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Tod auf Klassenfahrt: Welche Aufsichtspflicht haben Lehrer?
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Eine zuckerkranke Schülerin ist auf einer Klassenfahrt gestorben, jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Lehrer. Welche Pflichten haben Lehrkräfte auf Klassenfahrten, und wie müssen Eltern sie informieren? Der Überblick.

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ole#frosch 04.09.2019, 18:24
1. Nur halb zum Thema

Erste Hilfe durch Lehrer.
Erst im April gab es hierzu ein Urteil durch das Bundesverfassungsgericht.
Trotzdem ist noch immer nicht klar geregelt, was Erste Hilfe durch Lehrer bzw. Erzieher bei den ihnen anvertrauten Kindern umfasst.
Aktuell gehen die gängigen Meinungen dahin, dass es rwicjt, wenn der Lehrer, Erzieher den Notruf wählt.
Herz Lungen Wiederbelebung oder gar die gabe von Notfallmedikamenten ist in den meisten Bundesländern nicht geregelt.
Es herrscht zwar Schulpflicht, ich muss mein Kind in die Schule geben, aber sollte es Anaphylaxie gefährdet sein, dann darf der Lehrer beim Sterben zusehen und muss die vorhanden, vom Arzt verschrieben Notfallmedikamente nicht geben. Obwohl diese extra für Laien bei der Ersten Hilfe gedacht sind.
Deshalb hoffe ich, durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, gibt es hier ein umdenken und eine Pflicht zur Ersten Hilfe für Lehrer und Erzieher, über das Maß eines Anrufs hinaus. Selbstverständlich begleitet durch jährliche Schulungen der Ersten Hilfe inklusive erkennen von fieberkrampf, Anaphylaxie und Zuckerschock etc. Und in der Gabe der Notfallmedikamente.

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aumpa 04.09.2019, 18:47
2. so kalt

Mein herzliches Beileid den Eltern und allen trauernden Angehoerigen.

Fuer die Mitschuelerinnen und Mitschueler muss das ja der absolute Horror gewesen sein.

Was der kleinen Maus da geschehen ist macht mich noch heute voellig traurig, aber auch sehr wuetend.

Was ist denn da gelaufen?

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austenjane1776 04.09.2019, 18:48
3. Lehrer sind keine Ärzte. Klassenfahrten streichen.

Neben dem normalen Chaos mit 24-Stunden-Schichten für Lehrer, Suff, Schwangerschaften und Drogenproblemen mit 30 Leuten im Ausland usw sollen jetzt noch schwerkranke Schüler gepflegt werden? Das ist völlig unmöglich. Lehrer sollen Pillen oder Spritzen geben, aufpassen, dass "Inklusions"-Schüler nicht austicken oder weglaufen? Das ist unzumutbar. Vor allem im Ausland. Da geht der Lehrer noch vor Gericht, weil er so dumm war, mit Problemschülern zu fahren. Und der "Dienstherr" repetiert fröhlich seine Vorschriften dazu.... Kranke und "Inklusions"-Fälle brauchen eine permanente qualifizierte Begleitperson, die den Job macht. Oder sie bleiben zu Hause. Ich denke, der Trend geht, mit "Greta" - zur Abschaffung der Fahrten. Wer will, reist per Billigflug privat. Der Rest braucht die Unterrichtszeit zum Lernen. Und die mitreisenden Lehrer fallen nicht aus, um 24 Stunden pro Tag auf teilweise schwererziehbare aufzupassen - mit voller Haftung? Nein Danke. Liebe Kolleginnen und Kollegen, weigert euch. Diese Haftung kann eure Familien umbringen. Heute reisen alle Schüler selber - das muss nicht mehr die Schule machen. Wir sollten uns auf die Einstellungstests konzentrieren, damit unsere Schüler mal ne Ausbildung kriegen. Das ist wichtiger fürs Leben.

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austenjane1776 04.09.2019, 18:59
4. Bei Schwerkranken muss eine Begleitperson her

Zitat von ole#frosch
Erste Hilfe durch Lehrer. Erst im April gab es hierzu ein Urteil durch das Bundesverfassungsgericht. Trotzdem ist noch immer nicht klar geregelt, was Erste Hilfe durch Lehrer bzw. Erzieher bei den ihnen anvertrauten Kindern umfasst. Aktuell gehen die gängigen Meinungen dahin, dass es rwicjt, wenn der Lehrer, Erzieher den Notruf wählt. Herz Lungen Wiederbelebung oder gar die gabe von Notfallmedikamenten ist in den meisten Bundesländern nicht geregelt. Es herrscht zwar Schulpflicht, ich muss mein Kind in die Schule geben, aber sollte es Anaphylaxie gefährdet sein, dann darf der Lehrer beim Sterben zusehen und muss die vorhanden, vom Arzt verschrieben Notfallmedikamente nicht geben. Obwohl diese extra für Laien bei der Ersten Hilfe gedacht sind. Deshalb hoffe ich, durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, gibt es hier ein umdenken und eine Pflicht zur Ersten Hilfe für Lehrer und Erzieher, über das Maß eines Anrufs hinaus. Selbstverständlich begleitet durch jährliche Schulungen der Ersten Hilfe inklusive erkennen von fieberkrampf, Anaphylaxie und Zuckerschock etc. Und in der Gabe der Notfallmedikamente.
Lehrer sind knapp. Wenn Sie die noch zu Hilfsärzten machen wollen, kriegen Sie gar keine mehr. Wenn ein schwerkrankes Kind kollabiert - und Sie werfen da irgendwas rein - und nachher hatte es was ganz anderes, dann sind Sie im Sack. Schwere Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung. Entweder schnell die 112 oder eine Begleitperson. Kenne ich von der Kita meiner Kinder. Lehrer und Erzieher sind keine Ärzte!!!! Und sie müssen diese Verantwortung nicht tragen. Ist ein Kind schulfähig, muss dieses "Was geb ich jetzt-Lotto" nicht sein. Begleitperson oder Spezialschule. Würde man auch mich als Lehrer zugehen, würde ich die Verantwortung schriftlich ablehnen. In einer 30er-Klasse sind Lehrer so gefordert, dass sie gesundheitliche Probleme gar nicht mitkriegen. Schluss mit weiteren Forderungen an Lehrer. Lehrer müssen unterrichten und erziehen usw - das ist bereits schwer genug. Das muss reichen.

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rhywden 04.09.2019, 19:00
5. Nicht ganz

"dann darf der Lehrer beim Sterben zusehen und muss die vorhanden, vom Arzt verschrieben Notfallmedikamente nicht geben. Obwohl diese extra für Laien bei der Ersten Hilfe gedacht sind."

Rechtlich gesehen DÜRFEN wir derartige Medikamente nicht einfach so verabreichen. Es ist verboten und wir Lehrer würden uns der Körperverletzung schuldig machen.

Wir dürfen sie nur verabreichen, wenn der Schule vorher(!) eine von den Eltern und vom behandelnden Arzt unterzeichnete Einwilligung und Unbedenklichkeitsbescheinigung vorliegt.
Und raten Sie mal, wie viele Ärzte so etwas unterschreiben werden...

Das war der Stand unserer Erste-Hilfe-Auffrischung vor einem halben Jahr.

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patrick.ruediger 04.09.2019, 19:07
6.

Zitat von ole#frosch
Erste Hilfe durch Lehrer. Erst im April gab es hierzu ein Urteil durch das Bundesverfassungsgericht. Trotzdem ist noch immer nicht klar geregelt, was Erste Hilfe durch Lehrer bzw. Erzieher bei den ihnen anvertrauten Kindern umfasst. Aktuell gehen die gängigen Meinungen dahin, dass es rwicjt, wenn der Lehrer, Erzieher den Notruf wählt. Herz Lungen Wiederbelebung oder gar die gabe von Notfallmedikamenten ist in den meisten Bundesländern nicht geregelt. Es herrscht zwar Schulpflicht, ich muss mein Kind in die Schule geben, aber sollte es Anaphylaxie gefährdet sein, dann darf der Lehrer beim Sterben zusehen und muss die vorhanden, vom Arzt verschrieben Notfallmedikamente nicht geben. Obwohl diese extra für Laien bei der Ersten Hilfe gedacht sind. Deshalb hoffe ich, durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, gibt es hier ein umdenken und eine Pflicht zur Ersten Hilfe für Lehrer und Erzieher, über das Maß eines Anrufs hinaus. Selbstverständlich begleitet durch jährliche Schulungen der Ersten Hilfe inklusive erkennen von fieberkrampf, Anaphylaxie und Zuckerschock etc. Und in der Gabe der Notfallmedikamente.
In Sachen Aufsichtspflicht steht ein Lehrer Eltern ziemlich gleich. In Sachen unterlassene Hilfeleistung würde mich wundern wenn in jedem Fall die Wahl des Notrufs reicht. Es würde mich sehr sehr wundern, wenn das nicht ganz extrem einzelfallabhängig ist.

Lehrer müssen soweit ich weiss keine Ahnung von erste Hilfe haben - genausowenig wie Eltern. Wenn sie Ahnung von erste Hilfe haben, werden sie aber helfen müssen. Auch wenn der Lehrer einen Führerschein hat, und somit nachweisslich einen erste Hilfe Kurs besucht, aber nix tut, wird er strafrechtliche Probleme bekommen - wie jeder andere auch, ob passant oder sonst irgendwer. Genauso ist es ja auch bei Autofahrern, die nur den Notruf wählen und sonst nix tun bei einem schweren Unfall, wie auch beispielsweise auf der ADAC Seite beschrieben.

Wenn man den Lehrer nicht nachweisen kann, dass er Plan von erster Hilfe hat, wird es schwer, ihn dies zum - strafrechtlichen - vorwurf zu machen, solang er im Rahmen seiner Fähigkeit zumindest versucht zu helfen. Wenn man ihm nachweisen kann, dass Eltern ihn über notfallmedikamente informiert haben, und er diese dann nicht gibt, wird er vermutlich probleme bekommen - wenn der Nachweis gelingt, dass er hierüber informiert war - was schwierig werden dürfte. Wenn der Lehrer von nix wusste, da aber ne Tasche mit notfallmedikamenten lag, dann wird es schwer sein nachzuweisen, dass er diese gesehen hat. Und Ehrlichgesagt wäre es nur natürlich in solch einer Paniksituation Dinge zu übersehen. Man fängt ja bei einem aus unbekannten Gründen kollabierten Schüler nicht erstmal an die Taschen zu durchsuchen..

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austenjane1776 04.09.2019, 19:09
7. Was ist denn da gelaufen?

Zitat von aumpa
Mein herzliches Beileid den Eltern und allen trauernden Angehoerigen. Fuer die Mitschuelerinnen und Mitschueler muss das ja der absolute Horror gewesen sein. Was der kleinen Maus da geschehen ist macht mich noch heute voellig traurig, aber auch sehr wuetend. Was ist denn da gelaufen?
Ich würde sagen, die Eltern haben ihr schwer krankes Kind schutzlos auf Fahrt geschickt. Früher wäre ein Elternteil mitgefahren. Auf Fahrt sollen grenzwertig geforderte Lehrer noch Schwerkranke nebenher "betreuen"? Ohne Qualifikation? Das ist total weltfremd. Und noch im Ausland. Da müssen Fachleute mit - oder das Kind bleibt zu Hause.

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appenzella 04.09.2019, 19:13
8. Eine wichtige Frage vorab:

Wußten die Lehrer von der Diabeteserkrankung?
Abgesehen davon wurde auf jeden Fall die Aufsichtspflicht verletzt, da keine Aufsichtsperson trotz der Hinweise der Mitschüler erschien.
Dieser Todesfall wäre meiner Meinung bei rechtzeitigem Eingreifen nicht passiert.
Und damit läuft es auf fahrlässige Tötung hinaus.
Es heißt ja immer: Nicht wissen schützt vor Strafe nicht.
Aber: In diesem Fall waren die Probleme bekannt, da helfen keine Ausreden.

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aumpa 04.09.2019, 19:35
9. @ austenjane1776 - Lehrer müssen unterrichten und erziehen.

100 Punkte.
' Lehrer müssen unterrichten und erziehen.'
Aber wenn sie das nur mal machen wuerden/koennten/duerften.

Ich hatte mir vor mehr als 20 Jahren einen 2. Lehrer pro Klasse in meiner etwas schwierigeren Schule/Klasse 'gewuenscht'.
Quasi Teamteaching.
Wurde besonders von den lieben und erfahrenen Kolleginnen,
von der Schulleitung und natuerlich vom Traeger abgewehrt.
Waere u.a. stundenplanmaessig etc. leicht machbar gewesen.

Wie Lehrerinnen und Lehrer heute mit der aktuellen
Schuelerschaft tagtaeglich sinnvoll umgehen koennen
ist mir fast ein Raetsel.

Es gibt aber keine Entschuldigung fuer das Verhalten der
Beteiligten in London, so denn der SPIEGEL-Artikel korrekt waere.

Ihnen, liebe jane jedoch alles Gute !

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