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Studie zur Ausbildungsfinanzierung: "Das Bafög reicht nicht"
DPA

Wie viel Geld braucht ein Student pro Monat? 735 Euro beträgt der aktuelle Bafög-Höchstsatz - und das ist viel zu wenig, zeigt eine neue Studie.

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harryholdenwagen 31.05.2017, 12:31
10.

Nie war ich ärmer und fühlte ich mich ärmer als mit dem Bafög. Nach dem Studium war ich kurz arbeitslos und ich fühlte mich fast reich. Ich wusste nicht, wohin mit dem vielen Geld. Jahrelang war ich darauf getrimmt, mit so wenig Geld auszukommen (trotz recht günstiger Miete). Ich bekam nie die volle Summe und ergänzte mein Bafög mit einem Nebenjob. Ich musste jeden Cent 3mal umdrehen. Beim Einkaufen rechnete ich im Kopf mit und konnte nicht alles kaufen. Wenn ich schon sage, dass es jeden mit Hartz4 besser geht, muss sich endlich mal was ändern.

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plietsch 31.05.2017, 12:41
11.

Zitat von cabeza_cuadrada
brauchts nur wenn man bei den Big4 als Schnösel-Consultant anfangen will. Und selbst da nicht mehr wirklich. Als Absolvent einer "Wald und Wiesen"-Uni, was auch immer dieser Quatsch bedeutet, hat man heute sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Grund warum junge Leute in den teuren Metropolen studieren wollen ist weil es hipp ist und man da gut feiern kann.
Wohl kaum. Wer sehr reiche oder sehr arme Eltern hat, kann sich ein Studium in der Pampa natürlich leisten, weil er nicht arbeiten muss. Für Leute, die sich durch Nebenjobs das Leben finanzieren müssen, heißt es eben Dresden statt Zittau oder Hamburg statt Neubrandenburg. Abgesehen davon, dass man (insb. als TU-Student) in Metropolen fachnahe Jobs findet, die a) besser vergütet werden und b) bessere Berufschancen durch Kontakte und Erfahrungen ermöglichen. Das Märchen von Dauerpartys in Großstädten ist etwas abgedroschen. Studentenpartys gibt's auch jede Woche in Lüneburg oder Tübingen.

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mr-mucki 31.05.2017, 12:43
12. Wieder ein Wohnungsproblem

Das hoehere BafoeG hat doch kaum einen Sinn, denn die meisten Kosten gehen fuer die Wohnung drauf, da die Studentenwohnheime voll sind. Dadurch muessen die Studenten sich auf dem Wohnungsmarkt etwas eigenes suchen und das ist teuer.

Meines erachtens muesste die Politik sich diesem Probelm zuwenden, anstatt das Bafoeg zu erhoehen, denn dann steigen die Mieten noch mehr.

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derduke.. 31.05.2017, 12:43
13. @cabeza_cuadrada

Offensichtlich haben sie keine Ahnung vom Forschungsbetrieb in Deutschland.
Was dort zählt sind neben erstklassigen Noten eben vor allem Kontakte und bestenfalls ein Abschluss an Universitäten wie der LMU oder RWTH. Wer bekommt die Promotionstelle wohl eher, der 1.0 Absolvent der RWTH oder der 1,0 Absolvent der Hochschule Schmalkalden? Zum Ausland fällt ihnen kein Gegenargument ein, oder ?

Im Ernst, wieso sollte sich darüber jemand aufregen das Studenten mehr Geld bekommen?
Das Bafög wird zur Hälfte nach Beendigung des Studiums zurückgezahlt und auf die monatlichen Ausgaben zahlt der Student schließlich auch Mehrwertsteuer etc. Bleiben also circa 1/3 von den maximal 735€ die der Staat in junge Menschen investiert. Find ich jetzt nicht übertrieben, zumal der Zugewinn an Steuern bei gut ausgebildeten Leuten das sicher wieder reinholt.

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keine-#-ahnung 31.05.2017, 12:46
14. Bücher ...

Zitat von cbgv
meine Freundin bekommt den Höchstsatz und ich muss sie dennoch teilweise unterstützen. Je nachdem welches Fach man belegt kommen noch immense Kosten dazu. Im Bereich der Medizin muss man sich die nötigen Gerätschaften und Kleidung selbst kaufen. Bücher kosten da locker 120? pro Stück. Man könnte das von der Steuer absetzen aber wie das funktioniert kriegt man ja nirgends beigebracht bzw die Zeit dazu hat man auch nicht. Einen Steuerberater kann man sich auch nicht leisten. Jetzt ist sie gezwungen einen 400? Job zu machen, zeitlich eigentlich kaum vereinbar mit Pflichtveranstaltungen. Zu meiner Studien zeit konnte ich mich zum Glück ohne Bafög mit Kindergeld, Halbweisenrente und geringfügiger beschäftigung in den Semesterferien und später mit einem Erbe über Wasser halten.
... kosten im Medizinstudium tatsächlich ein Stück Geld, wir haben uns die Teile gebraucht von den "älteren" Semestern erworben, wenn keine Kohle für neue da war oder halt etwas mehr gearbeitet. Und "Kleidung und Gerätschaften" ?? Ein oller Kittel für den Präpsaal, ein paar Messer und Pinzetten und später dann nochmal ein, zwei Kittel + Hörgerät und Hämmerchen für die Arbeit am Probanden kosten jetzt nicht die Welt.
Und während der Zeit des Wochenendes oder der Nacht gibt es wohl eher keine Pflichtveranstaltungen, da kann man auch bequem etwas dazuverdienen ...

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derduke.. 31.05.2017, 12:48
15. Achja,

Ich vergaß!
Die Zuverdienstgrenze liegt bei 450€ im Monat ! Mehr arbeiten geht nicht, sonst fällt das Bafög ersatzlos weg! Ziemlich mies wenn man 200€ Bafög bekommt und gesetzlich auf ein Gesamteinkommen von 650€ limitiert ist.
Man könnte natürlich 20 Stunden die Woche arbeiten und auf das Bafög verzichten aber das wirkt sich vor allem in den ersten Semestern fatal auf die Studienleistung aus.

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_Ingenieur_ 31.05.2017, 12:52
16. Ferienjob?

Was ist denn aus dem guten alten Ferienjob geworden, zu meiner Zeit konnte man sich leicht ein paar Tausend euro in den Semesterferien dazu verdienen. Etwas Arbeit hat noch niemanden geschadet.
Zudem muss nicht jeder in München studieren

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Marsin 31.05.2017, 12:54
17. Zahlenfärberei

"Die Förderquote bei den Studenten ist mittlerweile auf unter 20 Prozent gesunken." In den Siebzigerjahren bezogen noch über 40 Prozent der Studierenden Bafög - heute nicht einmal mehr halb so viele"
Eventuell studieren ja auch einfach mehr, die nicht gefördert werden können oder deren Ausbildung als Studium zählt, aber nicht förderungswürdig ist? Wenn in den 70er nur öffentliche Hochschulen in der Statistik geführt wurden, aber jetzt jede private Hochschule, jeder Fernstudiengang etc. rein fällt, deren Studierende nicht auf Bafög angewiesen sind oder keinen Anspruch darauf haben, dann ändert sich natürlich das Verhältnis.

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kommentator911 31.05.2017, 12:57
18. Was hat denn das Alter mit dem Geldbedarf eines Studenten zu tun?

Ich möchte meinen, nichts, solange keine Kinder da sind. Und von einigen Studiengängen mal abgesehen: Den meisten Studierenden würde es sehr gut gehen wenn sie vor dem Berufseinstieg mal arbeiten würden, vor allem so richtig mit den Händen.

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inmyop 31.05.2017, 12:57
19. Falsches System in Deutschland

Ich hatte während meiner Ausbildung Anfang der 1980-er Jahre (laaaaang her) einen schwedischen Gaststudenten kennengelernt. Er bekam den Höchstsatz der Unterstützung in Schweden, der bereits damals fast doppelt so hoch lag wie der deutsche Bafög-Satz. Begründung sinngemäß: "Je weniger man als Student nebenher arbeiten muss, desto schneller ist man mit seinem Studium fertig und damit arbeitsbereit, um wiederum seine Sozialabgaben für die Gemeinschaft zu tätigen !" Ich habe damals den Höchstsatz an Bafög erhalten, musste durch Arbeit, ohne die es nicht gereicht hätte, jedoch 3 Semester dranhängen. Am Ende kostet das anfänglich vermeintlich "Eingesparte" eben dreifach - sowohl während der Ausbildung, bei der längeren/späteren Bafög-Rückzahlung und der verspäteten Arbeitsfähigkeit. Auch ´ne Rechnung wert, oder ?

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