kleinbürgerlicher Spießer praktizieren, verleitet einem selbst zu sehr die Freude am Garten.
Völlig d'accord. Wir waren ca. 2 Jahre in einer Gartengemeinschaft aber dann hatten wir die Schn.. auch voll und sind dort ausgestiegen als noch irgendwelche Bäume im hinteren Teil gefällt werden sollten...
3/4 der Zeit ging gefühlt drauf um die Fläche nach irgendwelchen penetranten Vorschriften, Regeln etc. zurecht zu trimmen, bzw. den fast beiläufig fallengelassenen Unmutsäusserungen hier und da zuvor zu kommen.
Also selber Schuld wenn dann in Grossstädten diese KKV's sutsche dubiosen, unsozialen Wohnungsbau weichen müssen.

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Lady_Morena 26.06.2012, 18:44
8.

Zitat von henryb_de
Also erstmal finde ich es sehr gut dass junge Leute gärtnern gehen.
Gefühltes Problem bei Studenten und dazu noch mehrere ist das sie das mit dem Garten nicht durchhalten. Die ersten Wochen und Monate voller Elan dann noch 2x Grillen und im nächsten Jahr begrüßt man einen neuen Garten Nachbar. Und das liegt nicht an den pedantischen Vereinen oder so.

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gregus 26.06.2012, 18:45
9. Studenten, knapp 30 Jahre ...

Das erste was mir aufgefallen ist, dass diese Studenten fast 30 sind. In meinem Studiengang waren die meisten mit 25-27 fertig. Die Kollegen sollten also eigentlich gerade an ihrer Master-Arbeit schwitzen, anstatt im Garten Muße zu tun. Vermutlich bereiten sie sich auf ein Leben als Selbstversorger vor.

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