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Studie zu Rechtschreib-Methoden: "Es gibt viel Leid in den Familien"
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Wie lernen Kinder am besten Rechtschreibung? Mit Fibeln, sagt die Leiterin einer Schülerstudie. Hier erklärt sie, warum diese Methode für mehr Gerechtigkeit sorgt - und wie sie Eltern-Nöte lindern kann.

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tmhamacher1 18.09.2018, 08:25
10. Absurde Leistung!

Mein Sohn hat gerade die Grundschule verlassen. Er ist jetzt nicht unbedingt der Bildungstyp, insofern ist die Schule als Tempel der Besserwisser und Schlaumeier nicht gerade der beste Ort für ihn. Ohne regelmäßige Unterstützung durch seine Eltern wäre er verraten und verloren gewesen. Der Unterricht ist viel lustiger und kindgerechter als früher, aber das Wissen wird auf eine Art vermittelt, die nicht hängen bleibt. Es wird viel zu wenig wiederholt, die Methoden sind beliebig und das Engagement der Lehrer, elementare Grundfähigkeiten sicher zu vermitteln ist unzureichend. Ohne das häusliche Lernen wäre mein Sohn chancenlos, was eine akademische Karriere betrifft, obwohl er wahrscheinlich ein guter Ingenieur werden könnte, weil er mathematisch begabt und interessiert ist. Das ist eine absurde Fehlleistung des Bildungssystems!

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sascha2.0 18.09.2018, 08:38
11.

Uli der Fehlerteufel hatte ich auch. Andere, nämlich diesen Uli, zu verbessern, fand ich super und habe mich angestrengt, kein Fehlerteufel zu werden. "Lesen durch schreiben" zielt auf das genaue Gegenteil. Es ist kein Problem Fehler zu machen, wozu sollte ich mich anstrengen. Da sollte man falschgeschriebene oder auch nur altertümliche Texte lesen und merken, wieviel leichter sich eine einheitliche Rechtschreibung lesen lässt. Wenn ich Grogodiel höre, kann ich Krockutill nicht lesen, also einigen wir uns auf Krokodil. Da beißt sich überbordender Individualismus mit der Gemeinschaft.

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schnabelnase 18.09.2018, 08:39
12. Die Eltern sollen sich also artikulieren?

Na, dann naht ja schon der nächste Helikoptereltern-Artikel mit neuen geradezu unglaublichen Stories über Eltern, die sich angelblich darüber beschweren, dass im Unterricht etwas falsch läuft. Aber Spaß beiseite. Genau das haben wir bei unserer jüngeren Tochter gemacht, uns artikuliert, gefragt, ob es nicht vielleicht besser für die Kinder sei, das Schreiben nach der systematischen Methode zu lernen, als sie einfach drauflos schreiben zu lassen und den Eltern zu untersagen, Fehler zu korrigieren. Und was war? Wir haben richtig einen auf den Sack gekriegt. Gibt es eigentlich auch schräges Lehrpersonal oder nur noch bekloppte Eltern. Na ja, wir haben dann trotzdem korrigiert, weil wir es als Akademiker-Eltern (die ja als Eltern noch viel mehr in der Kritik stehen) konnten. Wir haben unserem Kind damit einen unfairen Vorteil verschafft. Ihrer zwei Jahre ältere Schwester hat an der gleichen Schule nach der systematischen Methode gelernt. Außerdem hat sie gleich Schreibschrift gelernt und nicht erst Druckschrift, die sie dann erst später zu einer Art Schreibschrift verbinden soll, wie ihre jüngere Schwester. Ergebnis: Sie hat eine tolle Handschrift und macht kaum Rechtschreibfehler. Wir sind aber schon seit der ersten Klasse dabei, vieles, was in der Grundschule passiert, zu korrigieren, also der jüngeren beispielsweise eine gute Schrift und eine gute Rechtschreibung beizubringen. Wir fiesen Helikopter-Akademiker-Eltern wohlgemerkt. Dass man mit einer Schule über etwas reden kann, habe ich noch nicht feststellen können. Versuchen wir auch nicht mehr. Aber danke für den Tipp! Die vielen Kinder, deren Eltern - aus welchen Gründen auch immer - nicht in der Lage sind, ihren Kinder zu helfen, tun mir leid. Gestern gab es am Gymnasium meiner Tochter (6. Klasse) einen Englischtest zurück. Der Lehrer hatte den Notenspiegel an dei Tafel geschrieben. 60 % der Arbeiten waren mit 5 und 6 bewertet worden. Er meinte dann, dass nur 5 von 24 Kindern in der Lage seien, einen normalen Englischunterricht zu besuchen. Das Problem liegt am schlechten Englischunterricht an den Grundschulen. Da wir dies schon vorher wussten, haben wir unsere Kinder nebenher seit dem 5. Lebensjahr selbst in Englisch unterrichtet. Meine Tochter hatte die einzige 1 im Englischtest. Das Bildungssystem in Deutschland hat meiner Meinung nach früher besser funktioniert. Das können wir ja mal "artikulieren".

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99Augustus 18.09.2018, 08:42
13.

Ich war in der ersten Klasse einem völlig unsinnigen Experiment ausgesetzt, nämlich der Wurzelschrift, die der Stenografie glich und den Kindern das Lesenlernen erleichtern sollte. Dadurch hatte ich viel Zeit verloren, denn die Kinder an anderen Schulen waren schon viel weiter. Ich holte das verlorene Jahr an einer anderen Schule nach und lernte dort nach der Fibelmethode sehr schnell Lesen und Schreiben.

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new#head 18.09.2018, 08:49
14.

Experimente sind sicherlich das geeignete Mittel. Besondere Aufmerksamkeit sollte man den Bedenken, bezüglich des Engagements der Lehrkräfte widmen.
Grundsätzlich ist die deutsche Sprache und Rechtschreibung ein klar geordnetes und präzise geregeltes System. Warum sollte Kindern die Möglichkeit entzogen werden, dieses Regelwerk geordnet zu erlernen.
Was dabei herauskommt wenn man sie selber herumwurschteln lässt ist bekannt.
Hinzu kommt, das zunehmend Kinder aus Haushalten, in denen nicht deutsch gesprochen wird, die Srache so erletnen müssen, dass Sie den späteren Anforderungen im Berufsleben gerecht werden. Es wäre jedem Entscheider geraten sich mit aktuellen Azubi- Bewernungen und den Ergebnissen von Einstellungstests uu beschäftigen. Dort sieht man die Ergebnisse der unseeligen Experimente die ganze Generationen fürs Leben zeichnen.

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razzfazzrace 18.09.2018, 08:51
15. Fibel lernen ist langsam

Ich persönlich habe mit Fibel schreiben gelernt und meine 2 Kinder haben mit Lesen durch Schreiben gelernt.
Fakt ist einfach dass es mit Lesen durch Schreiben DEUTLICH schneller geht die Buchstaben zu Worte zusammen zufügen.
Nach 8 Wochen konnten die Kinder so ziemlich alles schreiben und lesen. Da waren sie auch alle andern Eltern einig. Mit der Fiebel kann man erst nach fast einem Jahr alles schreiben/lesen. Ein Problem mit Umschwung auf korrekte Rechtschreibung gabs auch nicht.

Probleme gibts nur wenn die Eltern gegen die Methode der Schule arbeiten, egal welche.

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olivervöl 18.09.2018, 08:55
16. Systematisch dumm gehalten

Richtig lesen und Schreiben können diejenigen Schüler, deren Eltern den „Lesen durch Schreiben“ Irrsinn ignorieren und klar vorgeben, was richtige und falsche Rechtschreibung ist. Eltern, die in dieser Hinsicht der Schule vertrauen, machen einen schwerwiegenden Fehler: Ihre Kinder schreiben grauslich, werden in der Schule und im späteren Leben diskriminiert und sie werden um ihre Lebenschancen betrogen. Jeder Schweinemäster arbeitet wissenschaftlicher als die irren Schreiblern-Ideologen. Es genügt, die Ergebnisse zu vergleichen. Angesichts der offensichtlich haarsträubenden Resultate kann man sich nur fragen, wie sich der Wahn so lange halten konnte.

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taglöhner 18.09.2018, 08:55
17. Schnapsidee für alle

Das katastrophale Ergebnis bedeutet ja, dass dieser Experimental-Antiunterricht ohne empirische Grundlage in der Fläche angewandt wurde. Hier wurden viele viele Menschen für ihr Leben schwer geschädigt. Die dafür Verantwortlichen müssen benannt und dafür zur Rechenschaft gezogen werden, schon um die Sinne zukünftiger Experimentatoren zu schärfen.
Mein Verdacht ist, dass auch hier systemische MINT-Schwäche im Spiel ist.

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im_ernst_56 18.09.2018, 08:56
18.

Zitat von spon_2937981
Die Grundidee von 'Lesen durch Schreiben' ist ja ungefähr: 'Schreib doch erstmal wie Du willst, korrigiert wird (viel) später'. Das ist so hanebüchen und völlig absurd, dass man sich fragt, wie ideologiebehaftet und komplett verstrahlt ein Sesselpupser sein muss, um auf eine so irre Idee zu kommen. Zum Glück landet diese Methode jetzt langsam aber sicher im Orkus der Geschichte.
Ich frage mich, warum man diese Methode nicht auch bei anderen Fächern anwendet. Zum Beispiel beim Rechnen. Dann ist eben mal 2+2=5. Und beim Sport ist der Langsamste der Schnellste. Es geht um das Prinzip der Gleichheit. Es soll niemand das Gefühl haben, dass es Schüler gibt, die besser sind. Und so soll das dann ein Leben lang bleiben. Das funktioniert nur nicht.

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kbbaby 18.09.2018, 08:59
19. Aber was genau tun?

Mein Kind in Rheinland-Pfalz ist betroffen sozusagen. Er lernt mit "Schreiben nach Hören", was bei manchen Kindern, die fast ausschließlich im pfälzischen Dialekt sprechen, natürlich hin und wieder schwierig wird. Bereits im ersten Elternabend vor dem Schuleintritt hatten wir Eltern unserem Unmut Ausdruck verliehen (und zwar durch die "Schichten" und Migrationshintergründe hinweg). Wir wurden damit abgefrühstückt, dass dies ein toller Weg sei, für die Kinder schreiben zu lernen, dass sie gleich los schreiben könnten und somit Freude dran hätten. Und wir sollten natürlich auch nicht korrigieren... Jetzt ist er in der zweiten Klasse und das Ganze nimmt wirklich wilde Auswüchse an. Das Wort "spilen" ("spielen") wurde ihm als richtig markiert im Test. Ich glaube, sein "zarte" Kinderseele hätte das ausgehalten, an der Stelle korrekt korrigiert zu werden. Und das sage ich als seine Mutter. ;)
Aber was genau, können wir denn tun? Uns immer wieder beim Lehrer beschweren? Bei der Direktorin oder direkt im Ministerium. Ich bin mir nicht ganz sicher, an welcher Stelle man hier Veränderungen herbeiführen kann, wenn die Pädagogen so auf ihren tollen Weg beharren. Für Hinweise bin ich dankbar.

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