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Studie der Bertelsmann-Stiftung: Deutschlands Schulsystem gibt Kindern wenig Chancen
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Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.

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Vorzeichen 24.06.2013, 14:38
470.

Zitat von Bob Andrews
Da liegen Sie falsch, denn das Schulsystem hat ja gerade die Aufgabe die Effekte, die durch die Rahmenbedingungen unterschiedlicher Elternhäuser geschaffen werden, zu kompensieren.
Ich weiß, was Se meinen, stimme Ihnen da im Prinzip auch zu, aber in dieser Form kann man das so nicht stehen lassen.

Es ist gut, dass es eine Schulpflicht gibt, weil diese eher dazu geeignet ist, Versäumnisse der Eltern zu kompensieren, aber sie kann das nicht zu 100%. Schüler lernen nicht primär in der Schule. Sie bekommen dort das Rüstzeug und eine Anleitung zum Lernen, sie bekommen dort den inhaltlichen Rahmen präsentiert, aber das Vertiefen des Stoffs geschieht durch Hausaufgaben - und durch das Reden über den Schulstoff zu Hause.

Wäre die Schule nur zum Kompensieren da, müssten ja Schüler, die zu Hause nicht gefördert werden, gezielt und verstärkt in der Schule Hilfe bekommen und das ist sicher nicht Aufgabe dieser Einrichtung.

Zitat von
Sonst könnte man ja gleich Bildung als familienangelegenheit betrachten und die Eltern wären selber zu 100% für die Bildung ihrer Nachkommen verantwortlich. Warum gibt es denn in Deutschland eine Schulpflicht?
Wie gesagt: Es gibt neben den beiden Extremvarianten auch Zwischenstufen.
Es ist außerdem ein Irrglaube, alle Schüler seien gleich ausgstattet und unterschiedliche Entwicklungen seien nur dem Schulsystem geschuldet. Kinder sind unterschiedlich, und das ist gut so.

Zitat von
Und andere haben es schwerer, weil sie nicht so einen Opa haben. Genau das muss sich ändern!
Ich möchte nicht in einem Land leben, das den Anspruch hat, die Kinder ihren Eltern wegnehmen zu können, wenn sich herausstellt, dass die Familie intellektuell nicht in der Lage ist, dem Kind zu helfen.

Genau darauf läuft es nämlich heraus. Aber nicht jedes Kind muss wissen, was ein elektrischer Schwingkreis ist oder wer Emile Zola war. Was in einen Kopf nicht hineinpasst, darf man da auch nicht reinpressen.

Zitat von
Das scheint nicht der Fall zu sein, denn erstens erreicht in vielen anderen Industriestaten ein größerer Teil eines Altersjahrgangs eine Hochschulzugangsberechtigung und zweitens hängt in diesen Ländern die Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss weniger von der sozialen Schicht des Elternhauses ab.
Das wird jetzt seit Jahren so dargestellt, ich warte aber immer noch auf Beispiele. In GB und F ist es ganz sicher nicht anders als in D: Dazu muss man sich nur die Medien dort ansehen, die genauso berichten wir hier.

Ich denke in der Tat, dass wir unsere Anstrengungen verstärken müssen, dass es bessere Angebote geben muss, aber nur auf freiwilliger Basis. Mit Zwang erreichen wir nichts.

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kuschl 24.06.2013, 14:38
471. Wie oft denn nun noch? Die Eltern sind in der Pflicht!

Zitat von sysop
Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.
Wem sollen eigentlich solche Studien nützen. Jeder hat in diesem Land Zugang zu jeder staatlichen Schule. Die Eltern müssen in die Pflicht. Kinder lernen am Modell, das sind erstmal die Eltern. Wer natürlich meint ein schreiendes Kind mit einem süßen Nuckel ruhigstellen zu müssen, darf sich nicht wundern wenn es spät spricht und schlechte Zähne bekommt. Wer morgens in der Kiste liegen bleibt und die Kinder hungrig in die Schule schickt und sie am Nachmittag lieber mit Chips und Cola in der verqualmten Bude vor die Glotze setzt, damit Ruhe ist und nie einen Blick in die Schulrucksäcke tut, also die Kinder mit ihren Problemen allein läßt, der darf sich in der Tat nicht wundern, wenn aus ihnen ein adipöser Lowperformer wird. Da kann die Schule machen was sie will. Was die Eltern vorleben, machen die Schüler nach. So gibt es Versager in allen Gesellschaftschichten, überwiegend aber deshalb, weil die Eltern keinen Bock haben, sich um ihre Brut zu kümmern. Das kann ein Schulsystem mit noch so viel Geld nicht leisten. Ist ja aber einfach, die Schuld immer bei den anderen zu suchen.Wenn Eltern ihrem Kind das Gymnasium verweigern, weil sie es selbst auch nich besucht haben, ist doch nicht das System schuld. Die Elternhäuser sind in der Pflicht, Schule wird kostenlos angeboten. Meine Eltern mußten sich meine Schulbucher vom Munde absparen, hatte den Vorteil, daß keiner in der Familie zu fett wurde und ich mein Abi machen konnte,aber sie haben sich um mich gekümmert!!!

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Bob Andrews 24.06.2013, 14:42
472.

Zitat von robeuten
NEIN, kann nicht sein - hier geht es leider nicht um Ihre geschätzte Meinung, sondern um FAKTEN.
Mit denen sollten Sie sich dann aber doch mal vertraut machen!
Zitat von
Natürlich können auch intelligente Eltern dumme Kinder haben, aber das sind die Ausnahmen.
Das ist so nicht richtig. Es ist lediglich die Wahrscheinlichkeit (verglichen mit normal intelligenten Eltern) höher, dass sie auch ein intelligentes Kind zur Welt bringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind aber einen durchschnittlichen IQ hat, ist immer noch höher als die Wahrscheinlichkeit, ein hochbegabtes Kind zu bekommen - auch bei hochbegabten Eltern.
Zitat von
"Schlummern" tut da übrigens wenig; Intelligenz ist multigenetisch vererbt, und somit eben nicht wie irgendwelche monogenetischen Probleme, die rezessive vererbt werden (so daß beide Eltern nicht drunter leiden), und dann durch unglückliches "Würfeln" beim Kind voll durchschlagen.
Schuster bleib bei Deinen Leisten!
1. Es gibt durchaus monogenetische Phänomene/ Erkrankungen, die autosomal-dominant und nicht rezessiv vererbt werden. Chorea Huntington wäre z.B. so ein Fall. Von der X-Chromosomalen Vererbung fange ich besser erst gar nicht an.
2. Bei Phänomenen, an denen mehrere Gene beteiligt sind, ist es durchaus möglich, dass mehrere Generationen phänotypisch unauffällig sind. Hier kann man schon von "Schlummern" bestimmter Faktoren sprechen.

Die Frage, um die es sich hier vor Allem dreht, ist die Penetranz und Expressivität der einzelnen Phänotypen, die durch die betroffenen Gene gesteuert werden.

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markus_wienken 24.06.2013, 14:45
473. .

Zitat von vwl_marlene
Fuer die Situation "Auslaender in der Stadt" sind Ihre Vorschlaege sicher gut. Wie ist das mit bildungsfernen Deutschen in laendlichen Regionen? (d.h. naechste Bib 20 km entfernt, Museen auch nicht gerade in der Naehe)
Es waren einige Beispiele wie man Kinder fördern kann, natürlich geht es auch anders, wie Sie ja selbst anführen, hier ist Phantasie gefragt.

Zitat von vwl_marlene
Uebrigens: Ich bin praktisch ohne Museeumsbesuch gross geworden (wobei ich Museumbesuche nicht ablehne) und meine Eltern haben uns nicht zu Lern-Disziplin angehalten. Aber: Sie haben uns alle Fragen beantwortet und NIE mit "Ei deshalb" oder "Darum." abgeblockt. Ich bin davon ueberzeugt, dass die meisten Kinder lernen wollen, wissbegierig sind. Und diese Erfahrung habe ich auch frueher ausgenutzt, wenn ich anderen Kindern Nachhilfe gegeben habe: statt "Lesen Ueben" haben wir gebacken, dazu musste man halt das Kochbuch entziffern und ausserdem messen und wiegen. Statt "Rechnen Ueben" haben wir Darts oder Wuerfeln gespielt.
Eben, haben die Eltern phantasie klappt es überall mit Lernen, Neugier wecken und aufs Leben vorzubereiten.

Zitat von vwl_marlene
Ich bin kein Freund von diszipliniertem Drill.
Ich stimme Ihnen zu. Wenn ich vojn Disziplin schreibe meine ich nicht Drill sondern Disziplin, d.h. auch ein Kind sollte versuchen etwas begonnenes zu Ende zu bringen, Disziplin heißt auch pünktlich aufzustehen, feste Zeiten für Hausarbeiten einzuhalten (ob am Nachmittag oder am Abend ist egal), sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten "zu benehemn", bitte und Danke zu sagen, nicht stundenlang nur vorm TV rumzulümmeln und vieles mehr. Eigentlich wäre "vernünftige" Erziehung wohl die bessere Beschreibung.
Und ja natürlich, auch Spielen, alleine/mit Freunden und auch wichtig: zusammen mit den Eltern gehört dazu.
Auch Eltern müssen Disziplin vorleben.

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!!!Fovea!!! 24.06.2013, 14:45
474.

Zitat von sysop
Deutschlands Schulen bieten kaum Möglichkeiten für einen Aufstieg. Der Lernerfolg eines Kindes wird weiterhin von der sozialen Herkunft der Eltern geprägt. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die alle 16 Bundesländer verglichen hat.
Ich kenne genug Kinder, die aus Arbeiterschichten kommen und das Abitur gemacht haben.
Was mag das denn nun heißen?
Das die Kinder klug sind oder die Schule zu einfach? Ich habe nur zur Kenntnis genommen, dass man für ein Abitur in Deutschland nichts drauf haben braucht.
Das Problem ist nur, dass man mit dem Abitur im realen Leben nichts anfangen kann. Mir tun nur die Professoren leid, die das Rechtschreibegerümpel der angeblich zukünftigen Generationen immer wieder korrigieren muß.

Ansonsten ist es nur zu begrüßen, dass viele Kinder die Schule abbrechen. Die Facharbeiter kommen aus dem Ausland und uns gehen langsam die Jobs aus, wenn jeder studiert. Wir brauchen auch in Zukunft Straßenfeger o. a.

-Ironie aus-

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Izmi 24.06.2013, 14:47
475. Sagung

Zitat von Battlemonk
sie wollen also ernsthaft die eltern die sich um ihre kinder kümmern indirekt bestrafen? danke aber auch
Bitte um einen Beleg, dass ich das geschrieben habe... würde dann auch danken!

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Bob Andrews 24.06.2013, 14:50
476.

Zitat von afa1981
Ich weiß, was Sie meinen. Und Sie haben auch recht - die Kinder können auch nichts dafür. Aber man muss es auch mal so krass aussprechen, dass die Opferrolle vielleicht oft, aber eben auch nicht immer passt.
Diese Argumentationsweise halte ich für absolut untragbar. Genausogut können Sie dann ja auch argumentieren, dass die Opferrolle bei Vergewaltigungsopfern nicht immer passt (z.B. zu aufreizend angezogen). Damit verhöhnen Sie aber die Opfer und lösen nicht das Problem!
Zitat von
Und das fehlendes Geld für vieles, aber eben auch nicht für alles verantwortlich ist.
Und weil es nicht für alles verantwortlich ist, sehen Sie keinen Handlungsbedarf?
Zitat von
Und ich denke, dass das auch in die Köpfe der Menschen rein muss. Wenn schlechte Schulische Leistungen auch mal auf die Eltern zurückfallen würden (und sei es nur ideel), dann würde das sicher den ein oder anderen motivieren, sich auch mal abends mit dem Kind hinzusetzen um zu beweisen, dass man doch noch was anderes als ATV im Kopf hat.
Das wäre ja schön, würde aber an der gesamten Problematik nur wenig ändern. Viele Eltern sind schlichtweg dazu gar nicht in der Lage, weil sie entweder intellektuell damit überfordert sind, oder entsprechende psychische Probleme haben. Diese Entschuldigung hilft den betroffenen Kindern aber herzlich wenig. Und diese Kinder können immer noch nichts dafür. Deswegen muss die Gesellschaft Strukturen schaffen, die auch solchen betroffenen Kindern einen höheren Bildungsabschluss ermöglichen. ganz einfach.

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!!!Fovea!!! 24.06.2013, 14:51
477.

Zitat von kuschl
Die Elternhäuser sind in der Pflicht, Schule wird kostenlos angeboten. Meine Eltern mußten sich meine Schulbucher vom Munde absparen, hatte den Vorteil, daß keiner in der Familie zu fett wurde und ich mein Abi machen konnte,aber sie haben sich um mich gekümmert!!!
Damit halten Sie aber Mami und Papi von ihrem eigenen Lebensentwurf ab.
Heutzutage ist die Entscheidung ein Kind zu bekommen genauso definiert, wie zu sagen, irgendwann werde ich mir einen Porsche kaufen.

Dazu kommt noch, dass Großeltern u. a. Verwandtschaft alles finanzieren (Nachhilfe) u. a.
Das Schlimmste ist, dass ELtern nicht einsehen wollen, dass sie evtl. keinen EInstein produziert haben, sondern halt nur Durchschnitt....
Heutzutage gibt es ja "keine Probleme" mehr.
Also, sehen Sie sich vor, sie klingen sehr altmodisch, da könnte es sein, dass Sie von der Frauenselbstverwirklichungsemanzenclub bald Forumsbeiträge bekommen, die Ihnen nicht schmecken werden.

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markus_wienken 24.06.2013, 14:52
478. .

Zitat von Izmir..Übül
Mutter Putzfrau, Tochter Fachärztin ist unter unseren Mitbürgern mit vietnamesischen Migränehintergrund keine Seltenheit. Fragt sich nur, warum das andere Minderheiten nicht können.
Tja, gute Frage. Meiner Meinung nach fehlt es an Ehrgeiz und Biß...
Ich selbst bin mit einer Chinesin verheiratet, kenne zumindest die chin. Kultur etwas näher.
Es ist der Wille zum Erfolg und dass es die Kinder einmal besser haben sollen als die Eltern, diesem Ziel wird in (sicher nicht in allen aber doch in sehr vielen) asiatischen Familien so ziemlich alles andere untergeordnet. Und wenn ich dann sehe auf was die Eltern dann verzichten und auf sich nehmen um den Kindern die bestmöglichste Ausbildung zu vermitteln kann man nur staunen.

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newliberal 24.06.2013, 14:52
479. Wieso

in NRW kriegt man doch seit jeher das Abi hinterhergeschmissen, man muss eben nur regelmässig bis zum Ende auftauchen und die Fehlstunden im Auge behalten. War bei mir so, hat sich bis heute wohl kaum geändert (wenn ich mir so die Zahlen ansehe).

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