Forum: Leben und Lernen
Studie zu Chancengleichheit: So ungerecht ist Bildung in Deutschland
Corbis

Das deutsche Bildungssystem versagt, benachteiligte Kinder bekommen viel zu wenig Hilfe. Eine neue Studie zeigt: Die Schulpolitik ist in fast allen Bundesländern gleich schlecht - mit einer Ausnahme in Ostdeutschland.

Seite 1 von 22
nullneunelf 11.12.2014, 06:12
1. Gespannt

darf man sein, ob irgendein Schlaumeier auch mal darauf kommt, dass die Wertigkeit nötigen Schulbesuchs, die in den Familien vermittelt wird, eine entscheidende Rolle spielt. Vermutlich ist Wegducken hinter irgendeiner anonymen "Politik" einfacher, zutreffender wird die ewig gleiche Leier dadurch allerdings nicht. Eine familiäre Erziehung mit PlayStation, Dauer-RTL und Dreijährigenwortschatz wird in keiner Schule dieser Welt kompensiert. Das ist und war auch nie Aufgabe von Schulen. Aber Hauptsache, von "benachteiligt" faseln, das zieht immer-und bequemerweise liegt immer alles an anderen.

Beitrag melden
wiesnase111 11.12.2014, 06:28
2. Schulpolitik

wie lange sollen wir das noch lesen und hoeren?Wann will man endlich mal anfangen das zu aendern?
Seit Jahren lese und hoere ich das nun,es langweilt.
Eine Schande fuer unser Land ist diese Schulpolitik.Es wird sich auch jetzt wieder nichts aendern.

Beitrag melden
lofeu 11.12.2014, 06:43
3. Erzwungener Ganztagesunterricht

ist nicht die Lösung des Problems der Bildungsgerechtigkeit. Ich habe sechs Jahre an einer Gesamtschule in gebundener Ganztagesform gearbeitet, an der prozentual viele Schüler mit bildungsfernem heimischem Umfeld und Migrationshintergrund unterrichtet wurden. Alle Versuche hier mehr Integration Bildungsgerechtigkeit zu erreichen sind kläglich gescheitert, und das ebensowenig am Engagement der vielen idealistischen Lehrer als an den Bedenkenträgern sondern vielmehr an den verkorksten Lebensbedingungen dieser Kinder zu Hause.
Anstatt an den Schulen herumzudoktorn sollte vielmehr die frühkindliche Förderung verbessert werden, da in den Schulen das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Die deutsche Sprache zu sprechen und zu verstehen ist der Schlüssel der Integration und damit der Bildungsgerechtigkeit. Sprachen erlernen Kinder am schnellsten im frühkindlichen Alter. Gerade Kinder aus bildungsfernem Haushalten oder mit Migrationshintergrund gehen nicht in die Kindergärten, weil die Geld kosten. In der Grundschule sind sie dann plötzlich mit einer Sprache konfrontiert, die sie nicht verstehen, weil zu Hause kein Deutsch gesprochen wird und im Fernsehen auch nur die Sender des Heimatlands die Kinder berieselnd. Bei den bildungsfernen Deutschen wird immerhin RTL II- Deutsch gesprochen, dass das nicht ausreicht, ist aber auch eine nicht zu bestreitende Tatsache. Das Problem ist, dass eine Kindergartenpflicht ist jedoch nicht kostenneutral zu machen, sparen lässt sich erst recht nichts dabei, also wird es sie nicht geben. Damit wird auch die Sprachförderung und der Schlüssel zur Bildungsgerechtigkeit weiter nicht zur Verfügung stehen, sodass Bildungsforscher weiter ihr Mantra des Versagens der deutschen Bildungssysteme vor sich her tragen können wir eine Monstranz.

Beitrag melden
triplem77 11.12.2014, 06:45
4. Ergänzung

Chancengleichheit ist in der Konsequenz ohne Zweifel auch wesentlich von der Ausprägung der geistigen Anlagen abhängig. ....das wird bei solchen Studien offenbar nie mit eingerechnet. ....es wird immer so getan, als hätte jeder Mensch die gleichen Möglichkeiten sofern gewisse Rahmenbedingungen stimmen....damit wird schlicht immer die Realität ignoriert, dass Intelligenz nunmal ungleich verteilt ist und es somit ausgeschlossen ist, dass alle die gleichen Chancen haben.....

Beitrag melden
shopkeeper 11.12.2014, 06:50
5. Das ist doch nicht neu!

Ich selbst entstamme einer sogenannten bildungsfernen Schicht. Mutter Flüchtling, Vater Halbwaise, die junge Nachkriegsgeneration. Was mich zu einem Universitätsabschluss gebracht hat waren die WERTE, die mir beide vermittelt haben. Anstand, Fleiß, Bescheidenheit, ich konnte das nur halb so gut wie die beiden. Harte Arbeit, nicht Rumjammern, stolz sein, wenn man es ohne Hilfe des Sozialstaates schaffte und Freude daran haben, was man tut. Nicht fragen, was andere für einen tun können, sondern etwas für andere tun. Den Rest habe ich in der Schule gelernt .... Mathe ist ein Klacks im Vergleich zum Charakter, den man braucht. Vorbilder dafür heute? Ehrlich? Mir wird übel.

Beitrag melden
abby_thur 11.12.2014, 06:52
6. Studie zu Chancengleichheit: So ungerecht ist Bildung in Deutschland

Eine klare Ost-West-Trennung gibt es bei der Zertifikatsvergabe, also der Chance auf einen guten Abschluss: Alle ostdeutschen Bundesländer gehören hier zur Schlussgruppe, während Baden-Württemberg, Hamburg, NRW und das Saarland die Spitzenreiter sind.
Mag mir einer erklären, was damit gemeint ist?

Beitrag melden
umdenker62 11.12.2014, 06:56
7. Und Leistung ist egal

was spricht eigentlich gegen lernen wenn die Noten mal nicht so gut sind.

Beitrag melden
nickleby 11.12.2014, 07:04
8. Leistung,Gleichheit, Gerechtigkeit

Der Bericht zeigt, dass die Wertigkeit der Abschlüsse zugenommen hat und damit auch die Durchlässigkeit in unserer Gesellschaft.
Wenn es Probleme gibt, kommen die meistens aus den Herkunftsfamilien, die sich nicht einbringen, sei es gewollt oder auch nicht.
Wenn ungewollt, gibt es kaume eine Institution, die nicht helfend eingreift und fördert, während bei gewolltem Desinteresse es aufgrund unserer Gesetze sehr schwierig ist, korrigierend einzuugreifen.

Wir haben das Elternprivileg der Erziehung, auch wenn sie mancherorts nicht stattfindet.

Daher ist Gerechtigkeit in einem Staat ist die Abwesenheit von Willkür Gleichheit ein soziologisches Postulat und Leistung messbar im Verhältnis zur aufgestellten Norm.

Beitrag melden
bolzenbrecher 11.12.2014, 07:07
9. Selbst schuld!

Die Menschen haben es in der Hand. Wenn sie Unwillens sind, die richtigen Parteien zu wählen, müssen sie eben den Preis dafür bezahlen. So funktioniert Demokratie nun mal!

Beitrag melden
Seite 1 von 22
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!