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Studienabbruch - ja oder nein?: So entscheiden Sie richtig
Corbis

Mehr als jeder vierte Bachelorstudent schmeißt sein Studium hin - häufig aus den falschen Gründen. Wann aber sollte man dabei bleiben? Wann ist es Zeit abzubrechen? Tipps für die richtige Entscheidung.

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basiliusvonstreithofen 23.01.2015, 12:24
1. Es ist nachvollziehbar...

....dass Bachelor (auf deutsch: Geselle)-Studenten hinschmeißen, seit sie wissen, dass sie später nicht mehr verdienen werden als ALDI-Kassiererinnen. Das ist aber politisch so gewollt.

Das frustiert natürlich.

Wer als Geselle abgeht, wird immer nur wie ein Geselle verdienen auch nur ein solcher bleiben zeitlebens.

Im Gegensatz zu Bäcker- und Metzgergesellen hat der akademische Geselle möglicherweise auch noch BAFÖG-Schulden. Das macht ein Studium noch sinnloser.

Gute Posten, die rar gesät sind, gibt es in Deutschland ohnehin mehr nur durch Netzwerk und durch kein Studium alleine.

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argumentumabsurdum 23.01.2015, 12:41
2. Hab's bereut!

Magisterstudium, nebenher Job in einem Großkonzern, von selbigem Angebot, komm ganz zu uns und mach Karriere, Studienabbruch, Karriere gemacht, steil und kurz bis in's mittlere Management, hat kurz geknallt, Arbeitslos, von heute auf morgen. Das war 2009, hunderte Bewerbungen, aber Krise global und keinen Abschluss individuell, tut uns leid...
Heute arbeite ich als Friedhofsgärtner, vollzeit, ganzjährich. Der Job ist ok, aber trotzdem, hätte anders sollen.

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tssd47 23.01.2015, 13:04
3. Problem ist vielschichtig und politisch Hausgemacht

Aus eigener Erfahrung und deshalb ohne tiefgreifenden Diskurs: das Niveau der Hochschulreife sinkt dramatisch, fehlende Klasse 13 und fehlender Zivil/Wehr/Sozialdienst macht unsere Erstsemester zu äußerst unreifen Studienanfängern. Hinzu kommt absoluter Erfolgsdruck durch das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit, Studienkreditverschuldung und Einzelkindbehütung. Politisch gewollt wird MINT studiert, obwohl man Mathe und Programmieren hasst und lieber konkret als abstrakt denkt. Nach dem Bachelor hat man so wenig wie früher nach dem Vordiplom, also ein paar dürftige Grundlagen. Obwohl der Anspruch an unsere Ingenieure wächst glaubt die Politik, das Studium auf Bachelor beschneiden zu müssen. Ein Bachelor Ingenieur wird ohne Master eine Bürohilfskraft, und auch so schlecht bezahlt. Der Vogel wird aber durch die Aussage getroffen, dass ein Studienabbrecher sich etwas auf Meisterniveau anerkennen lassen kann. Die ganze Niveauabsenkung dient einzig und allein dazu, tolle Titel zu verteilen und die Gehälter abzusenken. Bald braucht man einen B.E., um Leergut zu stapeln.

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Hochbeet 23.01.2015, 13:04
4. Studium muss nicht sein

Auch ich bin Abbrecher und habe eine Ausbildung gemacht. Mir geht es gut. Auf der WDR-Webseite ist der Film zu sehen: "Hier und Heute: Handwerk statt Hörsaal".

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jakam 23.01.2015, 13:11
5.

Die Bachelorquetsche hat mit einem "Studium" nicht mehr viel zu tun. Man lernt bis spät nachts nur noch stumpf auswendig und fragt sich, wie man gleichzeitig bei einer Nullbezahlung für Pflichtpraktika ohne reiche Eltern überleben soll.
Studieren ist was Anderes. Zeit, sich in spannende Themen mit Extraarbeit zu vertiefen, also wirklich mal zu "studieren", hat man keine mehr.
Erfolg haben in den zeitaufwändigen Studiengängen eigentlich nur noch Fachidioten, die voll toll und schnell auswendig lernen können - sich mal mehr Zeit nehmen und evtl länger zu studieren, um mal wirklich was zu vertiefen oder Spezialgebiete näher anzusehen, hat man schlicht gar keine mehr.
Und dann kommt so ein oberschlauer Prof und sagt noch, man solle nicht nur auswendig lernen und das Kulturangebot der Unistadt nutzen. Sehr witzig....wann? Nachts um 2 Uhr dann vielleicht, wenn man kurz vorm Zusammenbruch steht, weil in den Prüfungen NUR auswendig Gelerntes abgefragt wird? Mit vertiefen und studieren hat dieser freudlose Bachelormist jedenfalls nicht mehr viel zu tun.

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solitaryway 23.01.2015, 13:55
6. Wohl schlechte Gründe...

Meinen Abbruch hab ich auch stets bereut. Zur fehlenden Leistung, Leistungsaversion (hab mich aus Angst nicht mehr den Prüfungen gestellt) und der beständigen Überforderung kam noch meine angespannte finanzielle Situation hinzu. Fürs Bafög hätte ich meine Mutter wegen Auskunftsverweigerung verklagen müssen (so wurde es mir damals zumindest geraten) und jobmässig bekam ich erst sehr spät etwas, als es eigentlich schon zu spät war.

Man kann sich drüber streiten, ob ich zurecht rausgesiebt wurde (oftmals denke ich es selbst auch). Jedenfalls begann mit dem Abbruch der schleichende Absturz. Inzwischen pendel ich nur noch sinnlos zwischen Helferstellen und Arbeitslosigkeit hin und her. Insofern ist beruflich bei mir gelaufen und der Aspekt meines Lebens endgültig verloren.

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kloppskalli 23.01.2015, 14:13
7. Ich habe studiert

... und was konnte Ich am Ende? eingentlich nix, jedenfalls nix so richtig. Gott sei Dank gab es eine Firma im Ausland, die deutsche Angestellte suchte wegen der Deutschen Clienten ... letztlich habe ich meinen Job meiner Nationalitaet und einem guten Kontakt zu verdanken, sonst waere ich jetzt sicherlich auch Handwerker, oder Hartzer. :-(

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ingenör79 23.01.2015, 14:20
8. Das sehe ich

Zitat von basiliusvonstreithofen
....dass Bachelor (auf deutsch: Geselle)-Studenten hinschmeißen, seit sie wissen, dass sie später nicht mehr verdienen werden als ALDI-Kassiererinnen. Das ist aber politisch so gewollt. Das frustiert natürlich. Wer als Geselle abgeht, wird immer nur wie ein Geselle verdienen auch nur ein solcher bleiben zeitlebens. Im Gegensatz zu Bäcker- und Metzgergesellen hat der akademische Geselle möglicherweise auch noch BAFÖG-Schulden. Das macht ein Studium noch sinnloser. Gute Posten, die rar gesät sind, gibt es in Deutschland ohnehin mehr nur durch Netzwerk und durch kein Studium alleine.
anders. Der Bachelor ist nur der erste Schritt. Im kaufmännischen Bereich mag das ausreichen. Um Lehrer zu werden muss man den Master machen. Als Ingenieur der an einer TU studiert gilt das Gleiche. Wenn man Naturwissenschaften studiert ist man erst mit der Promotion qualifiziert. Medizin und Jura haben immer noch Staatsexamen.
Übrigens biete ALDI auch ein Duales Studium an, oder glauben Sie heute könnte man sich als Kassiererin ohne Studium zur Führungskraft hocharbeite? Die ALDI-Brüder hatten die Preis-Absatz-Funktion und BWL-Kenntnisse im Bauch, die heutigen Führungskräfte lernen das an der Hochschule

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lindenbast 23.01.2015, 16:22
9.

Zitat von Hochbeet
Auch ich bin Abbrecher und habe eine Ausbildung gemacht. Mir geht es gut. Auf der WDR-Webseite ist der Film zu sehen: "Hier und Heute: Handwerk statt Hörsaal".
Herzlichen Glückwunsch! So soll's sein.

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