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Trotz zentralem Aufgabenpool: Warum Abi-Prüfungen in jedem Bundesland anders sind
Ole Spata /DPA

Bundesländer sollen Abitur-Aufgaben aus einem zentralen Pool übernehmen, um die Prüfung gerechter zu machen. Doch jedes Land passt die Aufgaben an die eigene Schülerschaft an - und so gibt es doch wieder Unterschiede.

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vitalik 08.06.2019, 20:12
20.

Zitat von static_noise
Auch auf die Gefahr wie ein Besserwisser zu klingen: Die Abinote ist längst kein "Schlüssel zum Erfolg" mehr. Das war Mal so, in einer Zeit strenger Ausbildungspläne und allgemein gültiger Festlegung von "Berufen". In der modernen Dienstleistungsgesellschaft, durch Bologna ausgehöhlter universitärer Bildung, Deregulierung von Wirtschaft und modernen Themenfeldern und Technologien von deren "Berufen" und Möglichkeiten die verknöcherten Bildungsstrukturen noch nicht Mal was gehört haben ist die Note meist fast gleichgültig. Ich hab mein Abi nur mit Ach und Krach geschafft, bin über 50 und habe mich in in den 2000ern entschieden auf IT umzusatteln. Heute bin ich einer dieser "bösen Berater" in der IT großer Firmen und landläufig vermutlich 'erfolgreich'. Mein Abi spielte das letzte Mal eine Rolle als ich ein Formular beim Amt ausfüllen müsste (höchster Schulabschluss). Wie so vieles in unserem Land, statt sinnvoll zu modernisieren verwaltet man "Altbestand"(war immer schon so) zu Tode und versucht es mit Drehen an Stellschräubchen zu retten. Oder überlässt es "der Wirtschaft" und wundert sich, dass das Ergebnis nicht nach Qualität sondern nach Gewinn designed ist. Politik ist visionsloser Verwalter der Altmasse, das geriatrische Klammern am "Früheren" in einer Zeit wo gesellschaftlicher und technischer Generationenwechsel in 5-10Jahresrythmen passiert. Liefert Visionen oder "strebt".
Ich verstehe nicht auf was Sie hinaus wollen. Natürlich ist ein Abi nur eine Zugangsvoraussetzung für die direkt nachfolgende Stufe. Warum sollte es denn anders sein? Wollen Sie jetzt mit Ihren 50 Jahren bei einer Bewerbung Ihr Abi-Zeugnis vorlegen? Ich denke nicht. Auf der anderen Seite muss eine Uni oder ein Arbeitgeber (bei einer Ausbildung) eine Chance haben die Leistung einschätzen zu können. Hierfür ist das Abi-Zeugnis (mehr oder weniger) gut geeignet. Die Schüler (frisch aus dem Schule) können wohl schlecht ein Arbeitszeugnis vorlegen.
Ihre Erfahrung teilen wohl die meisten Menschen. Sobald man in den ersten Job reingekommen ist, spielt die Schulzeit (bezogen auf die Zeugnisse) kaum eine Rolle.

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Nonvaio01 08.06.2019, 20:13
21. ein sehr gutes beispiel

Zitat von person012
Und wie wäre die Lösung? Absenken auf das Niveau von Bremen/NRW? da würden sich zu recht die Bundesländer mit höherem Nivaau sperren. Anheben auf das Niveau von Bayern/Baden Württemberg? Da würden sich wahrscheinlich dann andere Bundesländer sperren, inklusive der Kinder und Eltern der Kinder, die dann im Notendurchschnitt deutlich sinken würden.
aufwerten natuerlich. Dann kann jeder sehen wie die jeweilige landesregierung die bildung vernachlaessigt. Momentan wird der standard immer weiter gedrueckt, das resultat sind fehlende efachkraefte. Es entsteht konkurenz der Laender denn keiner will am ende stehen. Mehr leherer werden eingestellt damit weniger stunden ausfallen...etc.

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Schartin Mulz 08.06.2019, 21:13
22. Das ist grotesk

Zitat von Nonvaio01
wenn alle den gleichen test bekommen, hat jeder im Land die gleiche moeglichkeit. Es wuerde auch dafuer sorgen das endlich eine gesamt deutsche schul politik angeschoben werden kann. Uns fehlen fachkraefte.....man sollte sich mal fragen warum.....wieviele sind im niedrig lohn sektor? warum sind soviele im niedrieglohn sektor? Bildung......wenn es immer mehr weniger gebildetet Menschen gibt, muss ja es ja wohl am bildungssytem liegen.
Die Vorstellung, man könnne den angeblichen Fachkräftemangel durch eine bundesweite Schulpolitik beheben, ist an Unlogik kaum zu überbieten.
Werden die Schüler schlauer, wenn die Bildungspolitik von Berlin aus gesteuert wird? Das ist doch grotesk.
Wenn es nach den Stammtischen geht, haben wir doch viel zu viele Abiturienten. Wenn wir weniger haben, bekommen wir mehr Fachkräfte?

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rudgar59 09.06.2019, 08:59
23. ABI-Prüfungen

Der Wert der ABI-Prüfung wird viel zu hoch angesetzt. Es wird ja nur geprüft, ob an dem jeweiligen Tag der Prüfling 1. in der richtigen Form war, 2. passend zu den Aufgaben gelernt hat, 3. der Benotende mit der Antwort so weit zufrieden ist.
Ehrlicher wäre es, zu mind. 80% nur die Vornoten zu nehmen.
Aus meiner Sicht könnte man eine Menge Geld und Nerven sparen, wenn man die schriftlichen Prüfungen einfach abschafft. Die tragen nicht dazu bei, den Leistungsstand wirklich zu messen.

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francot2 09.06.2019, 09:12
24. "Trotz zentralem Aufgabenpool"?

Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod, nicht wahr?

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anders_denker 09.06.2019, 09:46
25. Alle Menschen sind gleich

also kann es auch keine bevorzugte Bewertung, leichtere Aufgaben etc. geben. Was soll der Unsinn. Ja manche lernen leichter, manche mit mehr Mühe. Dafür können letztere evtl. besser Fußball spielen oder sind musikalisch. Nicht jeder Stürmer oder Geiger braucht Abitur, nicht jeder Wissenschaftler muss bundesligatauglich kicken. Die Begabung ist eben verschieden - beim Abitur hilft lernen wenn man es will, die Begabung ist einfach da oder nicht.

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apfelmännchen 09.06.2019, 10:28
26.

Zitat von Schartin Mulz
Die Vorstellung, man könnne den angeblichen Fachkräftemangel durch eine bundesweite Schulpolitik beheben, ist an Unlogik kaum zu überbieten. Werden die Schüler schlauer, wenn die Bildungspolitik von Berlin aus gesteuert wird? Das ist doch grotesk. Wenn es nach den Stammtischen geht, haben wir doch viel zu viele Abiturienten. Wenn wir weniger haben, bekommen wir mehr Fachkräfte?
Die Zerstückelung der Schulbildung ist ein Desaster - erstens gilt natürlich die gleiche Mathematik, Physik usw. in Bayern wie in Sachsen oder Hamburg und Zweitens wird durch unterschiedliche Lehrpläne ein Umzug der Eltern mit Schülern in ein anderes Bundesland unnötig erschwert.

Ergänzt wird das Ganze durch viel zu leichte Prüfungen, um die jeweilige Schule nicht zu schlecht dastehen zu lassen.

Fragen sie mal in den Betrieben nach, wo sich Schüler mit relativ guten Noten um einen Ausbildungsplatz bewerben, wie es um die Allgemeinbildung dieser Schüler tatsächlich bestellt ist.

Eine Ausnahme gilt übrigens: die Fächer Geographie und Geschichte könnten tatsächlich unterschiedlich sein und auf die Region spezialisiert sein - und genau da wird die Chance vertan.

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kunibertus 09.06.2019, 11:00
27. Der Wert eines Abiturs

zeigt sich spätestens bei der Aufnahme eines Studiums in den MINT-Fächern. Es gibt eben immer noch Abbrecherquoten bis zu 50%, weil einfach die in der Schule vermittelten Grundlagenkenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern dafür nicht ausreichen. Damit kann man höchstens in irgendwelchen Laberfächern reüssieren und hinterher als Taxifahrer arbeiten. Dazu kommt auch noch, dass Eltern, wenn ihre Sprösslinge in der Schule nicht ihren Vorstellungen entsprechend benotet werden, gleich mit dem Gericht drohen. Mir ist kein Fall bekannt, dass so etwas an einer Hochschule passiert. Gut, die Studiosi sind volljährig und können für sich selbst sprechen. Aber auch das ist meines Wissens nach nicht passiert. Mir hat mal ein Kanzler einer TFH erläutert, dass er erst mal jeden Bewerber immatrikulieren muss um den Studiengang voll zu gekommen, damit ihn das Land nicht streicht. Jeder erfahrene Prof erkennt bei den Neuimmatrikulierten nach spätestens sechs Wochen, wer das Studium auch erfolgreich beenden wird. Um die kümmert er sich dann auch. Der Rest beklagt sich dann zwar über mangelnde Betreuung, aber auch ein Prof ist nur ein Mensch und muss Prioritäten setzen.

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nickleby 09.06.2019, 14:07
28. Niveau des Landes mit höchsten Ansprüchen muss Maßstab sein

Da wir wollen, dass unsere Schüler für Universität und Arbeitswelt vorbreitet sind, ist es nur logisch, dass man die Messlatte hoch anlegt. Man muss selektieren, damit nur die an die Universitäten gelangen und nur die die qualitativ hearusragenden Ausbildungsplätze erhalten, die den Ansprüchen genügen. Das geschieht durch hohe Leistungsanforderungen,ist zudem demokratisch, weil jeder die Möglichkeit hat, das Abitur erfolgreich abzulegen.

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birdie 09.06.2019, 16:37
29. Unser gegenwärtiges Schulsystem ist nicht nur unlogisch ...

sondern es verhindert mit Vorsatz, dass alle Schüler in unserem Land absolut gleiche Bedingungen bezüglich Lehrplänen, Schulbüchern, Prüfungsaufgaben und einem Qualitätsstandard bei Lehrern/innen vorfinden. Dass das so ist, liegt einseitig bei den Siegermächten nach dem 2. Weltkrieg, die den bei uns seitdem praktizierten Irrsinn mit dem Ziel dekretierten, um dadurch die Entwicklung einer neuen Intelligenzschicht in Deutschland einzubremsen. Weswegen es iVergleichbares in keinem anderen Land der Welt gibt. Höchste Zeit also, über dieses Thema mit Nachdenken zu beginnen.

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