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Tricksereien bei der Schulwahl: "Eltern sind kampfbereit und klagewillig"
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Es ist wieder so weit: In mehreren Bundesländern läuft die Anmeldung für weiterführende Schulen. Damit ihr Kind auf die Wunschschule darf, greifen manche Eltern zu unschönen Mitteln. So wie Gesa Schulte.

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dosmundos 29.01.2019, 09:55
30.

Zitat von proratio
Und aufgrund welcher Expertise glauben Sie, beurteilen zu können, dass die Schule - bei der es sich offenbar um eine Grundschule handelt - in Ihrem Einzugsbereich schlecht ist? Weil andere Eltern, die das ebenso wenig beurteilen können, das behaupten? Ich finde es ganz schlimm, wie in Elternkreisen die Arbeit von Schulen schlecht geredet wird, Gerüchte gestreut und Lehrkräfte herabgewürdigt werden. Oft steckt nichts dahinter als Neid, Vorurteile und das Geschwätz von Eltern, deren kleiner Liebling nicht die erhoffte Aufmerksamkeit und Protektion genossen hat.
Wenn die Schule vor Ort noch nicht einmal einen Informatik-Lehrer hat, um das Lochkarten-Gerät in der Besenkammer zu bedienen, diejenige im Nachbarort dafür einen modern eingerichteten Computerraum und Abiturienten in diesem Fach, dann brauche ich keine Expertise in irgendetwas.

Aber ich gebe Ihnen insofen recht (wurde ja auch im Artikel klar herausgestellt), dass eine Elternmeinung basierend auf Haben-wir-gehört und Die-Müllers-schicken-ihre-Tochter-auch-dorthin nicht garantiert, dass sich das Kind auf der ausgesuchten Schule auch tatsächlich wohlfühlt. Oder dann eben doch den einzigen Lehrer an dieser Superschule bekommt, der es nicht drauf hat...

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vicbrother 29.01.2019, 10:01
31. Qualitätsdebatte

Das ganze zeigt nur, dass die Schulen eine sehr unterschiedliche Qualität in Zusammensetzung der Schüler, Traditionsvereinen, Aktivitäten und Angebote, Ausstattung uvm haben. Es ist natürlich nicht schön, dass Eltern tricksen müssen, aber wenn eine Schule sich nicht hauptsächlich mit den sozialen Problemen der Schüler kämpfen, sondern sich mehr um Kontakte zu Unternehmen und Hochschulen kümmern die den Schülern zu gute kommen, dann ist das schon eine wesentlicher Qualitätsunterschied. Hier versagt der Staat, nicht die Eltern!

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ericus 29.01.2019, 10:02
32. Blut ist dicker als Wasser

Ich finde es absolut in Ordnung wenn Eltern alle ihnen möglichen und rechtmäßigen Mittel nutzen um dem Kind die möglichst beste Ausbildung zu ermöglichen. Dazu gehören auch finanzielle Mittel, z.B. für einen RA. Jeder, der diese Chancen und Mittel hat, würde es doch tun. Am Ende der Schullaufbahn wird es niemand meinem Kind danken, wenn es zugunsten anderer Kinder oder zugunsten einer gesamtgesellschaftlichen Intergration eine schwache Schule besucht und Risiko fährt in seiner schulischen Entwicklung zurückzufallen. Das muss nicht sein, das Risiko ist bei einschlägig bekannten Schulen aber einfach höher. Und etwaige schulische Versäumnisse später nachzuholen ist quasi ausgeschlossen. Aber schön, wenn ich dann moralisch mit mir im Reinen bin...

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ccpollux 29.01.2019, 10:04
33.

Zitat von proratio
Und aufgrund welcher Expertise glauben Sie, beurteilen zu können, dass die Schule - bei der es sich offenbar um eine Grundschule handelt - in Ihrem Einzugsbereich schlecht ist? Weil andere Eltern, die das ebenso wenig beurteilen können, das behaupten? Ich finde es ganz schlimm, wie in Elternkreisen die Arbeit von Schulen schlecht geredet wird, Gerüchte gestreut und Lehrkräfte herabgewürdigt werden. Oft steckt nichts dahinter als Neid, Vorurteile und das Geschwätz von Eltern, deren kleiner Liebling nicht die erhoffte Aufmerksamkeit und Protektion genossen hat.
Aufgrund gar keiner Expertise. Ich bin schließlich kein Lehrer. Meine beiden Nachbarn hingegen schon. Und die arbeiten bei da. Und wenn die mir sagen, wir sollten uns eventuell ein paar andere Schulen ansehen, weil sie mehr Kontakt mit der Polizei als mit ihren Vorgesetzten haben gibt mir das zu denken. Eben weil ich es nicht einschätzen kann.

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cpt.z 29.01.2019, 10:15
34. Ich weiß noch...

wie ich unbedingt auf ein bestimmtes Gymnasium wollte. Ich habe mich als Kind für Tiere interessiert und diese Schule war das führende Gymnasium für Naturwissenschaften im ganzen Bundesland. Ich hatte gute Noten und wurde auch genommen. Aber spätestens als es um Stoffwechselkreisläufe oder auch den Unterschied zwischen Kreuz- und Korbblütern ging, fand ich Biologie plötzlich nicht mehr so cool. Ich war am Ende zwar ganz okay in Naturwissenschaften, aber in Geschichte und Sprachen war ich viel besser. Dementsprechend habe ich Sozialwissenschaften studiert, habe dann jahrelang als Financial Controller im In- und Ausland gearbeitet und als ich genug von excel sheets hatte, hab ich im Weinbau angefangen. Was ich sagen will - es ist so egal, wo man zur Schule geht. Die Präferenzen ändern sich noch dutzende Male und am Ende muss man das machen, worauf man Lust hat. Ich werde mir mit unseren Kindern dabei keinen Stress machen.

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viwaldi 29.01.2019, 10:21
35. Manche Lehrer greifen zu unschönen Mittelen, manche Eltern auch

Wer selber erlebt hat, wie ideologisierte Lehrer Schüler manipulieren und drangsalieren, damit diese auf die Schule gehen, die die Lehrer aus persönlichen politischen Gründen für richtig erachten ( hier: IGS politisch gut, klassisches Gymnasium- Teufelsschule), sieht viele Aktionen von Eltern mit anderen Augen. Trotzdem zugegeben: auf allen Seiten schießen Menschen manchmal weit über das Ziel hinaus.

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gumbofroehn 29.01.2019, 10:22
36.

Zitat von chueau
Macht es doch wie bei uns in der Schweiz. Ins Gymnasium können nur diejenigen, die einen bestimmten Notendurchschnitt vorweisen können. Alle anderen sind chancenlos. In einigen Kantonen ist es sogar so, dass eine sehr schwierige Aufnahmeprüfung bestanden werden muss. Im Grunde ist es gleich, was die Eltern wollen, die Leistung muss stimmen. Das Niveau ist übrigens sehr hoch, sicher höher, als in Europa. Darum ist die Maturitätsquote niedriger als überall!
Dass das Niveau an Schweizer Gymnasien hoch ist, ist unbestritten. Allerdings trägt die restriktive Zertifikatsvergabe dazu nicht unerheblich dazu bei, dass im großen Stile Fachkräfte mit Hochschulabschluss aus dem Ausland importiert werden müssen (die selber in der Schweiz oftmals wohl nie maturiert worden wären) und dass Schweizer im Verhältnis oft einfacheren Tätigkeiten nachgehen. Ich finde es für meinen Teil schon bemerkenswert, dass man darauf in der Schweiz auch noch stolz ist.

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ma_fer 29.01.2019, 10:22
37.

Bei aller berechtigten Kritik über Piloten, muss man auch die andere, ungerechte Seite sehen.
In Potsdam suchen sich die -öffentlich finanzierten Gymnasien- ihre Schüler nach Gutdünken aus, so dass einige Kinder durch`s Rost fallen. Dies betrifft vor allem Aufsteiger aus sozialen Brennpunkten und führt zu elitärem Denken bei den Lehrern, Eltern und Schülern.
Ein Ergebnis hiervon ist, dass der Namensgeber des Einstein-Gymnasiums bei deren heutigen Aufnahmekriterien keine Chance auf Aufnahme in "seiner" Schule gehabt hätte.

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Blaue Fee 29.01.2019, 10:25
38. In Bayern ist das so.

Zitat von chueau
Macht es doch wie bei uns in der Schweiz. Ins Gymnasium können nur diejenigen, die einen bestimmten Notendurchschnitt vorweisen können. Alle anderen sind chancenlos. In einigen Kantonen ist es sogar so, dass eine sehr schwierige Aufnahmeprüfung bestanden werden muss. Im Grunde ist es gleich, was die Eltern wollen, die Leistung muss stimmen.
Nur mit einem Durchschnitt von 2,3 kommt man in Bayern aufs Gymnasium, unter besonderen Voraussetzungen auch mal mit einem etwas schlechterem, aber da gibt es dann eine „Testphase“.

Hier geht es eigentlich um die Grundschule und, was niemand, weder im Artikel noch in den Beiträgen sagt, die heterogene bzw. homogene Zusammensetzung der Schüler.
Ich würde mein Kind auch nicht auf eine Schule schicken wollen, in der es Außenseiter ist (das haben wir mal einen Monat durchexerziert), bzw. die Klassenstärke zu hoch ist.

Wir leben selbst im außereuropäischen Ausland und schicken das Kind auf eine bikulturelle Privatschule mit STEM-Schwerpunkt, die zudem ab dem Kindergarten trilingual ist. Hier sitzen 16 Schüler in einer Klasse, die aus verschiedenen Kontinenten stammen, aber sozioökonomisch homogen sind. Fast alle Eltern sind berufstätig und bildungsaffin, einige Kinder hochbegabt (20% in unserer Klasse). Der Kernunterricht geht von 7:30 bis 15 Uhr, das sind 2,5 Stunden länger als in staatlichen Primarschulen und das merkt man auch im direkten Vergleich.

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Pango 29.01.2019, 10:33
39. Abgehobene Großstadtdiskussion

... trifft es sehr gut. Sprichwörtlich ein Leben "a la carte" (Google Maps lässt grüßen). Die Schulwahl beispielsweise an Freundschaften der Kinder auszurichten ist schlichtweg dämlich. Die Schule is kein verlängerter Spielplatz. Hier beginnt ein neues Kapitel. Neue Ideen sollen auf das Kind einströmen, der Kontakt mit neuen Menschen fördert die Entwicklung - neue Freundschaften entstehen. Vielleicht werden auch bestehende Freundschaften fortgeführt, aber das sollte kein KO-Kriterium sein. Das wäre ein klassisches Helikopter-Fail!

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