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Trotz zentralem Aufgabenpool: Warum Abi-Prüfungen in jedem Bundesland anders sind
Ole Spata /DPA

Bundesländer sollen Abitur-Aufgaben aus einem zentralen Pool übernehmen, um die Prüfung gerechter zu machen. Doch jedes Land passt die Aufgaben an die eigene Schülerschaft an - und so gibt es doch wieder Unterschiede.

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Schartin Mulz 09.06.2019, 18:33
30. Dann

Zitat von birdie
sondern es verhindert mit Vorsatz, dass alle Schüler in unserem Land absolut gleiche Bedingungen bezüglich Lehrplänen, Schulbüchern, Prüfungsaufgaben und einem Qualitätsstandard bei Lehrern/innen vorfinden. Dass das so ist, liegt einseitig bei den Siegermächten nach dem 2. Weltkrieg, die den bei uns seitdem praktizierten Irrsinn mit dem Ziel dekretierten, um dadurch die Entwicklung einer neuen Intelligenzschicht in Deutschland einzubremsen. Weswegen es iVergleichbares in keinem anderen Land der Welt gibt. Höchste Zeit also, über dieses Thema mit Nachdenken zu beginnen.
beginnen Sie mal mit dem Nachdenken.
Und denken darüber nach, wie denn bitte die Bildung dadurch verbessert wird, dass alle exakt dasselbe lernen.
Und immerhin sind die "durch die Siegermächte doof gehaltenen" Deutschen irgendwie ganz erfolgreich. Seltsam, oder?
Wie kommt es eigentlich, dass Finnland bei PISA so gut abschneidet? Die haben ein eigenes Bildungssystem, obwohl sie weniger Einwohner haben als so manches Bundesland von uns.

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kunibertus 09.06.2019, 19:26
31. Als der damalige MP von Brandenburg,

Zitat von Schartin Mulz
beginnen Sie mal mit dem Nachdenken. Und denken darüber nach, wie denn bitte die Bildung dadurch verbessert wird, dass alle exakt dasselbe lernen. Und immerhin sind die "durch die Siegermächte doof gehaltenen" Deutschen irgendwie ganz erfolgreich. Seltsam, oder? Wie kommt es eigentlich, dass Finnland bei PISA so gut abschneidet? Die haben ein eigenes Bildungssystem, obwohl sie weniger Einwohner haben als so manches Bundesland von uns.
M. Platzek, mal in Finnland gewesen ist und das dortige Bildungssystem als nachahmenswert empfunden hat, ist ihm erklärt worden, dass es in den 80-er Jahren von der DDR übernommen worden ist. Danach hat es dazu keine weiteren Diskussionen mehr gegeben.

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fischblase 09.06.2019, 21:13
32.

Zitat von Schartin Mulz
Und denken darüber nach, wie denn bitte die Bildung dadurch verbessert wird, dass alle exakt dasselbe lernen.
Und das seit Jahrzehnten. Allen Schülern wird das Gleiche auf dieselbe Art und Weise eingetrichert, und sie dürfen es dann reproduzieren. Bildung sollte mehr sein als das in meinen Augen. Ich empfehle jedem den Film Alphabet von Erwin Wagenhofer. Da wird dann eben auch das andere Extrem, ein Kind nie in die Schule zu schicken, vor Augen geführt. Ich würde nicht sagen, dass Schule überflüssig ist, aber mit einer höheren Individualisierung und Fokussierung auf die unterschiedlichen Interessen und Begabungen der Kinder könnte weit mehr heraus geholt werden. Manch einer bekommt mit sechs seine erste Gitarre, und trotzdem wird aus ihm kein Eric Clapton, der diese ebenfalls in diesem Alter erhalten hat, und es wird aus einem Kind auch kein CR7, nur weil es genauso viel trainiert. Man könnte einem Kind in der gleichen Intensität Mathe eintrichtern, und es würde dennoch kein Peter Scholze daraus. Nicht, weil die Kinder zu dumm oder zu faul wären, sondern weil die Begabungen einfach woanders liegen.
Kinder zu ermutigen, sich auf die Suche nach dem zu machen, was sie begeistert, und ihr Interesse weckt, worin sie gut sind, das wäre mE der viel bessere Bildungsweg, anstatt dass man unbedingt Differential- und Integralrechnung beherrschen muss, obwohl man ein begnadeter Musiker ist..

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Wolfilein 09.06.2019, 22:55
33. nur weiter so

mit dem föderalen Gemurkse, es kann ja nur noch abwärts gehen..
Da gehören einheitliche Lehrpläne und Prüfungen her.

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christof.schroeter 09.06.2019, 22:57
34. "Die Originalfassung ist meistens nicht die am besten formulierte."

Zitat: Schleswig-Holstein ersetzte zudem eine Teilaufgabe und formulierte weitere um. "Dadurch wurden sie deutlich besser lesbar und verständlicher", sagt Mathematiker Mandavid.

Aha. In Hamburg und RP besteht aber das Lernziel eher darin, mit unlesbaren Aufgaben zurechtzukommen? Oder warum ist es nicht möglich, wenigstens die Qualität der Aufgabenstellung vorher einheitlich zu prüfen und zu sichern? Und warum schafft das ausgerechnet ein "Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen" nicht?

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T. Wittlinger 10.06.2019, 12:30
35. Qualitätsmanagement?

Es ist schon erstaunlich das die "Qualitätsentwicklung im Bildungswesen", in der Rechtform eines "eingetragenen Vereins" organisiert wird - vgl. Impressum: [...] Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen – Wissenschaftliche Einrichtung der Länder an der Humboldt-Universität zu Berlin e.V.
Noch merkwürdiger ist, in Anbetracht der unsäglichen Fehlerrate des Institutes, dass offensichtliche das hausinterne, eigene(!) Qualitätsmanagement als mangelhaft/ungenügend einzustufen ist - oder etwa nicht?
Gibt es in diesem Zusammenhang einen wichtigen Grund, warum der Verein (a) nicht nach dem international gültigen Standard https://de.wikipedia.org/wiki/Qualitätsmanagementnorm
...der Normenreihe EN ISO 9000 ff zertifiziert ist sowie (b) warum überwiegend "Bildungssoziologen*innen" und keine Fach-Didaktiker beschäftigt sind?
P.S. Ein Schelm, der im Thema zuerst an die übliche Vereinsmeierei in Deutschland denken muss…;-)

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grotefend 10.06.2019, 13:04
36. Naja

Zitat von kunibertus
M. Platzek, mal in Finnland gewesen ist und das dortige Bildungssystem als nachahmenswert empfunden hat, ist ihm erklärt worden, dass es in den 80-er Jahren von der DDR übernommen worden ist. Danach hat es dazu keine weiteren Diskussionen mehr gegeben.
Pisa prüft auch ausschließlich Fachkompetenz und das nur in bestimmten Fächern wie Deutsch, Mathe und den Fremdsprachen. Andere Kompetenzbereiche sowie Fächer bleiben vollends unberücksichtigt. Von daher lässt sich streiten, wie gut Pisa dient, um die Qualität eines Schulsystems zu messen.

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T. Wittlinger 10.06.2019, 14:44
37. Hallo "grotefend",

Zitat von grotefend
Pisa prüft auch ausschließlich Fachkompetenz und das nur in bestimmten Fächern wie Deutsch, Mathe und den Fremdsprachen. Andere Kompetenzbereiche sowie Fächer bleiben vollends unberücksichtigt. Von daher lässt sich streiten, wie gut Pisa dient, um die Qualität eines Schulsystems zu messen.
eigentlich gehörte es zu meinem Grundverständnis vom "Wagnis der Öffentlichkeit" - im öffentlichen Debattenraum, das ich keine anonyme Kommentare beantworte. Gleichwohl ist mir das Thema zu wichtig, somit folgende Hinweise:
Das eigentliche Problem der "Studien" "Pisa, Vera, Leistungsvergleiche der KMK. etc.), zur vergleichenden Überprüfung des Bildungsniveaus sind nicht die Limitierung auf bestimmte Fächer, sondern die mangelhafte(!) Anwendung der zugrundeliegenden Stochastik. Hierzu gibt es zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen und Medienberichte vgl. u.a.:
(1) Unstatistik des Monats: Positive PISA-Studie – mehr Glück als Verstand? (Gigerenzer 2013)
(2) Süddeutsche Zeitung: Was bedeutet nochmal "signifikant"? (2016)
Der eigentliche Skandal des diesjährigen Mathematik-Abiturs liegt, aus hiesiger Sicht im Teilbereich Stochastik und nennt sich "Hypothesentest / p-Werte"!
Es ist mir absolut unverständlich, dass diese Methode noch immer als stochastischer "Goldstandard" gelehrt wird, obwohl seit zwei Jahrzehnten(!) die massiven Probleme bekannt sind! vgl. u.a.:
(3) The ASA's Statement on p-Values: Context, Process, and Purpose (Ronald L. Wasserstein 2016)
(4) Aktuell erneut: Scientists rise up against statistical significance (nature; 20 March 2019)
...für die deutschen Bildungspolitiker/Bildungssoziologen/Bildungsjournalisten/Lehrenden etc. gibt es auf Sepktrum.de, den Service einer Übersetzung >...
https://www.spektrum.de/kolumne/schickt-die-statistische-signifikanz-in-den-ruhestand/1642810?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_conte nt=news&utm_campaign=ZON_KOOP

Es bleibt spannend, wann in dem Furor um die "Hochschulreife", bei allen beteiligten Bildungsadmins, das Prinzip "Bildung durch Wissenschaft", wieder allg. Geltung erhält...;-)
Schmunzelt grüßend, Thomas Wittlinger

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JumpingJack_2 10.06.2019, 17:12
38. Ein Gerechtigkeitsthema und eine sehr deutsche Diskussion

Unterschiedliche Bewertung für gleiche Aufgaben? Nennt man so etwas nicht "Schummeln"? Und was ist in den Fächern, die bundesweit dem Numerus Clausus unterliegen? Ist es etwa gerecht, dass die Bewerbern mit manipulierten Noten denjenigen gleich gestellt werden, deren Noten nicht nachträglich verändert wurden? Dass so eine Vorgehensweise ernsthaft diskutiert wird, ist sehr sehr deutsch . Und auch nur in Deutschland ist vorstellbar, dass Mathematikaufgaben bundesländerspezifische Unterschiede haben müssen. Möglicherweise hat man nicht nicht verstanden, dass wir in einer globalisierten Welt leben, in der Bundesländer, vielleicht sogar einzelne Länder keine Rolle mehr spielen.

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MT98 10.06.2019, 20:52
39. Viele haben wirklich keine Ahnung!

In der Naturwissenschaft gibt es nur eine richtige Lösung. Diese ist in Sachsen so, wie auch im Saarland. Sicher sollten in diesen naturwissenschaftlichen Fächern, auch die gleichen Lehrpläne vorhanden sein. Wir Sachsen rechnen doch nicht anders! Was soll diese dürftige Diskussion?

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