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Studie zum Turbo-Abi: G8-Stress gibt es gar nicht
Corbis

Zu wenig Zeit, zu viel Druck, keine Kindheit mehr - darüber klagen die Kritiker des Turbo-Abis. Eine unveröffentlichte Studie zeigt jedoch: Zwischen G8- und G9-Schülern gibt es kaum Unterschiede. Jugendliche mit verkürzter Schulzeit haben sogar mehr Hobbys.

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aichbus 18.08.2014, 14:59
10. Hobbys

Zitat von sysop
G8-Schüler haben mehr Hobbies - und sind zufrieden
Der Plural von Hobby wird im Deutschen durch Anhängen eines s gebildet. Die Schreibweise "Hobbies" ist englische Grammatik, die in einem deutschen Text nichts zu suchen hat - erst recht nicht, wenn es in dem Text um Bildung geht!

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framo 18.08.2014, 15:03
11.

Zitat von lilli42
Ich frage mich bei dieser ganzen Diskussion schon immer, was der Kern ist: Vielleicht ja einfach nur Eltern, die viel Druck ausüben? Oder auch Kinder, die aufs Gymnasium gehen, aber leistungsmässig nur mit sehr viel lernen mitkommen?
Das ist genau der Punkt. Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Viele Kinder gehören ebenso wenig auf ein Gymnasium wie andere auf eine UNI. Zumindest die Entscheidung pro oder contra Gymnasium liegt dabei sicher zu 80% bei den Eltern. Und das sind dann häufig genau diejenigen, die das 12 Jahre Abitur als "Turbo" bezeichnen. Dort sollte man mal den Hebel ansetzen.

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mensch0817 18.08.2014, 15:05
12. Zurück zur Kernfrage!

Wieder einmal wird das eigentliche Problem schlicht ignoriert, dass bei der Umstellung von G9 auf G8 ungelöst blieb: Es wurde nicht einmal ansatzweise versucht, den Lehrplan zu entrümpeln. Dazu eine einheitliche Meinung zu finden war den Damen und Herren Kultusministern wohl zu anstrengend. Man hat statt dessen einfach 9 Jahre Lehrplan in 8 Jahre Schulzeit gepresst. Na klar führt das zu mehr Belastung als vorher. In den Ost-Ländern, die schon immer "nur" 8 Jahre bis zum Abitur Zeit hatten, gibt's daher diese Diskussion auch nicht - dort gibt's offenbar einen schlankeren Lehrplan, ohne negative Auswirkungen auf die Leistungen übrigens. Aber anstatt eine Reform einmal richtig zu machen, d.h. zu einem guten Ende zu bringen, rudert man lieber zurück und bringt damit erneut Unruhe ins Schulsystem, am allermeisten da, wo nun eine Wahlfreiheit besteht.

Kultusminister hergehört: Wir brauchen ein einheitliches Bildungssystem in Deutschland. Treten Sie zurück!

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hajofroh 18.08.2014, 15:13
13. Riesige Unterschiede

Die Wissenschaftlerin sollte freundlicherweise auch einmal die unterschiedlichen Anforderungen in den Bundesländern betrachten. Wie eigene Erfahrungen zeigen, büffeln Gymnasiasten im Süden fast rund um die Uhr, während im Norden durchaus noch diversen Hobbys nachgegangen werden kann.

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Sok Rat Es 18.08.2014, 15:17
14. Hobbies

Zitat von aichbus
Der Plural von Hobby wird im Deutschen durch Anhängen eines s gebildet. Die Schreibweise "Hobbies" ist englische Grammatik, die in einem deutschen Text nichts zu suchen hat - erst recht nicht, wenn es in dem Text um Bildung geht!
Ich bin prinzipiell kein Gegner der vielgeschmaehten "Rechtschreibreform", aber die Regelaenderung, dass man jetzt "Hobbys" schreiben muss, stoesst mir sehr sauer auf. Es tut einfach weh zu lesen, und natuerlich macht das jeder falsch - auf so eine Idee kommt man gar nicht.

Als naechstes sprechen wir dann vielleicht von "Atlassen", "Matrixen" oder "Algorithmussen". Ja, das Wort "Hobby" ist ein Fremdwort, und wenn man es unbedingt in einem deutschen Text verwenden muss, sollte man es auch so schreiben, wie es geschrieben wird, egal ob Singular oder Plural. Man kann auch "Freizeitbeschaeftigung" schreiben, dann tritt das Problem gar nicht auf.

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maxxi12 18.08.2014, 15:21
15. Na endlich...

Zitat von sysop
Zu wenig Zeit, zu viel Druck, keine Kindheit mehr - darüber klagen die Kritiker des Turbo-Abis. Eine unveröffentlichte Studie zeigt jedoch: Zwischen G8- und G9-Schülern gibt es kaum Unterschiede. Jugendliche mit verkürzter Schulzeit haben sogar mehr Hobbys.
Endlich wird es auch mal offiziell: das Gerede um "Turbo-Abitur" nervt schon lange. Nach der "Wende" waren wir mit Abitur nach 12 Jahren
( ganz normale Schulzeit, das Wort "Stress" war noch gar nicht an der Tagesordnung ) und 4-jährigem Uni/Hochschulstudium mit ordentlichem Ingenieurs - Diplom den West-Kollegen mit ihren Abitur nach 13 Jahren und oft viel längeren Studienzeiten keinesweges "unterlegen" .
Wie sagte einst Frau Hildebrandt :
"Das 13. Jahr ist Schauspielunterricht". Zugespitzt - im Kern wahr.

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nick115 18.08.2014, 15:22
16. wohlkalkuliert

Die Wirtschaft hört das Ende des G8 kommen. Viele Eltern, Lehrer und Schüler sowie einige Politiker merken, dass es eine dumme Idee war den Lehrplan beizubehalten und ein Jahr zu streichen und nun muss die Wirtschaft natürlich alles tun, um die beschleunigte Beschaffung von Arbeitskräften beizubehalten....dankenswerter Weise hat der Spiegel hier klargestellt, wer die Studie bezahlt hat. Denn so weis man, welches Brot die Studienmacher essen und wessen Lied sie singen...traurig! Zurück zu G9 und fertig!

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rjsedv 18.08.2014, 15:24
17. Wer hat die Studie bezahlt?

G8 ist ein Fehler zu Lasten von Kindern und Familie. Ohne Wenn und Aber. Ob da noch Hobbies ausgeübt werden oder nicht ist irrelevant. Familien und Kindern wird Stress aufgebürdet und das nur, um schneller jüngere und billigere Arbeitskräfte zur Auswahl zu haben. Gekaufte Studien und Untersuchungen können dies leugnen, aber die Lebenswirklichkeit nicht wirklich verdecken.

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spiegeleye 18.08.2014, 15:24
18. Gleiche Noten für G8- und G9-SchülerInnen?

Jeder weiss, dass Noten nicht objektiv sind.
Ein Kommentar des Philologenverbandes nennt das im ungefähren Wortlaut so:" Unter G8 sind wir fehlertoleranter geworden."
Warum ist das so?
Es gibt z.B Regelungen, dass eine Klassenarbeit wiederholt werden muss, wenn ein bestimmter Prozentsatz der Arbeiten "unterm Strich" liegen, also mit 5 oder 6 bewertet wurden. Das tut sich keine LehrerIn ohne Not an. Dazu kommen schnell z.T. juristische Auseinandersetzungen mit Eltern, die enorm viel Nerven, Arbeit und Zeit kosten.

Es besteht ein erheblicher politischer Druck auf die Schulen, möglichst viele SchülerInnen mit möglichst guten Abschlüssen zu entlassen.
Für eine Schule und deren SchulleiterIn ist die Anzahl der SchülerInnen ebenso wichtig, wie für einen Wirtschaftsmanager der Marktanteil des Unternehmens oder der Umsatz. Übrigens auch für die LehrerInnen, denn die Stellenanzahl ist vor allem von der Schülerzahl abhängig. Auch wenn man verbeamtet ist, möchte man nicht unbedingt als Abordnung an eine andere Schule geschickt werden.

Schneiden die SchülerInnen oft schlecht ab, gilt die Schule als anspruchsvoll. Das zieht wohl ein paar, aber nicht die Masse der SchülerInnen an.
Bessere Noten bedeuten für LehrerInnen und Schulen auf jeden Fall weniger Ärger und weniger zusätzliche Arbeit und teilweise auch eine höhere Beliebtheit.

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rieberger 18.08.2014, 15:24
19.

Zitat von sysop
Zu wenig Zeit, zu viel Druck, keine Kindheit mehr - darüber klagen die Kritiker des Turbo-Abis. Eine unveröffentlichte Studie zeigt jedoch: Zwischen G8- und G9-Schülern gibt es kaum Unterschiede. Jugendliche mit verkürzter Schulzeit haben sogar mehr Hobbys.
Als Vater eines G9-Kindes und zweier G8-Kinder weiß ich, daß ihre unveröffentlichte Studie, so sie überhaupt existiert, das Papier nicht wert ist, auf dem sie hoffentlich nie gedruckt wird.

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