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Studie: Deutschland vergrault Fachkräfte
DPA

Deutschland scheitert daran, internationale Absolventen als Fachkräfte im Land zu halten, belegt eine neue Studie. Die Autoren kritisieren: Mindestens drei von vier ausländischen Hochqualifizierten wollen nach dem Studium gerne bleiben, wissen aber oft nicht wie.

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chiefclancywiggum 20.04.2012, 09:17
1. Prof. Dr. Dr. hc. mult.

Zitat von sysop
Deutschland scheitert daran, internationale Absolventen als Fachkräfte im Land zu halten, belegt eine neue Studie. Die Autoren kritisieren: Mindestens drei von vier ausländischen Hochqualifizierten wollen nach dem Studium gerne bleiben, wissen aber oft nicht wie.
Da fragt man sich, wie hochqualifiziert können diese Hochqualifizierten sein, wenn sie nicht einmal in der Lage sind, die nötigen Schritte für eine Beschäftigung in Deutschland herauszufinden bzw. sich entsprechend beraten zu lassen.

Bei mir hat auch noch kein Amt vorbeigeschaut und mir proaktiv geraten, wie ich meine Steuerlast verringern könnte oder das mein Personalausweis demnächst abläuft. Soviel Selbstständigkeit sollte man doch von diesen Leuten erwarten können.

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hasimen 20.04.2012, 09:40
2. o.T.

Frage : wieviel Karat muss das goldene Tablet eigentlich haben um letztlich nach allen Vorteilen die der Standort DE bietet auch seiner Verantwortung gerecht zu werden ?
Wer hier nicht nur fachlich auf hohem Niveau alle Vorteile genießt sollte auch in der Lage sein sich einen Fahrschein selber ziehen zu können. Das die Beteiligung an der sozialen Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber, der Gesellschaft und ihren Institutionen die einen lange genug aushält und zahlreiche Brücken baut selbstverständlich sein sollte, ist heute leider nicht Bestadteil des Verständnisses in der Ausbildung zu einer sg. Fachkraft.
Steuerliche Aspekte kann ich nachvollziehen, aber keine Bauchpinselei in dieser Hinsicht. Jeder ( ehrliche ) Unternehmer hat hart für seinen Status arbeiten müssen ~ so behaupte ich mal. Und klein angefangen haben auch die Meisten von ihnen. Warum sollte man sich Leistung heute nicht mehr erarbeiten müssen ? Die Wertschätzung für viele Vorzüge geht letztlich vollends verloren.
Die Standortbedingungen sind entscheident - da muss der Staat noch einiges nachlegen. Die eigene Motivation ist auch entscheident und da müssen sich sg. Fachkräfte mal selbst hinterfragen !!!

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EuroStar2011 20.04.2012, 09:46
3. back to the roots

Zitat von
Beim Thema schnitten und Frankreich am schlechtesten ab: .
Wenn man die SPON Artikel der letzten Tage in Betracht zieht in denen berichtet wurde dass in DE im Jahr 2012 noch immer voellig offen Menschen wegen nichtdeutschen Nachnamen und/oder Geschlechts diskriminiert werden und indirekt der Ariernachweis verlangt wird (was nach Artikel 3.3 Grundgesetz ein absolutes No Go ist) braucht man sich nicht darueber wundern.

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!!!Fovea!!! 20.04.2012, 09:51
4.

Das Problem sind doch die Arbeitgeber und die Gesetzgebung der Agenda des BK Schröder a. D.
Immer wurde die Flexibilität des Arbeitsmarktes gefordert, die tarifliche Umstellung im öffentlichen Dienst u. v. m.

Heute bekommt noch nicht einmal ein Angestellter mit einer 3 - jährigen Ausbildung einen Job, weil er dann zu teuer wäre. Heute ist es eher von Nutzen ungelernt zu sein, da bekommt man immer einen Job, auch wenn er etwas schlechter bezahlt ist.
Keinen Arbeitgeber interessiert es mehr, was die Leute können, die interessiert nur, wenn es der eine nicht schafft, schmeißen wir ihn heraus und holen uns den nächsten Ungelernten. Dann aber immer jammern, dass das Niveau der Angestellten stetig sinkt, jammern, dass die Mitarbeiter sich nicht mehr mit der Fa. identifizieren.
Das ist alles verlogener Kram, was die Firmen erzählen. Jahrelang keine Leute ausgebildet, da es zu teuer war und nun jammern, dass keine Facharbeiter da sind und gleich heulend den Staat um Hilfe rufen...., ist schon eine komische Angelegenheit oder, ihr Arbeitgeber????
Nicht zu vergessen, Generation Praktikum, die ausgebeutet werden wie im Mittelalter.....

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HeisseLuft 20.04.2012, 10:04
5. Ach,

Zitat von chiefclancywiggum
Da fragt man sich, wie hochqualifiziert können diese Hochqualifizierten sein, wenn sie nicht einmal in der Lage sind, die nötigen Schritte für eine Beschäftigung in Deutschland herauszufinden bzw. sich entsprechend beraten zu lassen. Bei mir hat auch noch kein Amt vorbeigeschaut und mir proaktiv geraten, wie ich meine Steuerlast verringern könnte oder das mein Personalausweis demnächst abläuft. Soviel Selbstständigkeit sollte man doch von diesen Leuten erwarten können.
sie sind Nicht-EU-Ausländer und haben sich schon mal damit befasst? Sie können also versichern, dass sich die Beschaffung einer "Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung" in etwa so leicht zu erhalten ist wie die Verlängerung eines Personalausweises?
Oder soll das eine Art Trainingsprogramm für Deutschland und seine Bürokratie sein?

Spass beiseite - was spricht dagegen informatorische Hürden an Universitäten (und anderen Bildungseinrichtungen) so niedrig wie möglich zu halten?

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Moshpit 20.04.2012, 10:10
6. -

Tja, auch ausländische, gut ausgebildete Fachkräfte wollen nicht für ein Butterbrot von einer befristeten Stelle zur nächsten hangeln oder sich durch Praktika bis zum Sankt Nimmerleinstag verdingen. Hinzu kommt, das sie ja schon bei der Bewerbung mit einem ausländisch klingenden Namen schlechte Karten haben. Nebenbei sei gesagt, das auch bei dieser Studie die Bertelsmann-Stiftung ihre Finger im Spiel hat. Bekanntlich erzählen die äußerst gerne die Mär vom Fachkräftemangel.

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riolouco 20.04.2012, 10:11
7. Abstauber

wer aufmerksam liest, stellt fest, dass die meisten "für zwei oder drei Jahre" bleiben wollen und nicht dauerhaft. Grund dafür ist nicht, sich in Deutschland einbringen zu wollen, sondern die eigenen Chancen bei der Rückkehr zu erhöhen.

"Zwei bis drei Jahre" bei einem Absolventen ohne Berufserfahrung, dazu mit fraglichen Sprachkenntnissen, da dürfte der Arbeitgeber mehr in die Einarbeitung investieren als er durch die Arbeitskraft gewinnt, jedenfalls im hochqualifizierten Bereich.

Sehr einseitiges Geschäft.

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Th.Tiger 20.04.2012, 10:11
8.

Zitat von chiefclancywiggum
Da fragt man sich, wie hochqualifiziert können diese Hochqualifizierten sein, wenn sie nicht einmal in der Lage sind, die nötigen Schritte für eine Beschäftigung in Deutschland herauszufinden bzw. sich entsprechend beraten zu lassen. Bei mir hat auch noch kein Amt vorbeigeschaut und mir proaktiv geraten, wie ich meine Steuerlast verringern könnte oder das mein Personalausweis demnächst abläuft. Soviel Selbstständigkeit sollte man doch von diesen Leuten erwarten können.
Ich glaube schon, dass "diese Leute" selbständig genug sind, sich einen neuen Personalausweis zu besorgen. Deren Problem erinnert aber eher an Asterix' Prüfung in dem "Haus, das Verrückte macht":
Zitat von
Wer seinen Abschluss macht, kann eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu einem Jahr beantragen. Diese berechtigt grundsätzlich zur Arbeitssuche. Allerdings dürfen Studenten während dieses Jahres nicht mehr als 90 ganze oder 180 halbe Tagen arbeiten.
Wenn mich meine Kenntnisse um den Länge eines Jahres nicht täuschen, sind das um einiges mehr als 90 Tage. ...

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smartphone 20.04.2012, 10:14
9.

Hierzulande erzählt uns BITKOM und VDI etc seit über 20 Jahren vom sog. Fachkräftemangel ( FKM)

Was wir haben ist DIE FKM
Was man hier will ist genug Absagevieh , um die Löhne zu drücken . sonst garnix
Daimler wörtlich : Wir brauchen Ingenuere nicht und das auf Dauer
Bosch : Guten Leuten muß man absagen
ReisRobotic . Wir liegen unter dem Tisch vor lachen , wenn sich bei uns ein Hochqualifizierter bewirbt
ansonsten :
35 j . Ing sind verrostet , 39 j. nicht mehr arbeitsfähig
Wie 45 , wollen Sie etwa zum Sterben in unsre Firma kommen - sowas wurde auch schon geäussert , ebenso : Wie schon 4 Monate
auf Jobsuche , können sie überhaupt noch arbeiten

Bei Conti hört der durchsetzungsfähige Ingenieur , der alle Skills erfüllt ( aber nach 3 Wo ne spröde Absage bekommt folgendes :
Wir erklären Sie zur gefährlichen Person, sie kommen auf die Blacklist....

Wir reden hier übrigens von Umgangsformen von Deutschen gegenüber Deutschen
Das läßt sich beliebig fortsetzen

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