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Studie der Bertelsmann-Stiftung: Deutschlands Schulsystem gibt Kindern wenig Chancen
DPA

Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.

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vwl_marlene 24.06.2013, 14:01
410.

Zitat von rosiratlos
Wie kann man auch von Eltern, welche schon seit Jahren den ganzen Tag daheim sind, erwarten, dass sie ihrem Nachwuchs vernünftig Sprechen und Bewegung beibringen, oder nur, wie man sich die Schuhe zubindet?
Wie bindet man sich denn in der Schule richtig zu?

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Bob Andrews 24.06.2013, 14:03
411.

Zitat von testthewest
Ist das nicht das natürliche Ergebnis eine völlig durchlässigen Gesellschaft?
Nein
Zitat von
Die Intelligenten - und nicht die adlig-privilegierten - schaffens in die Oberschicht.
Genau diese Hypothese zweifle ich hiermit an. Haben Sie denn dafür einen Beleg, dass die Oberschicht nur aus überdurchschnittlich Intelligenten besteht?
Zitat von
Da Intelligenz erblich ist, ist auch klar, warum in einem fairen System vor allem die Kinder der Oberschicht mehr Lernerfolg haben.
Erstens hat Intelligenz lediglich eine erbliche Komponente und hängt nicht nur von den Genen ab.
Zweitens ist die Abhängigkeit des Bildungserfolges in Deutschland stärker von der sozialen Schicht des Elternhauses abhängig als in anderen Ländern. Wenn dies nur genetisch bedingt wäre, dürfte es hier keine Unterschiede geben, oder folgt in anderen Ländern die Vererbung etwa anderen Regeln als hier? Offensichtlich haben Sie das mit Intelligenz, Verteilung und Vererbung noch nicht so ganz verstanden...

Wenn Sie ein Bildungssystem wollen, wo nur die Intelligenz über die Bildungschancen entscheidet, müssen Sie übrigens en Zugang zu unterschiedlichen Bildungseinrichtungen auch ausschließlich von den Ergebnissen objektiver Intelligenztests abhängig machen und nicht von irgendwelchen Bildungsempfehlungen von Lehrern, die psychologisch gar nicht dafür qualifiziert sind, solche Tests durchzuführen.

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afa1981 24.06.2013, 14:04
412. Ja, das ist die traurige Wahrheit...

Zitat von Izmi
Wem wollen Sie helfen? Den Eltern oder Kindern? Mal nachdenken...
Ich weiß, was Sie meinen. Und Sie haben auch recht - die Kinder können auch nichts dafür. Aber man muss es auch mal so krass aussprechen, dass die Opferrolle vielleicht oft, aber eben auch nicht immer passt. Und das fehlendes Geld für vieles, aber eben auch nicht für alles verantwortlich ist. Und ich denke, dass das auch in die Köpfe der Menschen rein muss. Wenn schlechte Schulische Leistungen auch mal auf die Eltern zurückfallen würden (und sei es nur ideel), dann würde das sicher den ein oder anderen motivieren, sich auch mal abends mit dem Kind hinzusetzen um zu beweisen, dass man doch noch was anderes als ATV im Kopf hat. Die Frage ist, ob dieser Ehrgeiz in gewissen Kreisen überhaupt vorhanden ist oder ob man sich da gegenseitig mit "der Staat und die Reichen sind schuld" entschuldigt.

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sir.ivanhoe 24.06.2013, 14:04
413.

Zitat von pikup
Ich konnte nicht glauben was mir da mitgeteilt wurde: Abschlussprüfung Hauptschule Diktat: Umfang 60 Wörter, Nachschlagezeit im Duden von 10 auf 20 Minuten ausgeweitet.
Genau da liegt das Problem, die Anforderungen werden so lange nach unten geschraubt, bis auch das letzte Kind sie erfüllen kann.

Ein weiteres Beispiel: Bei der U7 (zwischen 20. und 24. Monat), wird das Sprachvermögen getestet. Bei meiner Tochter waren es noch 20 Worte, die sie sprechen können musste, die Anforderung wurde mittlerweile halbiert, damit die Kinder als "normal" entwickelt gelten.

Wenn ich so manchen 12 - 16-jährigen reden höre, muss ich allerdings feststellen, daß sich das Sprachvermögen sei dem 24. Lebensmonat nicht wesentliche erweitert hat.

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plutinowski 24.06.2013, 14:05
414. Märchenstunde

Zitat von testthewest
Ist das nicht das natürliche Ergebnis eine völlig durchlässigen Gesellschaft? Die Intelligenten - und nicht die adlig-privilegierten - schaffens in die Oberschicht. Da Intelligenz erblich ist, ist auch klar, warum in einem fairen System vor allem die Kinder der Oberschicht mehr Lernerfolg haben.
Das stimmt so nicht. Die höchsten Erblichkeitsschätzungen liegen bei etwa 50%, viele (z.B. des amerikanischen Intelligenzgurus Flynn) auch deutlich darunter, eher bei 30%. Das mit der Erblichkeit der Intelligenz ist ein modernes Märchen - es sei denn, man DEFINIERT Intelligenz als den erblichen Anteil kognitiver Leistungsfähigkeit. Dann allerdings ist die Aussage, Intelligenz sei erblich, eine inhaltslose Tautologie.

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c++ 24.06.2013, 14:05
415.

Zitat von garfield
Hihihi, ich kann mich noch gut der Zeiten erinnern kurz nach der Wende, wo man so stolz auf den Förderalismus - auch und gerade im Bildungssystem - war, wo die "Neudeutschen" schon damals innerlich ungläubig die Hände ob solcher Dummheit über dem Kopf zusammengeschlagen haben
Ich habe keine Ahnung, woher der fromme Glaube kommt, ein zentralistisches Bildungssystem wäre leistungsfähiger als ein föderales.
Vielleicht hoffen einige, dass dann nicht auffällt, wenn die Bildungspolitik in einzelnen Bundesländern versagt.
Der Förderalismus bietet die große Chance, sich am Besten zu orientieren und in den Bundesländern, in denen die Loser Bildungspolitik machen, Strukturen zu ändern. Aber davor hat man Angst.

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verbalallergiker 24.06.2013, 14:05
416.

Zitat von Bob Andrews
Wir können uns schlichtweg nicht leisten, dass man nur dann den Aufstieg schafft, . Die Chancen sollten für alle unabhängig vom Elternhaus gleich sein.
1. "Aufstieg" ist nicht immer, eher immer weniger, Ergebnis formaler Bildung.

2. Nach Ihrer obigen Aussage sollen also auch die den "Aufstieg" (wohin eigentlich?) schaffen, die nicht "wirklich gut" sind oder sich sich für die "Welt da draußen interessieren", schaffen? Ist das Ihr Ernst?! Können wir es uns denn leisten, nicht-Befähigte politisch zu übervorteilen?

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bestattungsfachkraft 24.06.2013, 14:06
417.

Zitat von discipulus_neu
Ich tippe auf NRW, HH, HB oder B. Die Verfasser der entsprechenden "Studie" und die bekannte Auftraggeberin aus Gütersloh werden wohl einen konformen Modus finden, damit die gewünschten "Ergebnisse" erzielt werden.
Falsch geschätzt. Ganz oben stehen Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Baden-Württemberg.
HH, HB, B sind nachweislich auf den letzten Plätzen.

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Bob Andrews 24.06.2013, 14:06
418.

Zitat von dod1977
Wenn die Eltern ihre Kinder nicht zusätzlich unterstützen, kann daraus ja auch nichts werden. Die Schule kann nicht die komplette Erziehung der Kinder übernehmen.
Sie kann aber den kompletten Bildungsanteil an der Erziehung übernehmen.
Zitat von
Mein Sohn beispielsweise liest sehr gerne - weil er es vorgelebt bekommt und weiß, dass in den Büchern spannende Geschichten auf ihn warten. Freunde von ihm, in der Studie wäre sie wohl als "sozial benachteiligt" bezeichnet, finden Lesen uncool, doof und "schwul" - weils ihnen von Geschwistern und Eltern genau SO beigebracht wird. Was soll ein Lehrer denn da bitteschön anstellen können? Keine Chance.
Genau deshalb liegt das Problem ja auch nicht bei einzelnen Lehrern, sondern am System.
Zitat von
Wenn die Eltern nicht mitspielen wird es nichts mit der Bildung der Kinder.
In anderen Ländern hängt der Bildungserfolg deutlich weniger vom Elternhaus ab. Man kann das Schulsystem also durchaus so umgestalten, dass es nicht mehr auf das Mitspielen der Eltern ankommt. Aber anscheinend ist das ja nicht gewollt.

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thweinmann 24.06.2013, 14:06
419. Deutsche Arbeiterkinder sind dümmer!

Spiegel liefert den Beweis:
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