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Studie: Was Arbeiterkinder zum Studium ermuntert
DPA

Es ist eine große Ungerechtigkeit im Bildungssystem: Akademiker-Kinder gehen häufiger an die Uni als Abiturienten, deren Eltern nicht studiert haben. Nun zeigt eine Studie, was dagegen hilft.

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GoaSkin 01.07.2016, 00:44
60. den Arbeiterkindern sind Akademiker fremd und suspekt

Wer aus einer Arbeiterfamilie kommt und in einem Stadtteil aufwächst, in dem man nicht unbedingt die besser betuchten Leute um sich herum hat, der hat auch ein Soziales Umfeld, in dem es kaum bis keine Akademiker gibt. Wer sich nicht wie die anderen für einen niedrigen Schulabschluss entscheidet und danach eine Lehre macht, wird schnell zu einem Sonderling, der sich dort keine Freunde macht, aber dennoch auch von Gymnasiasten aus besseren Millieus nicht so recht akzeptiert wird. Darum wird lieber der einfache Weg gegangen, den die anderen (dort) auch gehen.

Was dagegen hilft ist, dafür zu sorgen, dass die Städte durchmischte Wohngegenden baut, statt verschiedene einkommenshomogene Viertel - und zugleich dafür sorgt, dass die Kinder in den Schulklassen stets von unterschiedlichen Eltern sind.

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antonnymos 01.07.2016, 06:00
61. wow

nach dem Studium kann man mehr verdienen als ohne ... und das muss man den Kindern "sagen"?

Ach kommen Sie: so dumm sind unsere Kinder nun wirklich nicht.

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antonnymos 01.07.2016, 06:06
62.

Zitat von Teile1977
Ein Meistertitel ist in der Industrie nichts wert, wenn sie nicht gerade am Band stehen wird ein Ingenieurtitel verlangt. Was sie können ist in Deutschland egal, sie benötigen den Titel als Nachweis.
Nicht ganz - ein Meister ist ja auch ein Titel - allerdings einer, der "gekauft" werden kann (die Teilnehmer der Weiterbildung sind in der Regel Kunden der IHK - nicht Studenten/Schüler die ihr Können beweisen müssen).

Spätestens nach ein paar Jahren im Beruf ist der "Titel" sowieso irrelevant - bei den interessanten Stellen wird dann eher geschaut, was man in den letzten Jahren gemacht hat.

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antonnymos 01.07.2016, 06:09
63.

Zitat von familie.limmer13
oder ein Gesetz, das benachteiligte Bevölkerungsgruppen ( Arbeiter-,Harz4-,Asylanten-kinder sowie Kinder mit niedrigem Intelligenzquotienten der Eltern , usw) durch Notenboni aufwertet und zwar durch die ganze Ausbildung bis zur Promotion und Habilitation. Bei der Arbeitsplatzvergabe ......
bei dem Konzernchefposten sehe ich hier ein Qualifikationsproblem - man braucht keinen hohen IQ um auf einen Stuhl zu sitzen und die Hand aufzumachen.

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bekkawei 01.07.2016, 07:09
64.

Zitat von Teile1977
Ein Meistertitel ist in der Industrie nichts wert, wenn sie nicht gerade am Band stehen wird ein Ingenieurtitel verlangt. Was sie können ist in Deutschland egal, sie benötigen den Titel als Nachweis.
Hört sich als Kritik an, der letzte Satz.

Finden Sie ein Chirurg sollte erst mal in der Praxis vorführen, was kann und dann kriegt er den Job, auch wenn kein Nachweis da ist?

Wäre das fairer?
Wären Sie bereit, sich dann auf den OP-Tisch zu legen?

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trulla 01.07.2016, 07:29
65.

Und wer fördert die handwerklich begabten Kinder in Akademikerfamilien? Dass es für sie mindestens ein genau so grosses Problem ist, "nud" eine Ausbildung machen zu dürfen, wird ignoriert. By the way: hinter unserem Haus ist eine grosse Baustelle. Die Bauarbeiter steigen nach der Arbeit in ihre dicken Autos (E-Klasse Benz, Audi-Suv), wir armen Akademiker staunen nur. Ich leiste mir nur noch ein Fahrrad und eine Bahncard 25. Also lasst doch bitte das ewige Hickhack um die Schichtungerschiede. Ihr macht sie grösser als sie sind. Ein Studium macht nicht jeden glücklich!

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siora 01.07.2016, 08:16
66. was hilft?

Stipendien, die man auch als Normalsterblicher ohne 1,0er Schnitt oder Parteizugehörigkeit beantragen kann.
Bafögzahlungen, die zur Abwechslung auch mal für einen Lebensunterhalt reichen.
Kostenfreier Zugang zu Lehrmaterial wie Büchern.
Mehr bezahlbarer Wohnraum gerade für Studenten ohne Eltern mit fetter Brieftasche.
... soll ich weitermachen?
Als Arbeiterkind muss man zusehen dass man selber schon während des Studiums halbtags arbeitet, weil man sich als Student das Studium sonst gar nicht finanzieren kann, weil wenn man tatsächlich Bafög bekommt, ist die Summe ein Witz. 550? bei einem Studienplatz wo die 1ZiWhg bereits 450 kostet? da bleibt weder genug für nebenkosten wie strom/internet, krankenkasse, studienmaterial geschweige denn für sowas unwichtiges wie lebensmittel.
Akademikerkinder, die ihren Lebensunterhalt sponsored by mama/Papa kriegen, weil die sich das im gegensatz zur mittelklasse leisten können, haben diese probleme in der regel nicht!
mehr soziale fairness und möglichkeiten für schüler aus allen schichten, dann studieren auch eher diejenigen, für die ein studium derzeit einfach unfinanzierbar ist.

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fatherted98 01.07.2016, 08:32
67. Schon was wahres dran...

...der Akademiker ist der Adlige des 21 Jahrhunderts un er grenzt sich von der Arbeiterklasse ab...jedenfalls in Deutschland. Man grenzt sich nach unten ab, behandelt Nicht-Studierte wie Dreck und hat einen überhohen Dünkel...ganz ähnlich wie die Adelsschicht des 19 und 20 Jahrhunderts.
Auch in der Politik wird fast nur über "Studierte" gesprochen...der einfache Handwerker zählt da gar nicht...wohl auch deshalb weil man mit diesen Menschen als Polit-Akademiker keinen Kontakt hat.
Aber auch die Damen wählen Ihren Liebsten nicht unbedingt nach Sympathie sondern nach akademischen Grad aus....merke ich immer wieder im Bekanntenkreis...naja...hält dann halt nicht lange...aber die Abfindungen sind eindeutig höher als in Arbeiterkreisen.

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Kerze der Freiheit 01.07.2016, 09:06
68.

Zitat von suelzer
...ja ja und nochmals ja. Das war eine bös gemeinte PROVOKATION. Ich wollte einmal sehen, wer hier mit Standesdünkel darauf abfährt. Ich selbst stamme aus ärmsten Verhältnissen, aus echten proletarischen Kreisen, ich habe erfolgreich Jura, Geschichte und Soziologie studiert. Ich bin als Marxist in der Arbeiterbewegung tätig, sofern Sie alle Zeitung lesen, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Sie fast täglich etwas von .....
Ich fürchte, Sie haben sich hier die falsche Zeitung ausgesucht, um Leute mit Standesdünkel zu finden, zumindest Leute mit finanziellem und/oder abstammungsmäßig begründetem Standesdünkel. Die lesen nämlich den Spiegel einfach nicht. Ich weiß, wovon ich Rede, in meinem Umfeld liest keiner den Spiegel, wenn er ein bestimmtes Alter erreicht hat, also älter als etwa 25 Jahre ist.
Das Oberschichts- und Akademikerkinder es leichter im Studium haben, gilt aber nur bedingt. Es gilt, wenn man von den Eltern wissensmäßig und finanziell unterstützt wird. Leider gibt es auch Oberschichtseltern, die ihre Kinder wissensmäßig absichtlich nicht unterstützen wollen, da sie durch irgendwelche kruden 68er-Gedanken durchsetzt sind. Aber zumindest die finanzielle Unterstützung ist da fast immer vorhanden.

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Kerze der Freiheit 01.07.2016, 09:09
69.

Zitat von cave68
nur seltsam:mit weit über 90 % der Produkte oder Dienstleistungen von Handwerkern war ich in der Vergangenheit restlos zufrieden...also muss es doch Menschen geben,die in ihrer Ausbildung etwas gelernt haben,oder? Vielleicht haben sie aber auch einfach nur vergessen,welche und wieviele interessante Lehrberufe es gibt.
Manche Leute lernen schon was, müssen sich das dann aber irgendwie selbst beibringen. Wenn heute bei fast jedem Hausbau übermäßig stark gepfutsch wird, spricht das aber für meine These. Und wenn ich mir nur die unverzichtbarsten Elektrogeräte kaufe, da man diesen (die absoluten Luxusgeräte mal abgesehen) die schlechte Qualität schon ansieht bzw anfühlt, bestätigt micht das ebenfalls in meiner Meinung.

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