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Studie der Bertelsmann-Stiftung: Deutschlands Schulsystem gibt Kindern wenig Chancen
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Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.

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Tiananmen 24.06.2013, 12:56
310.

Zitat von H.Lorenz
Der Untergang der DDR, der Fall der Mauern und der Grenze ist zuerst einmal der alleinige Verdienst der DDR-Bürger. Und "ja", die DDR besaß einen sehr hohen Bildungsgrad, auch höher als der der Bundesrepublik. Das ist ein Fakt, der im Bereich der Allgemeinbildung besonders auffällig ist. Die DDR (und deren Ideologie) gaben vor, die Menschen zu frei und selbst denkenden Individuen erziehen zu wollen. Für ein authoritäres System ist das langfristig eine nicht zu unterschätzende Gefahr, erzieht man doch seine Bürger zu einer Art dialektischer Kausalität. Und ganz direkt gesagt: mit den Bürgern der heutigen Bundesrepublik hätte es die Ereignisse des Jahres 1989 und ff. nicht gegeben.
Ja, ja - damals war alles besser. Nur die Bananen waren weniger. Warum hat der über so gebildete Bürger verfügende Staat dann technologisch so versagt, dass keines seiner Produkte in den Westen ausgeführt werden konnte? Zu sophisticated? Man kann sich alles schön reden, wenn man die Füße im Trockenen hat, gell!

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20099 24.06.2013, 12:57
311.

"Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt." - Das wird sich auch nicht ändern lassen! Es sei denn man nimmt die Kinder als Säuglinge den Eltern weg und steckt alle zusammen in ein Internat! Entscheidend ist aber das in D ein Herr Schröder Bundeskanzler werden konnte!

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mindwalker 24.06.2013, 12:58
312. Möglich, aber unwahrscheinlich

Zitat von Izmi
Hhmmm... kann es sein, dass hochintelligente Eltern auch strohdumme Kinder haben können? Und absolut doofe kleine Einsteins aufziehen? Auf die Gene würde ich mich nicht verlassen, schließlich vererben sich zwei verschiedene Menschen in einem neuen. Und da schlagen auch schon mal schlummernde Bestandteile der Veranlagungen durch. Aber im Mittel sind wir wohl alle ähnlich intelligent... Sie auch.
Die Kinder von Eltern mit einem IQ von, sagen wir, 70 haben aufgrund des Phänomens der Regression zur Mitte einen Erwartungswert bezüglich des IQ irgendwo zwischen 70 und 100. Nehmen wir, im Zweifel für den Angeklagten, einmal den sehr optimistischen Erwartungswert von 85. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit für solche Eltern, ein hochbegabtes Kind zu bekommen (IQ >= 130) etwa 0,1%, also eins zu tausend.

Genauso verhält es sich auf der umgekehrten Seite. Das Risiko, daß zwei hochbegabte Eltern ein schwachsinniges Kind zur Welt bringen ist ebenso verschwindend gering, statistisch aber noch möglich.

Und ähnlich intelligent sind wir alle ganz sicher nicht. Ich habe mir mal den Spaß gemacht, bei einem IQ-Test zu versuchen ein Ergebnis von 100 zu erreichen, indem ich absichtlich bei den schwierigeren Fragen falsche Antworten gab. Meine Zielfragestellung war also "auf welchem Niveau denkt ein durchschnittlich begabter Mensch". Meine Schätzung durchschnittlicher Intelligenz lag um fast eine Standardabweichung daneben. Ich produzierte ein Ergebnis von 112. Mit anderen Worten, ich überschätzte die Denkleistung eines 100er's erheblich. Seitdem wird mir angst und bange bei der Vorstellung, in welchem geistigen Nebel die Hälfte der Menschen herumstochert, denen ich am Tag so über den Weg laufe. Dies führte bei mir zu einer ganz erheblichen Zurückhaltung im Umgang mit meinen Mitmenschen. Angefangen im Straßenverkehr bis hin zu Diskussionen im privatem Umfeld (außer in Internetforen, da kann ich zum Glück noch offen zu meinem elitären Anspruch stehen).

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rancher 24.06.2013, 12:59
313. Arme Kinder

Zitat von kleinzack
ob da die Genetik reinhaut? Oder die von den Eltern gelebte und an die Kinder weitergegebene Verhaltensmuster? Sonach dem Motto: Dumm geboren, nichts dazugelernt, bleibt dumm.
Nein, eine beliebte Schublade, aber falsch.
Ich wohne auf dem Land, hier gehen noch Schüler aller sozialen Schichten in die gleiche Grundschule.

Ich hatte das Glück Kinder unterschiedlicher Schichten zu beobachten. Es ist erschreckend, wie durch die Ignoranz der Eltern und den abgestumpften Lehren in der Hauptschule aus intelligenten 4. Klässler dröge leere 9. Klässler gemacht werden.

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Izmir..Übül 24.06.2013, 12:59
314.

Zitat von Bob Andrews
Chancengleichheit ist ein durchaus berechtigter Anspruch jeder modernen demokratischen Gesellschaft....Aber wenn einen statistisch hochsignifikanten Zusammenhang zwischen der sozialen Schicht des Elternhauses und den Chancen auf das Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses gibt, dann liegt hier eindeutig ein "Gesellschaftsversagen" vor. Und das kann man auch nicht mit der Eigenverantwortung des Einzelnen wegdiskutieren.
Unsinn! Es kann sich doch jeder seine Eltern selbst aussuchen.

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vwl_marlene 24.06.2013, 13:00
315.

Zitat von flateric
Also heutzutage wird doch noch immer an Hand der Leistung benotet oder irre ich mich da? Oder werden die Kinder gefragt was deren Eltern verdienen und je höher das Einkommen desto besser die Noten? So ein Quatsch.
(1) Es gibt keine objektive Benotung.
(2) Gerade bei der Benotung muendlicher Leistungen spielt die Sympatie eine groessere Rolle als man vermuten will.
(3) Lehramtsstudierende sind meist innerhalb der Uni die schwaecheren Studierenden, auf sie wird hinunter geschaut. Entsprechend schlecht ist ihr "Standing" gegenueber akademischen Eltern. Wenn ein Lehrer weiss, dass die Eltern eines bestimmten Kindes Dr. rer nat. sind, dann hat dies einen Einfluss darauf, ob er sich traut, dem Kind klipp und klar eine schlechter Note zu geben und sich darauf vorzubereiten, diese Note vor den dann eifrigen Eltern zu verteidigen. Wenn die Eltern des Kindes aber bildungsfern sind, tut sich ein Lehrer leichter, eine schlechte Note zu vergeben., weil er weniger Widerstand befuerchten muss.

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carlitom 24.06.2013, 13:01
316. Hoppla

Zitat von multimusicman
Es ist für eine noch führende Wirtschschaftsnation eine Blamage. Betonköpfe und Theoretiker überall im Land, egal welcher politischen Colour, die Fortschritt verhindern. Binnendifferenziertes Lernen schon in der Grundschule und Komplexe Aufgabenstellungen die praktisch zu lösen sind in Teamarbeit. Wäre der richtige Ansatz. Stattdessen ein überaltertes Lehrerkollegium was längst alle Ideale verloren hat. Armes Bildungsdeutschland!!!
Hoppla, nicht traurig sein. Kein Grund zum Weinen oder für Untergangsstimmung, denn die "führende Wirtschaftsnation" ist deshalb führend, weil ihr Bildungssystem immer noch weltweit an der Spitze steht.
Teamarbeit ist nicht alles und wird auch wirklich nicht in all zu vielen Jobs gebraucht. Und das Problem mit der überalterten Lehrerstruktur erledigt sich von selbst - biologisch. Also Kopf hoch, lieber Freund.

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f_aus_m 24.06.2013, 13:01
317. wer ist schuld?

Zitat von sysop
Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.
Die Eltern sind schuld und gehören abgeschafft. Mit allen Mitteln: Ganztagsschule, absurde Steuern usw.

Man muß das mal andersrum lesen: Es sind offensichtlich die Eltern, die darüber entscheiden und beeinflussen, was aus ihren Kindern wird. das hat sicherlich mit Genen, aber auch mit Widmung zu tun. Die Schule schafft duies Aufgabe nämlich nicht.

Als (glücklicher) Vater von 4 durchaus unterschiedlich begabten Kindern weiß ich, wie wichtig die Förderung und Betreuung der Kinder ist, da die Lehrer sich nicht häufig interessieren und Leistung und Konkurrenz (naturbedingt Fremdworte für Lehrer) häufig pöse ist. Ich (und natürlich andere auch) investiere viel Zeit, Geld und Geduld, meinen Kindern Bildung, Neugierde und Werte zu vermitteln, damit sie erwachsen und nicht nur älter werden.

Und da will ich nicht von einer "Stiftung" oder kinderlosen Politikversagern dafür an den Pranger gestellt werden. Siehe oben.

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kolli-one 24.06.2013, 13:01
318. Mainstream

100% Bestätigung, insbesondere in der Grundschule. Rücklblickend betrachtet ist die Grundschule nicht mehr als ein besserer Kindergarten mit einem Bildungsauftrag auf niedrigem Niveau.
Es wird nur der Mainstream der Schüler gefördert. Alles was unten raus fällt oder über dem Mittelmaß liegt bleibt auf der Strecke wenn sich die Eltern nicht massiv einbringen, mit den Schülern arbeiten und den Schüler auch gegenüber der Schule fördern, manchmal sogar für den Schüler kämpfen. Welche Schülergruppe hier eher auf der Strecke bleibt ist nicht schwer zu erraten.
Sind nicht ALLE Schüler die Zielgruppe der schulischen Ausbildung?

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Bob Andrews 24.06.2013, 13:01
319.

Zitat von dhanz
Ist das tatsächlich so? Wenn man bedenkt, das ein Großteil der Lehrerschaft politisch eher dem linksliberalem bzw. grünem Lager nahe steht, fällt es einem schon schwer zu glauben, das die Schüler aus dem Lager der "Klassenfeinde" (Bürgertum, Oberschicht) von den Lehrern besser und die Schüler von den "Brüdern im Geiste" schlechter bewertet werden.
Deswegen sollte man sich nicht auf Vermutungen, sondern auf Fakten verlassen:
IGLU-Studie

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