Forum: Leben und Lernen
Tricksereien bei der Schulwahl: "Eltern sind kampfbereit und klagewillig"
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Es ist wieder so weit: In mehreren Bundesländern läuft die Anmeldung für weiterführende Schulen. Damit ihr Kind auf die Wunschschule darf, greifen manche Eltern zu unschönen Mitteln. So wie Gesa Schulte.

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cs01 29.01.2019, 10:37
40.

Zitat von ekel-alfred
Das ist die Lehre aus diesem Beitrag. Der Sohn lernt also: Wenn Du nicht bekommst, was Ole und Lukas haben, dann kannst Du klagen, bis der Arzt kommt. Den Kindern wird nicht mehr beigebacht, wie man mit Niederlagen umgeht, sondern welche fiesen Tricks es sonst noch im Leben gibt. Da gibt es auch Eltern, die schon mal gegen Noten klagen, oder den Sportunterricht, oder der Religionsstunde, oder...oder.... Völlig absurde Haltung.
Nee, er lernt,

wenn Dich jemand mit schmutzigen Tricks ausbremsen will, dann greife nicht ebenfalls zu schmutzigen Tricks, sondern suche Hilfe beim Rechtsstaat.
Dem Sohn wurde ein ihm rechtmäßig zustehender Anspruch auf den Platz ja verwehrt, weil andere Eltern betrogen hatten.

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Blaue Fee 29.01.2019, 10:40
41. Absolut!

Zitat von ericus
Ich finde es absolut in Ordnung wenn Eltern alle ihnen möglichen und rechtmäßigen Mittel nutzen um dem Kind die möglichst beste Ausbildung zu ermöglichen. Dazu gehören auch finanzielle Mittel, z.B. für einen RA. Jeder, der diese Chancen und Mittel hat, würde es doch tun. Am Ende der Schullaufbahn wird es niemand meinem Kind danken, wenn es zugunsten anderer Kinder oder zugunsten einer gesamtgesellschaftlichen Intergration eine schwache Schule besucht und Risiko fährt in seiner schulischen Entwicklung zurückzufallen. Das muss nicht sein, das Risiko ist bei einschlägig bekannten Schulen aber einfach höher. Und etwaige schulische Versäumnisse später nachzuholen ist quasi ausgeschlossen. Aber schön, wenn ich dann moralisch mit mir im Reinen bin...
Ich war vorletztes Jahr berufsbedingt einige Monate in einer anderen Stadt und hatte eine Grundschule in Arbeitsnähe ausgewählt. Doppelt so große Klassen wie zuvor, schlechtes Englischniveau (da sprach mein Kind besser als der Lehrer), und schon in der 4. Klasse über ein Jahr Rückstand in Mathe und Naturwissenschaften. Und das obwohl es einen nationalen Lehrplan gibt. Wir sind nach knapp 4 Monaten zurück und mein Kind ist an der alten Schule aufgeblüht und hatte in 2 Monaten den Rückstand wieder aufgeholt.

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Dude38 29.01.2019, 10:40
42. Von Sachsen lernen..

Macht es doch wie in Sachsen. Dort haben Integrationskinder den ersten Zugriff auf bestimmte Plätze. Danach gibt es die Frage, ob es ein Geschwisterkind auf der Schule gibt, damit die Eltern nur einen Schulweg haben. Alle anderen Plätze werden verlost. Dagegen lässt sich nicht klagen und fertig ist das Ganze.

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der-junge-scharwenka 29.01.2019, 10:41
43. Bitte mehr differenzieren!

Zunächst einmal: Es geht hier nicht um die Alternative Gymnasium oder Resteschule, wie wir in Hamburg sagen. Es geht um die Frage, auf welche von mehreren Schulen eines bestimmten Typs ein Kind zu gehen hat, wenn mehrere zur Auswahl stehen. Das ist eine Situation, die wahrscheinlich eher großstadtypisch ist; auf dem flachen Land dürfte man nur selten vor dieser Wahl stehen. Die Entscheidung dafür liegt bei den Schulen bzw. Schulträgern, und man sollte dazu sagen: Bei wem auch sonst? Die Entscheidung ist dann auch nicht per se intransperant oder melasseartig (schönes Wort, wieder was gelernt), wie hier teilweise zu lesen war. Dafür gibt es fest stehende Kriterien, die in den Schulgesetzen der Länder normiert sind. Üblicherweise sind dies Entfernung Schule/Wohnort, Geschwisterkinder, Härtefälle. Wenn Tim auf die Schule A darf, Tom von nebenan aber nicht, muss das nicht zwingend etwas mit Willkür zu tun haben, sondern vielleicht ganz einfach damit, dass Tim bereits ältere Geschwister auf der Schule hat, Tom aber nicht. Das zum einen. Zum anderen kann ich das Anliegen der Eltern, die zu besuchende Schule so weit wie möglich selbst zu bestimmen, im Ansatz durchaus nachvollziehen. Dabei muss es nicht immer um Helikopter-Moms oder um das verruchte Ziel der Elitenbildung gehen (ja, die Fälle gibt es auch; ich kenne einige). Es kann ja auch vernünftige Gründe geben. Ich kenne beispielsweise einen Schulbezirk, in dem einige Schüler ein Waldstück durchqueren müssen, um zu der Schule zu gelangen, die räumlich am nächsten liegt. Mit Verlaub: Wenn es um einen ABC-Schützen oder gar um eine ABC-Schützin geht, dann überlege ich mir als Elternteil mehr als einmal, ob ich das meinem Kind zumuten möchte oder ob ich mich nicht dafür einsetze, dass es eine weiter entfernte, aber sicher zu erreichende Schule besuchen kann. Kann sein, dass das die Sicht eines Großstädters ist, der Bäume nur von der Waldtapete in der Kantine seines Arbeitgebers kennt, während Leute vom Land darüber lachen - aber ich glaube, der Ansatz wird klar: Die Einflussnahme auf die Wahl der Schule muss nicht per se verwerflich sein; es können auch berechtigte Anliegen dahinter stehen. Dafür gibt es mehr als nur einen Grund. Insofern kommt mir der Artikel (und leider auch der eine oder andere Forumsbeitrag) etwas zu plakativ und undifferenziert daher. Schade.

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Bellagio 29.01.2019, 10:50
44. Die richtige Schulwahl erspart den Bodyguard auf dem Weg dahin

Darüber sollte man sich schon vor der Geburt beschäftigen. Wenn wegen dem Nachwuchs sowieso ein Umzug in Betracht kommt, gleich in die richtige Gegend ziehen. Aber Schein- Anmeldungen wo man nicht wohnt und dafür extra lange Schulwege? Nein, das halte ich für kontraproduktiv...vorallem: Wie lange bleibt sowas verborgen? Der Kampf wird auch auf diesem Feld irgendwann aggressiver ausgetragen und dann kommen irgendwann die Zwangsversetzungen von Schülern "Dahin, wo sie hingehören"...So einen Spaß kann ich in meinem Leben nicht gebrauchen

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j2011 29.01.2019, 10:50
45. Ist Schule denn die einzige Voraussetzung

für ein gelungenes Berufsleben? Ich bin in der Adenauerzeit in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen. Damals war es viel wichtiger für die piefige Regierung genügend Arbeiter für den Wirtschaftsaufschwung zu haben und wie selbstverständlich gingen die Arbeiterkinder mit 14 Jahren in eine Handwerker- oder Industrielehre oder direkt ans Fertigungsband. So ging es auch mir. Meine Eltern hingen allerdings noch eine 3 jährige Handelsschule für mich dran, damit ich "op et Büro" als Tippse gehen konnten, der absolute Traum einer Arbeiterfrau. Für mich war das nichts. Ganz aus eigener Kraft habe ich schon als Kind viel gelesen und nicht nur bunte Kinderbücher, sondern auch Fachliteratur soweit ich drankommen konnte, das Abitur nachgeholt und studiert. Und nebenbei alleine zwei Kinder erzogen und mich im Beruf etabliert. Wenn ich heute so die angeblichen kleinen Genies sehe, die den Popo aufs Klo getragen bekommen, frage ich mich, was wir eines Tages für Egomanen als Politiker und Unternehmensleiter haben werden. Gottseidank muß ich das wahrscheinlich nicht mehr mit ansehen müssen.

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ned divine 29.01.2019, 10:52
46. natürlich kämpfen gute Eltern für das Wohl ihres Kindes!!!

Hallo, ist doch wohl klar, gute Eltern wollen alles was in ihrer Macht steht, tun für das Wohl ihres Kindes. Ich kann die Mutter nicht nur ein bißchen sondern voll und ganz verstehen, das Kind fühlt sich zurecht isoliert und um seine Weiterentwicklungschancen betrogen.
Ich würde auch kämpfen und klagen bis zum Schluss!! Das ist doch das Recht jeder Mutter / jedes Vaters/ aller Eltern, heute klagen die Leute wegen jedem kleinen Unsinn und hier wird bezweifelt ob des richtig ist.....

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florafauna 29.01.2019, 10:53
47. Schulen

Das sind alles Luxusprobleme von Helikoptereltern. Bei uns gab es in der Kreisstadt ein Gymnasium, alle Dörfer rundherum gehörten zum Einzugsgebiet. Ich hatte (Wohnort Stadtmitte) das Glück einen Fußweg von 7 min zu haben, eine Freundin fuhr morgens und nach der Schule 90 min mit dem Bus, auch sie hat überlebt, Schulfreundschaften und Freunde vor Ort gefunden. Als das Kurssystem in der Oberstufe kam und zwischendurch häufig 2-4 Stunden frei waren, waren wir bei mir zu Hause und haben Mittag gegessen. Alles ist regelbar...

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ra-live 29.01.2019, 10:53
48. Aber das Problem ist doch,

dass wir unser ganzes leben lang mit Menschen klarkommen müssen, die uns nicht liegen. Für mich war das ein zentrales Lernziel des Schulalltags, wichtiger als das Fachliche. Denn das entspricht auch meiner Berufserfahrung. Das habe ich meinen Kindern auch so vermittelt. Und das haben die auch akzeptiert.

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dkblue35 29.01.2019, 10:55
49. Alternativvorschlag

Ich bin da ja total altmodisch und voll aus der Zeit ofensichtlich. Zu meiner Zeit (in der DDR) hab ich erst mit 16 nach der 10. Klasse die Schule gewechselt. Ich würde das hier auch gern so sehen, dass die Kinder länger im Klassenverband bleiben und dann erst später auf die erweiterte Schule wechseln. Mit 15 oder 16 ist man dann ja auch in der Lage mal 1 Stunde quer durch die Stadt zu fahren und neue Freundschaften zu schließen. Aber was weiß ich denn schon.

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