Forum: Leben und Lernen
Studie: Was Kindern hierzulande fehlt - und was nicht
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Wie geht es Kindern in Deutschland? Was sind ihre Nöte? Was stört sie an Erwachsenen? Forscherinnen haben rund 3500 Schülerinnen und Schüler dazu befragt. Die Antworten seien teils "erschreckend".

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eunegin 03.07.2019, 06:01
1. Macht nachdenklich - und es geht so weiter

Ja, das macht nachdenklich. Auch gegenüber den eigenen Kindern; da kann man selbst etwas feilen. Ebenso ist Vertrauen, Zugehörigkeit, Sicherheit und Selbstbestimmung später wichtig. Viele Erwachsene erfahren das auch nie. Als Personaler traue ich mir sagen, dass das leider an vielen Arbeitsplätzen notleidend ist. Fazit: es geht leider für viele so weiter wie es in der Kindheit angefangen hat. Auch daran müssten wir arbeiten.

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dasfred 03.07.2019, 06:07
2. Kinder brauchen nicht nur gleichaltrige

Früher war es normal, dass Kinder sich gegenseitig erzogen haben. Ältere bekamen die Verantwortung für die jüngeren, diese konnten dann ausprobieren, wie weit sie gehen können, ohne dass das gleich in Diskussionen endet. Bei Ansätzen von Mobbing gab's den berühmten großen Bruder oder stärkeren Freund. So konnten die Kinder auch lernen, sich selbst zu behaupten. Schulen und Vereine sollten mehr Möglichkeiten suchen, damit Kinder und Jugendliche jahrgangsübergreifend miteinander agieren lernen. Das ist eine interaktive Erziehung, die Eltern und Lehrer so nicht leisten können.

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angemeldetumzureden 03.07.2019, 06:21
3. Differenzierung nach Schultypen

Der Hinweis auf die unterschiedliche Ausprägung von Mobbing nach Schultypen hätte mich interessiert, fehlt aber leider, schade. Die Schreibweise “JugendExpert*innen” kann ich übrigens nicht ernst nehmen, unsäglich.

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Kranach 03.07.2019, 06:26
4. Was für Ergebnisse

Heute haben Kinder durchschnittlich viel mehr Platz als früher. Als der Mann noch "Herr im Haus" war, wurden Kinder auch nicht gefragt, sondern man machte mit. Nach den Hausaufgaben ging man nach draußen und war unter sich. Und der Klapps auf den Po war auch normal.
Im Fall der Kinderversorgung hat sich vieles zum positiven verändert. Die Studie wäre hilfreich, wenn sie einen Vergleich zu früheren Jahren ziehen könnte. So bildet sie nur subjektive Gefühle ab. Wie stark diese den Alltag belasten kann dadurch nicht eingeschätzt werden. Zumal die Fragestellung schon Probleme vordefiniert.
Mehrwert geht anders

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fireworker 03.07.2019, 06:30
5. Interessant und wichtig

Interessanter Beitrag, ordentlich aufbereitet. Wir Erwachsene, Eltern, Grosseltern, Berufstätige oder Rentner sollten diesen Beitrag ernst nehmen und in unseren Handlungen berücksichtigen.

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In Vino Veritas 03.07.2019, 06:43
6.

Ich würde behaupten: Die Ruhe und Geduld, Kind sein zu dürfen. Die Welt auf eigene Faust entdecken zu dürfen. Ohne das wird man nie Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Lernbereitschaft entwickeln, die einen analytisches Denken und Problemlösungsfähigkeit schulen. Das sind die „Core-Skills“, die man in dieser Welt benötigt, um erfolgreich zu sein.
Erschreckend finde ich die Tatsache, dass sich Kinder durch Youtube und Instagram sozialisieren. Was ist richtig, was ist falsch, was ist gesellschaftlich akzeptiert. "Ich schaue mir Videos von meinem Youtube-Star an, wie er ein Video von einem anderen Youtuber kommentiert und reagiert".
Ich habe als bald 40 jähriger mehr Phantasie, wie man sich beschäftigen kann, ohne dass Smartphone zu bedienen. Das erschreckt mich gewaltig, dass viele Kinder auf dem Spielplatz stehen, und nicht wissen, wie man seine Zeit dort verbringen kann.

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Hans.Meier 03.07.2019, 06:49
7. Zukunft der Demokratie

Ich muss mir an die eigene Nase fassen und fühle mich ertappt. Dabei ist Partizipation auch bereits im Kleinkindalter sehr wichtig. Wann wenn nicht in der Kindheit sollen Kinder verantwortliches (Mit-)Entscheiden lernen und damit demokratisches Verhalten? Wenn es erst als Erwachsener möglich ist, hat man ein gesellschaftliches Problem der Entscheidungs- und Beteiligungskompetenz. Daher empfinde ich Bewegungen wie Fridays for Future oder Forderungen nach der Absenkung des Wahlalters als sehr positiv. Um allerdings Partizipation gerade in der Schule ausreichend fördern zu können, braucht es mehr Personal. Ein Lehrer auf 25 Kinder ist zu wenig, um ausreichend auf Wünsche und Bedürfnisse eingehen zu können.

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wittchen2000 03.07.2019, 06:53
8. Das Verschwinden der Kindheit

Mit Artikeln und Fragen wie "darfst Du miteintscheiden" und aussagen wie "Kinder werden nur bei banalen Entscheidungen gefragt" werden Kinder werden mehr und mehr als "Kleine Erwachsene" angesprochen und betrachtet.
Neill Postman hat das schon vor Jahrzenten richtig diagnostiziert: Uns geht der Begriff dessen abhanden, was es heisst, Kind zu sein.
Hochgefährlich.

Ich kann von mir selbst sagen, dass ich für viele Dinge des Lebens bis weit in die 30er hinein noch keinerlei Verständnis hatte.
Die Balance zwischen behüten / ernstnehmen / nicht überbehüten ist fragil, aber Vorsicht und Aufmerksamkeit ist in einer Welt in der die Beeinflusser sich direkter als jemals zuvor durch den Draht studenlang zu jeder Zeit auf die Netzhaut der Kids projezieren absolut essenziell.

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fördeanwohnerin 03.07.2019, 07:09
9. -

Welche Farbe der Oberstufenraum hat, hängt u.a. davon ab, wie viel Geld der Schulträger zur Verfügung hat.

Mich wundern die Ergebnisse nicht allzu sehr, denn, wenn man zuhause alles darf und immer gefragt wird, dann hält man es für selbstverständlich, dass man auch sonst überall gefragt wird. Dann wundert es auch nicht, dass die Erwartungen an z.B. Schule z.T. weltfremd sind, obwohl dort heutzutage viel mehr Beteiligung gefragt ist und die Kids viel mehr mitbestimmen dürfen, als wir es früher durften.
Die Kids können nichts dafür, aber man darf das nicht vergessen, wenn man solche Studien durchführt.

Allgemein stimmt es, dass zu viele Erwachsene nicht an die Zukunft aller Menschen denken, wenn es z.B. um die Altersvorsorge und die Umwelt geht, da wird nur auf die eigene Familie geschaut, was dort opportun ist, sprich Familie Meier interessiert nicht, was für Familie Müller bzw. deren Kids gut wäre. Und bei Politiker*innen geht es darum, wie die eigene Partei am besten davonkommt.

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