Forum: Leben und Lernen
Studiengebühren in Baden-Württemberg: Grün-Rot will Bezahlstudium 2012 abschaffen

In Baden-Württemberg soll es schneller gehen als in Hamburg: Die neue grün-rote Koalition kündigte an, die Studiengebühren schon zum Sommersemester 2012 abzuschaffen. Damit fällt eine der letzten hochschulpolitischen Bezahl-Bastionen.

Seite 3 von 3
pom_muc 29.04.2011, 09:19
20. .

Zitat von Erich91
Aha, jetzt gilt eine Andeutung und eine Nachfolgende Ankündigung einer Maßnahme schon als Einhaltung eines Wahlversprechens. Ich denke, eher mal abwarten ob dann noch Geld für die Finanzierung da ist.
Natürlich wird Geld für die Finanzierung da sein. Notfalls halt über Schuldenaufnahme wie es rot-grün in NRW vorgemacht hat.

Sagt ja keiner dass man den ausgeglichenen Haushalt in den nächsten 5 Jahren durch lineare Ergebnisse bis 2020 realisieren muss.
Also bis 2016 schön Wahlgeschenke machen und dann wieder an die anderen übergeben. Bitter würde es nur falls man tatsächlich noch einmal in die zweite Runde müsste. Aber vermutlich gibt es kein zweites S21 und Fukushima das so perfekt im Timing liegt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 29.04.2011, 09:23
21. .

Zitat von schensu
Wieso erst zum SS 2012? Welcher Verwaltungsunsinn steht da nun wieder gegen WS 2011? Wie wäre es mit rückwirkender Abschaffung seit Einführung und Erstattung?
Coole Idee. Sie meinen auch rückwirkende Finanzierung indem man die Häuslebauer der letzten Jahre mal 1,5% mehr Grunderwerbsteuer nachzahlen lässt?

Ach so, stimmt. Vermögenssteuer. Ist alles schon in Arbeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 29.04.2011, 09:29
22. .

[QUOTE=sischwiesisch;7722902] Zitat von schensu
Wieso erst zum SS 2012? Welcher Verwaltungsunsinn steht da nun wieder gegen WS 2011? Wie wäre es mit rückwirkender Abschaffung seit Einführung und Erstattung?[/QUOT Da hätte ich auch was zum Lachen ! Wie wär´s zum Beispiel mit einer Art "rückwirkender Studiengebühr" nach erfolgreich abgeschlossenem Studium und erstem festen Gehalt. Natürlich mit einem bestimmten Freibetrag, sagen wir mal 2250 € Nettomonatsgehalt. Erst dann zahlbar in moderaten Raten. Bei 500 € Studiengebühren pro absolvierten Semester also so knapp 90 € / m entsprechend der Studiendauer. Das wär doch auch nicht zuviel verlangt, oder ? Mit einem Lächeln ...
Warum werden eigentlich immer die Tussen die nur die Unis verstopfen aber niemals vor hatten auch 40 Jahre Vollzeit zu arbeiten immer geschont?

Wie wäre es wenn man sein Studium selber per Kredit finanziert und sich überlegt ob man den Kredit für 30 Semester Philosophie und Geschichte als Taxifahrer zurückzahlen kann?

Was hat es mit sozialer Gerechtigkeit zu tun wenn der Maurer sich den Buckel krumm schafft damit ein paar Leute an einer Universität darüber philosophieren ob Marx eher Wirtschaftswissenschaftler oder Philosoph war?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 29.04.2011, 09:41
23. .

[QUOTE=Schweijk;7723102] Zitat von sischwiesisch
Meinung nach sollte Ausbildung nichts Kosten wir früher. Das ist nämlich der unser Rohstoff der uns weiterbringt. Dieser komische Master und Bachelor Schwachsinn kotzt mich echt an. Was ist aus der guten Deutschen Ausbildung geworden? Auf der Strecke geblieben im EU Einheitsbrei. beschränken, das ist OK und dafür zahle ich auch gern Steuern ( sofern ich wieder n Job finde, natürlich nicht Ich finde man sollte die Studienzeit auf 5-7 Jahre bei so nem Zeckenverein wie den Zeitarbeitsfirmen). Studiengebühr ist Gift für die Innovationen in Germany und gehört abgeschafft( ich selbst habe nicht Studiert ). Wenn ich mir die heutigen Studenten ansehe die sich gar nicht mehr auf Ihr Studium konzentrieren können weil sie nebenbei Arbeiten müssen um ihr Studium bezahlen zu können, dann wird mir echt Übel.
Keine Ahnung wie Sie darauf kommen dass uns die Studentin der französischen Literatur der 16. Jahrhunderts "weiter" bringt. Vor allem da sie sich nach 2 Jahren erfolgloser Jobsuche entschließt als Hausfrau und Mutter tätig zu werden und sich mit voller Kraft ihrem Einzelkind-Projekt widmet.

Rohstoff ist richtig. Der wird aber zielgerichtet gewonnen.
Wo sind denn die "Innovationen" der Germanisten. 60% haben ein Jahr nach Abschluss keinen Job. Dann machen sie z.B. über die Zeitarbeitsfirma dem Lageristen den Job streitig.
Dafür wollen Sie Steuern abdrücken?

Und der Bachelor/Master macht Ausbildung vergleichbar. Natürlich gefällt es nicht jedem dass jetzt Personaler Abschlüsse EU-weit vergleichen können.

PISA hat 2000 übrigens mit den Vorurteilen der "tollen" deutschen Ausbildung gründlich aufgeräumt. Mal lesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 29.04.2011, 09:43
24. .

Zitat von rüdiger68
170.000€ Ausgaben für Mitarbeiter, die Studiengebühren einziehen und verwalten...da wird mir übel!!
Keine Sorge. Sobald die Studiengebühren abgeschafft sind ist die Mittelverwaltung der Universitäten wieder eine Black Box für die sich keiner interessiert da ja "aus Steuern finanziert".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 29.04.2011, 09:49
25. .

Zitat von bullermann
Eine gänzliche Abschaffung ist en falsches Zeichen. Man schaue sich den Facharbeitermangel an, den Mangel an praktisch erfahrenen Ingenieuren, da wird ein kostenfreies Studium eher weitere Probleme schüren. 1 Studium in der Regelzeit + 2-3 Semester frei (je nach Regelzeit), alles weitere gegen Gebühr. Dies verbunden mit einem einheitlichen Abitur in allen Bundesländern, welches sich an dan Abis der erfolgreichen Bundesländer orientiert. Auch wenn der Spruch alt und abgeklatscht ist aber "Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre". Die meisten Sudenten haben das bereits kapiert und man pickt sich hier wieder die, zum Glück, niedrigere Zahl an "Luschen" raus um Politik zu machen. Warum erst zum SS (oder wars das WS?) 2012 ist sicherlich administrativ/bürokratisch zu erklären - oder auch nicht. Aber eins ist klar, die Koalition im Ländle sieht jetzt erst was Schwarz/Gelb in den vergangenen Jahrzehnten an Scherben hinterlassen hat. Da werden sie erstmal einiges an Müllwägen füllen müssen bevor sie ordentlich Politik machen dürfen, wenn überhaupt.
Wie kann man eine niedrige Arbeitslosigkeit, niedrige Hartz4-Zahlen, hohe Eigenheimquote, niedrigen Schuldenstand und weltweit super da stehende Industrie als "Scherben" bezeichnen.

Kindchen, erst muss grün-rot mal beweisen dass es diesen Standard über die nächsten 5 Jahre HALTEN kann. Von BESSER machen redet ja gar keiner. Denn es gibt aus der rot-grünen Regierungszeit nicht den geringsten Anlass zu glauben dass die es besser könnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pom_muc 29.04.2011, 10:02
26. .

Zitat von Zelot
Inwiefern? Was bereitet es für Probleme, wenn auch ein Kind armer Leute Ingenieur werden kann, anstatt als Schlosserlehrling auf dem Bau zu enden? Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber Lehrlinge bekommen immerhin ein Gehalt. Studenten bekommen keins und müssen außerdem in der Regel irgendwo weit weg ein eigenes Leben finanzieren. Ein Studium kostet auch ohne Studiengebühren in Deutschland ein Vermögen. Scherbenhaufen sind dazu da, weggekehrt zu werden.
Interessanterweise kommen die Kinder armer Leute mit dem Bafög-Satz aus. Es sind die Kinder der etwas reicheren Leute die Probleme haben den gewohnten Jahresurlaub in Mallorca mit Bafög zu finanzieren und immer über die hohen Studienkosten klagen.

Was die meisten armen Kinder tatsächlich ausbremst ist die mangelnde moralische Unterstützung und die permanenten übertragenden Versagensängste der Eltern die ihre Kinder lieber im sicheren Job den sie kennen sehen würden.

Nicht jeder Vater ist begeistert wenn die 30-jährige Tochter mit mehr Lohn nach Hause kommt als er im 40. Berufsjahr verdient.

Aber wie üblich wird in deutschen Studien (erstellt von den Universitätsbetrieben) sehr zielgerichtet "untersucht" was angeblich die "Armen" davon abhält zu studieren.

Und nach diesen Studien wird alles besser wenn man mehr Studenten an die Universitäten schickt (egal in welche Studiengänge) und den dortigen Mitarbeitern höhere Gehälter und schönere Büros bezahlt.

Potzblitz! Wer hätte gedacht dass das "Forschungsergebnis" so ausfällt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
1948-2008 29.04.2011, 10:13
27. Ba-ma

Ein guter Schritt ! Wichtiger wäre aber, die BA und MA Studiengänge zu entschärfen, mit deutlich längeren Studienzeiten und viel Zeit für Auslandssemester ! Außerdem eine großzügigere Urlaubssemesterregelung für alle Unis verbindlich vorschreiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arrow64 29.04.2011, 12:21
28. -

Die grundsätzliche Abschaffung der Studiengebühren ist falsch.
Es ist richtig, das Erststudium für die Regelstudiendauer kostenlos anzubieten. Alles oberhalb dieser Dauer (meinetwegen auch noch mit 2 Semestern 'Toleranz') sowie weitere Studiengänge sollten weiterhin nur gegen bares möglich sein. Ziel sollte sein, dass die Anzahl der Dauerstudenten verringert wird und Platz für lernwillige Studenten geschaffen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 3