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Tod einer Grundschülerin: Was wirklich gegen Mobbing hilft
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Eine Berliner Grundschülerin nimmt sich das Leben. Ein Aktivist prangert offensiv das Mobbing an deutschen Schulen an. Hilft die Aufmerksamkeit - oder macht sie alles nur schlimmer?

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mightypudel 12.02.2019, 18:07
90. Macht ist geil

Macht ist geil und sexuell befriedigend. Sich über Carsten Stahl auszulassen, ist billig. Gegen eine etablierte Machtkultur kommt die "Touchy-Feely"-Gesprächskultur nicht an – Im behütet-abgeschotteten Milieu der "spürst-du-mich"-Therapiegemeinschaft kann man sich natürlich wunderbar als Täterversteher inszenieren, aber draussen im Schulgulag herrschen andere Gesetze, und die greifen sofort wieder, wenn die Konfliktverschwätzer wieder abgereist sind ...

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martinm70 12.02.2019, 18:10
91. Ready Player One hat dafür eine Lösung

Das Buch, im Film wird das nicht erwähnt.

Dort gibts Schulen in der virtuellen Realität. Der Schüler kann zuhause bleiben und lernt über eine VR Brille mit der er sich in ein virtuelles Klassenzimmer "einloggt". Körperliches Mobbing geht damit nicht. Jeder Schüler kann andere stummschalten und hört z.B. nicht was diese sagen.

In der Klasse selbst ist es für die Schüler nicht möglich andere zu stören oder irgendwelchen Blödsinn zu machen. Dadurch das sie eine VR Brille aufhaben können sie auch nicht nebenbei im Smartphone surfen, der Lehrer bzw. die Schule kann vorgeben was der Schüler sieht.

Die Technik ist aktuell noch nicht ganz soweit, aber sie verbessert sich gerade mit riesigen Schritten.

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purple 12.02.2019, 18:10
92.

Zitat von fiona_wemmer
Guten Nachmittag, in Ihrem Kommentar schreiben Sie, dass man die "widerlichen Typen", die Mobbing betreiben von der Schule werfen sollte. Dies ist allerdings auf keinen Fall die Lösung. Jede Person, die zu Mobbing greift hat einen Hintergrund zu dieser Tat. Es geht nicht darum, das Mobbing zu legitimieren, es nicht zu bestrafen oder zu verstehen, sondern die Motive des Menschen hinter der Tat nachzuvollziehen und diesem die Konsequenzen deutlich zu machen, bevor es zu spät ist. Wird ein Kind von einer Schule "geschmissen" endet seine Geschichte nicht dort; Es wird an eine andere Schule gehen müssen und dort vermutlich ähnlich handeln, da es sich warscheinlich nicht gerecht behandelt fühlt. Selber habe ich in der Schulzeit viele Erfahrungen mit Mobbing und dem Vorgehen dagegen gemacht. Am effektivsten, hat sich herausgestellt, ist der Dialog zwischen dem Opfer des Mobbings und den Tätern. Wenn mithilfe eines Moderierenden der Grund für das Handeln des Täters erörtert wird und die Gefühle des Opfers klargestellt werden, hört das Mobben in den meisten Fällen auf. Vielen Kindern ist nämlich gar nicht bewusst, was für Auswirkungen ihr Handeln auf die psychologische Gesundheit des vom Mobbing betroffene Kind hat. Wenn dann zusammen eine Lösung ausgehandelt ist und diese nicht eingehalten wird, dann kann über weitere Maßnahmen diskutiert werden. Vorschnell ein Kind aus einer Schule zu werfen ist aber, wie schon gesagt, wenn überhaupt kontraproduktiv.
Damit schützen sie den Täter. Wieso soll sich das Mobbingopfer mit dem Täter ausgleichen - bitte?

Das einzige was wirklich hilft, ist dem Mobber die Grenzen aufzuzeigen.
Leider versagen nach meiner Erfahrung hier Schulen und Lehrer vollständig.
Ich war auch eher (schon lange her) auf der Opferseite und hatte mit meinen Eltern die Unterstützung die Klasse zu wechseln. Hat geholfen...meine Noten und damit auch mein Selbstbewußtsein wurden um 2 Stufen besser und danach hat sich niemand mehr getraut, mich zu mobben.

Aber eigentlich hätten die 2 Mobber von der Schule geschmissen und dem Klasslehrer die Klasse entzogen gehört.

Sicher kann man als Eltern eines Mobbingopfers einige Massnahmen ergreifen um das Kind zu schützen,

aber wenn Erpressung und körperliche Gewalt ins Spiel kommen kann ich nur zur Strafanzeige und gleichzeitig zur Schadenersatzklage raten. Dann ist ganz schnell Ruhe.

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purple 12.02.2019, 18:12
93.

Zitat von lazyfox
Schon die Frage, sollte man darüber reden halte ich für 'verpeilt'. Natürlich sollte man. Verschweigen gibt nur den Übeltätern mehr Macht. Und was bedeutet heute Einschreiten, wenn Lehrer gemeint sind? Was dürfen die denn? Ist es nicht absurd, wenn man von Lehrer 'Einschreiten' erwartet, ihnen aber keine respektablen Machtmittel zugesteht. Mobbing gab es auch zu meiner Schulzeit. Das waren so die 60ger. Und es war nicht unüblich, dass Schüler gemobt wurden. Einige haben gelitten, einige haben gestritten und es waren auch harte Auseinandersetzungen - manchmal. Die Erwachsenen haben sehr wohl agiert. Aber wohl anders als heute. Die Erwachsenen waren nicht unbedingt bemüht die Auseinandersetzungen zu verhindern, sondern haben zur Fainess aufgerufen und diese (ab und an) auch überwacht. Wer gegen Schwächere vorging, der kriegte es mit dem Lehrer zu tun. Wie? Der Lehrer hat ihm eine Ohrfeige verpasst. Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Gewalt ist nicht erstrebenwert - aber den Übeltätern keine Grenzen aufzeigen zu können ist weitaus schlimmer und wird das Mobbing und Gewalt unter Schülern keinesfalls beseitigen. Ich kann die Ohrfeigen nicht zählen, die ich kassiert habe. Na und - ich denke bei mir hat's funktioniert und meinen Lehrer war ein fairer Mann - zumindest in dieser Beziehung. Gerangel und Mobbing wird sich nie ganz abstellen lassen. Schaut in die Parlamente und auf Staatschefs, es wir gestritten, was das Zeug hält, gemobbt und gelogen. Hey, die Presse macht auch mit. Es ist also falsch, so zu tun als könnte man das aus der Schule verbannen. Gebt den Lehrer mehr (kontrollierte) Macht und sorgt für Fairness. Das Ziel lässt sich erreichen.
Sie rufen hier zu strafbarer körperlicher Gewalt auf und das zeigt, dass Ihnen die Ohrfeigen schon geschadet haben.
Die Würde des Menschen ist unantastbar - für Sie nicht?

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jaques_de_molay 12.02.2019, 18:19
94. Jeder gegen Jeden

In meiner Kindheit/Schulzeit wurde jeder mal "gehänselt" und zwar von allen anderen, und das nicht zu knapp. Es kam jeder an die Reihe und auch jeder war Täter. Es gab ungeschriebene Regeln, was das Verhalten anging und wer dagegen verstossen hat...ja, Pech. War wie ein eigenes Rechtswesen, Tat und Strafe waren im Einklang und man wusste bereits vorher, was einem blühen würde. Irgendwie wissen Kinder Individualität wohl nur sehr begrenzt zu schätzen, zumindest damals in den 80ern. Auch wenn mir das Mädchen aus dem Bericht natürlich leid tut, habe ich mit meinen eigenen Taten damals kein Problem und trage es auch keinem nach, der mich gepiesackt hat. Allerdings ist das ja auch kein klassisches Mobbing gewesen, Mobbing ist ja eigentlich, wenn jemand permanent verfolgt wird, unabhängig von seinem Verhalten, einfach nur um die Person an sich zu quälen. Das gabs früher natürlich auch. War aber nicht die Regel.

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Atheist_Crusader 12.02.2019, 18:23
95.

Zitat von Schartin Mulz
als Vater, wie auch als Lehrer habe ich aber die Erfahrung mitgebracht, dass die Einschaltung des Lehrers oft wenig bringt. Das Eingeständnis, dass es an der Schule Mobbing überhaupt gibt. Es wird sofort verharmlost, relativiert. Oft auch mit "der provoziert das aber auch" dem Opfer die Schuld zugewiesen. ODer es wird augf die Eigenverantwortung verwiesen: "Ihr seid doch alt genug, um das unter euch zu klären."
Viele Lehrer haben ganz einfach keine Lust sich noch mehr Probleme aufzuladen als sie ohnehin schon haben.
Sich mit einem Mobber auseinanderzusetzen ist noch schlimmer als mit einem Kind mit schlechten Noten. In beiden Fällen kann man auf verständnislose bis feindselige Eltern treffen die lieber ihrem Sprössling glauben als dem Lehrer.
Hinzu kommt dass man eh schon wenig Machtmittel in der Sache hat und wie sie schon sagten: die Schule ignoriert das Problem lieber. Geht man über weitere offizielle Stellen, kann das Monate oder Jahre dauern - auch das hilft dem gemobbten nicht.

Noch dazu kommt: Wenn man das Ganze falsch angeht, verschlimmert das die Situation für das Opfer nur noch.

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poppi 12.02.2019, 18:25
96.

Zitat von view3000
Da es eine gesetzliche Schulpflicht gibt, sehe ich in Sachen Mobbing den Gesetzgeber in der Verpflichtung, hier klare Gesetze und Leitlinien zu erlassen. Mobbing sollte als Straftatbestand geahndet werden, genauso wie Beleidigung auch ein Straftatbestand ist. Es kann nicht sein, dass es im Ermessen des Lehrers steht, ob und wie Mobbing geahndet wird. Wenn Schüler oder Lehrer sich des Mobbings schuldig gemacht haben, dann muss das ernsthafte Konsequenzen haben und jede/r sollte das ganz klar kommuniziert bekommen. Dies ist zwar nicht das, was man sich für Jugendliche oder Pädagogen wünscht aber da Mobbing kein Kavaliersdelikt ist und oftmals tödlich endet, wäre diese gesetzliche Härte angebracht.
Gute Idee. Wie weisen Sie Mobbing gerichtsfest nach?

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Skakesbier 12.02.2019, 18:29
97. Die einzige Maßnahme,

die angesichts der totalen Inaktivität der permanenten 'Vertretungs'-Lehrer und Pausen-'Aufsichten', vor allem jedoch der trotz diverser Mails komplett desinteressierten Schulleiterin, in unserem Fall geholfen hat, war der Gang zur Polizei samt Anzeige der Täter.
Die 'Polente' hat dann extrem fix (Dank dafür!) sowohl die zuvor komplett informationsresistente bzw. antwortverweigernde Grundschul-Leiterin 'besucht' als auch die die Täter und deren Sprößlinge 'antanzen' lassen.
Danach war für den Rest des Schuljahres 'Ruhe im Bau'.

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lehrer12 12.02.2019, 18:32
98. Warum immer auf die Lehrer?

Warum können nicht einmal Eltern Verantwortung für das Verhalten ihrer schlecht erzogenen Sprösslinge übernehmen? Bei jeglichen Mobbingfällen gehören die Eltern mit ins Boot genommen. Woher kommt asoziales Verhalten wie Mobbing? Wenn die Täter guten Rückhalt hätten und richtig erzogen worden wären, würde es weitaus weniger Fälle geben. Aber es ist heutzutage ja immer so einfach, sämtliche Verantwortung auf Behörden, Politik und in diesem Falle Lehrer abzuwälzen.
Ein Aufruf an alle Eltern: beschäftigt euch mehr mit euren Kindern, lernt sie besser kennen und bringt ihnen wieder bei, was richtig ist!

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Actionscript 12.02.2019, 18:41
99. Aussehen,...

Zitat von gegenstrom67
die Betrachtung, welche Verhaltensweisen des Opfers dazu führen, dass es gemobbt wird. Durch welches Verhalten begünstigt ein Kind den Angriffen von Mobbing ausgesetzt zu werden? Manche Kinder neigen möglicherweise dazu, sich in die Opferposition zu begeben. Ich fände es hilfreich bei der Prävention auch hier anzusetzen.
...introvertiertes Verhalten, Sich Nicht Wehren, dieselben Merkmale, warum auch Erwachsene gemobbt werden. Und es begibt sich keiner in eine Opferposition. In die wird man vom Mobber reingedrängt. Von daher ist es wichtig, den Mobber zur Rechenschaft zu ziehen. Denn der/die hat ein Problem und nicht der Gemobbte vor dem Mobbing.

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