Forum: Leben und Lernen
Studieren im Niger: Bitte verlassen Sie nicht die Hauptstadt
Charlotte Sophie Meyn

Für ihren Plan, im staubtrockenen Niger zu studieren, erntete viel Unverständnis. In Westafrika erlebte sie ihre Uni als Oase, Vorlesungen mit Gebetspausen, jede Menge Freundlichkeit und viel Familie - manchmal zu viel.

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Olaf 07.01.2014, 08:59
1.

Zitat von sysop
Für ihren Plan, im staubtrockenen Niger zu studieren, erntete Charlotte Meyn viel Unverständnis. In Westafrika erlebte sie ihre Uni als Oase, Vorlesungen mit Gebetspausen, jede Menge Freundlichkeit und viel Familie - manchmal zu viel.
Ein interessanter Artikel über ein Land, von dem man sonst nicht viel hört.

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Hombremoya 07.01.2014, 09:24
2. Schönes Land

Ich hatte die Ehre und Freude in Niamey 5 Jahre zu leben. Die Situation war damals deutlich stabiler und der Islamismus war eine weit entfernte Bedrohung. Tolle, warme Menschen die jeden herzlich aufnehmen. Und das in einem Land dass laut UNO stets als einer der 3 ärmsten Ländern der Welt gilt.

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Marellon 07.01.2014, 09:58
3. Master in Afrikawissenschaften

Ich bin nicht der Meinung, es solle nur Ärzte, Buchhalter und Ingenieure geben. Aber ich frage mich, wozu es einen Master in Afrikawissenschaften gibt. Ich frage mich erst recht, nachdem ich das Programm gelesen habe.

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Layer_8 07.01.2014, 11:09
4. Vielleicht...

Zitat von Marellon
Ich bin nicht der Meinung, es solle nur Ärzte, Buchhalter und Ingenieure geben. Aber ich frage mich, wozu es einen Master in Afrikawissenschaften gibt. Ich frage mich erst recht, nachdem ich das Programm gelesen habe.
...können es Ihnen die Chinesen erklären...

Und auch wenn es mal nicht direkt ums Geldverdienen geht, geht es doch auch um kulturelles Verständnis, welches einen nicht unerheblichen Teil der Menschheit betrifft und welches durch jahrhundertealten Rassismus europaseits in den Hintergrund trat. Den europäischen Leuten, die dies studieren werden auch andere Weltbilder begegnen, welche der allgemeinen Konformität doch entgegenstehen können. Dies kann auch für unsere Gesellschaften "nützlich" sein. Oder ziehen Sie europäische Ignoranz gegenüber Afrikanern vor? Vielleicht sollten auch Sie sich mal außerhalb des Gewohnten aufhalten. Auch reisen bildet, besonders wenn es nicht pauschal ist.

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alohas 07.01.2014, 13:54
5. Afrika ist kein verlorener Kontinent!

Zitat von sysop
In den europäischen Medien höre er nur Schlechtes über Afrika, sagte mir einmal der Geografiestudent Harouna Laouali Daba
Nur Schlechtes ist vielleicht übertrieben, aber es ist wahr, dass zu wenig Positives berichtet wird. Zu sehr betrachten die üblichen Medienberichte über Afrika das Elend, das es tatsächlich gibt; aber wichtiger finde ich darzustellen, dass Afrika ein Kontinent ist, der sich momentan in einer Umbruchs- und Entwicklungsphase befindet.

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neanderspezi 07.01.2014, 14:05
6. Großartig, fern von zuhause im Niger an der Uni in Niamey Hausa zu studieren

Es könnte ja sein, dass der einfache Sterbliche von vielen Wissenschaften noch gar nichts weiß und dann auch noch Hausa zu mastern, muss doch ein Nonplusultra im heißen Niger sein. Der naive Unwissende fragt sich nun, ob die Studentin nicht zuhausa Hausa mit einem simplen Sprachkurs hätte studieren können, bevor sie sich der Gefahr aussetzt, im heißen Niger heißzulaufen oder auf dem Campus Islamisten den Weg zu queren, die sie mittels Entführung als sicher zu erpressende Einnahmequelle einstufen, was dann große diplomatische und geldwerte Anstrengungen zu ihrer Auslösung verursachen könnte. Was hat das Land Niger davon, wenn eine Studentin aus Europa in Niamey zum Masterstudium der Sprache Hausa auf die Uni geht. Es darf getrost angenommen werden, dass für sie nicht ein extra Sprachkurs aus dem staubtrockenen Boden der Hauptstadt gestampft wurde, also musste sie irgendwelche Kurse, möglicherweise Geschichte und religiöse Erbauung besuchen, um sich an der Uni irgendwie mit der Sprache zu beschäftigen.

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Hombremoya 07.01.2014, 14:47
7. Seufz!

Da frage ich mich, wie wir es aus der Höhle geschafft haben...
Der eine motzt weil ihm der Wissensdurst nach Afrikanischem nicht passt. Der andere, warum es mit einen Sprachkurs in Deutschland nicht getan wäre.

Ich hätte Ihnen gerne erzählt wer was von wem bei so einen Aufenthalt hat... ist aber wohl vergebliche Müh. Bei so einer Einstellung ggü Neuem kam man das wahrscheinlich nicht verstehen. Ganz zu schweigen von Toleranz für Andersdenkende...

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Global Villager 07.01.2014, 15:02
8. Mehr als stereotypisches

Als jemand, der in Niamey lebt und arbeitet freue ich mich über die sympathische Reportage von Frau Meyn. Ihr gelingt, was vielen Journalisten schwerfällt: Mal anders als nur karikierend und in stereotypischer Herabsetzung zu berichten. Für die Überschrift kann die Autorin wahrscheinlich nichts: das Diktum verrät eher "Spiegel"-Redakteure bei der Arbeit. Und was die Arroganz des Neanderspezi (Pseudo gut gewählt!) und anderer Leser angeht, so bin ich allerdings der Meinung, dass Sprachkompetenz (in Hausa zum Beispiel) und ein Master in Afrikawissenschaften legitime Ausbildungsziele sind: Geht es doch beim studium universale darum, die Welt zu verstehen (und nicht nur im eigenen Saft zu schmoren).

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sondevida 07.01.2014, 17:01
9. Sprachen...

Zitat von neanderspezi
Es könnte ja sein, dass der einfache Sterbliche von vielen Wissenschaften noch gar nichts weiß und dann auch noch Hausa zu mastern, muss doch ein Nonplusultra im heißen Niger sein. Der naive Unwissende fragt sich nun, ob die Studentin nicht zuhausa Hausa mit einem simplen Sprachkurs hätte studieren können, bevor sie sich der Gefahr aussetzt, im heißen Niger heißzulaufen oder auf dem Campus Islamisten den Weg zu queren, die sie mittels Entführung als sicher zu erpressende Einnahmequelle einstufen, was dann große diplomatische und geldwerte Anstrengungen zu ihrer Auslösung verursachen könnte. Was hat das Land Niger davon, wenn eine Studentin aus Europa in Niamey zum Masterstudium der Sprache Hausa auf die Uni geht. Es darf getrost angenommen werden, dass für sie nicht ein extra Sprachkurs aus dem staubtrockenen Boden der Hauptstadt gestampft wurde, also musste sie irgendwelche Kurse, möglicherweise Geschichte und religiöse Erbauung besuchen, um sich an der Uni irgendwie mit der Sprache zu beschäftigen.
...lernt man immer am besten vor Ort. Und generell gesehen bildet es immer, sich ueber bekannte Grenzen hinauszuwagen. Das bringt Erkenntnisse auf die man bauen kann.

Nehmen wir mal den Neandertaler. Es gibt verschiedene Vermutungen, warum er ausgestorben ist, von denen wahrscheinlich viele ihren Anteil haben.
Eine Vermutung. die in diesem Kontext hervorzuheben waere, ist dass Neandertaler im Gegensatz zum Homo Sapiens an festen Orten lebten und wenig kulturellen Austausch hatten.
Bein Homo Sapiens weiss man durch Funde von Werkzeugen und kulturellen Artefakten, dass ein grossraeumiger Ausstausch stattgefunden haben muss. Bei Neandertalern kann man ebenfalls aus solchen Funden das Gegenteil vermuten.
So ist es halt, wer ueber Grenzen hinweg denkt und geht bereichert sich, die Spezies der Neandertaler starb aus.

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