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Studie: Was Arbeiterkinder zum Studium ermuntert
DPA

Es ist eine große Ungerechtigkeit im Bildungssystem: Akademiker-Kinder gehen häufiger an die Uni als Abiturienten, deren Eltern nicht studiert haben. Nun zeigt eine Studie, was dagegen hilft.

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Kerze der Freiheit 30.06.2016, 16:18
10. Schlechte Idee

Zitat von Dumme Fragen
Die 72% haben mich positiv überrascht! Hatte befürchtet, es wären weniger. Und die Differenz kann ja noch kleiner werden, da viele erst eine Ausbildung machen, aber dann doch noch studieren. War übrigens in meiner Familie auch so - viele haben ......
Machen alle eine Ausbildung, gibt es noch mehr junge Leute, die keine Ausbildung antreten können. Die Idee ist also in der Realität unpraktisch.

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Kerze der Freiheit 30.06.2016, 16:19
11. Ganz einfach

Zitat von suelzer
Wenn die Kinder der Akademiker und des gehobenen Bürgertums unter sich bleiben können wäre es besser mit der Gesellschaft. Es muss eine strikte Trennung zwischen oben und unten geben. Arbeiterkinder leisten auch mit Studium weniger als die Kinder der besseren Leute. So ist das nunmal und so wird das immer sein.
Es ist ganz einfach: Jeder der gedient hat, Französisch kann und richtig mit Messer und Gabel essen kann, ist (akademische) Oberschicht. Der Rest nicht. Unglaublich, was hier so zensiert wird.

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Dumme Fragen 30.06.2016, 16:23
12. @11: Wieso?

Früher haben doch auch 90% eines Jahrgangs eine Ausbildung gemacht. Warum sollte das heutzutage nicht mehr möglich sein? Billige Arbeitskräfte sind doch beliebt!

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yogi65 30.06.2016, 16:30
13. Ich sehe kein Problem

bei den jungen Leuten die das Abitur in der Tasche haben. Wer es erst einmal dahin geschafft hat kann sicher weitgehend eigenverantwortlich beurteilen ob ein Studium das Richtige für ihn ist. Die große Herausforderung ist es doch Kinder aus nicht-akademischen Familien zum Abitur zu führen. Denn hier ist die Relation sicher noch deutlich ungünstiger als nur 84 zu 72 Prozent. Darin sehe ich eine große Ressourcen-Verschwendung die sich unser Land eigentlich nicht erlauben kann.

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alt-nassauer 30.06.2016, 16:34
14.

Mein anliegen ist ein ganz anderes, als schon in der Schule zu Entscheiden wo geht der Berufliche Werdegang hin.... Bis vor wenigen Jahren musste man zumindest die Fachoberschule besuchen und hatte dann die Berechtigung gleich zum Studium. Ganz wenige Berufe wurde es nach und nach über Meister und Techniker ermöglicht, erst später zu studieren - ohne Abitur. Das waren wenige Studiengänge, die entweder im Fernstudium oder in Vollzeit angeboten wurden. Nun und das soll man mal Loben, gibt es Uni´s und FH´s, die Studium neben des Berufs anbieten. Somit eine Finanzielle und Berufliche Absicherung bleibt. Als nach einem Abitur, gleich zu studieren. Beruf und Studium, hat sogar den Vorteil der Praxisnähe, wenn es sich um Studiengänge handelt die das auch erfordert wie Bauingenieure oder in der Verfahrenstechnik.

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Alias_aka_InCognito 30.06.2016, 16:35
15.

Zitat von suelzer
Wenn die Kinder der Akademiker und des gehobenen Bürgertums unter sich bleiben können wäre es besser mit der Gesellschaft. Es muss eine strikte Trennung zwischen oben und unten geben. Arbeiterkinder leisten auch mit Studium weniger als die Kinder der besseren Leute. So ist das nunmal und so wird das immer sein.
Mag ja sein, ist sogar objektiv richtig.

Arbeiterkinder haben eine andere Herkunftsprägung und können sich in einer Uni nicht sofort akklimatisieren.
An einer Uni sind wissenschaftliche Mitarbeiter und Dozenten selbst als Studenten äußerst selten in einer Prüfung durchgefallen, haben kein Semester über der Regelstudienzeit überzogen und immer Noten besser als 2.0 gehabt.

Wenn Arbeiterkinder an die Uni kommen, ist es eigentlich schon zu spät, die Defizite in akzeptabler Zeit aufzuholen.
Hier gibt es nur Ausnahmen in den technischen Bereichen, wo naturwissenschaftlich talentierte Arbeiterkinder Fuß fassen können.

Ansonsten haben Uni-Leute einen Habitus, den sie von Hause aus haben.

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Teile1977 30.06.2016, 16:36
16. Meister

Zitat von tomxxx
Als nächstes wäre aber tatsächlich zu hinterfragen, ob ein Studium soviel bringt. Der Weg über eine Lehre mit anschliessendem Meister ist so verkehrt auch nicht. Viele kleinere Betriebe werden so geführt. Besser als ein Soziologiestudium dürfte das sein...
Ein Meistertitel ist in der Industrie nichts wert, wenn sie nicht gerade am Band stehen wird ein Ingenieurtitel verlangt.
Was sie können ist in Deutschland egal, sie benötigen den Titel als Nachweis.

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austenjane1776 30.06.2016, 16:37
17. Heute ist heute

Zitat von Dumme Fragen
Früher haben doch auch 90% eines Jahrgangs eine Ausbildung gemacht. Warum sollte das heutzutage nicht mehr möglich sein? Billige Arbeitskräfte sind doch beliebt!
Es gibt nicht genug Ausbildungsplätze -
oder andersrum, viele Möchtegern-Azubis sind zu doof oder zu faul. Kurz gesagt.

Viele Ausbildungsn sind auch einfach schwerer geworden - mehr Kenntnisse, mehr Können, mehr Selbständigkeit.
schafft nicht jede/r.

Viele Betriebe sparen sich auch den Aufwand.
Außerdem - es gibt einige Ausbildungen, die bei geeignetem Einsatz sehr gute Einkommen ermöglichen.
Das kann man selber herausfinden - wenn man will.

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sapereaude! 30.06.2016, 16:48
18.

Zitat von upalatus
Sie werfen mit erkennbarer Absicht einen stinkenden Knochen in die Arena. Also gut. Als "gewordener" Akademiker aus sehr kleinen Verhältnissen sage ich dazu: selten was dämlicheres gelesen.
Teilweise muss ich Ihnen zustimmen. Auch ich hatte das Glück, als Arbeiterkind ein Studium zu absolvieren. Ich nehme an, das meinen Sie mit "gewordener Akademiker". Das war allerdings in einer Zeit als wir hier noch ein soziale Marktwirtschaft hatten und die sPD noch die SPD war. Heute sieht die Realität in Deutschland leider neoliberaler aus. Und die genannten Zahlen, so sie denn stimmen, belegen das ja auch.

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kayakclc 30.06.2016, 16:53
19. Missverständnis: Ungerechtigkeit

Warum alles, was keine Gleichverteilung erzeugt mit dem Modebegriff "Ungerechtigkeit" belegt wird, ist nicht klar. Was heißt Gerechtigkeit? Ich sehe gerade in Zeitalter des Internets und des Smartphone eine schichtenübergreifenend Informationsvorsprung gegenüber Menschen vor 50Jahre. Chancengerechtigkeit ist längst hergestellt. Nur am Ende muss der Mensch selbst den Hinter hochbekommen und sein leben in die Hand nehmen.

In meiner Familie gibt es einige (Großvater+ Schwiegervater), die es von Nichtakademiker zum Hochschullehrer geschafft haben. Begabung gepaart mit enormen persönlichen Arbeitseinsatz war deren Erfolgsrezept.

Aber das wird in diesen Studien immer unterschlagen: Man mißt eben nicht die intellektuelle Leistungsfähigkeit beider Gruppen, und setzt diese Zahlen in Relation, weil das politisch unkorrekt erscheint: wir sind alle gleich, wir spielen alle Fussball wie Rondaldo, und laufen wie Bolt!
Nur das System ist daran schuld, dass wir eben nicht unter 10sec die 100m schaffen... oder nicht? Unsere Eltern, die Gesellschaft verhindert unseren Olympiasieg.

Das ist die Übersetzung dieser unterschwelligen falschen Annahmen solcher Studien in die Sportwelt.

Die Frage müsste eher lauten: unter den Gruppe von Abiturienten mit 1.0-1.5er Abitur im selben Bundesland, wie sehen da die Verteilung der Studierwilligen aufgeschlüsselt nach Herkunft aus. Natürlich wird ein Schlaubberger den "Chancengleichheitjoker" ziehen wollen. Ich aber erinner mich an Zwillinge in meiner Klasse, (Gleich Erziehung, gleiche Schule, gleiche Lehrer) bei denen der eine nach der 8. in die Realschule abging und mit mittlere Reife und Lehre glücklich wurde, während der Bruder studierte.... Es sind eben nicht alle gleich!

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