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Studienabbruch - ja oder nein?: So entscheiden Sie richtig
Corbis

Mehr als jeder vierte Bachelorstudent schmeißt sein Studium hin - häufig aus den falschen Gründen. Wann aber sollte man dabei bleiben? Wann ist es Zeit abzubrechen? Tipps für die richtige Entscheidung.

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Timo Schöber 23.01.2015, 17:32
10.

Die Akademikerquote nähert sich in Deutschland den 20%, einigen Angaben zufolge liegt sie schon drüber. Vor 40 Jahren hatten wir noch 6-7%.

Es kann und sollte einfach nicht jeder studieren. Auch in einer Dienstleistungsgesellschaft und mit dem Wegfall der Hürde "Geld = Studium" nicht. Ein Studium war einst ein Prozess der geistigen Reife. Heute ist es "Mode". Und benötigte Bewerber mit entsprechender Qualifikation für Ausbildungsberufe fehlen. Dafür haben wir dann Akademiker, die eigentlich keine sein sollten.

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SarahMue 23.01.2015, 18:15
11. Nur ein Kriterium - riesiges Interesse

Leider hat man unser Studiensystem sturmreif geschossen. Das Ergebnis des Bachelor-Systems sind Studenten ohne Interesse die sich von Prüfung zur Prüfung hangeln. Lasst euch also nicht einreden umbedingt studieren zu müssen. Die frühere Job -und Lohnsicherheit existiert sowieso nicht mehr. Ein Großteil der Studienabschlüsse sind im Wesentlichen wertlos. Dafür werden etwa 5-6 Jahre verschwendet. Es gibt nur einen guten Grund für ein Studium: extremes Interesse an dem jeweiligen Thema. Nur so kann man sich durch das Bachelorsystem kämpfen und das Studium gut abschliessen. Die hohen Abbrecherquoten sprechen für sich. Ein Studium ist nicht alles und intelligenter wird man dadurch auch nicht. Wer ein wirkliches Interesse an einem Thema hat und nicht wissenschaftlich arbeiten will, kann im Selbststudium den Wissensdurst befriedigen.

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portisat 23.01.2015, 18:57
12. Ein Student ohne Abschluss

ist bisweilen besser als einer mit. Leider sind die meisten Personalchefs nicht willens, das zu prüfen oder anzuerkennen. Im "Schein-Land" Deutschland ist ein Mensch ohne beruflichen Abschluss dem System Hartz IV geweiht - ganz egal, wie gut er in seinem Metier ist. Wo doch sonst immer das hehre "Leistungsprinzip" gilt.

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BettyB. 23.01.2015, 19:41
13. Toller Tipp

Bei mangelnder Leistung sollte man nicht abbrechen, denn sonst haben die Uni-Psychologen wenig zu tun. Nach Burnout, vor späteren Abbruch oder nach dem Durchfallen dann langjährige psychische Probleme mit Borderline und ggf. auch "nur" Suicidversuch und Hartz IV dann endlich in Dauerbehandlung des Psychologen ihres Vertrauens. Hören Sie auf Greiner, sehen Sie aber zu, dass sie immer versichert sind... Schade nur, dass das der SPON-Zensur wohl zu direkt an den Betroffenen ist, die sonst ohne Probleme in einem "normalen" wohl ihr Glück hätten finden können..

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zakalakanak 23.01.2015, 20:26
14. Ist ja echt nett,

Wie hier wieder über den furchtbaren Bachelor geschrieben wird :). Natürlich war früher mit Diplom alles besser und die Wiesen grüner und saftiger. Ich studiere selbst etwas auf Bachelor und stehe kurz vor dem Abschluss. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und wie es weiter geht wird man sehen - lasse mir auf jeden Fall meine gute Laune von so manchem Kommentar hier nicht verderben ;). Einen großen Vorteil hat der Bachelor auf jeden Fall gegenüber dem Diplom. Und zwar kann man im Master noch eine ganz andere fachliche Richtung einschlagen. Z.B. Auf den Bachelor in Physik einen Master in BWL ; Wirtschaftsingenieurwesen ; Biologie... draufsetzen. So flexibel war das Diplom nicht :)

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gerdominator 23.01.2015, 22:01
15. Wechsel TU -> FH

Habe an einer TU studiert und war unglücklich. Zu viel Stoff in zu kurzer Zeit, keine Zeit für eigene private kreative Projekte die meist mehr beibringen als so manche Vorlesung. Habe schon zwei Praktika bei großen Unternehmen bekommen in dem ich diese Projekte in meiner Bewerbung in einem Satz genannt habe. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass an der FH bzw. TH WIRKLICH spitze erklärt wird während an der TU der Prof einen Beweis runterleiert ohne den Versuch diesen möglichst anschaulich zu erklären. Wer nicht unbedingt in die theoretische Forschung, sondern in der Industrie arbeiten möchte und an einer TU studiert und keinen Spaß daran findet kann ich ans Herz legen mal eine Vorlesung an einer FH zu hören. Gehöre nun zu den besten in meinem Semester da mir das Studium endlich Spaß macht.

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wally76 23.01.2015, 22:33
16. Mut zum Abbruch und Neuanfang!

Ich bin Professor für Informatik und sehe viele Studenten, die mit völlig falschen Vorstellungen des Fachs ein Informatikstudium beginnen. Abstraktionsfähigkeit und Spaß an Mathe sind Voraussetzungen, die einige nicht mitbringen. Manche kämpfen sich rein, das sind meine liebsten Studenten. Viele ignorieren die Signale der ersten Semester, machen stumpf weiter mit Wahlfächern und Projekten, bis man die Theoretische Informatik aus dem 2. Semester eben nicht mehr wegschieben kann. Es ist furchtbar, jemandem im 7. oder noch höheren Semester mitteilen zu müssen, dass das Studium zu Ende ist. Meist ist dann auch die Finanzierungszusage der Eltern aufgebraucht.

Mein Rat 1: Wenn Sie kein Interesse am Fach verspüren und sich nur mit Dreien und Vieren durchquälen: Studieren Sie etwas, das Sie wirklich interessiert, dann geht's wie von selbst. Wechseln Sie so früh wie möglich (1. oder 2. Semester)

Mein Rat 2: Nehmen Sie auf keinen Fall vor dem Ende des Studiums eine Vollzeitstelle an, wenn Sie das Studium unbedingt abschließen wollen. Zu oft ist das der Einstieg in den späten Abbruch. Erstmal ist der tolle Job gut bezahlt, keine Zeit mehr für das Studium, aber nach fünf Jahren stoßen Sie an die Glasdecke und die Fertigstudierten ziehen auf der Karriereleiter an Ihnen vorbei. Das gilt nicht, wenn Sie sich selbständig machen oder ein Unternehmen gründen wollen, dann entscheiden Sie selbst über Ihre Karriere.

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Paul Panda 24.01.2015, 00:11
17. Wechsel statt Abbruch

Wenn ich die Beiträge lese, bin ich froh, mein Studium bereits 1980 abgeschlossen zu haben (Diplom und nicht Bachelor). Damals konnte man wirklich noch so stressfrei studieren, wie man es heute nur noch als Klischee vom lustigen Studentenleben kennt. Dennoch war das Wechseln schon damals nicht ganz unbekannt: Ich wollte Physiker werden, weil mich das Fach begeisterte. Leider war die Mathematisierung der naturwissenschaftlichen Fächer jedoch damals schon so weit fortgeschritten, dass ich mich permanent mit höherer Mathematik herumplagen musste, von der ich nichts verstand. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nach einem Semster habe ich das Handtuch geworfen und das Fach gewechselt - eine Alternative zum Abbruch. Ich habe es nicht bereut.

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kaimaster 24.01.2015, 00:54
18. Lerne Fremdsprachen!

2 Fremdsprachen mindestens auf B2-C1. Um Sprache zu erlernen braucht man kein Studium dafür

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fpotnie 24.01.2015, 01:51
19. So ergings mir auch.

Zitat von gerdominator
Habe an einer TU studiert und war unglücklich. Zu viel Stoff in zu kurzer Zeit, keine Zeit für eigene private kreative Projekte die meist mehr beibringen als so manche Vorlesung. Habe schon zwei Praktika bei großen Unternehmen bekommen in dem ich diese Projekte in meiner Bewerbung in einem Satz genannt habe. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass an der FH bzw. TH WIRKLICH spitze erklärt wird während an der TU der Prof einen Beweis runterleiert ohne den Versuch diesen möglichst anschaulich zu erklären. Wer nicht unbedingt in die theoretische Forschung, sondern in der Industrie arbeiten möchte und an einer TU studiert und keinen Spaß daran findet kann ich ans Herz legen mal eine Vorlesung an einer FH zu hören. Gehöre nun zu den besten in meinem Semester da mir das Studium endlich Spaß macht.
Hab auch vor 3 Semetstern von einer TU zur FH gewechselt. Vom Lernklima her ist es deutlich angenehmer. Wenn ich mich daran erinner, dass manch ein Professor an der TU nur durch seinen Namen anwesend war und selbst von Masterstudenten niemals gesichtet wurde..... Da ist es doch angenehmer, Vorlesungen von Leuten zu hören, die ihr Nase noch unterhalb der Augen tragen und auch sonst Wert auf einen guten Kontakt zu den Studenten legen.
Bin zwar kein Überflieger, aber die Zeit für soziale oder studienspezifische Projekte kann ich mir jetzt nehmen.
Nur leider sehe ich das ganze System der praxisorientierten FH, mit vielen Angeboten neben dem Studium, auf grund der Grundeinstellung der meisten Studenten in Gefahr. Da wird ne Projektwoche mit interessanten Themen organisiert und die meisten Sutdenten nutzen diese Zeit für Urlaub, weils keine Credits gibt. Dann ist es auch logisch, warum viele Leute aufhören, wenn sie mit Studium nur Vorlesungen und Prüfungen verbinden und dort nicht sonderlich erfolgreich sind.

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