Forum: Leben und Lernen
Studentensorgen: Das ist die neue German Angst
DPA

Deutschlands Studenten sind ehrgeizig und haben hervorragende Zukunftschancen. Trotzdem machen sie Kettenpraktika, hetzen durchs Studium und fürchten den sozialen Abstieg. Warum eigentlich?

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spdf 13.12.2013, 16:29
90. re

Zitat von klfm01
Das muß nicht mehr bedeuten, als daß sie ihren eigenen Bedarf eben nicht decken können. Und Sie glauben, daß wäre ausgerechnet mit Laberfächern besser? Außerdem glaube ich nicht, daß Leute, die Maschinenbau oder Chemie studiert haben in Deutschland Taxifahren müssen.
Ohne den Import von japanischen Ingenieuren wäre der Aufstieg südkoreanischer Unternehmen so nicht möglich gewesen.

Ein ehemaliger Mitschüler von mir ist promovierter Chemiker. Der arbeitet jetzt in einer Bank als Verkäufer von Finanzprodukten. Ein anderer hat Physik studiert und programmiert Homepages. Viele die nachher noch wenigstens etwas mit Naturwissenschaften zu tun haben wollen werden halt Lehrer. Aber dafür ist nicht jeder geeignet.

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wakaba 13.12.2013, 16:35
91.

Zitat von Olaf
Ich vermute mal, dass diese Ängste von der Elterngeneration stammen und bewusst oder unbewusst, an die Kinder weitergegeben wurden. Diese Generation ist mit knappen Ausbildungsplätzen, tausenden von Bewerbern auf eine Stelle, dem Untergang großer Industriezweige und tief greifenden Strukturwandel groß geworden.
150 Jahre Angstpropaganda haben massivste Spuren in unseren Gesellschaften hinterlassen. Dazu kommt das der letzte Krieg nur Aengstliche, Anpasser, Dumme und Drückeberger überleben liess. Mutige, Innovative haben das Land längst verlassen. Einwandern liess man nur den Bodensatz anderer Gesellschaften damit die Aengstlichen nicht um Ihre gesellschaftliche Position fürchten mussten.

Heute gibts nur noch Konformisten. Die Leistung wird bemessen am mehr an Gleichschaltung nicht am mehr an intelligenter Arbeitsfähigkeit.

Bildung ist heute nur noch Zucht von Arbeitsameisen. Ziemlich sinnlos da 90% aller Menschen 90% aller anfallenden Arbeiten nach kurzer Anlehrphase ausführen können. Pisa, Mint ist Verschwendung von Potential und leider auch keine Antwort auf die dringlichsten Probleme unserer Zeit: Ueberbevölkerung und Wachstumsende.
Die heutigen 2 Generationen sind verloren.

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susvol1 13.12.2013, 16:37
92. Hoffentlich

sind Sie kein junger, sondern ein alter Mensch. So bitter, wie Sie klingen. Es gibt durchaus andere Felder als Praktika oder Studium, um Erfahrungen zu sammeln. Man kann zum Beispiel reisen - nein, dafür benötigtman auch heute nicht viel Geld. Ich habe letztens die Bekanntschaft eines jungen Mannes gemacht, der aufgebrochen ist, weil er nicht weiß, was er beruflich machen will. Er hat sich vorgenommen, frühestens in achtMonaten zurück zu kommen, nirgendwo länger als vier Wochen zu bleiben. Er hat kein Telefon und keinen Computer dabei. Als ich ihn traf, warer schon vier Wochen auf einem Weingut gewesen, vier Wochen bei einem Landarzt, jetzt bei einem Schreiner in Italien.
Was der alles wusste! Ich habe gestaunt und meine Anerkennung ausgesprochen.

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Uvidus 13.12.2013, 16:42
93. Laberfächer

sind wichtig, auf jeden Fall wichtiger als Wirtschaftsfächer (es ist keine Wissenschaft). Wirtschaftlich produzieren diese nämlich nichts. 0,0. BWL und VWL sind die einzigen Studiengänge, die angeschafft werden müssen, wenn es nach Wirtschaftlichkeit ginge, denn jeder Arbeitslose erwirtschaftet mehr, da er wirklich etwas tut, außer verwalten, Zahlen umschreiben und Verbrechen an die Menschlichkeit begehen.

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maxxi12 13.12.2013, 16:47
94. Wieso

Auslandsaufenthalt(e), zig-Praktika, Praxiserfahrung etc., das alles wurde doch den zukünftigen Studienanfängern als Mantra seitens diverser Berufssratgeber z.B. großer deutscher Tageszeitungen eingebläut und dann von Personalern auch so verlangt.
Sonst brauche man sich doch gar nicht erst bewerben.... Jung,TOP-Abschluß aber Erfahrung wie ein Alter - der Idealabsolvent. Darüber gehen Jahre ins Land und mit Ende 20 tritt dieser dann ins Berufsleben ein. Familie ? Na, ggf. mit 40.
Abnorm - wie so manche gesellschaftliche Entwicklung überhaupt. Und dann sollen sie sich auch noch "treiben lassen",( damit es noch länger dauert ? ) oder "vielleicht reisen" ( wozu man Geld braucht ) - so ein Quatsch.
Einst konnte schon in einem ordentlichen Studium von 4 oder 5 Jahren ein akademischer Abschluß erlangt werden, der zur erfolgreichen Ausübung eines akdemischen Berufes befähigte - auch ohne Auslandsaufenthalte ( wer bazahlt die denn ?) und Praktika ohne Ende...

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heiko1977 13.12.2013, 16:47
95.

Zitat von Noctim
Irrational sind die Anforderungen an junge Berufseinsteiger und Young Professionals. Flexibilität, Belastbarkeit und Top-Noten werden nicht irgendwie "gerne gesehen", sondern sie sind die Mindestanforderungen an auch nur den schäbigsten Arbeitsplatz. Ohne Abitur - mit Verlaub - geht heute nichts mehr. Und selbst ein Studium ist weder Garant für einen Job, noch für eine angemessene Bezahlung. Wer mit 30 - 35 TEuro im Jahr klar kommt: Respekt. Davon kann man 'gerade mal' ein kleines Auto und ne Wohnung finanzieren und vielleicht alle 2-4 Jahre mal nen Urlaub machen. Man muss halt auch das richtige Studieren: BWL oder Ingenieur/Maschinenbau. Da rollt der Rubel.
Bei Ingenieur/Maschinenbau haben Sie NOCH Recht, ist aber nur die Frage wie lange noch. Aber BWL ist bereits jetzt keine gute Wahl meh, denn am Ende des Studiums winkt eben NICHT der Vorstandsposten oder gut bezahlte Job in irgendeinem Unternehmensberatung, Bank oder vergleichbares. BWL hat die Position von Soziologie, Lehramt und Germanistik übernommen: Wer nicht weiß was er studieren soll macht BWL/VWL oder er glaubt danach besonders gute Jobchancen zu haben. Dies führt dazu das in eben diesem Fach die Erstsemesterzahlen bei 1000 Studierenden pro Fakultät liegt (alleine an meinem Uniort beginnen jedes Semester 700-800 Erstsemester BWL/VWL/Wiwi zu studieren) entsprechnd hoch sind ebenfalls die Absolventenzahlen. Dieses Überangebot sorgt dafür, dass viele dieser Absolventen auf Sachbearbeiterebene (wofür ein Studium überqualifiziert ist) wiederfinden.

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ks82 13.12.2013, 16:48
96. Richtig so!

Zitat von mali123
Und wissen Sie, was ich mache, wenn mich das Amt zu irgendeinem Blödsinn zwingen will? Richtig: Krankmeldung. Ich gehe erst arbeiten, wenn mir die Rahmenbedingungen passen und das Gehalt entsprechend stimmt. Sonst kann der Personaler seinen Mist alleine machen, nicht zu seinem eigenen Wohl oder seiner Mitarbeiter, sondern zum Wohl der Inhaber, damit diese ihn, wenn er ausgebrannt ist, wie ein nasses Papierhandtuch wegwerfen können.
Ich finde Ihre Entscheidung richtig. Kein Witz! Das finde ich richtig.

Ich mache das genauso. Wenn mich ein Arbeitgeber zu verarschen versucht, arbeite ich nicht für ihn und er kann seinen Mist alleine machen. Von mir aus können wir noch 10 Jahre "Krise" und "Fachkräftemangel" haben. Ich arbeite erst wenn die Konditionen stimmen. Während die Unternehmen hier einen Großteil ihrer Zeit und Energie in die Suche nach dem "Dümmsten" (=billigsten und untertänigsten) investieren (und keinen finden) ziehen halt die Unternehmen in anderen Staaten an ihnen vorbei. Mir ist das egal. Das ist das Problem der Generation die an den Entscheidungshebeln sitzt.

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maxxi12 13.12.2013, 16:53
97. Wieso

Auslandsaufenthalt(e), zig-Praktika, Praxiserfahrung etc., das alles wurde doch den zukünftigen Studienanfängern als Mantra seitens diverser Berufssratgeber z.B. großer deutscher Tageszeitungen eingebläut und dann von Personalern auch so verlangt.
Sonst brauche man sich doch gar nicht erst bewerben.... Jung,TOP-Abschluß aber Erfahrung wie ein Alter - der Idealabsolvent. Darüber gehen Jahre ins Land und mit Ende 20 tritt dieser dann ins Berufsleben ein. Familie ? Na, ggf. mit 40.
Abnorm - wie so manche gesellschaftliche Entwicklung überhaupt. Und dann sollen sie sich auch noch "treiben lassen",( damit es noch länger dauert ? ) oder "vielleicht reisen" ( wozu man Geld braucht ) - so ein Quatsch.
Einst konnte schon in einem ordentlichen Studium von 4 oder 5 Jahren ein akademischer Abschluß erlangt werden, der zur erfolgreichen Ausübung eines akademischen Berufes befähigte - auch ohne Auslandsaufenthalte ( wer bezahlt die denn ?) und Praktika ohne Ende...

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wanu 13.12.2013, 17:00
98.

Von wegen sichere Zukunftschancen. Ja, nur 2.4. % arbeitslos, aber in was für Jobs? Kellner, Bäckereiverkäuferin, Praktikant oder der Arbeitslosigkeit wg. gleich in Promotion oder Weiterbildungsmassnahmen. Komisch dass es immer noch nicht zu den Journalisten durchgedrungen ist, wie gefälscht die offiziellen Arbeitslosigkeitszahlen sind und dass man denen nicht trauen kann.
Grade im völlig überlaufenen Fach BWL muss man sich absolut zu Recht Sorgen machen.

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lanre 13.12.2013, 17:06
99.

Zitat von kom.philbier
Das berühmte "Vitamin B" ist in Deutschland halt leider immer noch am wichtigsten um einen guten Posten zu ergattern - entgegen aller Beteuerungen. Qualifikation ist schön und gut aber eben nur zweitrangig.
Das sie das schlecht finden liegt einfach nur daran, dass Menschen wie Sie immer noch nicht verstanden haben das "Networking" ein so genannter "Soft Skill" ist, genauso wie Pünktlichkeit z.B....

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