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Studie zum Turbo-Abi: G8-Stress gibt es gar nicht
Corbis

Zu wenig Zeit, zu viel Druck, keine Kindheit mehr - darüber klagen die Kritiker des Turbo-Abis. Eine unveröffentlichte Studie zeigt jedoch: Zwischen G8- und G9-Schülern gibt es kaum Unterschiede. Jugendliche mit verkürzter Schulzeit haben sogar mehr Hobbys.

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lilli42 18.08.2014, 14:38
1. Na endlich

Ich habe selbst eine Tochter, die jetzt in die 10. Klasse eines G8-Gymnasiums geht. Sie ist eine gute Schülerin, hat aber höchstens mal zu den "Stoßzeiten" kurz vor den Ferien wirklich Stress, wenn viele Arbeiten in kurzer Zeit geschrieben werden.
Wir als Eltern kümmern uns kaum um diese ganze Schulgeschichte. Es läuft und wenn sie Hilfe braucht, sagt sie es. Sie schafft das gut, ist normal intelligent und hat tausend andere Dinge im Kopf und in ihrer Freizeit zu tun (15-jähriger Teenager eben). Es gehen selten mehr als 1 oder 1,5 Stunden pro Nachmittag für Hausaufgaben und lernen drauf und die Wochenenden sind bei uns arbeitsfrei (gilt für alle Familienmitglieder).
Ich frage mich bei dieser ganzen Diskussion schon immer, was der Kern ist: Vielleicht ja einfach nur Eltern, die viel Druck ausüben? Oder auch Kinder, die aufs Gymnasium gehen, aber leistungsmässig nur mit sehr viel lernen mitkommen?

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cucco 18.08.2014, 14:40
2. Faulenzen gehört zum Tagesplan

Die Berichte über die Unschädlichkeit von G8 sind so ausgestattet, dass man zwar nicht widersprechen kann, aber nichts Genaues weiss man nicht.
Für mich ist klar, dass von Eltern nicht zielorientierte Jugendliche und solche ohne spezielle zeitraubende Hobbies froh über G8 sein können, da G8 ihre Leere ausfüllt und sie etwas weniger durch die Einkaufszentren schlendern lässt.

Doch wer wollte widersprechen, wenn G8 hauptsächlich zur Einsparung von Lehrkräften und zum früheren Arbeitseintritt geschaffen wurde? Das haben sich die Ministerien von den Managern abgeschaut und die Manager haben es vom Aktienhandel gelernt. Wenn Leute entlassen werden, dann machen die shareholder Profite ....daher weht der ganze Wind.

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irrealis 18.08.2014, 14:42
3. Vorwürfe

Ach so, Arbeitgebern kann man also zu große Wirtschaftsnähe und liberales Denken vorwerfen. Der Autor müsste doch merken, wie doof so ein Argument ist. Denn wie sollen Arbeitgeber denn sonst denken um ihre Aufgaben wahrzunehmen. Vielleicht indem sie gewerkschaftlich oder wie Frau Wagenknecht denken? Ach wie herrlich war es doch in der DDR nach Bückware Schlange zu stehen. Übrigens: Unternehmen in Gewerkschaftshand wie co op und Neue Heimat sind allesamt spektakulär pleite.

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mathmag 18.08.2014, 14:44
4. Nicht gerade unabhängig diese Untersuchung.

Institut der Deutschen Wirtschaft, beauftragt von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft? Allein bei den Stichworten ist eigentlich schon klar, was dann kommt.
Da wäre dringend eine objektive Untersuchung notwendig, diese hier ist nicht mal das Papier wert.

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Mans Heiser 18.08.2014, 14:49
5.

Von einem Wirtschaftsinstitut erwartet man auch nichts anderes.

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framo 18.08.2014, 14:49
6. kann nur mit dem Kopf schütteln

Ich habe mein Abitur vor mittlerweile 17 Jahren in Sachsen klassisch nach 12 Jahren gemacht. Ich war bei weitem nicht der Beste (Durchschnitt damals 10 Punkte was einer 2- entspricht) aber das lag grösstenteils an meiner Faulheit. Dennoch bin ich der Meinung, dass man selbst da schon das Abitur locker nach 11 Jahren hätte absolvieren können, wenn man 1. den Unterrichtsplan entrümpelt und 2. die SOLL Stunden seitens der Schule auch wirklich abgehalten hätte.

Ich bin daher ein klarer Verfechter des Abiturs nach 12 Jahren und muss ehrlich sagen, dass ich bei dieser leidigen Diskussion um das so genannte "Turbo" Abitur nur mit dem Kopf schütteln kann. Was soll an 12 Jahren bitte schön ein "Turbo" - Abitur sein?

Nach meinen Erfahrungen kommen derartige Argumente häufig von Eltern, die entweder selbst kein Abitur haben, oder aber die reale Arbeitswelt verkennen.
Jedes Jahr verlorene Zeit kostet einen gut verdienenden Ing. heute locker 100.000€ Jahresgehalt. Es geht im Leben noch genug Zeit verloren - da muss man nicht schon beim Abitur anfangen.
Das sind meine Gedanken dazu

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epic_fail 18.08.2014, 14:49
7.

Zitat von sysop
Zu wenig Zeit, zu viel Druck, keine Kindheit mehr - darüber klagen die Kritiker des Turbo-Abis. Eine unveröffentlichte Studie zeigt jedoch: Zwischen G8- und G9-Schülern gibt es kaum Unterschiede. Jugendliche mit verkürzter Schulzeit haben sogar mehr Hobbys.
Das ist ne Studie eines arbeitgebernahen Lobbyverbands. Darauf muss man jetzt nicht viel geben.

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Humboldt 18.08.2014, 14:50
8. schlau, schlau

Zitat von lilli42
Ich frage mich bei dieser ganzen Diskussion schon immer, was der Kern ist: Vielleicht ja einfach nur Eltern, die viel Druck ausüben? Oder auch Kinder, die aufs Gymnasium gehen, aber leistungsmässig nur mit sehr viel lernen mitkommen?
Tja, da kann man Ihnen ja nur gratulieren ob Ihrer ach so schlauen (oder gar hochbegabten?) Tochter. Muss an den Genen liegen. Allerdings würde ich nach den bornierten Auslassungen der Mutter dann gerne neben dem IQ auch den EQ ermitteln lassen. Der scheint mir etwas unterentwickelt! Und zwar in der ganzen Familie!

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lini71 18.08.2014, 14:51
9. Dass ist ja man toll...

Zitat von sysop
Zu wenig Zeit, zu viel Druck, keine Kindheit mehr - darüber klagen die Kritiker des Turbo-Abis. Eine unveröffentlichte Studie zeigt jedoch: Zwischen G8- und G9-Schülern gibt es kaum Unterschiede. Jugendliche mit verkürzter Schulzeit haben sogar mehr Hobbys.
Klasse :
Zitat:

Die Schüler mit vollen Wochenplänen sind dabei jedoch keineswegs unzufrieden: Ein "bemerkenswerter Befund" sei, dass Jugendliche mit bildungsorientierten Hobbys eine "signifikant höhere Lebenszufriedenheit" aufweisen, schreiben die Forscher.

Klar, sind die lebenszufriedener, was immer das heißt.

Sie sind es ja nicht anders gewohnt als gedrillt und auf Zack gebracht zu werden.
Und was sind bildungsorientiere Hobbys?
Fragen über Fragen..
Die Kindheit geht den Bach runter, die Schüler sind früher verwertbar in der Arbeitswelt und alle sind zufrieden, weil keiner mehr nachdenken muss oder kann..
Angepasst halt.....

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