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Tricksereien bei der Schulwahl: "Eltern sind kampfbereit und klagewillig"
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Es ist wieder so weit: In mehreren Bundesländern läuft die Anmeldung für weiterführende Schulen. Damit ihr Kind auf die Wunschschule darf, greifen manche Eltern zu unschönen Mitteln. So wie Gesa Schulte.

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ccpollux 29.01.2019, 08:15
1. Ganz ehrlich...

ich kann es teilweise verstehen. Die Schule in deren Einzugsbereich wir leider noch liegen (ändert sich ja jedes Jahr) würde ich meinen Kindern nicht antun wollen. Da bleibt dann nur noch Privatschule (Montessori oder Waldorf) oder der Versuch, in einen anderen Einzugsbereich zu kommen. Um die weiterführenden Schulen mache ich mir Sorgen, wenn es soweit ist. ;-)

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Leser161 29.01.2019, 08:26
2. Verständlich

In Zeiten in denen Unternehmen Hauptschüler nicht mal angucken und realschüler es schwer haben finde ich es verständlich wenn Eltern die Chance ihres Kindes nicht von einer intransparenten Entscheidung eines Lehrergremiums abhängig machen wollen gegen die es keine Einspruchsmöglichkeiten gibt. Auch wäre es schön wenn Schulen einem rechtzeitig mitteilen könnten ob das eigene Kind genommen wird, damit man Kinderbetreuung und Transport planen kann.

In der heutigen verzahnten Welt kann man nicht mehr denken das man einfach so entscheiden könnte und alle das gut finden, bloss weil man eine Schule ist. Ich kenne mehrere Miteltern die durch die Melassigkeit im Entscheidungsfindungsprozess von Kinderbetreuungsstellen üble Probleme mit Job und Finanzierung haben.

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MissMorgan 29.01.2019, 08:27
3. Das ist allerdings kein neues Phänomen

Es war auch schon vor knapp vierzig Jahren bei uns zu sehen. Auf die von mir auserwählte Ursulinenschule dürfte ich nicht, weil ich kein Geschwisterkind dort hatte und meine Eltern keine Spende leisteten. Da zog es auch nicht, dass ich extra Meßdienerin geworden war. Am anderen Gymnasium gab es die Möglichkeit, über die Lateinklasse hinein zu kommen und von mindestens einer Scheinummeldung ist mir auch persönlich berichtet worden.

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dasfred 29.01.2019, 08:27
4. Das Beste kommt zum Schluss

Egal wie der Ruf einer Schule ist, es sagt nichts darüber aus, ob es dem Kind dort gut geht. Wenn es keinen Draht zum Lehrer gibt, die Mitschüler das eigene Kind ausgrenzen oder was auch immer, all das kann auch der beste Ruf nicht ausschließen. Ich habe es oft genug gesehen, dass die Kinder dann nach ein paar Jahren doch die Schule wechseln müssen.

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chueau 29.01.2019, 08:39
5. Schweiz als Vorbild

Macht es doch wie bei uns in der Schweiz. Ins Gymnasium können nur diejenigen, die einen bestimmten Notendurchschnitt vorweisen können. Alle anderen sind chancenlos. In einigen Kantonen ist es sogar so, dass eine sehr schwierige Aufnahmeprüfung bestanden werden muss. Im Grunde ist es gleich, was die Eltern wollen, die Leistung muss stimmen. Das Niveau ist übrigens sehr hoch, sicher höher, als in Europa. Darum ist die Maturitätsquote niedriger als überall!

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Fruusch 29.01.2019, 08:40
6. Der letzte Absatz

ist eindeutig der wichtigste. Kinder sind deutlich anpassungsfähiger als die meisten ihrer Eltern annehmen. Gerade bei Berufspiloten (auch als Helikoptereltern bekannt) kann man sich nicht vorstellen, dass das eigene Kind auch woanders glücklich werden kann. Ich sehe das als Lehrer oft bei Neuzusammensetzung von Klassen, wenn z.B. die Schülerzahl so gering wird, dass eine Klasse im Jahrgang wegfällt. Da gibt es erst einmal wahre Sturzbäche an Tränen, wenn die Schüler das erfahren. Und wenige Tage bis Wochen später sind alle wieder zufrieden, haben sich mit der Situation arrangiert und sogar neue Freundschaften geschlossen.
Der Wettbewerb der Schulen untereinander schadet übrigens auch den Schulen. Immer mehr Anstrengungen fließen in die Außendarstellung, in immer extremere Profilbildungsmaßnahmen, dass darüber der eigentliche Lehrauftrag immer mehr in Vergessenheit gerät. Ob ich guten Unterricht mache ist egal, Hauptsache ich unterrichte bilingual, unternehme zahlreiche Exkursionen nach Timbuktu, biete "Wohlfühloasen" in der Schule an und habe ein AG-Angebot, bei dem so manche Volkshochschule vor Neid erblasst.

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ekel-alfred 29.01.2019, 08:42
7. Ich! Ich! Ich!

Das ist die Lehre aus diesem Beitrag. Der Sohn lernt also:

Wenn Du nicht bekommst, was Ole und Lukas haben, dann kannst Du klagen, bis der Arzt kommt.
Den Kindern wird nicht mehr beigebacht, wie man mit Niederlagen umgeht, sondern welche fiesen Tricks es sonst noch im Leben gibt.

Da gibt es auch Eltern, die schon mal gegen Noten klagen, oder den Sportunterricht, oder der Religionsstunde, oder...oder....

Völlig absurde Haltung.

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steppenwolf81 29.01.2019, 08:47
8. Schrabb schrabb schrabb

Es wird fleißig helikoptert.
Eine Meinung hat jeder, nur ob die als Maßstab für die eigene taugt? Ein Arzt bekommt gute Kritiken, behandelt mich aber abschätzig wie den allerletzten, ungewollten Kostenfaktor. Ein Produkt im Onlineshop, 5 Sterne, gefällt offenbar nur mir nicht, allen anderen wohl doch. Was hat es gebracht? Was bringt dem Kind die Wunschschule der Eltern wenn der eine Idiot aus der Klasse ihm den Alltag zur Hölle macht?

Es gibt kein unbeschränktes Vorrecht für Eltern, Kinder von Unbilden des Lebens auszunehmen. Diese Erfahrungen lassen uns wachsen. Genau den Prozess mitzugestalten wäre Aufgabe der Eltern.
Der ewige Helikopter, in allen Lebenslagen, entmündigt nicht zuletzt die, um welche die Diskussion eigentlich gehen muss.

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thomaswho 29.01.2019, 08:47
9. Gleich kommen wieder die SUV-Mütter und Helikoptereltern Beiträge....

da will ich dann vorher noch was sivolles sagen:
Zu meiner Zeit gingen die Eltern zur Schulleitung, meldeten ihr Kind an und wenn es halbwegs passte, war alles gut.
Das ist heute nicht mehr so, deswegen kommt es zu solchen Auswüchsen,
Wir haben 3 weiterführende Schulen im Ort und seit Jahren weit weniger Plätze als Kinder.
Das führte dazu, daß das ein Kind aus der Grundschulklasse meiner Tochter an keiner der örtlichen Schulen einen Platz bekam und in den Nachbarort sollte, ohne passende Busverbindung und ohne seine Freunde.
War übrigends das einige Kind in der Klasse, das alle drei hiesigen Schulen fussläufig hätte erreichen können.
Nach massivem Elterndruck gab es dann eine zusätzliche Klasse und alle bekamen ihren Patz.

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