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Studie zu Rechtschreib-Methoden: "Es gibt viel Leid in den Familien"
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Wie lernen Kinder am besten Rechtschreibung? Mit Fibeln, sagt die Leiterin einer Schülerstudie. Hier erklärt sie, warum diese Methode für mehr Gerechtigkeit sorgt - und wie sie Eltern-Nöte lindern kann.

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vox veritas 18.09.2018, 07:55
1.

Wann hört man in Deutschland endlich mal auf, junge Menschen als Versuchskaninchen zu nutzen?

Die Versuche Mengenlehre in den Grundschule (70er Jahre) und die Rechtschreibreform sind beste Beispiele dafür, wie man versucht Menschen von klein auf, für die eigenen gesellschaftlichen Ziele zu „missbrauchen“.

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rstevens 18.09.2018, 08:01
2. Diese Experimente

mit der Zukunft der Kinder sind eine absolute Katastrophe.

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tropfstein 18.09.2018, 08:11
3. Geradezu verbrecherisch

Was da in NRW (und anderswo) geschah und noch geschieht, ist geradezu verbrecherisch. Es wäre interessant zu erfahren, wer diesen Schwachsinn eingeführt hat, mit welchen Argumenten und auf welchen objektiven Erkenntnissen basierend.

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Taraviva 18.09.2018, 08:12
4.

Ich finde die Methode Lesen durch Schreiben total frustrierend für Eltern und Kinder. Ein halbwegs schlaues Kind bekommt nämlich sehr schnell mit, dass es so etwas wie Rechtschreibung gibt. Da bekommt man dann ganz stolz ein Epos vorgelegt, unter dem als Lehrerbewertung nur „Super“ steht, und der Erstklassler fragt:“Ist das richtig?“ Was tun, das Kind anlügen (wie offiziell empfohlen - nicht zu korrigieren) oder das Kind völlig frustieren („Schatz, das ist ein ganz toller Aufsatz, aber in jedem zweiten Wort ist ein Fehler.“)?

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spon_2937981 18.09.2018, 08:12
5. Absurd

Die Grundidee von 'Lesen durch Schreiben' ist ja ungefähr: 'Schreib doch erstmal wie Du willst, korrigiert wird (viel) später'.

Das ist so hanebüchen und völlig absurd, dass man sich fragt, wie ideologiebehaftet und komplett verstrahlt ein Sesselpupser sein muss, um auf eine so irre Idee zu kommen.

Zum Glück landet diese Methode jetzt langsam aber sicher im Orkus der Geschichte.

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PeterAverage 18.09.2018, 08:15
6. Uli hat meinen Lernerfolg nicht verhindert

Ich glaube, dass die (mal wieder aufflammende) Diskussion um die richtige Methode der Aneignung der Rechtschreibregeln am Kern vorbei geht. In meiner Grundschulzeit lernten wir mit dem Lehrwerk "Uli der Fehlerteufel", das in späteren Jahren von Sprachdidaktikern förmlich zerrissen wurde. In den Texten, in denen Uli sein Unwesen trieb, standen verdrehte Buchstaben oder gar falsche Wörter. Der Didaktiker weiß natürlich, dass man nie etwas Falsches vormachen/vorlegen soll - oh Gott, oh Gott. Trotzdem habe ich mir weder die Lust an der Sprache noch meine Lesewut nehmen lassen. Und ja, als Kind wurde mir regelmäßig vorgelesen.
Unterbleibt die Unterstützung und Motivation seitens der Eltern, wird es m. E. für die Schulen - unabhängig davon, welche Methode sie anwenden - sehr schwer. Bedenklich finde ich, dass heute offenbar auch viele Lehramtsstudierende mit der deutschen Rechtschreibung und Grammatik auf Kriegsfuß stehen. In meiner romantischen Vorstellung haben angehende Deutschlehrer nämlich ein Faible für die deutsche Sprache . . .

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toll_er 18.09.2018, 08:20
7. Chancengleichheit

Eltern bekommen bei beiden Methoden die Anweisung, ihre Kinder nicht zu korrigieren.

Ja, da kommt die gleichmacherische Idee durch. Weil Kinder aus den bildungsfernen Schichten, wenn man denn das Wort "Schichten" in den Mund nehmen darf, nicht die gleichen Chancen haben. Eltern, die sich an diese Anweisung halten, schaden ihren Kindern gewaltig. Andererseits glaube ich, dass Eltern aus Bildungsgängen Kreisen soviel Vernunft besaßen und besitzen, diesen Unsinn zu ignorieren. Denn jedes Kind soll so gefördert werden, wie es möglich ist. Alles andere fördert die Nivellierung der Leistungen auf niedrigerem Niveau.

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Die Frage sei erlaubt 18.09.2018, 08:20
8. Wieso werden abermals evaluierte Resultate ignoriert?

Nach dem SPON Artikel vom 16.9. wird hier nun nochmals nachgelegt. Fibeln per se sind homogene Lehrwerke für heterogene Gruppen - in einer Schulrealität, in der Heterogenität ständig zunimmt.
In Bayern hingegen - und hier wiederhole ich mich - gibt es an einigen Schulen den RINA WÖRTERZUG ( www.rina-woerterzug.de ), der unabhängig und mehrfach durch das Schulamt evaluiert wurde. Die Evaluationsergebnisse zeigten unzweifelhaft, dass kein Kind im Lesen und Rechtschreiben unter Durchschnitt war(!) und es keinen Fall von Legasthenie gab - das selbst bei Kinderm mit nicht deutschsprachigem Hintergrund! Dies sind nüchterne Fakten zu einem Lernsystem, dass die Lernziele im Deutschunterricht für ALLE Schüler erreichbar werden lässt und sie so zu gesicherten Lesern und Rechtschreibern werden.

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aggro_aggro 18.09.2018, 08:24
9. Verteufelung

Solche Sachen kommen heraus, wenn man Auswendiglernen als "Bulemielernen" verunglimpft.
Damit meint man das sinnfreie kurzfristige Wiedergeben von Sachen die man nicht verstanden hat. Das ist ein Symptom überforderter Oberstufenschüler und Studenten.
Im allgemeinbildenden Teil der Schule hat Auswendiglernen - und das für immer behalten - natürlich seine Betechtigung.
Vokabeln, Rechtschreibung, Einmaleins, Fachbegriffe - das muss man auswendig lernen, sonst kann man nicht damit arbeiten.

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