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Studie zu Chancengleichheit: So ungerecht ist Bildung in Deutschland
Corbis

Das deutsche Bildungssystem versagt, benachteiligte Kinder bekommen viel zu wenig Hilfe. Eine neue Studie zeigt: Die Schulpolitik ist in fast allen Bundesländern gleich schlecht - mit einer Ausnahme in Ostdeutschland.

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carlitom 11.12.2014, 11:24
160.

Zitat von Wunderläufer
Wo ist hier der entscheidende Vorteil gegenüber andern Schulformen? "gebundenen Ganztag mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht für alle werden bisher gerade mal 14,4 Prozent der Schüler unterrichtet - genau diese Schulform sei aber diejenige mit den größten Chancen für Bildungsgerechtigkeit"
Dass diejenigen, aus bildungsnahen Schichten kommen, hinterher nicht mehr so viel Zeit für individuelle Förderung daheim haben und damit auf dem gleichen tiefen Niveau wie die aus bildungsfernen Schichten bleiben.

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harmlos01 11.12.2014, 11:25
161. Ist es die Schule, oder das Elternhaus?

Die bildungsnahen Schichten haben aus eigener erfahrung den Wert einer schulischen Bildung erfahren und versuchen diese auch für ihre kinder zu gewährleisten.

Die Eltern aus bildungsfernen Schichten haben diese Erfahrung nicht gemacht und vielleicht fehlt daher an einigen Stellen das Interesse daran die Kinder zu fördern.

Die Schule hat sechs bis acht Stunden zeit auf die Kinder einzuwirken, aber dann ist das Elternhaus dran und wenn dort das Phlegma herrscht, dann muss sich niemand wundern.

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bekkawei 11.12.2014, 11:26
162.

Zitat von misterknowitall
Sie haben ja Recht, aber darum geht es hier nicht, sondern die Studie soll belegen, dass Kinder aus sozial schwächerem Umfeld nicht die gleichen Chancen haben wie reiche Kinder.
Das stimmt.

Man ist sich lediglich nicht einig, wer Schuld daran hat, dass einem Teil der Kinder die Chancen versaut werden, bzw. dass sie daran gehindert werden, diese zu nutzen.

Meiner Meinung nach sind das die Eltern und nicht die Schule/Gesellschaft/Staat.

Und jetzt kommt das grosse Problem:

Es ist eben nicht moeglich, per Gesetz, selbst wenn der Staat das Geld ausgeben wuerde, die Kinder schon so frueh und fuer taeglich soviele Stunden aus der Familie raus zu nehmen, dass dieses "Chancen verbauen" so gut es geht abgewendet wird.

So etwas ist eben nur in totalitaeren System machbar. In freiheitlich demokratischen Rechtsstaaten liegt halt mehr Verantwortung beim Individuum.

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carlitom 11.12.2014, 11:26
163.

Zitat von h-i-2224
in Ostdeutschland abzuschaffen um Mittelmäßigkeit und Unwissen zum Maßstab innerhalb Deutschlands zu erheben. Getreu dem Motto halte Du sie dumm, ich halte sie arm.
eines der besten Schulsysteme war also das in der ehemaligen DDR? Die Quote derjenigen, die die Schule abschließen, das Niveau der Bildungsabschlüsse, die Durchgängigkeit und das PISA-Ergebnis sehen aber eher Bayern und BW ganz oben.

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paulroberts 11.12.2014, 11:27
164. Bildung darf und muss kosten!

Zitat von lofeu
ist nicht die Lösung des Problems der Bildungsgerechtigkeit. Ich habe sechs Jahre an einer Gesamtschule in gebundener Ganztagesform gearbeitet, an der prozentual viele Schüler mit bildungsfernem heimischem Umfeld und Migrationshintergrund unterrichtet wurden. Alle Versuche hier mehr Integration Bildungsgerechtigkeit zu erreichen sind kläglich gescheitert, und das ebensowenig am Engagement der vielen idealistischen Lehrer als an den Bedenkenträgern sondern vielmehr an den verkorksten Lebensbedingungen dieser Kinder zu Hause. Anstatt an den Schulen herumzudoktorn sollte vielmehr die frühkindliche Förderung verbessert werden, da in den Schulen das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Die deutsche Sprache zu sprechen und zu verstehen ist der Schlüssel der Integration und damit der Bildungsgerechtigkeit. Sprachen erlernen Kinder am schnellsten im frühkindlichen Alter. Gerade Kinder aus bildungsfernem Haushalten oder mit Migrationshintergrund gehen nicht in die Kindergärten, weil die Geld kosten. In der Grundschule sind sie dann plötzlich mit einer Sprache konfrontiert, die sie nicht verstehen, weil zu Hause kein Deutsch gesprochen wird und im Fernsehen auch nur die Sender des Heimatlands die Kinder berieselnd. Bei den bildungsfernen Deutschen wird immerhin RTL II- Deutsch gesprochen, dass das nicht ausreicht, ist aber auch eine nicht zu bestreitende Tatsache. Das Problem ist, dass eine Kindergartenpflicht ist jedoch nicht kostenneutral zu machen, sparen lässt sich erst recht nichts dabei, also wird es sie nicht geben. Damit wird auch die Sprachförderung und der Schlüssel zur Bildungsgerechtigkeit weiter nicht zur Verfügung stehen, sodass Bildungsforscher weiter ihr Mantra des Versagens der deutschen Bildungssysteme vor sich her tragen können wir eine Monstranz.
Haben Sie gestern im Spon gelesen, was unsere Sparkassenchefs so verdienen?Oder überhaupt unsere Bankster? Geld ist da, genug, mehr als genug.Es wird nur nicht für das Richtige ausgegeben, sondern denen mit den besten Verbindungen hinten rein geschoben.

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SabineHäberle 11.12.2014, 11:28
165.

Zitat von muffti
es kann doch nicht sein dass es in Zukunft nur noch menschen gibt welche studiert haben, dafür gibt es doch einfach zu wenige jobs, oder brauchen wir kellner, maurer, müllmänner usw mit einem doktortitel???
Nein, das nicht. Aber alle, die das Zeug dazu hätten, sollen auch die Chance dazu bekommen.
Es kann nicht sein, dass Kinder, die keine oder nur wenig Unterstützung vom Elternhaus bekommen, ihre Fähigkeiten nicht entsprechend nutzen können.

Meiner Meinung nach muss ein verpflichtendes Vorschuljahr eingeführt werden. Ein Jahr, in dem Kinder die Chance haben, richtig deutsch zu lernen, zu lernen, einen Stift zu halten oder eine Schere zu benutzen.
Die Kinder können nämlich nichts dafür, dass ihre Eltern ihnen das nicht beigebracht haben.

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franziskus.2 11.12.2014, 11:30
166. Falsche Entwicklung

Zitat von nullneunelf
darf man sein, ob irgendein Schlaumeier auch mal darauf kommt, dass die Wertigkeit nötigen Schulbesuchs, die in den Familien vermittelt wird, eine entscheidende Rolle spielt. Vermutlich ist Wegducken hinter irgendeiner anonymen "Politik" einfacher, zutreffender wird die ewig gleiche Leier dadurch allerdings nicht. Eine familiäre Erziehung mit PlayStation, Dauer-RTL und Dreijährigenwortschatz wird in keiner Schule dieser Welt kompensiert. Das ist und war auch nie Aufgabe von Schulen. Aber Hauptsache, von "benachteiligt" faseln, das zieht immer-und bequemerweise liegt immer alles an anderen.
Ich bin in eine zweiklassigen Schulklasse gegangen. Nicht nur ich habe Rechnen, Lesen und Schreiben gelernt. Wir hatten Geschichte von der Stein- bis zur Neuzeit. Im Erdkundeunterricht wurde uns die Welt gezeigt. Wir hatten dadurch den Marschallstab im Tornister. Es lag an einem selbst, was er aus seinen Leben macht. Eine Vorraussetzung ist unabdingbar: "ich will". Heute habe ich den Eindruck, dass alles andere Schuld ist, nur nicht ich selbst. Sie können noch so viel in Bildung investieren, wenn der Wille fehlt ist alles vergebens.

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Marut 11.12.2014, 11:31
167. Wirklich versagt?

Ich glaube nicht, dass das Bildungssystem versagt hat. Es ist doch durchaus im Interesse derjenigen Eliten, die bei uns Politik machen, das ein von der sozialen Herkunft abhängiges Bildungssystem erhalten bleibt.
Man stelle sich nur vor, das Kind eines Ministers müßte sich mit so einem "Emporkömmling" an der Uni messen und manchmal gar feststellen, dass das "Schmuddelkind" auch noch besser ist, als er - geht doch garnicht.

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milltach 11.12.2014, 11:35
168. Haupt-Real-Gym System abschaffen

Wie wäre es wenn man hier endlich anfangen würde das ganze "Haupt Real Gymnasium" Spielwiese abzuschaffen? Stattdessen einfach mal ein richtiges System einführen? So wie in anderen EU Ländern...wo die Schulen um Welten besser abschneidet.

Oh moment, wie sollte sowas hier nur möglich sein - hier lebt man noch lieber in der Vergangenheit. Warum sollten sich auch die ganzen CDU Wähler und Steinzeitmenschen für unsere Kinder einsetzen? Ist ja nicht ihr Leben, da braucht man doch keine Rücksicht nehmen!

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keinereiner 11.12.2014, 11:35
169.

Zitat von klaus meucht
Die Studie wurde von Bertelsmann finanziert. D.h. mit hoher Wahrscheinlichkeit stand das Ergebnis schon am Anfang der Studie fest.
Also da es keine Studie gibt, die etwa anderes sagt sind also alle Studien gekauft? Das ist ne sehr gewagte These, dass es nicht eine unabhängige Studie in den letzten 15 Jahren gegeben hat.

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