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Studentensorgen: Das ist die neue German Angst
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Deutschlands Studenten sind ehrgeizig und haben hervorragende Zukunftschancen. Trotzdem machen sie Kettenpraktika, hetzen durchs Studium und fürchten den sozialen Abstieg. Warum eigentlich?

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lisa_stern 13.12.2013, 13:47
10. optional

Warum wir so strebsam sind? Schauen sie sich doch mal Ratgeber zum Thema Bewerbung und Karriere an! In den Medien wird dorch überall verbreitet, dass man sein Humankapital ständig optimieren muss. Die anderen tun das doch auch. In dieser Leistunsgesellschaft muss man mithalten. Als "normaler" Student ohne Auslandserfahrung, Praktika usw. ist man da schnell untendurch. Traurig, aber wahr!

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Hoschi101 13.12.2013, 13:47
11. Das eigentliche Dilemma....

..beginnt schon mit dem Gedanken, dass es sich bei einem Studium um eine Berufsausbildung handelt. Ein Studium sollte aber weit mehr als das sein. Die Verschulung der Universität hat einzig zu Mittelmaß geführt. Freies, kreatives und unabhängiges Denken wird weder gelehrt noch verlangt. "Praxisrelevanz" wird vom Studenten gefordert und unterschreibt damit sein eigenes intellektuelles Todesurteil.

Norbert Bolz hat das Dilemma wunderbar auf den Punkt gepracht:
"...Dazu passt die antiphilosophische Signatur
unserer Bildungsanstalten, die gar nicht mehr bilden, sondern unterweisen wollen. Studienpläne sanieren den Geist und bringen das Denken in
Stromlinienform. Gerade an Universitäten bekommt man den Eindruck, dass Philosophie genau das ist, was die europäischen Strategen der Bildungsproduktion als Flausen aus den Köpfen der Studenten auszutreiben versuchen.
Max Scheler hat Recht behalten: Die heutige Universität ist keine „universitas“ mehr, sondern eine Summe von Fachhochschulen. Sie bietet uns eine Philosophie ohne Geist, eine Psychologie ohne Seele und eine Soziologie ohne Gesellschaft. Einsamkeit und Freiheit – beides wird heute bekämpft. Der Humboldt-Universität macht der Fortschritt den Bologna-Prozess. Ganz selbstverständlich und unverfroren tituliert man die Studentenschaft als „Generation Praktikum“, weil es niemand mehr wagt, die rigorose Berufsbezogenheit des Studiums in Frage zu stellen.
Das verwaltete Studium findet eifrige Verfechter mittlerweile auch bei den Studenten, um deren Zurichtung es den Bildungsplanern geht. Die Angst um den Job ruft nach handfestem, abfragbarem Wissen. Unreglementiertes Denken aber ist nicht realitätsgerecht. Es lässt sich nicht auf jenes Schema von Test und Training bringen, das eine permanente Selbstkontrolle marktkonformer Intelligenz institutionalisiert. "

Wir werden eine "Bildungselite" bekommen, die eben nicht gebildet ist, sondern nur nachplappern kann. Eine Elite, die nicht mehr zu eigenem Denken fähig ist, aber mit tollen Noten, Praktika und Auslandsaufenthalten pranzen kann.

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Olaf 13.12.2013, 13:49
12.

Zitat von kom.philbier
Das berühmte "Vitamin B" ist in Deutschland halt leider immer noch am wichtigsten um einen guten Posten zu ergattern - entgegen aller Beteuerungen. Qualifikation ist schön und gut aber eben nur zweitrangig.
Das ist richtig. Er sollte noch in eine Partei eintreten und ein wenig Landschaftspflege betreiben.

Das bringt ihn weiter als japanisch Kenntnisse.

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bergeron 13.12.2013, 13:49
13.

Zitat von Noctim
Wer mit 30 - 35 TEuro im Jahr klar kommt: Respekt. Davon kann man 'gerade mal' ein kleines Auto und ne Wohnung finanzieren und vielleicht alle 2-4 Jahre mal nen Urlaub machen.
Es gibt viele Menschen, die mit weniger auskommen müssen. Je nach Region/Stadt kann man mit 30-35 TEuro gut leben ... mit Auto und Urlaub. Sparen ist dann vermutlich nicht angesagt.

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james-100 13.12.2013, 13:50
14.

Zitat von sysop
Deutschlands Studenten sind ehrgeizig und haben hervorragende Zukunftschancen. Trotzdem machen sie Kettenpraktika, hetzen durchs Studium und fürchten den sozialen Abstieg. Warum eigentlich?
Was hat das alles mit Angst zu tun? Nur weil man realistisch den Arbeitsmarkt betrachtet und erkennt, das die meisten Menschen immer weniger Lohn bekommen, ist man nicht ängstlich.

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urtyp 13.12.2013, 13:52
15. Die wollen halt nicht vom Arbeitsamt erniedrigt werden!

Super ins eigene Bein geschossen CDU Schröder!

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Liberalitärer 13.12.2013, 13:53
16. 08/15

Zitat von Noctim
... Man muss halt auch das richtige Studieren: BWL oder Ingenieur/Maschinenbau. Da rollt der Rubel.
Nein, von einem 08/15 Studium ist abzuraten. Besser ist eine Lehre in einem seltenen Beruf (Diamantenschleifer, Waffenschmied etc.). Da hat man Erfüllung und kann als Meister sehr bekannt werden.

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susvol1 13.12.2013, 13:53
17. Das wird vermutlich in der nächsten Generation noch heftiger...

...und wird sich erst ändern, wenn die Eltern ihren Kindern nicht im Grundschulalter schon Termin-kalender verpassen, damit die sich optimieren können. Als Unternehmerin weiß ich, dass ich im richtigen Leben Menschen brauche, die verschiedenste Erfahrungen machen konnten und dadurch Selbstbewusstsein entwickelten. Und damit meine ich nicht "Stolz durch Leistung". Ich rate meinen Söhnen zum Entschleunigen.

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Dingsda 13.12.2013, 13:57
18. Und wieder die alte Leier....

...vom angeblichen Fachkräftemangel. Ich in Absolvent eines MINT Studiengangs und stecke daher gerade selbst im Bewerbungsprozedere. Das Bild was sich mir in den letzten Monaten eröffnet hat ist erschreckend. Zeitarbeitsfirmen und Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen im Ingenieurssektor schießen wie Pilze aus dem Boden. Sehr viele Jobangebote sind diesem Milieu zuzuordnen. Bei den restlichen offenen Stellen hat man ohne Berufserfahrung keine Chance. Und das betrifft nicht nur mich, viele in meinem Umfeld berichten über ähnliche Erfahrungen. Eine dieser "Humanresourcemanager" hat mir letzten sogar knallhart gesagt "...der Markt hätte sich gedreht, sie können sich vor Bewerbern kaum noch retten". Tja was soll ich da sagen...das ewige Geschreie der Arbeitgeber, es gebe nicht genug Fachkräfte ist ein Märchen. Fachkräfte werden höchstens in der Altenpflege oder der Gastronomie gesucht und 3mal darf man raten wieso. Ist halt alles eine Definitionssache des Wortes "Fachkraft". Meiner Meinung dient die Propaganda nur dazu die Lohnniveaus zu drücken. Super ausgebildet und arbeitet für einen Apfel und ein Ei.

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nasrim 13.12.2013, 13:57
19. Finanziell ist das Studium masslos überschätzt!

"Wer an der Hochschule war, verdient durchschnittlich 36 Prozent mehr als jemand mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung."

Könnt ihr beim Spiegel nicht endlich mal mit dieser Augenwischerei aufhören? Ich bin Professorin (im Angestelltenverhältnis) und meine Rente wird knapp über der Sozialhilfe liegen. Wenn ich im Monat 1000€ habe (ab 67 Jahre), ist das viel. Finanziell ist das Studium masslos überschätzt.

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