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Tod einer Grundschülerin: Was wirklich gegen Mobbing hilft
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Eine Berliner Grundschülerin nimmt sich das Leben. Ein Aktivist prangert offensiv das Mobbing an deutschen Schulen an. Hilft die Aufmerksamkeit - oder macht sie alles nur schlimmer?

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Schartin Mulz 12.02.2019, 19:25
110. Was nützen denn diese theoretischen Überlegungen

Zitat von berliner789
Es ist mir wirklich schleierhaft, warum die Diskussionen um Gewalt bzw. Mobbing an Schulen immer an Schule und ihren Defiziten fest gemacht wird! Die Schule ist lediglich der Ort an dem die Schüler zusammenkommen. die Frage ist, was bringen sie an Kompetenzen in diese Einrichtung mit? Statt sich über Lehrer und Schulen aufzuregen und ihre Kompetenz anzuzweifeln sollte sich die Gesellschaft mal fragen, was hier verkehrt läuft! Als Elternteil habe ich eine Verantwortung und habe Kinder nach gesellschaftlichen Werten und Normen zu erziehen. Leider gibt es in vielen Elternhäusern kaum Kommunikation und gerade in sozialen Brennpunkten fehlt es an Vorbildern. die Art und Weise wie in Medien berichtet wird, der ungebremste und unbegleitete Medienkonsum: das alles macht unsere Kinder zu Menschen, die sich nicht mehr in andere Menschen hineinfühlen können und daher Grenzen überschreiten. was wir brauchen ist ein gesellschaftlicher Einschnitt, einen Werte-Konsens, Elterntrainings, Medientraining, ausgebildete gute Pädagogen und Lehrer , Begleitung/ Beratung Ausbildung von werdenden Eltern und ein Miteinander in der Gesellschaft, statt eines Gegeneinanders!! das Verhalten der Kinder ist nämlich leider nur ein Spiegel der Gesellschaft.
Das ist, als wenn man beim Thema Kriminalität schreibt: Warum reden wir über Polizei und Justiz, es geht doch um Erziehung und das gesellschaftliche Miteinander.
Im Übrigen ist Ihre Ursachenforschung in weiten Teilen falsch. Mobbing hat nichts mit sozialen Brennpunkten zu tun. Ich selber war auf einem selbsternannten Elite-Gymnasium. Mit vielen Kindern aus Arztfamilien, Kinder von Juristen, Professoren etc.
Was da abgegangen ist, kann man sich kaum vorstellen.
Und das waren alles offiziell Kinder aus gutem Hause.
Mobbing hat mit Machtkämpfen zu tun. Oder auch mit eigenen psychischen Problemen. Der Ober-Mobber aus unserer Schule hat sich später umgebracht.
Da können Sie noch soviel Elterntrainings, Medientraining, etc anbieten, die Probleme bleiben.
Und wenn in einer Klasse Mobbing auftritt, ist es natürlich die Verantwortung des Klassenlehrers, da einzuschreiten. Was denn sonst?

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lalito 12.02.2019, 19:26
111. my goodness

Zitat von helro56
Aber... für diesen Misstand an den Schulen glaube ich, ist vor allem auch, die Willkommenskultur von Merkel verantwortlich ! . . .Pasta !
Sie vergaßen einen Hinweis in der Form eines Tags wg. Ironie/Sarkasmus/Albernheit/Blö. . . usw. anzufügen.

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Prekär 12.02.2019, 19:29
112. Mobbing gibt es auch unter Erwachsenen

Und einige dieser Mobber sind Eltern. Es ist eben schon eine Frage der Vorbilder in der eigenen Familie.
Hier wie da ist der Rest gefragt Zivilcourage zu zeigen und sich offensiv zum Opfer zu positionieren. Und als Eltern kann man seine Kinder dazu ermuntern. "Ich mache bei Eurem Psychoquatsch nicht mit." Das kann man auch als Jugendlicher schaffen. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

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jaques_de_molay 12.02.2019, 19:36
113. Ähhh....ja.....

Zitat von view3000
Vielleicht mit einer polizeilichen Befragung der Verdächtigen, Zeugenaussagen, Verlauf der Emails und sozialen Netzwerke ansehen, Kontrolle der Leitlinien in der Schule, Befragung der Lehrer/innen und der Rektorin etc. Glauben Sie mir, wenn erst einmal Öffentlichkeit hergestellt ist, dann weiß jeder was auf dem Spiel steht. Wenn Kinder unter 14 nicht strafmündig sind, dann sollte man für die mehrfach Angezählten über eine pädagogisch wertvolle Erziehungseinrichtung nachdenken. Dort können sich dann professionelle Sozialpädagogen und Psychologen unter Einbeziehung der Eltern darum kümmern, dass die Versäumnisse in der Erziehung nachgeholt werden und zwar ohne Kollateralschäden. Es gibt schon Wege aber wenn man sich taub und blind stellt, dann hilft das den Opfern überhaupt nicht. Ergänzend muss in diesem Zusammenhang auch noch erwähnt werden, dass es auch Mobbing in Unternehmen gibt und da handelt es sich mit 99 prozentiger Sicherheit um strafmündige Bürger, die mit einer Konsquenz zu rechnen hätten, wenn es denn erst einmal einen Straftatbestand gäbe.
Bei welchem Schweregrad wollen Sie denn diese Geschütze auf die Kinder loslassen? GSG9-Einsatz wenn man nicht zu jedem in der Klasse lieb und nett ist, oder erst wenn es körperlich wird? Darf man noch lachen wenn einer ausrutscht, sich ein Getränk überschüttet und ähnliches, oder rückt dann auch der Staatsanwalt an? Die Ermittlungsarbeiten die Sie hier propagieren werden in Deutschland gerade mal bei Kapitalverbrechen angewandt. Mir ist klar, dass Sie persönlich Mobbing dort auch verorten, die Gesellschaft aber offensichtlich nicht und ich rate jetzt mal: dazu wird es auch absehbar nicht kommen.

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madameping 12.02.2019, 19:38
114. Energisch eingreifen

Ein elfjähriges Kind nimmt sich das Leben. Ds ist ungeheuerlich. Ich musste es wirklich mehrfach lesen, um es zu bgreifen. Was muss dieses Mädchen gelitten haben. Der erste Impuls nach der Erschütterung über das Leid dieses Kindes war - und ist Wut. Zorn auf die feige Mobbing-Meute, die hilflosen Lehrer und die nicht minder hilflosen Eltern. Nicht nur in diesem Fall. Was der Experte sagt, kann ich nicht beurteilen; doch zwischen den Zeilen liest sich dennoch immer wieder: Hilflosigkeit. Ratlosigkeit.
Bezeichnen wir Mobber als das, was sie sind - egal, wie alt sie sind. Feige miese Typen, die sich daran aufwärmen, anderen weh zu tun. Soziopathen. Ich habe Null Verständnis für diese Leute, die sich nur in der Meute mutig genug fühlen, um einen Schwächeren anzugreifen, der ich nicht wehren kann und ihn zu drangsalieren, zu demütigen.
Selbstverständlich gibt es Menschen, die von ihrer Art seltsam sind, dass sie nicht schnell Freunde finden - aber auch hier zeigt sich der Charakter der anderen; ob man ihnen freundlich begegnet oder ob man sie foltert ...
Gerade bei Kindern ist das der Fall.
Was man dagegen tun kann? Eingreifen. Als Kind oder als Erwachsener.

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peaceonearth 12.02.2019, 19:39
115.

Zitat von helro56
woran es fehlt, um diese Misstände an deutschen Schulen zu beseitigen ! Aber... für diesen Misstand an den Schulen glaube ich, ist vor allem auch, die Willkommenskultur von Merkel verantwortlich ! dieses Problem den Lehrern oder den Schulverantwortlichen zu überlassen bzw. aufzuerlegen, empfinde ich eine Frechheit von Staatswegen ! Lehrer haben einen vorgegebenen Stoff pro Schuljahr den sie zu erfüllen haben und auch erwartet wird ! zusätzliche Aufgaben sind in diesem Beschäftigungverhältniss NICHT vorgesehen und sollte vom Verursacher dieser Probleme behandelt und auch gegengesteuert werden ! der Lehrer hat nur einen Auftrag, Pasta !
Lehrerauftrag Pasta?? Sollen die Lehrer jetzt Spaghetti kochen oder was? Aber mal im Ernst, Sie wollen doch nicht sagen, dass Merkel schuld sei an dem Mobbing in Schulen?

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soro.hattie 12.02.2019, 19:44
116. Überwachung

Mobbing ist ein ewiges und beständiges Ereignis in Schulen. Der Tyrann ist nicht die Schuld des Kindes. Eltern, die ihren Kindern nicht die richtigen Verhaltensweisen vermitteln, sind für die Handlungen ihres Kindes verantwortlich. Die Schule kommt an zweiter Stelle, indem sie den Vorfall ignoriert und worauf er hinweist. Während die Überwachung von Kindern makaber ist, ist sie vielleicht eine Methode, um Mobbing einzuschränken. Die Anwesenheit eines Lehrers oder Verwalters unter den Schülern ist die erste Abschreckungslinie. Außerdem müssen Kameras, die ständig Kinder auf ihre Sicherheit überwachen, ein Muss sein.

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jackberlin 12.02.2019, 19:45
117.

Zitat von Skakesbier
die angesichts der totalen Inaktivität der permanenten 'Vertretungs'-Lehrer und Pausen-'Aufsichten', vor allem jedoch der trotz diverser Mails komplett desinteressierten Schulleiterin, in unserem Fall geholfen hat, war der Gang zur Polizei samt Anzeige der Täter. Die 'Polente' hat dann extrem fix (Dank dafür!) sowohl die zuvor komplett informationsresistente bzw. antwortverweigernde Grundschul-Leiterin 'besucht' als auch die die Täter und deren Sprößlinge 'antanzen' lassen. Danach war für den Rest des Schuljahres 'Ruhe im Bau'.
Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund. Mein Rat für Betroffene: Gar nicht erst mit Lehrern, Direktoren, Psychologen reden. Das wäre Zeitverschwendung, da diese meist versuchen, Probleme zu relativieren. Sofort die Polizei einschalten. Erstens nehmen die Beamten solche Vergehen sehr ernst und machen klare Ansagen an die Eltern der Mobber. Zweitens macht so ein Polizeibesuch auch deutlich mehr Eindruck. Wenn die Lehrer mit ihren Verharmlosungs-Vokabular ein bisschen schimpfen - Ich bin sehr enttäuscht über dein Verhalten bla bla ... - lachen sich die Kids ins Fäustchen und treiben es nur schlimmer. Hier wird ein trauriger Fall thematisiert, bei dem der Zusammenhang wohl sehr offensichtlich war. Aber was dabei vergessen wird, ist dass Mobbing sehr häufig einer von mehreren Faktoren bei Suizid von KIndern und Jugendlichen ist. Selten wird das an die Öffentlichkeit gebracht.

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Gentlemensclub 12.02.2019, 19:52
118. Schwarz Weiß

Normalerweise kommentiere ich nicht in Foren wie diesen, weil ich schlicht und ergreifend keine Zeit dafür habe. Weil ich mich aus beruflichen Gründen momentan intensiv mit dem Thema beschäftige, sehe ich mich genötigt, an dieser "Diskussion" teilzunehmen.
Wie immer, so auch hier, schreien die am lautesten, die sich postfaktisch mit dem Thema Mobbing auseinandersetzen. Fakt ist, dass an Schulen sehr viel präventive Arbeit geleistet wird: Schulsozialarbeit, Fortbildungen für Lehrer, Angebote der SMV, usw.. Leider bekommt der Großteil der hier schreienden selbst ernannten Experten das nicht mit oder der limitierte Horizont lässt differenziertes Denken nicht zu. Wer mit Gewalt darauf reagieren will, dem ist nicht mehr zu helfen. Wir befinden uns in Deutschland im 21. Jahrhundert und nicht im Wilden Westen, wo Gut gegen Böse kämpft. Um Mobbing gezielt zu bekämpfen, sind viele Faktoren von Bedeutung: Prävention, Konfliktkultur, Elternarbeit, Lehrer, die psychologisch geschult sind, usw.
Einfache Antworten a la Trump sind an dieser Stelle deplatziert.
Wieder einmal eine größtenteils aggressiv geführte Diskussion, die einen der Hauptgründe für Mobbing vor Augen führt: "Vorbilder", die keine sind.

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lalito 12.02.2019, 19:55
119. Verbitterung

Zitat von tschnitzlein
. . . Mobbing ist alles andere als trivial. Mobbing ist zerstörerisch, und Mobbing zuzulassen, ist mehr als nur fahrlässig. Mobbing kann im Extremfall töten, im Normalfall kostet es aber fast immer wertvolle Lebenszeit, in der der/die Betroffene in seinem/ihrem späteren Leben nicht so vorankommt, wie es ihm/ihr eigentlich gemäß wäre. Meine Verbitterung heute richtet sich aber nicht gegen diejenigen, die mich gemobbt haben - diese Leute waren damals selber voller Probleme, und oft genug selbst in der einen oder anderen Weise Opfer. . . . Sehr viel halte ich aber davon, dem Thema Mobbing einen ähnlichen Stellenwert zuzuweisen wie dem Thema Sexueller Missbrauch. Leider ist Mobbing heute nicht justiziabel - um so wichtiger wäre es aber, wenn Lehrer und Erzieher per Fortbildung dafür sensibilisiert würden, und wenn alle Schulen gut eingespielte Vorgehensweisen (z.B. Rollenspiele etc.) entwickeln würden, um solche Probleme möglichst schnell und mit so wenig Schaden für die Betroffenen abzustellen. Nur so kann man den Betroffenen viel Leid in ihrem späteren Leben ersparen.
Habe Ihren umfänglich sehr guten Text nur in der Länge, nicht dem Inhalt nach kürzen wollen.

Sie beschreiben die Dinge mit dem Wort Komplizität schon sehr treffend. Das ist eben die eine Seite, wo sich Fronten für den Gemobbten aufbauen. Es ist ja nicht nur das Leid der Demütigungen und Herabsetzungen, es geht doch meist einher mit abfallenden Leistungen und dem damit sich aufbauenden Ärger zuhause, die nächste Front.

Sehr schnell wird die Situation für ein Kind so unüberschaubar und hoffnungslos, dass es sich gar niemandem mehr anvertrauen kann - noch nicht einmal mehr den Eltern. Oftmals ist es sowieso schwierig die eigene Schwäche, die hier von außen meist potenziert und überhöht wird, überhaupt gegenüber irgendjemandem einzugestehen.

Gemobbt zu werden ist der GAU für ein Kind. Und oftmals, wie auch im späteren Leben, verhalten sich die für die Sicherheit und mentale Gesundheit ihres/eines Kindes Zuständigen auch noch kontraproduktiv - etwa genau so wie Versicherungen eben gern mit Unfallopfern umspringen.

Deshalb will ich allen Eltern nur raten, beim kleinsten Hinweis auf Probleme in der Art des Mobbings zusammen mit ihren Kindern sowohl in der Schule als auch im zusammenhängenden Umfeld wie Sportvereinen SOFORT und umfassend der Auffälligkeit unbedingt auf den Grund zu gehen. Kinder sind überaus leidensfähig und solch sich oft erst über lange Zeiträume langsam immer schlimmer entwickelten Konstellationen können ihr Kind längst zu einer Unfähigkeit zur Kommunikation über die eigentliche Schwere der Zustände verbogen haben.

Wie Sie beschrieben braucht es Jahrzehnte um solche Gewalt, bin Ihrer Meinung es der sexuellen gleichzusetzen, zu verarbeiten und aus zeitlichem Abstand heraus zu einer nie vollständigen Heilung zu kommen.

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