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Übertritt aufs Gymnasium: Lehrer wählen besser aus
DPA

Am Ende der Grundschulzeit wird es ungerecht im deutschen Schulsystem: Arbeiterkinder haben weniger Chancen, von Lehrern auf das Gymnasium geschickt zu werden. Doch Forscher warnen: Wenn Eltern selbst die Schule wählen dürfen, verschärfen sie das Problem.

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gregoriusxix 12.12.2013, 15:37
1. aha

und in BaWü, M-V und Saarland gibt es keine Gymnasien? Oder wozu soll die unvollständige Aufzählung dienen?

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Mettek 12.12.2013, 15:50
2. Aus eigener Erfahrung..

Zitat von sysop
Am Ende der Grundschulzeit wird es ungerecht im deutschen Schulsystem: Arbeiterkinder haben weniger Chancen, von Lehrern auf das Gymnasium geschickt zu werden. Doch Forscher warnen: Wenn Eltern selbst die Schule wählen dürfen, verschärfen sie das Problem.
... halte ich die Aussage Lehrer würden Arbeiterkinder weniger Chancen einräumen für unwahr. Der größere Teil der Lehrerschaft macht die Schulempfehlungen einzig von 'MÖGEN' und 'NICHT MÖGEN' abhängig. Ich halte es für vollkommen falsche, dass eine Einzelperson (Lehrer) über die Zukunft von Schülern bestimmen kann. Meine eigene Tochter hat ihre Gymnasialempfehlung nur unter 'größten Bauchschmerzen' von ihrer Grundschullehrerin erhalten. Mit einem Grundschulnotenschnitt von 2.0. Jetzt ist sie Inder 12. Klasse des Gymnasiums und hat durchweg einen Notendurchschnitt zwischen 1,4 und 1,8.
Dies ist kein Einzelfall und auch nicht nur in eine Richtung. In der 4. Klasse die meine Tochter besucht hat sind von 24 Kindern 9 vollkommen falsch 'empfohlen' worden - für oder auch gegen eine gymnasiale Ausbildung.

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Whitejack 12.12.2013, 15:51
3.

Ich habe nie so richtig verstanden, warum man die Kinder so früh aussortieren muss. Im Alter von etwa zehn Jahren sind sie schlichtweg noch nicht alt genug, um sich über ihren späteren Bildungsweg Gedanken machen oder die Konsequenzen ihrer Einstellungen abschätzen zu können. Auch sind die Interessen noch viel zu sehr im Fluss, als dass man hier schon in spätere Akademiker oder Arbeiter trennen könnte.

Warum nicht bis Klasse 10 gemeinsam lernen? Wer dann nicht mehr in die Schule gehen will (oder die Anforderungen nicht mehr schafft), sucht sich halt eine Lehrstelle. Und die Hauptschule, diese Anstalt zur Aussortierung zukünftiger Arbeitsloser, gehört ohnehin abgeschafft.

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alasiaperle 12.12.2013, 15:53
4. xxx

Zitat von
Doch Forscher warnen: Wenn Eltern selbst die Schule wählen dürfen, verschärfen sie das Problem.
Nicht unbedingt...es gibt tatsächlich Eltern die es besser einschätzen können als ein Lehrer. *Oh shock*
Kommt vielleicht nicht oft vor aber ja, das soll auch mal gegeben haben...
Trotzdem finde ich, dass bei der Übertritt rein nur der Notendurchschnitt eine Rolle spielen soll und nicht die Meinungen der Eltern oder Lehrern.

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pedestrianscribbler 12.12.2013, 15:53
5.

Die Selektion durch Lehrer benachteiligt vor allem Schueler die irgendwie "anders" sind. Dazu zaehlt nicht nur die soziale Schicht der Schueler sondern auch ihre Hautfarbe oder ethnische Herkunft. Schauen Sie sich die Studien an. Eine Selektion bei 10-Jahrigen ist zudem viel zu frueh. Wer in dem Alter noch schuechtern ist wird oft als weniger leistungsfaehig eingestuft, auch wen das nicht so ist.

Meine Grundschullehrerin bescheinigte mir mit 10 Jahren keine Eignung fuers Gymnasium. Dank meiner Eltern ging ich trotzdem hin und schloss die Schule mit Einserabitur ab. BA und MA dann auch jeweils mit Bestnote. Wieviele Leben hat diese Grundschullehrerin wohl negativ beeinflusst?

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c++ 12.12.2013, 15:57
6.

Wer soll über Jobchancen, Zugang zu Hochschulen, spätere Gehälter entscheiden, fragt der Artikel.

Das ist eine typische Fragestellung aus der Sicht des Bildungsbürgertums, die gerade für den massiven Druck sorgt. Es ist das Weltbild, das Menschen erst als vollwertig ansieht, wenn sie das Gymnasium besucht haben.
Dabei halte ich die These für falsch. Mit der Frage nach der vierten Klassen, Gymnasium oder nicht, wird keinesfalls über Jobchancen und schon gar nicht über das spätere Gehalt entschieden.

Ich habe, wie viele andere auch, niemals ein Gymnasium besucht. Dies hat meine Jobchancen, den Zugang zur Hochschule und auch mein späteres Gehalt keineswegs negativ beeinflusst. Vielmehr habe ich erlebt, dass Klassenkameraden, die nach der vierten Klasse zum Gymnasium gingen, später gescheitert sind.

Hören Sie auch, mit solchen Sprüchen Panik und Hysterie bei den Eltern zu schüren.

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c++ 12.12.2013, 16:03
7.

Zitat von Whitejack
Warum nicht bis Klasse 10 gemeinsam lernen? Wer dann nicht mehr in die Schule gehen will (oder die Anforderungen nicht mehr schafft), sucht sich halt eine Lehrstelle. Und die Hauptschule, diese Anstalt zur Aussortierung zukünftiger Arbeitsloser, gehört ohnehin abgeschafft.
Der Abschluss ist nicht an die Schulform gebunden. Man kann nach der 10. Klasse der Hauptschule ebenso die gymnasiale Oberstufe besuchen und Abitur machen wie nach der 10. Klasse Gymnasium, man kann die 10. Klasse Gymnasium ebenso ohne Hauptschulabschluss verlassen und "sich halt eine Lehrstelle" suchen wie nach der 10. Klasse der Hauptschule.

Im übrigen benötigt man für viele Ausbildungsplätze heute Abitur.

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bluemetal 12.12.2013, 16:03
8. Stimmt das ?

Unser Sohn ist in Bayern gerade aufs Gymnasium gewechselt, ausschlaggebend war kein Empfehlung sondern exzellente Noten in der Grundschule. Kinder mit durchschnittlichen Noten konnten einen Aufnahmetest machen und sind auch gewechselt. Empfehlung oder Akademiker hin oder her. Wer die Noten oder wenigstens den Willen hat kann in Bayern problemlos auf das Gymnasium gehen. Ungerecht ist etwas anderes.

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arimahn 12.12.2013, 16:05
9.

Zitat von alasiaperle
Nicht unbedingt...es gibt tatsächlich Eltern die es besser einschätzen können als ein Lehrer. *Oh shock*
Aber das sind leider meistens nicht Eltern aus "bildungsfernem" Milieu. Es ist längst festgestellt worden, dass Eltern die selbst nur einen geringen Bildungsabschluss haben systemisch die Sicherheit aberzogen wird, dass ihre Kinder besser sein könnten. Wenn also Eltern überall entscheiden könnten wäre eine Verbesserung des durchschnittlichen Abschlusses nicht unbedingt gegeben.

Dazu kommt, dass Kinder aus besagten Milieus oftmals nicht die sozialen und intellektuellen Werkzeuge an die Hand gegeben bekommen wie ihre Mitschüler und dementsprechend benachteiligt sind. Das Gymnasium ist nicht zwangsläufig ein Ort für "schlaue" Kindern sondern viel mehr einer für Kinder die "gut lernen" können oder einfach sozial angepasster/gerissener sind als der Durchschnitt.

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