Forum: Leben und Lernen
Studie : Fast 50.000 Stellen fehlen für Ausbau der Ganztagsschule
DPA

Wenn 2025 acht von zehn Kindern eine Ganztagsschule besuchen sollen, muss noch viel passieren. Es fehlen Zehntausende Pädagogen, aber auch Gebäude. Eine Studie rechnet vor, wie viel das kosten würde.

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hausfeen 18.10.2017, 08:41
10. Die Kinder wollen spielen, am Smartohone.

Zitat von Broko
Ja, ja , die Eltern wollen die Verwahrschule - ob die Kinder die auch wollen?
Eine Entwicklung, die die Erziehung berücksichtigen muss. Gegensteuern sogar.
Allerdings ist die klassische Ganztagsschule schon etwas für das letzte Jahrhundert. Die neue Schule muss anders aussehen. Eine MIschung aus Projektschule und Hardcore-Lernen. Die Schulküche sollte erst am späten Nachmittag öffnen. Wahlwweise Takeaway oder Kantine. Auch so ein Kardinalfehler aus bequemer Gwohnheit.
Die Verunglimpfung als Verwahrschule ist aber unangebracht.

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intschutschuna 18.10.2017, 10:18
11. Ich verstehe nicht

Zitat von flaimysalar
dass man für Kinder bis 10 Jahre ungefähr eine zuverlässige Nachmittagsbetreuung braucht. Da sehe ich durchaus Sinn und Bedarf. Doch für die Großen? Warum brauchen die noch eine Verwahrung? Ich bin selbst mit 2 berufstätigen Eltern aufgewachsen .......
dass Sie und andere Foristen hier immer so negativ von "Verwahrung" sprechen. In anderen Ländern (i.e. Frankreich, Schweden, Irland oder England) sind Ganztagsschulen völlig normal. Da werden die Kinder ja auch nicht "verwahrt", sondern lernen gemeinsam, essen gemeinsam, treiben Sport o.ä. Und es ist dort auch völlig normal, dass Mutti arbeiten geht. Das sind dann keine Rabeneltern. Sieht man auch daran, dass die Menschen dort durchschnittlich mehr Kinder haben (in FR 2.01, Schweden 1,88, Irland 1,94 und UK 1,81). Weil einfach die Betreuung besser geregelt ist. Und man nicht als Rabenmutter verschrien wird, die gefälligst zu Hause zu bleiben hat.

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levthan 18.10.2017, 10:40
12. Insel der Glückseligen

Bei uns in der Gemeinde leben wir auf einer Insel der Glückseligen. Vor einem Jahr hat sich die Grundschule (Schulkonferenz) gegen eine Umwandlung in eine Ganztagsschule entschieden. Das hat vor allem damit zu tun, dass es ein flexibles und unkompliziertes System aus Früh-, Mittags- und Nachmittagsbetreuung gibt. Das ist Modular aufgebaut und passt sich so der Lebenswirklichkeit der Eltern (ich betone hier Eltern) an. Genau so sehe ich auch die Einführung einer Ganztagsschule, die unter dem Vorwand Kinder zu fördern, nur den 80% Eltern gerecht zu werden versucht. Dabei wollen Eltern gar nicht jeden Tag auf ihre Kinder verzichten.
Die Förderung von Kindern mit Sprachproblemen wird an unserer Grundschule sehr individuell geleistet. Hier sehe ich auch den Ansatz, den Schule oder besser die Kultusministerien leisten müssen. Ich will das als Frage überspitzt formulieren: Warum brauchen wir Nachmittags eine Förderung? Was macht man denn Vormittags im Unterricht?
Klassengröße, Lehrermangel und Zeitrahmen (U-Beginn vor 8:00h z.B.) sollten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden und nicht das Breitbandantibiotikum Ganztagsschule verabreicht werden.

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olli08 18.10.2017, 11:31
13. Immer diese böse Kostenkeule ...

Man sollte vielleicht mal durchrechnen, was es uns kosten würde, NICHT in unsere Kinder zu investieren.
- Keine Arbeitsplätze durch zusätzliches Personal.
- Keine Arbeitsplätze durch Aufbau und Unterhalt der nötigen Infrastruktur.
- Keine zusätzlichen Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen durch die nicht vorhandenen Arbeitsplätze (siehe oben) und die Eltern, die wegen der fehlenden Betreuung weniger arbeiten können, obwohl sie wollten.
- Verpasste Verbesserungen des Bildungsniveaus der Kinder, dadurch später weniger Einnahmen (siehe oben) und weniger qualifizierte Arbeitskräfte.
- ...

Studien über den postiven Effekt von Investitionen in die Bildung gibt es zuhauf, ebenso über den negativen Effekt, wenn nicht investiert wird, z.B. hier:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/mediathek/medien/mid/sparen-in-der-bildung-ist-teuer/

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g_bec 18.10.2017, 12:29
14. Ganztagsschulez

Ganztagsschule ist DAS perfekte Konzept. Und es bedeutet gerade NICHT, dass die Kinder "bis nachmittags" Unterricht haben. Es bedeutet ganz simpel, dass am Ende des Tages ALLE schulischen Aufgaben erledigt sind (von langwierigeren Projekten wie z.B. einer Seminarfacharbeit o.ä. mal abgesehen). Und die Kinder z.B. um 16:00 Uhr wirklich frei haben.
Das bedeutet aber auch, dass die Lehrer umdenken und länger in der Schule verbleiben müssen.
Und es bedeutet vor allem mehr Investitionen in Personal und Infrastruktur.
Gleichzeitig wäre es eine Chance, den größten Störfaktor der Schule, nämlich die Eltern, auszuschalten;-)

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Leser161 18.10.2017, 13:20
15. Die Profiteure könnten sich ja beteiligen

Die Ganztagsschule ermöglicht den Eltern mehr zu arbeiten. Ein Mehr an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt, an dem es ja im Moment schon ein gutes Angebot gibt, dürfte den Abnehmern zu gute kommen (Angebot und Nachfrage).

Wenn die Wirtschaft also von Ganztagsschulen profitieren will und wird, vielleicht könnte sie sich an den Kosten beteiligen. Oder ist das nur eine Einbahnstrasse, dass immer nur wir was für die Wirtschaft tun müssen?

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Luke1973 18.10.2017, 14:06
16. Hat mal jemand die Kinder gefragt?

Also meine beiden wollen keine Ganztagsschule. Ganz im Gegenteil. Sie sind vor der Vorstellung geradezu entsetzt. Sie möchten, wie die meisten Arbeitnehmer wohl auch, möglichst früh Feierabend haben und sich dann den Rest des Tages frei einteilen zu können.
Als ich als Schüler in der siebten Klasse (frz. zweite Fremdsprache) zum ersten mal davon gehört habe, dass die Kinder in Frankreich bis nachmittags in der Schule sitzen müssen, war ich geschockt!
Ich habe nichts gegen ein freiwilliges Angebot und dieses sollte natürlich qualitativ hochwertig sein und von Lehrern begleitet werden (nicht von Fachfremden, wie oft in der Praxis). Aber auf gar keinen Fall möchten ich oder meine Kinder eine verpflichtende Ganztagsschule!

Ich bin mir auch absolut sicher, dass die wenigsten Kinder das wollen. Warum sollte ein Kind sowas wollen? Das kann eigentlich nur dann der Fall sein, wenn es nicht gern zu Hause ist. Aber dann muss man doch die Probleme zu Hause lösen und nicht einfach alle Kinder in die Schulen zwingen.

Ich möchte auch nicht das Wort "verwahren" benutzen. Ich bin auch dann gegen die verpflichtende Ganztagsschule wenn diese von höchster Qualität wäre. Was soll der Quatsch? G8 ist schon schlimm genug!
Zu meiner Zeit (Abi 93) hatten wir nie mehr als 6 Stunden, hatten mehr Zeit den umfangreicheren Lehrplan zu bearbeiten und trotzdem noch genügend frei einteilbare Zeit.
Es war das Paradies! Eine tolle Schulzeit. Bitte, bitte kehr zurück zu dieser Schulpolitik. Es war einfach toll. Nicht noch mehr Zeit in der Schule verbringen!!! Lasst die Kinder doch nach Hause, wenn sie sechs Stunden unterricht hatten! Dann können sie zu Hause noch 2 h Stunden Hausaufgaben machen und dann haben sie auch schon einen Achtstundentag hinter sich!!!!

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sponibert 18.10.2017, 17:09
17.

Zitat von g_bec
Ganztagsschule ist DAS perfekte Konzept. Und es bedeutet gerade NICHT, dass die Kinder "bis nachmittags" Unterricht haben. Es bedeutet ganz simpel, dass am Ende des Tages ALLE schulischen Aufgaben erledigt sind (von langwierigeren Projekten wie z.B. einer Seminarfacharbeit o.ä. mal abgesehen). Und die Kinder z.B. um 16:00 Uhr wirklich frei haben.
Haha, danke für den köstlich ironischen Beitrag. Ich bin Grundschullehrer an einer Schule mit Ganztagsbereich und kann nur herzlich lachen. Wobei.. Moment. Sie haben recht. Viele Eltern sind der Meinung, dass in der Schule ALLE schulischen Aufgaben erledigt werden und sie daher NICHTS mehr mit den Kindern daheim (für die Schule) machen müssen. Lernen, Üben, hm? Klar, dafür reicht die Stunde Hausaufgabenbetreuung sicher aus. Aus dem Grund haben wir übrigens auch viele Anmeldungen von Eltern für die Ganztagsschule, die gar nicht arbeiten gehen, sondern den ganzen Tag daheim sind. Top!

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montecristo 18.10.2017, 19:38
18. Tja

Zitat von Luke1973
Also meine beiden wollen keine Ganztagsschule. Ganz im Gegenteil. Sie sind vor der Vorstellung geradezu entsetzt. Sie möchten, wie die meisten Arbeitnehmer wohl auch, möglichst früh Feierabend haben und sich dann den Rest des Tages frei einteilen zu können. Als ich als Schüler in der siebten Klasse (frz. zweite Fremdsprache) zum ersten mal davon gehört habe, dass die Kinder in Frankreich bis nachmittags in der Schule sitzen müssen, war ich geschockt! Ich habe nichts gegen ein freiwilliges Angebot und dieses sollte natürlich qualitativ hochwertig sein und von Lehrern begleitet werden (nicht von Fachfremden, wie oft in der Praxis). Aber auf gar keinen Fall möchten ich oder meine Kinder eine verpflichtende Ganztagsschule! Ich bin mir auch absolut sicher, dass die wenigsten Kinder das wollen. Warum sollte ein Kind sowas wollen? Das kann eigentlich nur dann der Fall sein, wenn es nicht gern zu Hause ist. Aber dann muss man doch die Probleme zu Hause lösen und nicht einfach alle Kinder in die Schulen zwingen. Ich möchte auch nicht das Wort "verwahren" benutzen. Ich bin auch dann gegen die verpflichtende Ganztagsschule wenn diese von höchster Qualität wäre. Was soll der Quatsch? G8 ist schon schlimm genug! Zu meiner Zeit (Abi 93) hatten wir nie mehr als 6 Stunden, hatten mehr Zeit den umfangreicheren Lehrplan zu bearbeiten und trotzdem noch genügend frei einteilbare Zeit. Es war das Paradies! Eine tolle Schulzeit. Bitte, bitte kehr zurück zu dieser Schulpolitik. Es war einfach toll. Nicht noch mehr Zeit in der Schule verbringen!!! Lasst die Kinder doch nach Hause, wenn sie sechs Stunden unterricht hatten! Dann können sie zu Hause noch 2 h Stunden Hausaufgaben machen und dann haben sie auch schon einen Achtstundentag hinter sich!!!!
Ich hatte als Schüler im Ausland die Ganztagsschule miterleben dürfen. Gut strukturiert und mit Inhalten gefüllt. Hausaufgabenbetreuung bei Bedarf, viel Sport, Kunstprojekte, Musikgruppen, Filmprojekte etc. Ab 18 Uhr frei. Ich fand es super! Die Infrastruktur muss natürlich da sein. Ohne wird der Nachmittag zur reinen Verwahrung.
Nebenbei: Nie mehr als 6 Std am Tag? Davon kann man ja als heutiger Schüler nur träumen. Ich habe ebenfalls in den 90ern Abi gemacht und hatte sogar jeden zweiten Samstag Unterricht. Trotzdem war das neben Studium die Beste Zeit :-)

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dodgerone 18.10.2017, 21:00
19.

Die Diskussion über die Ganztagsschule erinnert mich an die "Hexenjagd" zum Kindergartenausbau...

Schaut doch einfach in andere Länder. Es geht einfach viel besser als in Deutschland. Diese krampfhafte Angst vor Veränderungen schadet allen in Deutschland. Lasst die Kinder endlich frei und gebt ihnen durch ordentliche Bedingungen bessere Möglichkeiten in den Schulen. Und zwar für alle Kinder.

Und liebe Eltern: denkt nicht nur an euch und eure "Wichtigkeit"...

Wenn ich mir anschaue wie frei Kinder in Skandinavien aufwachsen und mir das deutsche Gekrampfe in diesem Zusammenhang anschaue. Dann ist es in Deutschland nicht so toll. Und echte Chancengleichheit bei den Kindern lässt sich nur über die Ganztagsschule erreichen.

Ich bin froh keine klammernden Eltern gehabt zu haben, sondern Eltern die gleichberechtigt arbeiten waren und mir die Möglichkeit zur Entfaltung gaben (und dann da waren, wenn ich sie mal brauchte).

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