Forum: Leben und Lernen
Studie: Was Kindern hierzulande fehlt - und was nicht
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Wie geht es Kindern in Deutschland? Was sind ihre Nöte? Was stört sie an Erwachsenen? Forscherinnen haben rund 3500 Schülerinnen und Schüler dazu befragt. Die Antworten seien teils "erschreckend".

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fördeanwohnerin 03.07.2019, 09:27
40. -

Zitat von jupp78
Nur ein paar Sätze, aber ein riesen Widerspruch. Wissen die Kids es jetzt nicht besser oder würde diese tatsächlich gute weitreichende Entscheidungen richtig fällen? Da muss man sich schon entscheiden. Denn eines ist ganz klar, wer entscheidet, der muss auch die Verantwortung für diese Entscheidung tragen und kann hinterher sich nicht hinstellen mit dem Argument, "ich wusste es nicht besser". Darum gehören weitreichende Entscheidungen eben nicht in die Hand der Kids, denn sie wissen es nicht besser. Kindern muss man nach und nach immer mehr Verantwortung geben und eben nach und nach damit auch weitreichendere Entscheidungen übergeben. Das ist ein Lernprozess, das wird einem nicht in die Wiege gelegt. Und zu diesem Lernprozess gehört auch, dass man irgendwann erkennt, dass es auch noch andere Menschen um einen rum gibt und man eben nicht alles so machen kann, wie man selbst möchte.
Nö, kein Widerspruch.
Die Anspruchshaltung für einen selbst mit möglichst zügiger Bedürfnisbefriedigung (von zuhause aus so gewöhnt) ist etwas anderes als der Blick auf das große Ganze. Was Letzteres betrifft, kann ich bei meiner bald 6. Klasse sehen, dass die sehr vieles sehr gut einschätzen können. Und sozialer als viele Erwachsene sind sie auch.
Von Entscheidungen treffen ist hier gar nicht die Rede, ich schrieb "zuhören". Und das schadet nun wirklich nicht, oder? Lässt einen mal eine andere Perspektive einnehmen und hilft beim Entscheiden für alle.

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fatherted98 03.07.2019, 09:27
41. Zuwendung...

Das ist einer der Knackpunkte heutzutage....die Kids haben enorme Ansprüche in Richtung Konsum. Zuwendung von Seiten der Eltern kommt nur in den Handy-Pausen.....ich sehe so oft Mütter die Kinderwägen vor sich herschieben und total in ihrer Welt des Smart-Phones versunken sind....das Kind stört da meist nur....noch schlimmer wird es auf dem Spielplatz....da sieht man fast nur noch Smart Phone Zombies die durch ihre Kids nicht gestört werden wollen (was da zu Hause abgeht, kann man sich vorstellen).
Zum Geld....die Idee Kindern Geld in die Hand zu geben damit Kinderarmut behoben werden kann ist wohl weder sinnvoll noch durchführbar. Überhaupt sollte Kindergeld abgeschafft werden und dafür flächendeckende kostenfreie Betreuung mit Verpflegung angeboten werden....das würde wirklich etwas für die "armen" Kids bringen....wobei arm....eine Definition ist über die man streiten kann.

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mojo2xs 03.07.2019, 09:35
42. Die Kindheit klauen

Ist leider richtig das man den Kindern die Kindheit klaut wenn man sie als kleine Erwachsene behandelt. Man soll ihnen einen Rahmen geben in dem sie sich unbeschwert bewegen können ohne von großen Entscheidungen belastet zu sein. Man nimmt ihnen auch die Möglichkeit zur Abgrenzung gegenüber den Eltern was unbedingt auch ein wichtiger Entwicklungsschritt ist um einen eigenen Standpunkt im Leben zu entwickeln. Ich lasse meine Tochter da mit entscheiden wo sie die Folge der Entscheidung komplett überblicken und verantworten kann. Alle anderen muss sie hinnehmen.

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Little_Nemo 03.07.2019, 09:40
43. Lobpreis dem pädagogischen Faustkeil

Zitat von dasfred
Früher war es normal, dass Kinder sich gegenseitig erzogen haben. Ältere bekamen die Verantwortung für die jüngeren, diese konnten dann ausprobieren, wie weit sie gehen können, ohne dass das gleich in Diskussionen endet. Bei Ansätzen von Mobbing gab's den berühmten großen Bruder oder stärkeren Freund. So konnten die Kinder auch lernen, sich selbst zu behaupten. Schulen und Vereine sollten mehr Möglichkeiten suchen, damit Kinder und Jugendliche jahrgangsübergreifend miteinander agieren lernen. Das ist eine interaktive Erziehung, die Eltern und Lehrer so nicht leisten können.
Was früher nicht alles "normal" war. Je nachdem was man mit "früher" meint, wurden Kinder da täglich gezüchtigt, erniedrigt, eingesperrt und zusammengfaltet. Sie waren entrechtet, hilflos dem Diktat der Erwachsenen ausgesetzt und wurden als Eigentum der Eltern betrachtet und mitunter folgerichtig verkauft, wenn das Geld knapp war. In manchen Weltregionen gibt es das noch. Dieses "früher" haben wir doch hoffentlich überwunden. Zumal klar sein sollte, dass nicht jeder einen großen Bruder hat (zumindest der größte Bruder ganz sicher nicht) und dass auch andere manchmal große Brüder haben, die mitunter größer sein können als der eigene. Kurz gesagt: Vergessen wir doch mal diese rustikalen Rezepte von Anno Dönnemal und kommen wir endlich in zivilisierten, kultivierten Zeiten an. Zum Wohle aller Menschen, zu denen eben auch und besonders die Kinder gehören.

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Ditch 03.07.2019, 09:44
44.

Kinder werden in erster Linie erzogen, d. h. man kümmert sich und bereitet sie auf das Leben vor ... Und nein, es sind keine Partner oder Kumpel ("Meine Tochter ist meine beste Freundin" etc.). Dann funktioniert es im Leben auch mit Disziplin, Benehmen etc. und damit auch mit Arbeit etc. Je mehr Menschen erzogen sind, desto weniger Probleme gibt es im späteren Leben!

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Pfaffenwinkel 03.07.2019, 09:45
45. Den Kindern heute geht es gut

Ich bin in der Nachkriegszeit aufgewachsen. Wir waren seinerzeit froh, genug zum essen zu haben, ansonsten hatte man zu parieren, sonst bekam man "eine hinten drauf". Das hat sich alles zu 100 Prozent gebessert.

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kai_freehill 03.07.2019, 10:08
46. bedürfnisorientiert

Diese Bedürfnisorientierung ist sehr subjektiv und die Erziehung zielt darauf ab, eben diese Bedürfnisse in einen Kontext zu setzen. Wenn sich Kinder nicht ausreichend an langfristigen Entscheidungen beteiligt fühlen, dann ist das sinnvoll - sie können - und sollen - das nicht mit entscheiden, da sie schlicht und einfach keine Ahnung haben.
Letztendlich sind sie in einem Lernprozess und dieser bringt Frustration mit sich, da sich die Einsicht in Zusammenhänge erst entwickelt. Und gehänselt zu werden gehört dazu, da muss man dann halt mal gegenhalten, oder es ertragen ohne sich als Opfer zu fühlen.
Bedingungslose Eigenliebe ist es, was Eltern, Erzieher und letztendlich auch die Gesellschaft lehren müssen - sonst gibt es für jeden Unsinn dann Berater die helfen, sich besser zu fühlen. Un das wäre lächerlich, da Lebensunfähigkeit auch noch verstärkend unterstützt würde.

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Little_Nemo 03.07.2019, 10:12
47. Wachsen helfen

Ich habe vor einiger Zeit mal eine Doku über die Wahrnehmung von Kindern (in dem Fall Kleinkindern) in irgendeiner Mediathek gesehen. Demnach können Kleinkinder, ich glaube bis zu einem Alter von drei bis vier Jahren, Lügen überhaupt noch nicht von Wahrheit unterscheiden (anders als kinsköpfige rechte Verschwörungsjunkies, die nur Lügen für Wahrheit halten), weil sie überhaupt noch nicht gelernt haben was Lügen sind. Sie glauben den Erwachsenen alles. Insofern würde es - falls mal jemand auf den Gedanken kommen sollte - keinen Sinn machen Kindern unter drei das Wahlrecht zu geben.

Was ich damit sagen will: Menschen machen verschiedene Entwicklungsstufen durch, die durch die Erfordernisse ihres jeweilgen Lebensabschnitts bestimmt sind. Solche Entwicklungsstufen gibt es gerade bei Kindern einige, denen auch möglichst adäquat Rechnung getragen werden muss. Kinder sollten sukzessive an das Erwachsenendasein herangeführt werden. Ich halte es insofern z.B. nicht für verwerflich das Taschengeld an angemessene Verpflichtungen zu knüpfen. Das alles muss aber mit Augenmaß geschehen. Kleinkinder bereits zum Arbeiten zu erziehen wäre natürlich Nonsens. Gerade in ihren frühen Lebensjahren müssen Kinder die Welt spielerisch erfahren können, um sich selbst zu finden und heraus zu kristallisieren, und in der Geborgenheit des Elternhauses, ihrer Kita und später Schule den Wert und die Selbstverständlichkeit des Lebens in der Gemeinschaft schätzen lernen. Das sollte ein dem Lebensalter angepasster, fließender Prozess sein.

Kindern das Leben zur Hölle zu machen, damit sie in der harten Erwachsenenwelt überleben können, ist kranker Sch***. Sie zu verhätscheln um sie dann abrupt aus der totalen Geborgenheit ins Chaos der gnadenlosen Arbeitswelt zu stoßen, aber fast ebenso.

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rainer-rau 03.07.2019, 10:31
48. In erster Linie

fehlen den Kindern positive Vorbilder seitens ihrer Eltern, die sie vor den negativen Einflüssen unserer gierigen Raffzahngesellschaft schützen. Die Schulen können nicht aufholen, was in den ersten sechs Jahren zuhause vernachlässigt wurde. Unterhaltungselektronik und Smartphone quengeln halt nicht und stellen gezielt nur die Ansprüche, die im Moment in den Kram passen. Da sind die lästigen Plagen schnell mal mit dem Ellbogen zur Seite gewischt oder das Beruhigungsmittel online bestellt - Ergebnisse meiner Live-Beobachtungen. Kinder, welche die Weichen nicht selbst stellen und den Gegenwind nicht wegstecken können, sind weiterhin der Nährboden für die Wohlstandsverwahrlosung, ohne etwas dafür zu können. Ausnahmen gibt es, sind aber mangels Masse wirkungslos.

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derjoey 03.07.2019, 10:37
49.

Zitat von dolfi
Dann sollen die Jugendlichen aber auch mehr Pflichten im Haushalt übernehmen und nicht sich permanent drücken wollen. Gamen und Schnitzel essen bedingt, dass einer nicht gamen kann, weil er kocht oder für das Schnitzel arbeiten muss.
Was Sie beschreiben klingt eher nach einem Versagen der Eltern statt der Kinder. Bei mir helfen die Kinder selbstverständlich im Haushalt mit, und sie können trotzdem eine eigene Meinung und eigene Freizeitgestaltung haben. Bei uns kann man für das Schnitzel was tun und hat dennoch Zeit zum Spielen. Wir leben allerdings auch nicht mehr im 19. Jahrhundert.

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