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Studie zur Ausbildungsfinanzierung: "Das Bafög reicht nicht"
DPA

Wie viel Geld braucht ein Student pro Monat? 735 Euro beträgt der aktuelle Bafög-Höchstsatz - und das ist viel zu wenig, zeigt eine neue Studie.

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derduke.. 31.05.2017, 13:32
30. @jollen

Davon gehe ich aus, ja. Ich kenne beide Seiten der Medaille, sowohl die Arbeit in der Metallindustrie als auch die Arbeit als Ingenieur.
Von den ehemaligen Kollegen in der Produktion hatte niemand ein Gehalt, welches auch nur annähernd an mein Einstiegsgehalt herangekommen wäre. Das ist natürlich auch vom studierten Fach abhängig, aber ich kenne auch einige Geisteswissenschaftler die mittlerweile in adäquaten Beschäftigungsverhältnissen untergekommen sind. Studien belegen das dass Lebenszeiteinkommen bei Akademikern signifikant höher ist. Außerdem bieten vorwiegend akademisch geprägte Berufe eine geringere körperliche Belastung und damit eine verlängerte mögliche Lebensarbeitszeit. Es mag natürlich auch Ausnahmen geben, Burnout bei leitenden Mitarbeitern, aber das sind Ausnahmen.

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Sibylle1969 31.05.2017, 13:33
31.

Nur 20% der Studenten bekommen überhaupt Bafög und davon nur ein geringer Teil den Höchstsatz? Das kommt mir wenig vor. Es scheint, dass die Elternfreibeträge zu niedrig sind. Die Anpassung an unterschiedliche Miethöhen in den verschiedenen Unistädten kann man ja so vornehmen, dass das Bafög aufgeteilt wird in einen Grundförderbetrag, der für alle gleich ist, sowie in einen Mietzuschuss, der vom Preisniveau der jeweiligen Stadt abhängt.

Die Bafögsätze und Elternfreibeträge sowie die anrechnungsfreien Hinzuverdienstgrenzen sollten aber auf jeden Fall jedes Jahr automatisch an die allgemeine Preissteigerung bzw. Lohnentwicklung angepasst werden.

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lilly51 31.05.2017, 13:36
32. Arbeiten schön und gut

aber wenn man Bafög bezieht, hat man sein Studium auch in der Regelstudienzeit zu absolvieren, sonst gibt es gar nichts mehr. Und bei einem Vollzeitstudium mit wechselndem Stundenplan sind die Möglichkeiten, zu arbeiten, sehr eingeschränkt.
735 Euro hört sich erstmal nicht wenig an, man darf aber auch nicht vergessen werden, dass man als Student freiwillig krankenversichert ist, was je nach Alter und Krankenkasse ca. 90 bis 140 Euro pro Monat ausmacht.
Und warum sind Studenten schlechter gestellt als Grundsicherungsempfänger? Gilt für Studenten kein Existenzminimum? Zumal auch noch Studiengebühren, Literatur und Arbeitsmittel zu bezahlen sind. Und nicht alle haben Eltern, die immer noch was "zubuttern" können.

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alsterherr 31.05.2017, 13:41
33.

Zitat von bienchen-maja
Das sage ich schon lange. Das Bafög erhöhen (und dann aber wohl H4 auch) und diese Studentenjobberei gesetzlich deutlich einschränken.
Wieso einschränken? Ich habe während meines Studiums ständig gearbeitet und dort mehr Praxisnähe bekommen und gelernt als in der Uni. Dabei noch Geld verdienen ... wunderbar!

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fundador 31.05.2017, 13:42
34. Interessant ist,

dass heute viel weniger Studenten Bafög in Anspruch nehmen als früher - das war mir so nicht klar. Man müsste also auch mal über die Bemessungsgrundlagen/Freibeträge nachdenken, ob die heute nicht zu niedrig angesetzt sind. Oder liegt es daran, dass heute mehr Eltern es sich leisten können, ihren Kindern das Studium zu finanzieren als früher?
Was auch nicht thematisiert wurde, ist die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen - die gibt es doch wohl noch, auch für Studenten.
Klar ist natürlich, dass die Bafög-Leistungen besser ausdifferenziert werden müssen - man kann sich den Studienort ja nicht immer frei aussuchen und dass München teurer ist als Cottbus, liegt wohl auf der Hand. Andererseits müsste man das konsequenterweise dann auch mit dem Mindestlohn machen.
Angesichts der Überschüsse bei Herrn Schäuble sollten da eigentlich Möglichkeiten bestehen - wäre auf jeden Fall sinnvoller als Steuererleichterungen, die letztlich nur den Besserverdienenden zugute kommen und ist eine Investition in die Zukunft!

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atzepeng82 31.05.2017, 13:42
35. Vörderung der Schwarzarbeit

Da sind Millionen potenzielle Schwarzarbeiter, weil die Regierung wieder mal die Grundlage selbst dafuer geschaffen hat! (man bekommt nicht das volle Bafög und darf nur 200? dazuverdienen?!?)

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Kerze der Freiheit 31.05.2017, 13:45
36.

Bis vor Kurzem habe ich als Student von 700 Euro pro Monat gelebt und davon noch 164 Euro an Krankenversicherungsbeiträgen pro Monat und ca. 250 Euro an Universitätsgebühren pro Semester bezahlt. Zumindest in normalen Universitätsstädten waren somit 1000 Euro pro Monat noch nicht erforderlich. Allerdings sind die Mieten seitdem halt auch nochmal gestiegen, und in München etc. wird man schon mehr brauchen. Hilfreich wäre auf jeden Fall, wenn die Universitätsgebühren, mit denen man den öffentlichen Nahverkehr noch zwangsmitfinanzieren muss, abschaffen würde. Das gleiche gilt für den Rundfunkbeitrag. Zudem sollten Studenten länger kostenfrei bei den Eltern krankenversichert sein, schließlich tun die Unis alles dafür, dass kaum jemand das Studium in der eigentlich vorgeschriebenen Zeit schaffen kann.

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wiese 31.05.2017, 13:48
37. Mittelschichtler

Bei all den Debatten um Höchstsätze wird oft vergessen, dass BAFÖG nur einem kleinen Teil der Studierenden zusteht. Jede Familie, die über ein mittelprächtiges Einkommen verfügt hat keine Chance. Stipendien, so wie früher, gibt es nicht bzw. ist die Vergabe undurchsichtig und extrem (!!!) aufwändig...
Neben der Zahlung von angemessenen BAFÖG-Sätzen, sollten nun endlich mal die Eltern der sogen. Mittelschicht wenigstens durch steuerliche Erleichterungen entlastet werden.
Selbst bei gut verdienenden Eltern wird es eng, wenn 2 Kinder gleichzeitig studieren und monatliche Kosten von 700-800 Euro pro Kind auf einem lasten. Der "Staat" (man ist ja selbst Steuerzahler) unterstützt mit 194 Euro Kindergeld und wenn das Kind nicht zu Hause wohnt, mit 70Euro Steuererlass pro Monat. Neben wesentlich besseren Steuererleichterungen sollten dringend Stipendien ohne besondere Hürden auch für Kinder der "Mittelschicht" möglich sein.
Das scheint in Amerika besser zu funktionieren...

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Kerze der Freiheit 31.05.2017, 13:48
38.

Zitat von cabeza_cuadrada
brauchts nur wenn man bei den Big4 als Schnösel-Consultant anfangen will. Und selbst da nicht mehr wirklich. Als Absolvent einer "Wald und Wiesen"-Uni, was auch immer dieser Quatsch bedeutet, hat man heute sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Grund warum junge Leute in den teuren Metropolen studieren wollen ist weil es hipp ist und man da gut feiern kann. Es gibt kein Anrecht auf ein Studium in München oder Heidelberg. Und wer sich das nicht leisten kann muss halt in der Provinz studieren. Es kann auch später nicht jeder in der Münchner Innenstadt wohnen. Eine gute Vorbereitung für das spätere Berufsleben.
Na ja, als Absolvent der selbsternannten Eliteuniversität Mannheim kann ich es nicht nachvollziehen, dass man als Absolvent einer Wald-und-Wiesen-Universität gute Chancen haben soll.

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erlkönig_thinktank 31.05.2017, 13:50
39. Kann ich nur unterschreiben...

Zitat von sumse123
Während meines Studiums musste ich notgedrungen nebenbei täglich arbeiten. Das tat meinen Noten nicht gut und hat mein Studium um 1 Semester verlängert. Trotz Unterstützung von mir und meiner Geschwister durch meine Eltern hat mein BaFöG für nichts gereicht, da ich nicht einmal ansatzweise beim Höchstsatz war. (Und das mit einer arbeitslosen Mutter und einem Gärtner als großartigen Vater!) Interessanter wäre da für mich die Information, ob sich an den Bewertungsmaßstäben seit den 90er Jahren etwas verändert hat? Denn wieviele Studenten können tatsächlich über den Höchstsatz verfügen? Muss doch niemand über eine Anhebung reden, wenn der Nachwuchs eines Selbstständigen vom Steuerberater eine "Null-Einkommensprognose" über den Tisch geschoben bekommt, und der Rest beim BaFöG in die Röhre guckt. Die Bemessung hat nie richtig funktioniert, daran sollte man eher mal drehen als an der Höchstsatzschraube, die fast niemandem nützt!
Es trifft auch hier insbesondere die sogenannte gesellschaftliche Mitte. Wer hat Anspruch auf Förderung in welcher Höhe? Welche Einkommensgrenzen gelten für Eltern? Werden Anzahl der (weiteren) Kinder oder der mitzuversorgenden Großeltern (das wird in Zukunft eher zunehmen) berücksichtigt? Je nachdem welche finanzielle Belastung vorhanden ist, können diese trotz guten Einkommens nicht viel zuschießen, aber der Studierende bekommt trotzdem kein oder wenig BaFöG.
Es ist einfach traurig, dass Bildung in Deutschland so maßgeblich vom Elternhaus abhängig ist.
Weiterer Denkanstoß: Was ist, wenn die Eltern nicht unterstützen WOLLEN?
Ich finde den Vorschlag eines anderen Mitforisten sehr gut, Förderung sinnvoll berechnen und VOLL zurückzahlen lassen (zinsfrei und in machbaren Raten). Dann bekommt niemand etwas geschenkt und die Motivation ist hoch, zu vernünftigen Zeiten fertig zu werden. Aber man kann sich in Ruhe auf das Studium konzentrieren.

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