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Studiengebühren - Ein Gewinn für die Unis?

Die Diskussion um Studiengebühren geht in eine weitere Runde. Universitäten sollen künftig die Möglichkeit haben, Gebühren zu erheben. Verschiedene Modelle sind in der Diskussion, doch der studentische Proest formiert sich. Wären Gebühren unter bestimmten Umständen akzeptabel? Sind sie als "Sondersteuer" nur dazu, fiskalische Löcher zu stopfen? Oder sind Studiengebühren generell unsozial?

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aurea aetas 19.04.2005, 14:45
10.

Ich studiere in Österreich, da gibts die Gebühren schon. An den Unis is deswegen nichts besser geworden, das Geld wird verwendet um
a) die Staatskasse aufzupolieren
b) dem neu geschaffenen unfähigen und aus politischen Günstlingen bestehendem Unibeirat, durch den Studenten, wiss. Mitarbeiter und Professoren kaum mehr Mitspracherechte haben seine Unkosten für schöne Reisen in die fernen USA zu bezahlen.
Die Unis sehen keinen Cent mehr, stattdessen wurden im letzjährigen Budget 70 Mio. Euro gestrichen.

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Marlin 19.04.2005, 16:07
11.

Zitat von aurea aetas
Ich studiere in Österreich, da gibts die Gebühren schon. An den Unis is deswegen nichts besser geworden, das Geld wird verwendet um a) die Staatskasse aufzupolieren b) dem neu geschaffenen unfähigen und aus politischen Günstlingen bestehendem Unibeirat, durch den Studenten, wiss. Mitarbeiter und Professoren kaum mehr Mitspracherechte haben seine Unkosten für schöne Reisen in die fernen USA zu bezahlen. Die Unis sehen keinen Cent mehr, stattdessen wurden im letzjährigen Budget 70 Mio. Euro gestrichen.
Tja, ich fürchte, so ähnlich wird es auch hier laufen..

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klaus meucht 24.04.2005, 14:27
12. Studiengebühren

Zitat von Reimer
Studiengebühren sind meiner Meinung nach (als Student) ein Gewinn für die Studenten. Wenn ich einen Studiengebühr zahle, so darf ich auch eine Leistung verlangen. Leider entspricht meine Vorstellung vom Preis/Leistungsverhältnis nicht der Realität :)
Ich verstehe ihr Argument nicht. Gibt es mit Studiengebühren einen Rechtsanspruch auf gute Qualität der Lehre?

Angesicht der Tatsache dass Kindergärten Geld kosten, sind Studiengebühren sozial gerecht.

Wenn ich an meine eigene Studentenzeit denke, da habe ich auch ohne Studiengebühren kaum finanziellen Spielraum gehabt. Ich wüsste nicht wie ich grösssere Studiengebühren hätte zahlen können.

Ich finde die Unis sollten das Wissen und Fähigkeiten der Studenten nutzen,um sich zu finanzieren. Studenten kosten nicht nur Geld, sondern sie bringen auch Geld.

Sie machen Prakikas, Studien- und Diplomarbeiten und sie könnten Studenten niedrigeren Semesters betreuen bzw. teilweise die Lehre übernehmen.

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Wolfsbruder 24.04.2005, 17:49
13.

Zitat von klaus meucht
Angesicht der Tatsache dass Kindergärten Geld kosten, sind Studiengebühren sozial gerecht.
Sehr kurz gedacht...
In die gleiche Richtung geht das Argument, dass die Putzfrau dem Arztsohn das Studium bezahlt, so lange wie es keine Studiengebühren gibt.
Die Frage, wie der Tochter der Putzfrau je ein Studium möglich sein soll, wenn ihre Mutter auch noch irgendwoher Studiengebühren nehmen müsste, bleibt hier jedoch unbeantwortet...

Noch dazu, wo bei derzeitiger politischer Tendenz nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr mit einer Abschaffung des BAFöG gerechnet werden darf...

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Reimer 25.04.2005, 12:18
14.

Zitat von klaus meucht
Ich verstehe ihr Argument nicht. Gibt es mit Studiengebühren einen Rechtsanspruch auf gute Qualität der Lehre?
Man muss das ganze aus wirtschaftlicher Sicht betrachen. Es wird eine Leistung geboten, für die ein Absatzmarkt existiert. Entspricht die Leistung nicht dem Anspruch, so wird der Absatzmarkt andere Quellen für die Leistung wählen.

Aber dies ist wie gesagt Wunschdenken meiner Person, dass sich dadurch die Situation an vielen Universitäten bessern würde. Deutschland und andere Staaten sind in der heutigen Zeit zu langsam geworden um Veränderungen zu bewirken.

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IProdigy 28.04.2005, 11:24
15.

Zitat von Reimer
Studiengebühren sind meiner Meinung nach (als Student) ein Gewinn für die Studenten. Wenn ich einen Studiengebühr zahle, so darf ich auch eine Leistung verlangen.
Das ist dann ungefähr so, wie wenn man sich eine Fahrkarte der Deutschen Bahn kauft, oder? Ich verlange die Leistung jedesmal, komme aber trotzdem zu spät ;-)

Tatsächlich wird sich nichts ändern, denn meiner Ansicht nach bekommen die Universitäten maximal das Geld zurück, was ihnen (zumindest in Bayern) im letzten Jahr weggekürzt wurde. Und daß die Bibliothek plötzlich besser ausgestattet wird und die Bücher an ihrem Platz stehen; daran glaubt doch niemand ernsthaft.

Daß Kindergartenplätze Geld kosten und Studienplätze nicht, ist tatsächlich äußerst ungerecht. Kindergartenplätze müssen auch kostenfrei sein!

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DaVinci 28.04.2005, 12:33
16.

Meiner Meinung nach ist die Einführung von Studiengebühren ein weiterer Schritt zu Bildung von Eliten.

Kann es nicht sein, dass defiziete bei der Bildung der Bürger auftreten, wenn nur noch die Studieren können, welche das nötige Kleingeld dazu haben?
Und kann es nicht sein, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in keinster weiße verbessert, wenn sich einige ein Studium nicht leisten können und somit hinten anstehen, wenn es um die Arbeitsplatzverteilung geht?

Wie seht ihr das?

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Rainer Daeschler 28.04.2005, 13:12
17.

Zitat von IProdigy
Daß Kindergartenplätze Geld kosten und Studienplätze nicht, ist tatsächlich äußerst ungerecht. Kindergartenplätze müssen auch kostenfrei sein!
Kindergartenplätze müssen unbedingt teuer sein, damit Arbeitnehmer auf höhere Löhne bestehen müssen, um sie bezahlen zu können. Der Umkehrschluss, dass man den Arbeitnehmern auch Entlastung anbieten muss, wenn man jedem Unternehmensvertreter zu Seite springt, der nach Lohnkürzung und Arbeitszeitverlängerung verlangt, der gefällt den Politikern nicht so recht. Da sind Studiengebühren nur eine weitere Zutat zum Sandwich-Verfahren: "Löhne runter und Belastungen rauf". Der Inhalt zwischen den Brotscheiben wird hier zunehmend dünner.

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Spiritogre 30.04.2005, 16:14
18.

Ich sags mal so, wenn im nächsten Jahr Studiengebühren kommen sollten kann meine Frau die letzten sechs Jahre ihres Lebens wegschmeissen denn, und das ist kein Witz, ich könnte mit dem was ich derzeit verdiene diese nicht bezahlen, trotz mind. 40-50 Stunden/Woche werden in meiner Firma in fast allen Bereichen Minimalstgehälter gezahlt, da ist manche Ausbildungsvergütung höher! Und Befög kriegt sie nicht. Na ja, ein Hartz 4 Empfänger mehr, so werdne LEute mit 1er Abi zum Spargelstechen gechickt anstelle ihr Potenzial zu nutzen und uns voran zu bringen. Na ja, nach den Jahren der Qäulerei im Studium kann sie sich da wenigstens geistig ausruhen und zum Bildzeitungsleser verkommen.
Vielen Dank lieber Staat!

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Ingrid Blersch 03.05.2005, 14:00
19. Studiengebuehren

Die Aubildung ist Aufgabe des Staates und muss somit unbedingt gebuehrenfrei bleiben.
Wir haben in Deutschland das Privileg geringer Gebuehren und das sollte so bleiben. Und uebrigens ist das deutsche Uniniveau im europaeischen Vergleich nicht so schlecht wie es oft dargestellt wird!!

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