Forum: Leben und Lernen
Überbehütete Kinder: Ich bin ein Helikopter-Papa
Reiner Zensen

Der Lehrerpräsident warnt vor Helikopter-Eltern, die ihre Kinder ständig aus der Luft überwachen. Dabei bleibt Müttern und Vätern kaum etwas anderes übrig, als korrigierend einzugreifen, findet : Denn im Bildungswesen herrscht das Chaos.

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plasmopompas 15.08.2013, 11:23
10.

Zitat von Lebensberater
Die 'Overprotection'-Haltung findet man interessanterweise meistens bei den Müttern.
Früher sagte man Glucke dazu.

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cloudcatcher 15.08.2013, 11:23
11. Helikoptereltern

Ich habe vor kurzem das Abi überdurchschnittlich beendet, trotzdem vor 4 Jahren eine Ehrenrunde gedreht und bin nur froh das ich nicht das Kind von " Helikoptereltern" bin.

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experiencedsailor 15.08.2013, 11:23
12. Das alte Thema: Fördern und Fordern!

Aber, was soll man von Eltern erwarten, die ihre Kinder in die IPhone organisierte Totalüberwachung entlassen. von Lehrern, die nicht in der Lage sind, ein einfaches Schulfest zu organisieren, von einem Staat der seit Jahrzehnten keine einheitlichen Schul- und Prüfungsstandards verabschiedet. Stattdessen wird hier in Hamburg tagelang über Fingerprints oder Chipkarten wegen der Finanzierung der Schulspeisung diskutiert. Es gibt tatsächlich Eltern, die sich seitenlang über 4, 6, 8-Punkt Meßmethoden des 7-jährigen Kinderdaumens echauffieren können. Machen wir es doch wie früher: Jedes Kind hat ein Recht auf 6 h Unterricht pro Tag, Schulmilch am Vormittag, die Eltern schmieren mal wieder ein anständiges Pausenbrot, und die Lehrer setzen sich am Nachmittag mit den Schwächeren zum weiteren Lernen hin. Einfach mal so! Vielleicht kapieren so manche Eltern auch einmal, daß der wahre Porsche im Leben die eigenen Kinder sind, und nicht das 500PS-SUV Ungetüm vor der Tür.

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Olaf 15.08.2013, 11:24
13.

Zitat von sysop
Der Lehrerpräsident warnt vor Helikopter-Eltern, die ihre Kinder ständig aus der Luft überwachen. Dabei bleibt Müttern und Vätern kaum etwas anderes übrig, als korrigierend einzugreifen, findet Christian Füller: Denn im Bildungswesen herrscht das Chaos.
Das entspricht auch meinen Erfahrungen. Das Schulsystem dreht sich nur noch um sich selbst und ein guter Unterricht für die Kinder ist bestenfalls ein Nebenprodukt.

Wenn man so weiter macht, wird man das staatliche Schulsystem als Schule für alle zerstören und statt dessen ein zwei geteiltes System etablieren. Gute und teure Privatschulen für alle die es sich leisten können, ein schlechtes und überfülltes staatliches Schulsystem für alle anderen.

Dann hätten die Schulreformer genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich wollten.

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Pixopax 15.08.2013, 11:25
14. optional

Es gibt gute Lehrer/-innen und es gibt schlechte, vor denen man seine Kinder in Schutz nehmen muss. So einfach ist das.

Beispiel:
Sohn schreibt 3x die beste Klassenarbeit in Physik (3x eine 1).
Mündlich bekommt er aber von Frau X. eine 5, weil er "immer so zappelt und mich nervös macht" (O-Ton beim Elternsprechtag). Nachfragen bei Mitschülern ergaben, dass das offenbar nicht so ist, er ist eher der Typ Nerd, verschlafen, aber sehr intelligent.

Ergebnis: Eine 3 im Zeugnis, jegliche Motivation zu lernen seitdem dahin. In seinem Lieblingsfach. Toll oder?

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anomie 15.08.2013, 11:25
15.

Zitat von kategorien
Bei manchen Eltern werde ich nicht den Eindruck los, dass ihre Beziehung zum iPhone oder das Auto auf ihre gesamte Umwelt zu übertragen versuchen. "Man kann als Vater und eingetragener Kontaktpartner ein "Alles-OK" per SMS nach einem solchen Unwetter erwarten." -- Das ist hoffentlich Ironie. Etwas weniger Institution und Eltern, die institutionelle Hoffnungen an die Lehrer hängen, und wir müssten solch überflüssige Meinungsartikel wie diese nicht lesen. Albern und billig.
Albern und billig finde ich eher ihren gehässigen Post. Wieso lesen Sie das Ganze dann überhaupt?
Und was ist eigentlich Ihr Problem? Dass sich ein Vater nach schwerem Hagel über das Wohlbefinden seines Kindes per SMS informieren lässt?
Dann haben Sie das mit dem Überbehüten nicht verstanden.

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findetnemo 15.08.2013, 11:27
16.

Zitat von specialsymbol
Wenn meine Kinder was lernen wollen muß ich es ihnen beibringen.
Das trifft bei einigen Lehrern leider tatsächlich zu. Unser Großer schrieb eine Fünf in Musik. Meine Frage: "Was war denn falsch? Wie wäre es richtig?" konnte er nicht beantworten. Also haben wir uns das angeschaut und nach 20 Minuten hatte er es begriffen. Wenn ich es als didaktisch überhaupt nicht geschulter Mensch inklusive dem Nachteil der Eltern-Kind-Nebenthemen in 20 Minuten vermitteln kann, warum dann nicht der Lehrer in 4 Schulstunden? Motiviert ist unser Großer (noch) - nachdem er zweimal für eine angekündigte Arbeit gelernt hat und sein Musiklehrer die zweimal vergessen(sic!) hatte, sinkt die Motivation aber in diesem Fach deutlich.

Neuestes Beispiel: Einstieg in Französisch. Hausaufgabe der ersten(!) Stunde sind 70 Vokabeln. Die mögen die Kinder mal in ihr Vokabelheft schreiben. Da sitzt er also - und schreibt stumpf ab, bei den meisten Vokabeln ohne die Worte jemals gehört zu haben. Super-Lerneffekt!

Noch halte ich mich raus und schlage ihm nur vor, seiner Lehrerin mal zu erzählen, dass er zumindest im Englischen die Vokabeln spricht und schreibt und diese Übung so für ihn recht sinnlos ist. Oder seinen Musikus mal auf das Thema "Verlässlichkeit" anzusprechen. Selber dahin? Dann ist man vermultlich ein Helikopter-Elter!

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knob-creek 15.08.2013, 11:29
17. Lehrer

Natürlich gibt es bessere und schlechtere, engagierte und gleichgültigere Lehrer. Aber (fast) alle sind Profis, denen (insbesondere am Gymnasium) das Ziel "klassische Bildung" wichtig ist. Und wenn diese diese Profis von den Kindern (die im übrigen nicht alle über ein Smartphone verfügen) verlangen, die "Wissensmaschinen" abzuschalten, dann deshalb, weil man damit Bildung trefflich simulieren kann, zumindest im Schulkontext. Und kein pubertäres Kind bringt die Reife mit, den schwierigeren Weg, sich selbst Kenntnisse, Zusammenhänge und Überblick selbst zu erarbeiten, wenn ein gleich benotetes Ergebnis auch in 2 min aus Wikipedia ziehen kann. Vielleicht lehnen viele Eltern das System Schule ab, weil sie selbst nie erwachsen wurden? (Stichwort "Infantilisierung der Gesellschaft". In meinen Gespräche mit Lehrern waren sie oft in der Defensive und von meinem Vertrauensvorschuß überrascht. Sollte das nicht der Normalfall sein?

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Diskutierender 15.08.2013, 11:30
18. Noch schlimmer

Zitat von frunabulax
Das genau sind die Schlimmsten, die Eltern die meinen überall mitreden zu müssen und denken Sie müssten den Lehrern Ihren Job erklären. Bei den Eltern heutzutage können einem die Lehrer nur leid tun. Jeder will für sein Kind das Beste und meint daraus jedes Recht ableiten zu können. Das ist überbordender Egoismus und untergräbt die Autorität der Lehrer, die dann wieder von den Verursachern beklagt wird. Für die Kinder ist es sicher auch nicht förderlich, wenn Mutti und Papi sich um jeden Dreck kümmern.
Noch schlimmer sind diejenigen Eltern, und das sind nicht gerade einmal wenige, die sogar wegen Konflikten mit der Schule gleich zum Anwalt rennen.

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shimodax 15.08.2013, 11:31
19. Man kann ...

" .. als Vater und eingetragener Kontaktpartner ein "Alles-OK" per SMS nach einem solchen Unwetter erwarten. "

Man kann als Vater auch den Sohn selbst anrufen und fragen ob alles ok ist. Oder der Sohn kann.

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