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Studie der Bertelsmann-Stiftung: Deutschlands Schulsystem gibt Kindern wenig Chancen
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Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.

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vwl_marlene 24.06.2013, 14:22
450.

Zitat von Bob Andrews
Dass sich die unterschiedlichen sozialen Schichten bezüglich Häufung und Intensität psychischer Probleme nicht unterscheiden, wage ich hier aber mal ganz klar zu bezweifeln!
(1) Ich habe nicht behauptet, dass die Praevalenz psychischer Erkrankungen und Schichtzugehorigkeit statistisch unabhaengig voneinander sind (geringe Kontingez), sondern, dass es unabhaengig von der Schichtzugehoerigkeit viele Eltern mit psyschichen Problemen gibt.

(2) Teilweise sind gerade psychische Probleme (Mit-)Ursache fuer den beruflichen (Miss-)Erfolg oder dafuer, dass die Eltern vor dem Fernseher hocken, statt sich mit den Kindern zu beschaeftigen. Wohlsituierte Eltern (geerbtes Vermoegen, Unterstuetzung von den Grosseltern) koennen da vieles ausgleichen, in dem sie ihren Nachwuhs in Betreuungsangebote (Musik, Sport, Kunst) schicken. Es ging mir wirklich um das Verstaendnis dafuer, dass Eltern sich gewoehnlich nicht aus purer Faulheit nicht um ihre Kinder kuemmern, sondern dass da oft andere Probleme vorliegen, und das unabhaengig von der Schichtzugehoerigkeit.

(3) Abgesehe davon, dass in den niedrigeren sozialen Schichten haeufiger Drogenabhaengigekit (Alkohol) und Depressionen diagnostiziert werden als in den oberen Schichten, (http://psylux.psych.tu-dresden.de/i2...erung-2007.pdf) gibt es auch Psychologen, die behaupten, dann der Anteil von (erfolgreichen) Psychopathen mit der Hierarchie nach oben hin steigt.

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expendable 24.06.2013, 14:22
451. Na und...?

...kein Mensch braucht Chancen, besonders für die vielzuvielen Unterlinge da unten, oben ist es eh schon eng genug. Das Schulsystem macht genau was es soll, nämlich wohlfeile Billigsklaven und stumm vegetierende Hartzer zu erzeugen, deren Aufgabe es ist, den Druck auf die Billigsklaven zu erhöhen, damit diese noch billiger werden. Wer per Gewinn im Geburtslotto zur Oberschicht gehört, kann doof sein wie feuchtes Knäckebrot, Abitur, Studienplatz und hochbezahlte Führungsposition sind ihm sowieso sicher, da sorgt der Papa schon für. Und wenn er wirklich für alles zu blöd ist, dann geht er halt in die Politik. Und wenn´s selbst dafür mental nicht reicht, kann er immer noch EU-Spitzenbeamter werden.

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Windsurfer 24.06.2013, 14:22
452. Ungerechtigkeit fängt NICHT bei den Lehrern an

Mir ist die soziale Herkunft der Schüler völlig egal. Im Gegenteil, ich freue mich über eine gute Leistung eines sozial benachteiligten Schülers sogar mehr und werde ihn immer ermuntern so weiter zu machen.
Allerdings muss ich zugestehen, dass Sympathie bzw. Antipathie bei Entscheidungen schon mit Einfließen können.
Letztlich betrifft es immer die Eltern, wie der Sprössling in der Welt zurecht kommt, sie geben die Orientierung.
Leider kommt das auch bei Akademikern häufig zu kurz, Stichwort Wohlstandsverwahrlosung.

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ambulans 24.06.2013, 14:22
453. i have an idea

also, wenn ich mir einen großteil der beiträge hier im forum so anschaue, werd ich jetzt mal zum ketzer: 1. eltern einfach abschaffen 2. kinder "herstellen" ist doch einfach: 3d-drucker - das "human genome" ist doch inzwischen durchanalysiert, bildmaterial im überfluss vorhanden, usw...

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romanfi 24.06.2013, 14:23
454. Es gibt nicht nur eine Lösung für das Problem

Zitat von sysop
Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg.
Liegt das denn nur an den Schulen? Sicher gibt es Nationen in denen das (z.T. deutlich) besser gehandhabt wird als bei uns, aber der alleinige Grund sind die Schulen bzw. unser Schulsystem nicht. Evt. herrscht ja bei so manchen deutschen "Eltern" (hierzu zähle ich alle Eltern die ihre Kinder in Deutschland zur Schule schicken) eine Art Vollkaskomentalität, d.h. das sei doch Alles der Job der Lehrkräfte oder der Schule.

Zitat von
Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt.
Ich denke eher das hat mit der Einstellung der Eltern bzgl. Hilfe bei den Hausaufgaben oder wie man Kindern etwas beibringt zu tun als der Stellung.

Um es also noch mal verkürzt zu sagen: Einstellung anstatt Stellung.

Selbstverständlich kann ein gutes Schulsystem hier helfen oder lindern, aber niemals ohne die Mitarbeit der Eltern.

Auch was dir Absteigerquote anbelangt habe ich da so meine Meinung. Einerseits werden Kinder z.T. viel zu früh eingeschult. Bei Elternabenden im Gymnasium muss man dann z.T. von Eltern hören, dass gewisse Aufgaben viel zu hoch angesetzt seien, die Kinder wären ja erst so oder so alt.

Andererseits werden Kinder von den Eltern sehr oft in zu hohe Schulen gepusht die die Kinder schlichtweg überfordert.

Eine Kombination der beiden letzten Abschnitte ist meist ein Garant für den Abstieg. Klar, hier könnte evt. eine längere Grundschulzeit etwas helfen, aber auch hier sehe ich eher die Eltern in der Verantwortung.

Disclaimer: ich bin keine Lehrkraft, habe aber Kinder, sowie deren Mitschülerinnen und -schüler inklusive derer Eltern erleben dürfen, die man z.T. ganz einfach zu den oben genannten genannten Punkten zuordnen kann.

Allerdings haben und hatten meine Kinder natürlich auch fast die gesamte qualitative Bandbreite an Lehrerinnen und Lehrer die man so bekommen kann. Hierzu mal kein weiterer Kommentar.

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Izmir..Übül 24.06.2013, 14:24
455. Don't mind!

Zitat von peterschroeder77
Ja, so wird es wohl sein. Ich bin selbst dumm, habe in der Schule versagt und kein Abitur. Mein Vater ist ein Dummkopf, ein dummer Elektriker. Dass der Staat hier nicht eingreift und die Kranken, Dummen und Armen sterilisiert ist eine bodenlose Frechheit denen gegenüber, die jetzt mit minderer genetischer Ausstattung leben müssen. Nicht einmal der Suizid ist legalisiert, damit man dem ein Ende setzen kann auf *humane* und *sichere* Weise.
Mein leider verstorbener Geschäftspartner war Experte für theoretische Elektrotechnik und ein brillianter Mathematiker (übrigens ohne dabei so anzugeben wie mindwalker mit seinen statistischen Grundlagenkenntnissen, aber das ist bei Leuten, die wirklich was drauf haben, ja meistens so). Seine Eltern waren Bauern, er selber hat erst eine Elektrikerlehre gemacht, danach Fachabitur und dann FH/TU-Studium. Zusätzlich war ein noch ein exzellenter Software-Entwickler.

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sitiwati 24.06.2013, 14:24
456. mein Sohn

ging in Indonesien in die Grundschule-wir suchten uns eine entsprechende aus, wo wirklich gelernt wurde, andere Eltern schickten ihre Kinder auf eine Schule, wo man ( richtig) das deutsche System pflegte ( ich war etwas erstaunt, aber nachher wars mir klar) sowohl Eltern als auch SchülerInnen waren voll im Stress, diese Schule verlagerte den Unterricht regelrecht aus der Schule ins Haus der SchülerInnen, die hatten dann des Nachtmittags massenweise extra regular-eben deutsche Schule !

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annatheke 24.06.2013, 14:25
457.

GottseiDank! Wieder eine Studie... Wie haben wir darauf gewartet. Und das Mantra der Studienprofis wird wieder gebetet.

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romanfi 24.06.2013, 14:26
458. IQ-Test?

Zitat von Bob Andrews
Aber dann wäre es konsequent, wenn die Entscheidung, ob ein Kind aufs Gymnasium darf, nicht mehr von Lehrern oder Eltern getroffen werden darf, ...
Geht in die richtige Richtung.

Zitat von
sondern über das Ergebnis eines verbindlichen, objektiven und unabhängigen IQ-Test festgelegt wird.
Was will eine höhere Schule mit einem ansonsten intelligenten Kind das weder Lust zum Lernen hat noch Eltern die es bei Bedarf regelmäßig dazu auffordern und ihm dabei helfen?

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ekenkis 24.06.2013, 14:27
459. ...neben der Schule ein Internat bauen....

Zitat von abortus_bang
... Ich selbst habe Bekannte, die sich von der Hauptschule nun bis zum erfolgreich absolviertem Studium hocharbeiten konnten. Der Wurm steckt im Elternhaus. Wie sagte einst ein Schulleiter zu mir: "Herr XYZ, wenn ich könnte, würde ich danebenan ein Internat für 200 Kinder bauen lassen, um die ganzen Kleinen vor heim zu retten."
Mir ging es ähnlich. Zu Hause immer die alte Leier "Du brauchst kein Abitur, Lehre reicht". Dann wurde ich brutal nach der "mittleren Reife" von der Schule genommen und in eine dreijährige Lehre gesteckt, mit der ich absolut nichts am Hut hatte. War aber eine "Lehre"...

Nach dieser Zeitverschwendung und einigen Jahren des Sparens habe ich als Privatist für eigenes Geld in einem Jahr statt drei Jahren ein Einserabitur abgelegt und dann das studiert, was ich immer wollte - entgegen meines zu Hauses. Die haben sich nie davon erholt und wir hielten danach immer kopfschüttelnde Distanz.

Ich habe den Stab der Begabung und Bildung an meinen Sohn weitergegeben, sowie auch das "Fördern und Fordern". Inzwischen hat man ihm eine Professur angeboten.

Ich behaupte, die Bildungsferne oder Bildungsnähe eines Elternhauses ist das Ausschlaggebende für den Erfolg eines Schülers, nicht das "langweilige Schulgebäude" oder der/die "widerliche Lehrer/In" oder der "hanebüchene Lehrplan".
Beweise mir einer das Gegenteil...:-)

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