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Studie: Was Arbeiterkinder zum Studium ermuntert
DPA

Es ist eine große Ungerechtigkeit im Bildungssystem: Akademiker-Kinder gehen häufiger an die Uni als Abiturienten, deren Eltern nicht studiert haben. Nun zeigt eine Studie, was dagegen hilft.

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Marlo 03.07.2016, 12:39
100.

Wo kommt eigentlich das Märchen her, dass man mit einem Studium automatisch mehr verdient, als mit einer Berufsausbildung? Es kommt immer drauf an, was man studiert bzw welche Ausbildung man macht. Fluglotse zb ist auch ein Ausbildungsberuf, und die verdienen sehr viel mehr als die meisten Akademiker. Anwendungsentwickler ebenfalls, wobei man diesen Beruf auch ohne Studium/Ausbildung ausüben kann. Was kann denn auch jemand, der Geschichte oder Philosophie studiert? Wo soll so jemand eingesetzt werden? Ein Biologe oder Chemiker hat sehr viel mehr Möglichkeiten, auch was das finanzielle angeht. Aber auch ein Mechatroniker, verdient nach seiner Ausbildung mehr als ein Philosoph, zumindest mehr als die meisten. Was ich micht aber frage ist: Können die Kinder nicht selbst entscheiden, was sie wollen? Brauchen die immer ihre Eltern, um zu wissen, was sie machen sollen? Ich hab mir von meinen Eltern nie reinreden lassen,denn es geht nicht darum, seine Eltern zufrieden oder stolz zu machen, sondern um den eigenen Lebensweg. Für ganz viele Akademiker-Kinder wäre eine Ausbildung sehr viel besser geeignet, genauso wie sehr viele Kinder von nicht Akademikern, besser ein Studium anfangen sollten. Denn die Herkunft sagt nichts über die Fähigkeiten aus. Klar, die Eltern mit mehr Geld bzw einem anderen Verständnis von Bildung, geben mehr Geld aus, um ihre Kinder durch das Gymnasium und später durch das Studium zu schleifen. Aber diese Kinder haben nicht automatisch mehr drauf, als diejenigen, deren Eltern kein Geld für Nachhilfe oder teure Fachbücher aufbringen wollen oder können. Das Abitur ist mittlerweile nur noch ein Standard -Abschluss, welchen jeder schaffen kann. Das ist politisch gewollt, hier findet also keine Abgrenzung statt. Aber trotzdem hat man gbf durch Nachhilfe bessere Noten,was den Einstieg in bestimmte Richtungen erleichtert. Ein Studium wird in Zukunft aber auch nicht mehr diese Sicherheit bringen,welche es heute hat, wenn man das richtige studiert. Denn die Unis/ FH sind mittlerweile überlaufen,denn jeder meint iwie, dass er studieren muss,um was zu erreichen. Was passiert aber, wenn es zu viele mit einem identischen Abschluss gibt? Angebot & Nachfrage. Dann wird man Jobs machen müssen, für die eigentlich kein Studium notwendig gewesen wäre, mit entsprechender Entlohnung. Ein Arichitekt mach den Job des technischen Zeichners,usw. Den Effekt sieht man in Ländern mit Akademikerquoten bei ca 70-75 %. Hohe Arbeitslosigkeit der Akademiker, vor allem der jüngeren. Zu viele Hochqualifizierte für zu wenige, geeignete Jobs. Genau das kann auch hier passieren. Studium ist nicht alles, vor allem dann nicht, wenn man ein funktionierendes, duales Sytem hat.

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dreamland_1982 03.07.2016, 18:46
101. In Wahrheit werden die Akademiker Familien massiv benachteiligt!

Ich kann es echt nicht mehr hören, wenn es heißt, dass aktuelle Bildungssystem sei ungerecht und wir müssten mehr Geld für Sozialschwache ausgeben weil Nicht-Akademiker nicht so häufig zur Uni gehen würden und schlechtere Chancen hätten.

Das Gegenteil ist der Fall! Mein Vater ist einfacher Lehrer und musste seine 3 Kinder durch Studium bringen. Das sind pro Kind locker 50.000 Euro, also in Summe rund 150.000 Euro die er für das Studium aufbringen musste.

Ein Freund von mir, aus einer Einwandererfamilie mit 11 Kindern, bekam vollen Bafög. Dadurch hatte er während des Studiums nicht nur doppelt so viel Geld wie ich zur Verfügung und musste keinen Ferienjob annehmen. Er musste auch von den angehäuften Bafögschulden nur 10.000 Euro zurückzahlen (wegen der Schuldenbremse die es in NRW gibt).

Die Akademikerfamilie ist also pro Kind soweiso schon mit knapp 40.000 Euro im Nachteil.

Es ist nicht so, dass ich Bafög für etwas Schlechtes halte oder nicht gönne. Doch ein System, das im Moment den einen knapp 40.000 Euro schenkt und dann auch noch sagt, dass diese Benachteiligt sind, finde ich schlicht ungerecht! Wenn müsste es so laufen, dass das Bafög allen zur Verfügung steht, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Das Studium kann sich durch Bafög in Deutschland jeder leisten. Zumal wenn er (wie ich) nebenher arbeiten geht. Der Wille ein Studium zu absolvieren hat in meinen Augen nichts mit dem Einkommen der Eltern zu tun. Es ist höchstens so, dass durch den Akademikerhaushalt ein anderer Antrieb da ist ein Studium zu machen und zu beenden. Auch weil die Eltern sich vielleicht mehr um die Kinder kümmern und ihnen auch mal in den Hintern treten.

Doch den Antrieb muss letztenendes jeder selbst haben. Da hilft auch Geld nichts. Es führt ehr dazu, dass man das Studium als etwas Selbstverständliches begreift und nicht als etwas, was man sich erarbeiten muss.

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Kerze der Freiheit 03.07.2016, 19:56
102.

Zitat von dreamland_1982
Ich kann es echt nicht mehr hören, wenn es heißt, dass aktuelle Bildungssystem sei ungerecht und wir müssten mehr Geld für Sozialschwache ausgeben weil Nicht-Akademiker nicht so häufig zur Uni gehen würden und schlechtere Chancen hätten. Das Gegenteil ist der Fall! Mein Vater ist einfacher Lehrer und musste seine 3 Kinder durch Studium bringen. Das sind pro Kind locker 50.000 Euro, also in Summe rund 150.000 Euro die er für das Studium aufbringen musste. Ein Freund von mir, aus einer Einwandererfamilie mit 11 Kindern, bekam vollen Bafög. Dadurch hatte er während des Studiums nicht nur doppelt so viel Geld wie ich zur Verfügung und musste keinen Ferienjob annehmen. Er musste auch von den angehäuften Bafögschulden nur 10.000 Euro zurückzahlen (wegen der Schuldenbremse die es in NRW gibt). Die Akademikerfamilie ist also pro Kind soweiso schon mit knapp 40.000 Euro im Nachteil. Es ist nicht so, dass ich Bafög für etwas Schlechtes halte oder nicht gönne. Doch ein System, das im Moment den einen knapp 40.000 Euro schenkt und dann auch noch sagt, dass diese Benachteiligt sind, finde ich schlicht ungerecht! Wenn müsste es so laufen, dass das Bafög allen zur Verfügung steht, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das Studium kann sich durch Bafög in Deutschland jeder leisten. Zumal wenn er (wie ich) nebenher arbeiten geht. Der Wille ein Studium zu absolvieren hat in meinen Augen nichts mit dem Einkommen der Eltern zu tun. Es ist höchstens so, dass durch den Akademikerhaushalt ein anderer Antrieb da ist ein Studium zu machen und zu beenden. Auch weil die Eltern sich vielleicht mehr um die Kinder kümmern und ihnen auch mal in den Hintern treten. Doch den Antrieb muss letztenendes jeder selbst haben. Da hilft auch Geld nichts. Es führt ehr dazu, dass man das Studium als etwas Selbstverständliches begreift und nicht als etwas, was man sich erarbeiten muss.
Sie haben zum Teil Recht. Allerdings gibt es auch Studenten, die kein BAFÖG erhalten, obwohl die Eltern relativ wenig verdienen. Man muss also schon recht wenig haben, um BAFÖG-berechtigt zu sein.

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Kerze der Freiheit 03.07.2016, 19:57
103.

Zitat von bernd.stromberg
Ich kenne schon einige Ingenieure die für 1000 Euro arbeiten. Tagessatz versteht sich.
Tja, und andere Ingenieure verdienen 1200 Euro netto pro Monat. Mit Berufserfahrung.

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GinaBe 04.07.2016, 08:22
104.

Erkenntnisse der Soziologie existieren seit etwa 140 jahren.
Sie sagt, wie Umfeld und Familie das Kind prägen. Diese Prägung hat unmittelbaren Einfluss auf das ganze Leben.

Finden zusätzliche Impulse in Pubertät, früher oder später statt, kann der junge Mensch sich mit diesen von der Prägung befreien. Er lernt, weiter zu denken als die Vorgabe von zuhause.

Diese Ergebnisse brauchen auch nicht immer wieder durch neue studien bestätigt zu werden. Sie sind Fakt und offenbar erwünscht.

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INGXXL 04.07.2016, 10:00
105. #105

Wenn man nur eine1/4 Stelle hat könnte das zu treffen. Ausserdem muss man unterscheiden welcher Abschluss. FH TU, Bachelor, Diplom, Master oder Promoviert. Also Master von einer renommierten TU 9 und Abschluss in Regelstudienzeit und besser als 2,0 da kann man sich den AG aussuchen und fängt mit 4000 brutto an und hat nach 5 Jahren 6000.

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