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Studie zum Lehrer-Alltag: Zu wenig Kollegen und zickige Schüler
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Sie müssen Kollegen vertreten, sich mit schwierigen Schülern herumärgern und mit uneinsichtigen Eltern reden. Lehrer lösen oft Probleme - eine Umfrage gibt Einblicke in die größten Herausforderungen.

freigeistiger 28.02.2019, 21:07
1. Schüler, Eltern, Kollegen

Alle sind Selbstbestimmt, Unangepasst, Selbstständig, lassen sich Nichts sagen und haben Rechte. Wir sind eine liberale Gesellschaft. Regeln sind diskriminierend. Außer bei den Anderen.

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scgtef 28.02.2019, 21:32
2. Die Kooperation mit den Eltern

der Grundschüler könnte aufgrund einer Sache als so schwierig empfunden werden: die Eltern möchten, dass ihr Kind aufs Gymnasium gehen kann, damit es die ( vermeintlich?) besten Zukunftschancen hat. Wenn dann die Noten nicht passen, geht der Stress los. Man sollte die Eltern in jedem Bundesland entscheiden lassen, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen soll, nach einem Beratungsgespräch mit der Klassenlehrerin und einem unverbindlichen Empfehlungsschreiben derselben. Dann geht der Leistungsdruck und das Aussieben eben in der 5. Klasse los, aber immerhin kann an der Grundschule ruhiger gelernt werden. Außerdem sollte es viel bekannter gemacht werden, wie viel Geld man z. B. als selbständiger Handwerksmeister verdienen kann. Übrigens kann man in vielen Fällen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ein Studium aufnehmen, auch ohne Abitur.

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Claudius32 28.02.2019, 22:02
3. Jedes Kind ist speziell

Kinder sind heute individualistischer als früher und erwarten, dass der Lehrer auf alle ihre Wünsche und Vorstellungen eingeht. Damit spiegeln Sie das Verhalten ihrer Eltern. Inklusion ist problematisch, weil im Sinne der geschilderten Verhaltensweise alle Kinder Inklusionsfälle sind.

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HelmutEck 01.03.2019, 10:26
4. Blindflug der Politik im Bildungsbereich

Jeden Tag wird im Bildungsbereich eine neue Sau durchs Dorf getrieben: Ganztagsschule, Inklusion, neue Schreibmethoden, Digitalisierung, etc. ohne nur ansatzweise eine dieser Probleme ordentlich gelöst zu wissen. Dies vor dem Hintergrund des Lehrermangels, Lehrerbashings und immer höherem Anspruchsdenken der Eltern, die meinen, den Lehrer als Vertreter des Staates für die Steuern, die sie ja bezahlen, auch verantwortlich machen zu können. Zudem wird ihnen ja auch täglich suggeriert, dass ein Mensch ohne Abitur in der Arbeitswelt ja nichts tauge. Was tut die Administration dagegen? Derzeit sind wieder Lohnverhandlungen im Öffentlichen Dienst des Landes BW. Kein Geld da, wird gebetsmühlenhaft wiederholt und das angesichts dieser horrenden Problemematik. Ich kann da nur wiederholen: Nichts verstanden, setzen, 6!

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st.esser 02.03.2019, 15:20
5. Grundannahme: Eltern sind vernünftig

Ein großes Problem ist, dass davon ausgegangen wird, dass Eltern immer vernünftig sind. Das stimmt auch (noch) für die große Masse, aber es gibt Extremfälle (von Alkohol- oder Drogen abhängige Eltern, bei religiösem Extremismus, psychischen Problemen von Eltern) mit denen die Schule nicht vernünftig umgehen kann.

Es gibt Eltern, die jede Kooperation mit der Schule vermeiden, ihre Kinder zu Aggressionen anderen Kindern gegenüber anstacheln, die Autorität der Lehrer untergraben, Hilfsangebote verweigern. Wenn das nur dem eigenen Kind schadet ist das bedauerlich, aber sehr oft sind andere Kinder massiv davon betroffen, zum Beispiel wenn gewalttätige Kinder trotz Begleitung durch einen "Einzelfallhelfer" immer wieder Mitschüler angreifen und zum Teil ernsthaft verletzen.

Ein solcher Schüler kann das Kollegium in Summe hunderte Arbeitsstunden im Jahr kosten, für die Dokumentation des Verhaltens, für Gespräche mit den Eltern der Opfer, die nicht verstehen, dass im Rahmen der Inklusion gewalttätige Kinder einen Anspruch auf Beschulung in Regelschulen haben, Förderkonferenzen mit Sozialarbeitern, Jugendamt und weiteren Beteiligten, in denen eine Lösung gesucht wird.

Der Elternwille steht praktisch immer an erster Stelle, wenn Lösungen für solche Probleme gesucht werden. Manche Schulen versuchen, solche Eltern und Kinder zu "vergraulen" und damit die Last abzuwälzen (und den Ruf der Schule zu retten, der durch aggressive Kinder zerstört werden kann). Absolut keine Lösung, und kaum eine andere Schule wird ein solches Kind aufnehmen.

Im "sozialen Brennpunkt" ist es fast der Normalfall, dass man nicht auf die Kooperation der Eltern setzen kann. Viele haben selber Probleme, oft liegt der Grund für das Verhalten der Kinder in Gewalt in der Familie oder auch in überforderten Eltern, denen jegliches Talent und Wissen (und zum Teil auch Interesse) für die Erziehung ihrer Kinder fehlt.

Diese Eltern sind in Verordnungen und Gesetzen nicht vorgesehen, weder die Schulen noch Jugendämter können etwas für ihre Kinder tun. Die Inklusion (der Kinder mit "emotional-sozialem Förderbedarf) führt dazu, dass ganze Klassen darunter leiden und Lehrer in Überforderung und Zusammenbruch getrieben werden. Und das liegt zum erheblichen Teil an der Hilflosigkeit, die sie erleben, wenn es ohne Zustimmung der Eltern keine Lösung gibt und die Eltern jede Kooperation verweigern.

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seikor 02.03.2019, 18:22
6. @scgtef: nicht wirklich weit gedacht...

die Eltern sollen also den Übertritt entscheiden. Dann geht das Hauen und Stechen ein Jahr später am Gymnasium los. Das ist doch nur eine Verlagerung, unter der alle 5.Klassler am Gymnasium leiden, die sonst in Ruhe lernen könnten. Hoffentlich bleibt es in Bayern noch lange beim Übertrittszeugnis!

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st.esser 02.03.2019, 21:19
7. Elternwille

Zitat von seikor
die Eltern sollen also den Übertritt entscheiden. Dann geht das Hauen und Stechen ein Jahr später am Gymnasium los. Das ist doch nur eine Verlagerung, unter der alle 5.Klassler am Gymnasium leiden, die sonst in Ruhe lernen könnten. Hoffentlich bleibt es in Bayern noch lange beim Übertrittszeugnis!
In NRW bestimmen die Eltern, die Schule spricht nur eine Empfehlung aus, aber ein Gymnasium kann auch bei Hauptschulempfehlung die Aufnahme nicht nur auf Grund der Empfehlung ablehnen.

In der Praxis bedeutet das, dass die Gymnasien die 5. Klassen maximal füllen, aber nach der 6. Klasse sind dann schon viele Kinder wieder abgegangen, die nicht mitgekommen sind.

Und diese Kinder müssen dann auf die Schule wechseln, die sie noch aufnehmen kann. Das ist dann oft nur noch die örtliche Hauptschule, weil die erreichbaren Gesamtschulen und Realschulen voll sind ...

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egonv 03.03.2019, 15:08
8.

Ich unterrichte zwar nicht an einer Grundschule, aber ich kann mit nur schwer vorstellen, dass alles nur an der Sache mit der Gymnasialenpfehlung liegt. Ich denke, Eltern haben mit dem Schulsystem auch an anderen Stellen Probleme. Es ist auch nicht richtig Eltern per se zu beschuldigen. Es liegt auch an Lahrkräften, aber nicht hauptsächlich.
Individualismus ist per se auch nicht das Problem. Ich kann als Oberstufenlehrer allen Punkten oben nur zustimmen, wobei ich nicht glaube, dass eine Veränderung in diesen Punkten eine große Verbesserung bringen würde. Ich als Lehrer spüre kaum einen Lehrermangel, das ist im Zweifel ein Problem der Schulleitung und ein Problem der Schüler/innen, wenn der Unterricht ausfällt. Das Verhalten der Schüler/innen ist tatsächlich immer mal wieder schwierig, wobei das in der Oberstufe eben auch kaum mehr ein Problem ist. Ich beneide die Kolleg/innen in der Grundschule und Mittelstufe nicht. Hier ist sicher viel mehr Disziplin nötig, deren Fehlen spiegelt sich dann in Form von schwächer Leistung in der Oberstufe. Ich würde die fehlende Leistungsbreitschaft und das fehlende "Sich-auf-Neues-und-Schwieriges-einlassen" als größeres Problem in der Oberstufe sehen. Sowohl strukturiertes Denken als auch Phantasie wird zunehmend schwerer für Schüler/innen. Es soll alles immer einfach sein. So nach dem Motto, "wir können nur Dinge, die der Lehrer uns genau erklärt" und nicht zum Teil überhaupt nichts darüber hinaus.

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