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Studienkredit als Schuldenfalle: Es kommt der Tag, da musst du bezahlen
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Mit 37.000 Euro Schulden ins Arbeitsleben: Rafael, heute Art-Director, verließ sich bei der Finanzierung seines Grafiker-Studiums auf die Deutsche Bank. Heute weiß er, dass das keine gute Entscheidung war.

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pingjong 29.09.2014, 13:37
30. Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Sollen wir jetzt Mitleid haben, dass sich Rafael die Konditionen nicht durchgelesenen hat. ich vermute mal er wird an einer Privatuni studiert haben und das kosten nun mal Geld. Ist in anderen Ländern wie USA üblich dass sich junge Leute Ihr Studium selbst via Darlehen finanzieren müssen. Also was jammert er? Und 350 € im Monat als Art Director wird man ja im Monat stemmen können...das nächste mal sollte er eben vorher überlegen wie er seinen Traum finanziert. andere müssen das auch...

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habu 29.09.2014, 13:37
31. Sollen wir jetzt aus Mitleid weinen?

Oder was sonst will uns dieser Bericht sagen? Dass Dummheit manchmal weh tut? Dass es teuer werden kann, Geld auszugeben, das man nicht hat?

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fred_krug 29.09.2014, 13:38
32. HeuCHEler

Die CHE ist doch eine dieser Einrichtungen, die ganz massiv Stimmung zugunsten von Studiengebühren gemacht hat. Erst aufgrund auch ihrer Empfehlungen an Gesetzgeber und Universtitäten sind Studierende überhaupt erst in die Situation geraten, Kredite aufzunehmen.
Geschichten wie die aus dem Artikel sind das Resultat der CHE-Einflussnahme. Und am Ende reiben sich Banken und Versicherungen die Hände. Wer mit einer hohen Schuldenlast die Unis verlässt und dann im Arbeitsleben Fuß zu fassen versucht, der sieht sich als Berufsanfänger geringen Einstiegsgehältern ausgesetzt und kann nahezu unmöglich eine vernünftige Lebensplanung seinen Handlungen und Entscheidungen zugrunde legen.

CHE - das sind Hochverräter am Bildungssystem und der jungen Generationen.

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fjr 29.09.2014, 13:43
33.

Zitat von Besserwisser1970
Der Zinssatz scheint mir etwas übertrieben mit 8,9 %. Aber sonst, was soll der Artikel? Zu meiner Studienzeit in den 90ern gab es keine Studienkredite. Die ersten 2 Jahre habe ich zu 50% mit Bafög finanziert. Danach 4 Jahre lang 2,5 Monate im Jahr nachts gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren. Und in den USA war ich auch ein Jahr. Ich habe mittlerweile den Eindruck das manche Studis heutzutage v.a. sehr begabt im Jammern sind.
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe Ende ab 1987 Elektrotechnik studiert. Erst habe ich kein Bafög gekriegt, weil ich im Vorjahr selbst Einkommen hatte (ja, auch ich hatte vor dem Studium schon einen Beruf). Dann habe ich kein Bafög gekriegt, weil meine Schwester schon Bafög (ca. 35 % des damaligen Höchstsatzes!!) gekriegt hat. Dann habe ich kein Bafög gekriegt, weil mir eine Prüfung in einem Hauptfach gefehlt hat - ja, deshalb weil ich nebenher noch Arbeiten musste und die Vorbereitung auf die Prüfung einfach nicht mehr in meinem Zeitplan untergekriegt habe. Ich habe trotzdem schneller als in der mittleren Studiendauer abgeschlossen. Aber wenn es dem Herrn vom Bafög-Amt genehm ist, Studenten zu schikanieren.

Ich hatte am Ende des Studiums keine Schulden. Mit Lkw-Fahren und Getränke auf Provision im August und September an Getränkemärkte liefern liess sich damals schon ordentlich Kohle machen. Angenehmer Nebeneffekt: Das ist besser als jedes Fitnessstudio. Selbst während der Vorlesungs- und Prüfungszeit habe ich gejobbt. Die beiden Tage vor der Prüfung im Kernfach "Theoretische Elektrotechnik" bin ich mit dem Lkw von Nürnberg nach Genua und wieder zurück gefahren, sonst wäre wohl der Job für die nachfolgenden Semesterferien fort gewesen. Am Prüfungstag habe ich ca 25 Minuten vor der Prüfung den Sattelzug in Uni-Nähe abgestellt und bin in die Prüfung. Ich habe übrigens ein "Gut" gekriegt.

Ein bischen schuften hat noch niemandem geschadet. Diese Mentalität "Wenn meine alten nicht zahlen, dann nehm ich mir halt einen Kredit" kotzt mich ehrlich gesagt an. Und wenn es ans zurückzahlen geht, dann wird gejamert. Die 8,9 % Zinsen sind noch zu niedrig, 18,9 % wären für solche Kredite angemessen.

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lequick 29.09.2014, 13:43
34.

Nicht wirklich fair von der Seite der DB, aber ganz ehrlich, an diesem Beispiel sieht man das heutzutage jeder studieren "darf" und dies auch tut... . Aber wenn man für den Betrieb einen "stinknormalen" KFZ-Lehrling sucht findet man keinen weil die alle "studieren". 6, 8 oder sogar mehr Jahre, versteht sich. Und Auslandssemester bzw. Auslandssauferei und "Selbstfindung" sind natürlich auch drin. Wenn sie dann zurück sind wollen sie einen was vom "wahren" Leben erzählen. Scheiß Hipster.

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cabeza_cuadrada 29.09.2014, 13:44
35. die Kernaussage des Artikels....

"wollte er sich nicht mit einem Nebenjob beim Studieren bremsen." Ja nee....is klar :-) Für wie blöd hält man uns hier eigentlich?


"Auch ein bereits geplantes Auslandssemester im teuren New York wollte er nicht einfach streichen."

Natürlich nicht....wieso auch?


Das ist doch wohl ein klarer Fall von Konsumschulden.
Ich habe auch neben dem Studium gearbeitet und Design ist nun auch kein Studium wo man sich die Nächte mit mathematischen formeln um die Ohren schlagen muss.


BTW: wenn der gute Mann jetzt doch so erfolgreicher "Art Director" ist sollte man doch meine, es müssten mehr als 320€ monatliche Rate drinnen sein.

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kdshp 29.09.2014, 13:44
36.

Zitat von pele der fotografie
An alle die hier mal schnell zu richten beginnen. Wer von euch hat den so ein Studium absolviert? Alleine die Aufnahmeprüfung kann tausende von Euros kosten... Jeder Monat hat mich so ungefähr 300 € gekostet. "Material"! Und ganz ehrlich, das war günstig. Ein Abschluss in diesen Studiengängen ist kein "Text" oder eine "PowerPoint" sondern ein über Monate angefertigtes Kunstwerk. Wenn man Wohnen, leben und Material zusammenzählt so komme ich auf über 1000 € pro Monat. Das bedeutet, dass du entweder das Geld gespart hast oder neben dem Studium arbeitest. Dann dauert dein Studium aber länger. Das ist ein Teufelskreis. Und vielleicht ist das ja auch so gewollt.
Und was wollen sie uns jetzt sagen? Ich könnte jetzt argumentieren das die die studieren das machen um nachher gut zu verdienen. Wer studiert weil es in ist oder aus anderen gründen ja sorry der muss bei einigen angeboten eben tief in die tasche greifen. Keiner wird gezwungen zu studieren oder was er studieren will.

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iesmael 29.09.2014, 13:44
37. was denn bitte betteln?

Zitat von dudeldadel
habe ich auch gemacht. Dank eines trotz mehrerer Klagen keinen Unterhalt zahlenden Vaters musste ich auch Bafög beantragen, habe während des gesamten Studiums gejobbt und war schlussendlich trotzdem auf einen Studienkredit angewiesen, da die Lebenshaltungskosten in den typischen Studentenstädten doch ziemlich hoch sind. Ich hatte auch keine Omi, Tante etc die einem was zustecken konnte. Nur meine Mama, die trotz Erwerbsunfähigkeitsrente dafür gesorgt u gekämpft hat, dass alle Kinder studieren konnten. Das Ende vom Lied: Start ins Berufsleben mit 30 T€ Schulden (Bafög + KfW Bildungskredit + Dt. Bank Studienkredit mit horrenden Zinsen) Wird sich wahrscheinlich so schnell nicht amortisieren. Nichtsdestotrotz bin ich stolz, die Chance auf das Studium genutzt zu haben und meinen Kindern hoffentlich dieses Staat- und Kreditinstitutanbetteln irgendwann ersparen zu können und ihnen einen sorgenfreien Start ins Arbeitsleben zu ermöglichen.
weil man beim Bafög ab und an mal einen Antrag ausfüllen muss? und wenn man sich nebenbei einen Job sucht, seinen Lebenstandard eben ein wenig einschränkt und durch den job evtl. sein Studium nicht in der Regelstudienzeit schafft, sollte ja wohl zumindest mal erwähnt bleiben, dass BaFög, für alle die in den Genuss kommen ein genialer Kredit ist! wo sonst muss man ein viertel bis maximal die Hälfte der in Anspruch genommen Summe zurückzahlen? Und wenn man sich die Summe zusammenklaubt, kann man bei einer einmaligen Rückzahlung nochmal sparen.

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Mayowe 29.09.2014, 13:45
38.

Dazu fällt mir nun auch nichts mehr ein.
Ich habe mein Studium komplett mit Bafög und dem KFW Studienkredit bezahlt, habe bei der KFW etwa 9000€ Schulden, die Tilgung beginnt nächsten Monat, zwei Jahre nach Studienabschluss, bisher zahle ich nur ca. 20€ Zinsen im Jahr. Das Bafögamt wird vermutlich den Höchstsatz von 10k€ verlangen.
Davon habe ich mir den Bachelor im Wirtschaftsingenieurwesen geleistet und war für ein Auslandssemester in Neuseeland.

Für die Summen, die im Artikel stehen, fehlt mir jegliches Verständnis. Wer es einfach nicht schafft, seine Finanzen auch über sein Studium hinaus zu planen und mehr Kredite aufnimmt, zu dämlichen Konditionen, als er nachher mit seinem Job zurückzahlen kann, der ist einfach selbst Schuld.

Ist in etwa so, als würde ein Unternehmer ein Unternehmen mit einem völlig substanzlosen Geschäftsmodell an den Markt zu bringen und sich nachher zu wundern, weshalb man pleite gegangen ist.

Nein, ich bin zwar auch von so manchen Vorgängen in diesem Land genervt und schockiert, hier fehlt mir aber nun wirklich mal das Mitleid. Mitgefühl hab ich für den Bengel wohl, Mitleid, ob der Situation, kann ich nicht haben

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c.PAF 29.09.2014, 13:46
39.

Zitat von jakam
Eine Frechheit, wie hier Leute auf Jemandem rumhacken, dem ein kleines Detail entgangen ist, das eine dramatische Veränderung der Summe zur Folge hatte.
Ok, das mit der Rückzahlung ist ihm vielleicht wirklich entgangen. Aber dann nochmal (!) bei der Deutschen Bank abzuschließen, ist doch wohl nur ihm selbst anzulasten.

Es hätte "hunderte" Banken mit niedrigeren Zinsen gegeben, dort hätte er sich das Geld leihen und damit den Kredit bei der DB tilgen sollen.

Ich will mal nett bleiben: sein Vorgehen war "ungeschickt"...

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