Forum: Leben und Lernen
Studentenurlaub mit Pappschild: "Nach Süden"

So ist das beim Trampen: Ewig hältst du dein Schild raus. Und wenn es aussieht, als halte keiner mehr, stoppt ein Mensch mit Herz und nimmt dich mit. Profi-Mitfahrer verraten, wie man mit Fremden sicher ans Ziel kommt.

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renesomi 22.04.2014, 16:42
50. geht auch anders

Zitat von Hannes2
Uns hat einer um 20EUR angebettelt mit dem Versprechen sie zurück zu überweisen. Ist nie geschehen. Mit dieser Aktion hat er stellvertretend für alle Anhalter mein Auto zum vorbeifahrenden Auto gemacht.
Ich habe mal jemandem 20 DM geschenkt, den ich an Weihnachten mitgenommen habe, es war ein schon älterer, etwas heruntergekommener Mann.

Ich glaube, ich habe niemals in meinem Leben jemanden so glücklich gemacht.

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benutzer8472 22.04.2014, 16:43
51.

Zitat von belzeebub1988
mann steht sowieso immer unter generalverdacht ein mörder und vergewaltiger zu sein..deswegen finger weg von weiblichen trampern..und zu allen trampern nur eins...geht arbeiten und kauft euch reisetickets wie jeder anständiger bürger auch...
Absolute Zustimmung. Auch fuer mich der Hauptgrund, niemals jemanden mitzunehmen, obwohl ich sehr viel alleine im Kombi unterwegs bin und sehr oft Tramper sehe.

Angst vor Ausgeraubtwerden habe ich weniger, dafuer habe ich genug Selbstverteidigungsmassnahmen im Auto.

Der zweite Grund warum ich nie jemanden mitnehmen ist, dass ich einfach keine Lust habe von irgendwelchen Moechtegern-Gutmenschen zugelabert zu werden.

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forenaccount 22.04.2014, 16:51
52.

Zitat von koka_banana
In den 60-70ern herrschte auf den Straßen Friede/Freude/Eierkuchen. Da war Trampen, auch für einzelne Frauen, noch relativ ungefährlich. Die Zeiten haben sich geändert. Trampen passt absolut nicht zum Zeitgeist. Außerdem gibt es mittlerweile sehr viele günstige Alternativen.
Sind Sie ganz sicher?
Ich würde vom Gegenteil ausgehen.

Fotohandys mit direktem Serverupload, Cloud, Flatrate, GPS. Vorsichtige Tramper fotografieren "unauffällig" das Nummernschild.

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larrymannino 22.04.2014, 16:58
53. Die effektivste Methode ist...

ordentlich, sauber gekleidet zu sein.
Man kommt zumindest schneller ans Ziel.

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RobinB 22.04.2014, 17:01
54.

Ich bin während Schule und Studium auch überall in Europa hingetrampt, inkl. über den Kanal. Unangenehme Erlebnisse gibt es ab und zu, aber es überwiegen die schönen Anekdoten. Daher bin ich auch ziemlich entsetzt über einige Beiträge hier! Nur so viel: als "anständiger Bürger" braucht man sich kein Reiseticket zu kaufen wie "jeder andere". Es reicht, sich an die Gesetze zu halten. Solang Trampen nicht verboten ist, soll man es tun, wenn man es will und bleiben lassen, wenn nicht. Aber hier keinen moralisierenden Senf abgeben...

Zu den Tipps: mich haben zwei Gruppen von Leuten mitgenommen (ca. 75% aller Fahrten deckten die sicher ab): LKW und Oberklasselimousinen (haupsächlich Mercedes). Die letzteren entpuppten sich so gut wie immer als ehemalige Tramper. Daran sieht man auch schon: Es nehmen einen die Berufsfahrer mit, weil sie viel gute Erfahrungen gemacht haben und Leute, die es im Leben zu etwas gebracht haben. Was wohl einfach auch mit einer offenen, positiven Grundeinstellung und ein wenige Abenteuerlust zu tun hat.

Zu den LKW-Fahrern habe ich noch einen Tipp: viele stehen unter Funkkontakt mit Kollegen und können schon während man bei Ihnen im LKW sitzt einen Anschluss organisieren, oder fragen für einen in den Truckercafes rum. Vor allem für Kanalüberquerungen super, weil Trucker nicht extra für Mitfahrer zahlen, d.h. man kann auch die Überfahrt kostenfrei haben! (War zumindest Ende der 90er/Anfang 2000 noch so).

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spon-facebook-10000410548 22.04.2014, 17:02
55. Anhalter, ja gerne

Als junger Mensch bin ich viel getrampt, wurde sogar mal vom Villeroy & Boch Chef mitgenommen. Anhalter mitnehmen ist für mich ein Zeichen für Achtung des Mitmenschen.

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Danares 22.04.2014, 17:02
56. Übertreibungen

Zitat von Teile1977
Ich nehme nie Tramper mit, da man sich in einem solchem Fall einer immensen Gefahr aussetzt. Da man als Mann onehin als potentieller Vergewaltiger und Mörder gilt önnte eine Mitfahrerinn die einem Böses will behaupten was sie möchte und mir würde niemand glauben. Einfach eine (versuchte) Vergewaltigung erfinden als Rache weil ich die letzten 10 Kilometer nicht auch noch gefahren bin, und schwubs ist mein Ruf (und meine Freiheit) ruiniert. Das mag übertrieben sein, aber auf einen Beweis bin ich nicht scharf.
Einen Mann, der körperlich nicht wesentlich stärker oder schwächer ist als Sie, könnten Sie doch aber ruhig mitnehmen. Als Mann wird man eh nicht so leicht mitgenommen, insofern ist auch die potentielle Dankbarkeit grösser...

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beundes 22.04.2014, 17:06
57. Früherer Ostblock

In Rumänien, Bulgarien etc. ist es seit jeher üblich nach einem lift sich die Kosten für die Fahrt anteilig und fair zu teilen, daher ist die auffordernde Geste keine furchterregende Handbewegung als vielmehr ein Relikt aus der Zeit des realexistierenden Sozialismus und dem Wunsch begrenzt vorhandene Ressourcen soweit wie möglich zu schonen.

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albert schulz 22.04.2014, 17:08
58. Verletzbarkeit

Zitat von colinchapman
Es hat etwas von Sippenhaft, an Trampern vorbei zu fahren vermutlich sind 99 Prozent harmlos und freundlich. Aber als Fahrer ist man(n) zugleich potenzielles Opfer (Diebstahl, Raub) und Täter - was, wenn sich die freundliche Tramperin als gestörte Frau erweist, die einen der Grapscherei bezichtigt? In den USA steigen Männer üblicherweise nicht in einen Aufzug ein, in dem schon eine einzelne Dame drin ist, nur aus der Paranoia heraus, sich nicht dem theoretisch möglichen Vorwurf einer Vergewaltigung auszusetzen. In Deutschland sind wir (leider, aber nicht unberechtigterweise) auf demselben Weg.
Die Gefahr für die Frau ist eher gering, es sei denn der Mann wäre außer sich. Der Zustand müßte aber nahe am Irrsinn sein, wo Phantasie und Realität verschmelzen. Ängstliche Frauen dürften sehr selten trampen. Vielmehr müßte der Mann Angst haben, nicht unbedingt vor einer Vergewaltigung, aber daß eine charmante Dame ihn im Handumdrehn zum Hanswurst macht. Davor haben Männer berechtigt Angst, nicht umsonst werden so viele schwul, was ganz sicher nichts mit Genetik zu tun hat, sondern ausschließlich mit der zupackenden Aggressivität der Mädels im harmlos naiven Gewand, ungemein verwirrend für ein männlich einfaches Gemüt. Was soll etwa ein Mann machen, wenn eine liebreizende und höchst verletzlich wirkende Dame ihn bittet, einen zeitraubenden Umweg zu fahren ? Die Mädels können sich recht geschickt ins Gemüt einschleichen. Und sie wissen das auch. Verheiratete Männer sind weniger verletzlich, also wehrhafter gegen diese innbrünstig vorgetragenen Angriffe, selbst in nervösen Endzeitstimmungen. Übrigens ein guter Grund für die Ehe. Die Unbeweibten schweben zwischen Todesangst und heilloser Hoffnung, beides absolut unbegründet. Die Frau macht den Sack zu, sonst niemand.

Die Kolonien in Übersee pflegen ein klares Matriarchat. Dort gibt es allerlei Religionen, die selbst Neanderthaler erschreckt hätten ob ihres offenbarten Unsinns. Da werden zweiundsechzigjährige Greise wegen Vergewaltigung angeklagt und müssen Millionen löhnen, bevor sie freigesprochen werden. Na ja, in der Schweiz gibt es auch so einen Fall mit einem Siebzigjährigen. Ebenfalls Calvinisten.

Gesellschaft ist ganz nett, Zugelabert werden hat aber Grenzen, was jeder bestätigen kann, der eine Putzfrau hat. Und wenn ich im Auto lauthals singe, dürften Zuhörer eher störend sein. Bereits Vorbeifahrende halten mich für einen Vollidioten. Dabei mache ich das nur wegen der total bescheuerten Radiosender. Die wissen nicht, was ich hören möchte. Autofahren allein ist eben scheißlangweilig.

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alderbabbsack 22.04.2014, 17:13
59. optional

Selten so viel Unsinn gelesen wie in dieser Diskussion.

Zunächst mal: Sich an die Straße stellen und den Daumen raushalten funktioniert zwar, aber nicht besonders zuverlässig, und ist immer mit dem Risiko verbunden an einer ungünstigen Stelle mal 2 oder 6 oder 12 Stunden nicht mitgenommen zu werden. Bei schönem Sommerwetter ist das zu verkraften, bei Regen und Kälte kann es rein körperlich zum Desaster werden.

Wer systematisch trampt der stellt sich nicht an die Straße, es sei denn es gibt keine andere Möglichkeit, sondern sucht Autobahnraststätten auf und spricht die Leute dort direkt an.

Man fragt erst mal "Wo fahren sie hin?", "Fahren Sie nach X?", und wenn die Richtung stimmt, dann bittet man freundlich darum mitgenommen zu werden. Wenn die erste Frage positiv beantwortet wurde dann ist schon mal ein persönlicher Kontakt hergestellt, man ist für den Autofahrer nicht mehr der Tramper am Straßenrand, sondern eine reale Person. Und auf eine solche Bitte hin aktiv Nein zu sagen ist für den Autofahrer viel schwieriger, als bei Tempo 100 einfach nicht anzuhalten.

Viele Autofahrer die mich mitgenommen haben sagten mir, dass sie eigentlich nie Tramper mitnehmen würden. Entscheidend ist dass man Situationen herstellt in denen es dem Autofahrer leicht fällt spontan Ja zu sagen.

Wer sich darauf beschränkt selbt die Autofahrer anzusprechen anstatt auf anhaltende Fahrer zu hoffen, der bewegt sich auch sehr viel sicherer, weil er eigene Filter setzen kann, und nicht von Autofahrern mit kriminellen Absichten als leichtes Opfer gesehen wird.

Als Langstreckentramper ist die richtige Location Gold wert. Eine Raststätte nahe einer Großstadt an einer von der Großstadt weg führenden Autobahn ist ideal. Von dort nimmt man keine kurzen Mitfahrgelegenheiten wahr, sondern setzt auf Langstrecken. Lieber etwas länger warten und dafür Karlsruhe-Barcelona, München-Belgrad, Mailand-Frankfurt bekommen als 100 Kilometer weiter zu sein aber abseits der Fernverbindung.

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